Alle Beiträge von Klaus Schüling

Koalageburt

Zoo Duisburg:
Tierpfleger filmt Koalageburt

Das Jungtier in Gummibärchengröße krabbelte selbstständig in den Beutel von Mutter Eora. Entwickelt sich das Kleine normal, wird es in etwa fünf Monaten wieder zu sehen sein.
Zahlreiche Jungtiere der grauen Beuteltiere sind bereits im Zoo Duisburggroß geworden. Nun hat Revierleiter Mario Chindemi eine besondere Beobachtung gemacht: Er konnten die Geburt eines kleinen Koalas live verfolgen und filmen.
Rosa, völlig haarlos und nur ca. 2 cm groß wird das Koalajungtier nach 32 Tagen Schwangerschaft geboren. Mit dem flauschigen Aussehen seiner Artgenossen hat das Kleine noch nichts gemein. Wie ein rosa Wurm krabbelt es selbstständig durch das graue Fell seiner Mutter die rund 7 cm lange Strecke hinauf Richtung Beutelöffnung. Dabei kann die Mutter ihrem Jungtier nicht helfen. Bei der Geburt verharren die Weibchen in einer Art Trance. Sie bewegen sich nicht, damit das Kleine den Weg in den Beutel finden kann. Im schützenden Beutel angekommen, sucht sich das blinde und taube Jungtier eine der zwei Zitzen aus, krabbelt an diese heran und saugt sich fest. In genau diesem Moment schießt bei der Mutter Milch in die Zitze, die daraufhin im Mund des Jungtieres stark anschwillt. Das Prinzip funktioniert wie bei einem Druckknopf – so wird das Kleine fest an der Zitze gehalten.
Im Verborgenen wird das Koalakind in den nächsten Monaten hoffentlich stetig wachsen. Nur über die Gewichtskontrolle der Mutter lassen sich Rückschlüsse auf den Entwicklungszustand des Jungtieres ziehen. Läuft die Aufzucht unproblematisch, so wird das Pflegerteam rund vier bis sechs Wochen nach der Geburt auch äußerlich Bewegungen sehen. Erst nach fünf bis sechs Monaten wird dann der Kopf zu sehen sein.
Meistens gebären die Weibchen in der Nacht und das ist dann auch für die betreuenden Pfleger unsichtbar. Um so glücklicher, dass nicht nur die Beobachtung, sondern auch eine sehr eindrucksvolle Aufnahme der Geburt gelang.
Diese hat der Zoo Duisburg nun auf seinem YouTube Kanal veröffentlicht.
Den Link zu disem Video finden Sie hier.

Elefanten in Europa

Vor genau 250 Jahren, am 20. Juni 1771, kam der erste Elefant in einen europäischen Tiergarten. Anlässlich dieses runden Jubiläums ist jetzt die neueste Publikation der European Elephant Group über die Anfänge der Elefantenhaltung in Europa erschienen. Waren die ersten Elefanten in Europa anfangs noch wertvolle Prunkstücke an den Höfen ihrer adligen Herrscher, wurden die grauen Riesen in den aufkommenden Wandermenagerien und Zoologischen Gärten des 19. Jahrhunderts zur Belehrung der gemeinen Bevölkerung zur Schau gestellt. Ein Blick auf diese Epoche, in der die Kommerzialisierung der Tierhaltung stattfand, veranschaulicht die Entwicklung der Elefantenhaltung und deren Umstände in diesen längst vergangenen Zeiten. Nach jahrelangen Recherchen entstand diese umfassende Dokumentation,
deren Hauptaugenmerk neben der Elefantenhaltung in den Anfangstagen der Zoologischen Gärten vor allem auf der Darstellung der damaligen Lebensbedingungen der Tiere in den europäischen und speziell englischen Wandermenagerien sowie deren Reiserouten liegt. Zur Tier- und insbesondere Elefantenhaltung in der Menagerie George Wombwell und ihren Nachfolgemenagerien sind bis dato keine derart ausführlichen Beschreibungen erschienen. Dies betrifft ebenso die Menagerie Manders, welche für einen kurzen Zeitraum zur größten ihrer Art aufgestiegen war. Durch die Aufarbeitung historischer Quellen konnten viele neue Erkenntnisse zu den Elefanten gewonnen werden – aber auch zu weiteren Großsäugern wie Gorillas, Nashörnern, Flusspferden und Giraffen finden sich im Buch eine Vielzahl detaillierter Angaben. Neben zeitgenössischen Abbildungen beinhaltet die Veröffentlichung einen umfangreichen Statistikteil, der unter anderem eine Liste mit von Elefanten direkt und indirekt verursachten Unfällen und eine Aufstellung der Elefantenhalter mit den Lebensdaten nahezu aller einzelnen Individuen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts umfasst. In dem Nachschlagewerk finden Elefantenfreunde gründlich recherchiert und übersichtlich alle Daten zum Thema Elefanten in Europa zu jener Zeit und erhalten darüber hinaus Einsicht in ihre Haltung in einem nun weit zurück liegenden Zeitraum – welche die Umstände, Probleme und Herausforderungen im Umgang mit den intelligenten Riesentieren in menschlicher Obhut, wie sie uns bis in die Gegenwart begleiten, besser verstehen lassen.

435 Seiten
21,4 x 30,3 cm
gebunden
Schüling Verlag 2021

49,80 Euro

Zooarchiv

Initiative für den Erhalt des Erbes unserer Zoos und Tierparks

Zu viele Sammlungen und Archive, sowohl von Tierparks als auch von Privatleuten gehen unwiederbringlich verloren, weil es keine Institution gibt, die Altbestände und Nachlässe sammelt, aufbereitet und bewahrt.
Vorrangig ist dabei an Publikationen wie Zooführer, Jahresberichte, Zuchtbücher oder Plakate sowie Bilder (Dias, Digitalaufnahmen, Photographien, Postkarten) gedacht. Sehr lohnend wären aber auch originär betriebsinterne Unterlagen, Futterpläne, Planungsunterlagen, Korrenspondenz mit anderen Tiergärten und -händlern, etc.
Auf Nachhaltigkeit angelehnt und gemeinnützig motiviert erscheint langfristig die Rechtsform einer Stiftung passend zu sein. Ohne Kapitalstock ist es aber vernünftig, das Zooarchiv als gemeinnützigen Verein beginnen zu lassen.
Die Bestände des Zooarchivs sollen öffentlich zugänglich sein, Institutionen wie Privatleute können ihre Bilder und Dokumente in das bestehende Archiv einpflegen.
Eine detaillierte Katalogisierung erlaubt eine Sortierung und Nutzung beispielsweise von Bildern nach Ort, Datum, Photograph, Tierart, Person, etc..
Das Zooarchiv bietet Raum für ehrenamtliches Engagement, wird jedoch auch Kosten verursachen. Diese können aus dem Verkauf von Dubletten und direkten Spenden gedeckt werden.
So werden Nachlässe vor der Vernichtung bewahrt, verbleiben in der Hand von Zoosammlern und tragen dazu bei, langfristig das allgemein zugängliche Zooarchiv aufzubauen.

Ein vorläufiger Aktionsplan sieht wie folgt aus:

  1. Formulierung der Idee, Sicherung der Domain
    www.zooarchiv.de, Entwicklung eines Logos (erledigt)
  2. Definition der Struktur und Formate zur Digitali­sierung der Archivierung von Bildern und Publikationen, Abstimmung mit bestehenden Sammlungen
  3. Formulierung einer Satzung, Bildung entsprechender Gremien, Vereinsgründung
  4. Formulierung von Projekten und Prioritäten
    (Spendenakquise, Koordination Ehrenamtlicher, technische Ausstattung, etc.)

Das Zooarchiv hat bereits eine ganze Reihe von Schenkungen erhalten. Gut 500 Zooführer, Jahresberichte, Zoozeitschriften und Bücher davon sind bereits inventarisiert.

Die Gründung des Zooarchivs als gemeinnütziger Verein steht unmittelbar bevor, geplant ist diese bereits am 27. November in Münster, einen Entwurf der Satzung finden Sie hier. Es handelt sich um den überarbeiteten überarbeiteten Entwurf Nr. 4, der auch einige Änderungsvorschläge beinhaltet, die bei der Gründungsversammlung diskutiert werden sollen.

Wer das Zooarchiv bereits in dieser frühen Phase unterstützen möchte, möge sich bitte mit mir in Verbindung setzen. Dies kann in Form von Sachspenden (Zooführer, Plakate, Bilder) oder Geld erfolgen, aber auch mit Rat und Erfahrung, z. B. in Bezug auf Stiftungen, Datenbanken, Archivierung von Dokumenten etc.

Ein eigenes Konto soll es erst geben, wenn das Zooarchiv gegründet und beim Vereinsregister eingetragen ist. Wer trotdzem die Gründung des Zooarchivs mit einer Spende unterstützen möchte, möge diese bitte deutlich als solche gekennzeichnet auf mein Konto bei der Sparkasse Münsterland-Ost mit der IBAN DE30 4005 0150 0122 0150 43 schicken (das ist natürlich nur eine Zwischenlösung).

Klaus Schüling (November 2021)

America’s Top 100 Zoos & Aquariums

Rund 25 Jahre nach den Büchern von Folzenlogen, Nyhius und Marshall ist wieder ein Führer zu den Zoos der USA entstanden, nun von einem Engländer und einem Kanadier. Tim Brown und Scott Richardson verzichten in ihrem großzügig bebilderten Werk auf sämtliche Informationen, die dem Zoofreund heute in digitaler Form zur Verfügung stehen. Leider schließt das auch Lagepläne ein.
Stattdessen findet man auf 368 Seiten gut 700 Farbfotos, die erfreulicher­weise durchaus auch markante Gebäude und Anlagen zeigen. ­­
Eine große Zahl von Tipps und Hinweisen dürften sich beim Besuch der vorgestellten Zoos als sehr wertvoll erweisen.
Ein Buch geschrieben von Zoo-Enthusiasten für Gleichgesinnte.

Brown, Tim; Richardson, Scott;
368 Seiten; 17 x 27 cm;
gebunden; 2019

39,80 Euro

Der Zoologische Garten Basel 1944 – 1966

von Louanne Burkhardt

Das Selbstverständnis eines Zoos deckt sich nicht immer mit den Erwartungen seines Publikums, das möchte Louanne Burkhardt mit diesem Buch verdeutlichen. Als Beispiel dient dabei der Zoologische Garten Basel,
der ­zwischen1944 und 1966 viele Veränderungen anstrebte. Das wesentlichste Vorhaben dabei war, die Tiere nicht als Ware, sondern als Leihgabe der Natur zu betrachten – ein damals neuer Ansatz in der Zoolandschaft.
Das Taschenbuch hält für den Leser ausfürliche Informationen zur Historie des Zoos bereit, illustriert mit einigen Fotografien und Lageplänen. Außerdem blickt die Autorin, inzwischen im Archiv und der Bibliothek des Basler Zoos tätig, auch auf das heutige Verhältnis von Mensch und Tier im Zoo.

188 Seiten
17,1 x 24,1 cm
Softcover
Schwabe Verlag 2020

 35,00 Euro

Illustrated Checklist of the Mammals of the World (2-Volume set

von Burgin, Wilson, Mittermeier, Rylands, Lacher, Sechrest

Alle Säuger der Welt mit mehr als 7.250 Illustrationen des Handbook of the Mammals of the Word (davon 700 neue), 6.442 Verbreitungskarten und
aktueller Systematik und Bedrohungsstatus.
Alle Artnamen sind auf deutsch, französisch und spanisch angegeben.

zwei Bände
24 x 31 cm
1.166 Seiten, gebunden
Lynx Edicions 2020

210,00 €

im Onlineshop bestellen

Seltene Tiere im Zoo – Vögel

von Christian Matschei

Christian Matschei porträtiert in diesem Buch 111 seltene Vogelarten, die schon bald aus den europäischen Zoos verschwinden könnten. Aufgebaut wie ein Zoorundgang, begegnet der Leser in eindrucksstarken Bildern und prägnanten Texten zoologischen Kostbarkeiten.

272 Seiten
14,8 x 21 cm
Gebunden
2020 Schüling Verlag

 22,80 Euro

im Onlineshop bestellen

Felids and Hyenas of the World – Wildcats, Panthers, Lynx, Pumas, Ocelots, Caracals, and Relatives

von José R. Castelló

Ein kompaktes, übersichtliches und informatives Taschenbuch in englischer Sprache, das Wildkatzen und Hyänen umfassend illustriert. Von der kleinen afrikanischen Schwarzfußkatze bis hin zum Sibirischen Tiger. In diesem Band sind sie alle vertreten. Neben einer Vielzahl von Fotografien findet sich zu jeder Spezie Wissenswertes über Körpermaße, Vorkommen und Gefährdung.

664 Seiten
13,97 x 21,59 cm
Softcover
Princeton Field Guides 2016

32,00 Euro

im Online-Shop bestellen