Zoo Frankfurt
|
Oliver Ramstedt: |
|
@Manuel, evtl. weil da endlich nach Jahren die Oberlichter im Giraffenrondell ausgetauscht wurden und es jetzt richtig hell im Stall ist. (26.08.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis
Vortrag
Durell Wildlife Conservation Trust und Jersey Zoo –
Strategie und Praxis im Artenschutz
Der „Durell Wildlife Conservation Trust“ auf der Kanalinsel Jersey unterhält zurzeit weltweit 45 Artenschutzprogramme. Im Hauptsitz des Trusts, dem Jersey Zoo, werden artenschutzrelevante Tierarten gehalten, gezüchtet und Forschung betrieben. Darüber hinaus werden von hier aus auch die Artenschutzprogramme koordiniert und Fachleute ausgebildet. Der Vortrag gibt eine Übersicht über Strategie und Praxis im Artenschutz.
Referent: Dipl. Biol. Matthias Götz, Jersey Zoo
Wann: Mittwoch, 1. September 2010
Wo: Zoogesellschaftshaus, Ausstellungssaal
Bernhard-Grzimek-Allee 1 | 60316 Frankfurt
Beginn: 18:00 Uhr
Eintritt: kostenfrei
Die Veranstaltung ist Teil der monatlichen Vortragsreihe „Erlebnis Zoo, Abenteuer Naturschutz“ von Zoo Frankfurt und ZGF. (26.08.2010)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Holger, bis vor kurzem waren es noch 1,1. (22.08.2010)
|
|
Manuel Becker: |
|
Müssten zwei gewesen sein. Warum ist eigentlich das Giraffenhaus "vorrübergehend geschlossen"? Weiß da wer was? (22.08.2010)
|
|
Holger Wientjes: |
|
Wieviel Klippspringer konntest Du denn sehen ? (22.08.2010)
|
|
Manuel Becker: |
|
War gestern zu meinem diesjährigen Besuch in Frankfurt. Hier ein paar Eindrücke:
Der Zoo war rappelvoll, da das gute Wetter besonders viele Familien angelockt hat. Bei all dem Andrang fiel mir jedoch auf, dass diese Massen in Frankfurt kein Problem darstellen. Alle Wege sind großzügig angelegt und besonders bei den neuen Anlagen/Gehegen ist wirklich viel Platz. Besonders fasziniert war ich von Gesprächen, die ich so mitbekommen habe. Da hier im Forum ja oft vom Ottonormalbesucher die Rede ist, hat mich das Verhalten vieler Besucher echt überrascht. Fazit hier: Es gibt ihn nicht, den ONB! Das ost alles echter Unsinn. Genauso wie es hunderte Eltern gibt, die sich mit den Kindern gemeinsam auf die Suche nach den Tieren machen und bei Fragen der Kleinen das Gehegeschild zu Rate ziehen, gibt es die hier oft beschriehenen Zookonsumenten, die von einem zum nächsten Gehege eilen und auf der Such nch der Sensation sind. Keine Gruppe kann hier eindeutig als Platzhirsch ausgemacht werden, so dass ich mich bestätigt sehe, das Argument ONB auch in Zukunft nicht mehr gelten zu lassen.
Der neue Zooführer hat mir gut gefallen, gerade das Preis/Leistungsverhältnis überzeugt - scheinbar auch andere Besucher (habe unglaublich viele Besucher mit dem Ringbuch hantieren sehen. Das nette Design scheint vielleicht kaufanregend zu wirken.
Sehr toll gefällt mir ebenfalls die neue einheitliche Beschilderung. Gerade weil ich das neue (zeitlose) Logo echt klasse finde. Auch fast alle Gehegebeschreibungen sind sämtlich nach dem gleichen Prinzip aufgebaut und einheitlich. Wenn das noch in Exotarium und in den Vogelhallen nachgeholt wird, fände ich das super. Besonders eindrüchlich: die neuen Willkommensschilder an allen Häusern als Klebefolie. Macht gleich was her...
Auch hat mich die Gibbonanlage samt -haus überzeugt; die hatte ich bis dato noch nicht besetzt gesehen.
Auch bin zum ersten Mal auf die Kombijahreskarte ZooZoo aufmerksam geworden. Hat die jemand und kann seine Erfahrungen berichten?
Insgesamt ein toller Tag. Frankfurt macht sich mEn echt prächtig. Auch die im Exotarium ausgestellte Planung zum Pinguinhaus lässt hoffen. Nur könnte man mMn die beiden rollenden Fressbuden mitten im Park mal langsam zu festen Ständen umbauen. So wirkt das sehr provisorisch... (22.08.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Wuschelig und immer hungrig – Nachwuchs bei den Pinguinen
„Die beiden am 14. und 16. Juli 2010 geborenen Jungtiere halten ihre Eltern ganz schön auf Trab“, freut sich Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch über den Pinguin-Nachwuchs.
„Beide Elternteile beteiligen sich an der Aufzucht, füttern abwechselnd und verteidigen ihre Jungen“, berichtet Niekisch. Geht es den mittlerweile schon ganz schön gewachsenen Jungtieren nicht schnell genug mit dem Futternachschub, werden die Eltern durch Schreien herbei gerufen. „Bei Erwachsenen Eselspinguinen erinnern die lauten Rufe entfernt an Eselsgeschrei, daher auch der Name. Die Schreie der Jungtiere klingen dagegen noch leiser und eher krächzend.“ Um den Nachwuchs zu bedienen, lassen die Eltern sogar ihr eigenes Futter stehen. Die Jungtiere werden mit vorverdautem Futter versorgt.
Beide Elternpaare sind zuchterfahren und schon lange als Paar treu zusammen. Eselspinguine legen zwei Eier in ein aus Steinen oder Pflanzenmaterial gebautes Nest, je nachdem, was zur Verfügung steht. „Wir bieten unseren Pinguinen kleine Steine zum Nestbau an“, erklärt Niekisch. Die Eltern brüten 35-36 Tage, bevor ein oder zwei Jungtiere schlüpfen. Die Nester von Eselspinguinen liegen im Freiland weiter voneinander entfernt als bei den übrigen Arten. Vor dem Selbständigwerden kann das Körpergewicht der Jungtiere weit über dem der Erwachsenen liegen. „Dieses Übergewicht reicht aus, bis sie selbst erfolgreich jagen können“, weiß Niekisch.
Aufgrund ihrer relativ weiten Verbreitung von den subantarktischen Inseln bis zur Antarktischen Halbinsel sind Eselspinguine äußerst variabel in Größe und Gewicht und brüten auch zu sehr unterschiedlichen Zeiten. Insgesamt schätzt man die Zahl der Eselspinguine auf ungefähr 300.000 Paare weltweit.
Eselspinguine ernähren sich im Freiland von Kleinkrebsen, besonders Krill, kleinen Fischen und Tintenfischen, wobei die einzelnen Anteile in der Gesamtnahrung sehr unterschiedlich sind und sich nach dem Angebot richten. „Bei uns im Zoo erhalten die Tiere verschiedene Fische, Sprotten und manchmal auch Garnelen“, sagt Niekisch. Auch wenn sie die meiste Nahrung im Bereich von 10-25 Meter Wassertiefe erbeuten, können sie doch 100 bis 120 Meter tief tauchen.
Das kann das Exotarium bei Weitem nicht bieten, aber ein Ende der unbefriedigenden Haltungsbedingung ist in Sicht, denn ein neues Pinguinhaus ist in Planung. „Umso mehr freuen wir uns, dass unsere Tiere auch in der beengten Umgebung des Exotariums brüten und ihre Jungen erfolgreich aufziehen“, sagt Niekisch. Der Platz im Exotarium reicht nur für die Haltung einer kleinen Pinguinart. Daher werden im Zoo Frankfurt zurzeit ausschließlich Eselspinguine gezeigt. Aber das soll sich ändern. Das neue Pinguinhaus wird für drei Pinguinarten konzipiert – Königspinguine, Eselspinguine und Felsenpinguine. Den Tieren wird ein ringförmiges Becken zur Verfügung stehen. Dadurch entsteht bei den Pinguinen beim Schwimmen die Illusion einer unendlichen Bewegungsfreiheit.
Ziel ist es, das neue Pinguinhaus 2013 einzuweihen, deshalb beginnt bereits in diesem Jahr die Planung der Technik. 2011 soll der erste Spatenstich gesetzt werden. „Um die Pläne für ein neues Pinguinhaus verwirklichen zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Wir hoffen, das die Jungtiere und ihre Eltern bald umziehen können“, ruft Niekisch zur Unterstützung der Spendenaktion „Schöner wohnen - ein neues Haus für unsere Pinguine“ auf. (17.08.2010)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Ralf Sommerlad, noch ist die Todesursache nicht geklärt, von daher steht ja noch keineswegs fest, ob diese etwas mit der Anlage zu tun hat. (04.08.2010)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Ja, die Bartgeierhaltung war wohl trotz gefeierter neuer Anlage nicht überzeugend.Ich gehe davon aus, dass man ungeachtet dessen auch weiterhin am Bartgeier-Programm partizipieren und dafür arbeiten wird. (04.08.2010)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Das Bartgeierweibchen ist die Tage gestorben. Ursache unbekannt. (01.08.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis
Vortrag
Die Reptilien der Arabischen Wüste
Biodiversitätsforschung in einem Extremlebensraum
Wüsten bedecken etwa ein Drittel der Erdoberfläche und zeichnen sich vor allem durch hohe Temperaturen und die Abwesenheit von Wasser aus. Die Arabische Wüste mit einer Fläche von mehr als einer Million Quadratkilometern beherbergt Tierarten unterschiedlicher geografischer Herkunft. Besonders Reptilien haben in der Arabischen Wüste eine erstaunliche Diversität hervorgebracht. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Reptilienfauna der Arabischen Halbinsel und zeigt exemplarisch einige Forschungsschwerpunkte im Hinblick auf die Taxonomie und Systematik der dort lebenden Reptiliengruppen.
Referent: Dr. Thomas Wilms, Zoo Frankfurt
Wann: Mittwoch, 4. August 2010
Wo: Zoogesellschaftshaus, Ausstellungssaal
Bernhard-Grzimek-Allee 1 | 60316 Frankfurt
Beginn: 18:00 Uhr
Eintritt: kostenfrei
Die Veranstaltung ist Teil der monatlichen Vortragsreihe „Erlebnis Zoo, Abenteuer Naturschutz“ von Zoo Frankfurt und ZGF. (30.07.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Serengeti in Gefahr:
Experten fordern den Stopp des Straßenbauprojekts durch ein einzigartiges Ökosystem
Die tansanische Regierung plant den Bau einer Fernstraße direkt durch die Serengeti. „Dieses Vorhaben würde die weltberühmte Wanderung von rund zwei Millionen Gnus, Zebras, Antilopen und anderen Tiere massiv bedrohen“, fürchtet der Frankfurter Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. Er hat sich zusammen mit dem bekannten Schauspieler und Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke, dem Vorstandsvorsitzenden der Freunde der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten, in Briefen an Außenminister Guido Westerwelle, Umweltminister Norbert Röttgen und den Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, gewandt, damit eines der faszinierendsten Naturschauspiele der Welt erhalten bleibt.
„Durch das geplante Straßenbauprojekt würde der nördliche Teil des Zugweges der Tiere blockiert“, erläutert Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. „Zweifellos ist ein gutes Straßennetz wichtig, damit Bauern ihre Erzeugnisse auf die Märkte bringen können, dass Dörfer erreichbar sind und Handel und Wirtschaft funktionieren können. Wir sind jedoch zutiefst überzeugt davon, dass diese Straße verheerende Auswirkungen auf das gesamte Serengeti-Ökosystem und zudem wirtschaftlich auf den Tourismus haben wird“, so Hannes Jaenicke.
Die geplante Straße soll mitten durch das Gebiet mit der weltweit größten Dichte an Großtieren verlaufen. „Vor allem in der Trockenzeit sind der nördliche Teil der Serengeti sowie die in Kenia angrenzende Masai Mara lebenswichtige Gebiete für die Tiere auf ihrer großen Wanderung, denn nur hier finden sie während der Trockenzeit Wasser“, erklärt Niekisch. „Es liegt auf der Hand, dass die Straße früher oder später abgezäunt werden muss, um zwangsläufige Unfälle mit Wildtieren zu vermeiden. Eine Einzäunung würde jedoch definitiv das Ende der großen Wanderungen bedeuten und es ist absehbar, dass hier abertausende von Wildtieren entlang der Zäune verdursten würden“, fasst Niekisch das drohende Szenario zusammen. Außerdem breiten sich durch den Warentransport, vor allem durch den Transport von Vieh, leicht Krankheiten entlang der großen Verkehrswege aus und auch die Ausbreitung von gebietsfremden Pflanzen in das Serengeti-Ökosystem würde begünstigt.
Zu der geplanten Route gibt es eine alternative Straßenführung, die die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Region sogar noch besser erfüllen könnte: Eine Südumgehung der Serengeti. Diese Straßenführung wurde von der tansanischen Regierung auch bereits in Betracht gezogen, denn sie würde fünfmal mehr Menschen versorgen als die nun aktuell geplante Nordroute, und sie würde die Siedlungs- und Wirtschaftsregionen gleichermaßen gut verbinden. Glücklicherweise mehren sich mittlerweile auch in Tansania und in Kenia kritische Stimmen gegen die Nordroute.
„Nach unserer Meinung muss Deutschland, das durch Bernhard Grzimek und dessen Film „Serengeti darf nicht sterben“ ein besonderes Verhältnis zu dieser einzigartigen Region hat, diese kritischen Stimmen im Land unterstützen“, sind sich Niekisch und Jaenicke einig. „Mit vereinter Kraft müssen wir uns dafür einsetzen, dass die Zerstörung der letzten großen Tierwanderung dieser Erde verhindert wird.“
In Ihrem offenen Brief fordern Niekisch und Jaenicke die Minister Westerwelle, Röttgen und Niebel auf, Tansanias Politiker darin zu unterstützen, weise zu entscheiden und nicht zu riskieren, dass die Serengeti aufs Spiel gesetzt und der Ruf eines Landes, das bisher als eine der führenden Nationen in Sachen Naturschutz galt, gefährdet wird. „Das Projekt wäre ökologisch und ökonomisch eine Katastrophe“, bekräftigen die beiden anerkannten Umweltschützer. (23.07.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis
Neues Fest im Zoo: Zum ersten Mal feiert EDEKA Südwest seine Familientage auch im Zoo Frankfurt
Ob wilde Tiere, Hüpfburg, Glücksrad oder kleine Köstlichkeiten – auf die Besucher der ersten Edeka-Familientage am 24. und 25. Juli im Zoo Frankfurt warten zahlreiche Attraktionen, jede Menge Unterhaltung sowie viele Informationen und Kostproben rund um die Themen Essen, Trinken und Genuss. Die Edeka Südwest bietet hier an beiden Tagen gemeinsam mit ihren Partnerunternehmen und Produktionsbetrieben ein buntes Programm für die ganze Familie.
An zahlreichen Verkostungsständen gibt es Erfrischungen und kulinarische Leckereien zum Probieren.
Auch für die kleinen Besucher wird einiges geboten: Neben Hüpfburg, Karussell und Kinderschminken können sich die Kinder auf dem großen Spielplatz im Zoo austoben. Am Glücksrad werden Süßigkeiten und kleine Preise verlost.
Zusätzliche Parkplätze stehen für die Besucher der Edeka-Familientage beim Scheck-In Center Frankfurt in der Ferdinand-Happ-Straße 59 zur Verfügung. Von dort fährt an beiden Tagen alle 20 Minuten ein Shuttle-Bus zum Zoo und zurück.
24. und 25. Juli 2010 jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr
Es gelten die regulären Zoo-Eintrittspreise
Der Zoo hat an beiden Tagen von 9.00 bis 19.00 Uhr geöffnet
www.zoo-frankfurt.de
(20.07.2010)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Heute gab es Nachwuchs bei den Seehunden, Oma hat wieder ihr Junges an Land zur Welt gebracht. (17.07.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Wehrhafte Knubbelnase – Nachwuchs bei den Greifstachlern
„Das kuschelige rostrote Fell täuscht“, warnt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch, „denn
schon sind kleine durchsichtige Stacheln unter dem Pelz des am 5. Juli geborenen
Jungtiers wahrnehmbar. Niedlich, aber nichts zum Kuscheln!“
Der kleine Greifstachler (Coendou prehensilis) ist das fünfte Baby von Mutter Joppi, die 2004 in
Stuttgart geboren wurde. Vater Fletcher kam 2007 nach Frankfurt. Greifstachler sind Nestflüchter.
Die Weibchen bringen meist nur ein Junges zur Welt, das bei seiner Geburt schon relativ groß ist
und auf einem Ast abgesetzt wird. „Der Nachwuchs wird von der Mutter regelmäßig gefüttert, aber
weder trägt sie ihr Kind herum, noch steht sie mit ihm akustisch in Verbindung. Unser 9 Tage altes
Greifstachler-Kind, dessen Geschlecht noch nicht bekannt ist, wiegt aktuell 401 g“, erklärt
Niekisch, der sich über die guten Zuchterfolge bei den Greifstachlern im Zoo Frankfurt freut.
Noch trinkt das Jungtier ausschließlich Milch von seiner Mutter, aber schon nach etwa einem
Monat interessiert es sich auch für Nüsse, Mais, Obst und Gemüse. Besonders gerne mögen die
Frankfurter Greifstachler Erdnüsse und Reis. Greifstachler sind nachtaktive Nagetiere. Sie gehören
zu der Familie der Baumstachler und stehen in systematischer Nähe zu den Altwelt-
Stachelschweinen. „Die langen Stacheln sind innen hohl“, erläutert Niekisch. „Bei Bedrohung
stellen die Tiere ihre Stacheln auf und die gelbe Warnfarbe am Grund wird sichtbar.“ Da beißt ein
Feind nur einmal zu, denn die Stacheln sind sehr spitz, lösen sich bei Berührung leicht ab und
bohren sich mit ihren Widerhaken tief ein.
Ihren Namen verdanken die putzigen Tiere mir der weichen Knubbelnase ihrem fast körperlangen
Greifschwanz, der als zusätzliches Greifwerkzeug das Klettern absichert, denn Greifstachler leben
fast ausschließlich in Baumkronen. Ausgewachsene Tiere wiegen etwa 4 – 6 kg und werden bis zu
60 cm lang. Sie haben kurze, kräftige Beine mit nackten Sohlen und langen, scharfen Krallen. Mit
ihren kleinen Augen sehen sie sehr schlecht, verfügen aber über ein sehr gutes Geruchs- und
Hörvermögen und einen guten Tastsinn. „In Zoos können Greifstachler bis 26 Jahre alt und recht
zutraulich werden“, erläutert Niekisch. „Und wenn unser Paar weiterhin so fleißig züchtet, können
wir uns in den nächsten Jahren noch auf weitere Jungtiere freuen.“ (13.07.2010)
|
 |
Ralf Sommerlad: |
|
..und so machens andere, billiger und besser: Absperrung im Zoo von Liberec (12.07.2010)
|
|
Egon Weisz: |
|
Es ist wirklich interessant, dass die meisten Giraffen immer noch an der Stelle stehen bleiben, an der vorher der Schutzzaun stand. Obwohl es keinen Grund mehr dafür gibt ist die Gehegebegrenzung immer noch am Verhalten der Tiere zu erkennen. Aber mit der Zeit werden sie die, meiner Meinung nach, viel schöner Außenanlage wohl noch für sich entdecken. (12.07.2010)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Endlich nach 8 Monaten können die Giraffen das etwas größere Aussengehege benutzen. Am längsten hat es gedauert den hözernen Zaun auf zu stellen, der die Besucher von den Giraffen fern hält. Toll ist, das jetzt nicht mehr der Schutzzaun die Sicht versperrt und die Giraffen näher an den Besuchern sind, auch wenn die Giraffen sich jetzt noch nicht so ganz nah dran drauen. (10.07.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Pummeliger und graziler Nachwuchs im Zoo
„Der Klapperstorch meint es gut mit unseren Zootieren“ freut sich Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. „Vor einem Monat wurde der 46. Zwergseebär in Frankfurt geboren, und auch bei den Mhorrgazellen gab es Nachwuchs.“
Zwergseebär-Mutter Bella hat am 25. Mai 2010 ein gesundes männliches Jungtier geboren. Mutter und Jungtier mussten eine Zeit lang hinter den Kulissen gehalten werden, weil Bella ihr Junges im Außengehege nicht trinken lassen wollte. „Doch diese Anfangsschwierigkeiten sind nun überwunden“, teilt Niekisch mit. „Der kleine Seebär ist nun für alle Besucher sichtbar“.
Bella ist 1999 in Frankfurt geboren, Vater Otti stammt aus Bremerhaven, er ist Jahrgang 2002. Der künstliche Fleck auf dem Rücken des kleinen Jungtieres ist ein Erkennungszeichen, denn immer die Erstgeborenen eines Jahrgangs werden auf dem Rücken rasiert. Weiterer Nachwuchs ist dieses Jahr bei den Zwergseebären allerdings nicht zu erwarten.
Zwergseebären säugen ihre Jungtiere bis zu einem Jahr, erst dann fangen diese an, Fisch zu fressen.
Die grazilen Mhorrgazellen sind Ableger, d.h. die Jungtiere liegen unauffällig auf dem Boden, fast ohne sich zu bewegen. Geht alles gut, stehen sie mit ihrer Mutter über spezielle Ruftöne in Kontakt.
Der Vater der drei kleinen weiblichen Mhorrgazellen ist Franziskus. Er wurde 2005 in München geboren. Mutter Almeria kommt aus Spanien. Sie ist Jahrgang 2006 und kümmert sich gut um ihr drittes Kind, das am 27.06.2010 geboren wurde. Die beiden anderen Jungtiere wurden dagegen von ihren Müttern nicht akzeptiert und müssen mit der Flasche aufgezogen werden.
Eines der Babys wurde am 11.06.2010 geboren. Seine Mutter Sil ist Jahrgang 2008. Sil ist in Frankfurt geboren und ebenfalls eine Handaufzucht. Das zweite Baby wurde am 20.06.2010 geboren. Die namenlose Mutter ist Jahrgang 2007 und stammt ebenfalls aus Frankfurt. Insgesamt besteht die Mhorrgazellen-Gruppe aus einem Zuchtbock, fünf zuchtfähigen Weibchen, zwei halbwüchsigen Weibchen und den drei weiblichen Jungtieren.
„Um die kleinen Gazellen nicht zu sehr auf uns Menschen zu prägen, wird ihnen die Flasche von drei verschiedenen Personen gegeben“, berichtet Niekisch. Revierleiter Werner Dröll, Tierpflegerin Patricia Dahl und die Ehrenamtliche Verena Silber teilen sich die mühevolle Arbeit. Um 7.00 Uhr, um 11.00 Uhr, um 15.00 Uhr, um 19.00 Uhr und um 23.00 Uhr wird gefüttert.
(07.07.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Vortrag
Pinguine – Leben im bedrohten Paradies.
Ist die Antarktis noch zu retten?
Die Antarktis fasziniert mit ihrer ursprünglichen Landschaft und ihrer einzigartigen Tierwelt. Fritz Jantschke nimmt uns mit auf eine Reise zu den Brutkolonien der Pinguine, zu Walen, Robben und Seevögeln. In seinen wunderbaren Bildern zeigt er Tiere in einem Naturparadies, weist aber auch auf die Herausforderungen hin, die der Lebensraum an seine Bewohner stellt, und zeigt die Gefahren, die ihn zu zerstören drohen.
Fritz Jantschke will mit seinem Vortrag auch auf die Situation der Pinguine im Frankfurter Zoo aufmerksam machen und für die Unterstützung der Spendenaktion des Zoos zum Bau eines dringend benötigten neuen Pinguinhauses werben.
Referent: Dr. Fritz Jantschke, Zoologe und Tierfilmer
Wann: Mittwoch, 7. Juli 2010
Wo: Zoogesellschaftshaus, Ausstellungssaal
Bernhard-Grzimek-Allee 1 | 60316 Frankfurt
Beginn: 18:00 Uhr
Eintritt: kostenfrei
Die Veranstaltung ist Teil der monatlichen Vortragsreihe „Erlebnis Zoo, Abenteuer Naturschutz“ von Zoo Frankfurt und ZGF. (05.07.2010)
|
|
Klaus Schüling: |
|
Seltener Zuchterfolg im Zoo Frankfurt – ein kleiner Tamandua stellt sich vor
Tamandua-Mama Mona hat ihr erstes Kind geboren – ein putziges Baby, das munter in die Welt blickt. „Auf diesenZuchterfolg sind wir sehr stolz“, freut sich Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch.
Putzig sieht es aus, das kleine Jungtier mit dem schwarz/weißen Fell und der langen Schnauze. „Die Krallen sind aber schon gut entwickelt“, warnt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. Ein Anfassen ist also für Außenstehende nicht möglich. „Mona ist eine gute Mutter. Sie verteidigt ihr Jungtier vehement.“ Revierleiterin Astrid Parys, die Mona schon seit deren Geburt 2006 kennt, darf das Jungtier anfassen, um es z.B. zu wiegen.
„Seit seiner Geburt hat das Jungtier schon gut zugenommen“, berichtet Niekisch. Das Baby wurde am 19.05.2010 geboren, sein Geburtsgewicht betrug 233 g. „Heute wiegt es schon 677 g“, freut sich der Zoodirektor. „Das Geschlecht ist bei kleinen Tamanduas schwer festzustellen, so dass wir das Geschlecht unseres kleinen Jungtieres noch nicht kennen.“ Mama Mona trägt ihr Baby mit sich. Sie versorgt das Kleine vorbildlich, obwohl sie noch keine Erfahrung in der Jungen-Aufzucht hat. Papa Putin, geboren 2008 in Madeburg, bewohnt zurzeit ein eigenes Gehege. Tamanduas sind Einzelgänger, die Paare treffen sich nur zur Paarungszeit.
Mona wird ihr Jungtier 6 Monate lang auf dem Rücken tragen. „Am Ende ist das Jungtier fast so groß wie seine Mutter“, führt Niekisch aus. „Das Trageverhalten ist für die Mutter dann schon fast Schwerstarbeit.“ Kleine Tamanduas sind mit 8 Monaten völlig von ihrer Mutter unabhängig, mit 12 Monaten sind sie geschlechtsreif.
Die Zucht von Tamanduas hat im Zoo Frankfurt Tradition. Seit 1998 werden in Frankfurt Tamanduas erfolgreich gezüchtet. Bisher wurden acht Jungtiere geboren (drei Männchen, fünf Weibchen). Das aktuelle Jungtier ist also die neunte Frankfurter Nachzucht. „Deutschlandweit ist unser Jungtier in diesem Jahr erst die zweite Tamandua-Nachzuchtüberhaupt“, freut sich Niekisch über den seltenen Zuchterfolg.
Die zu den Ameisenbären gehörenden Tamanduasbewohnen die Kronenregionsüdamerikanischer Wälder. Scharfe Krallen und ein muskulöser Wickelschwanz helfen ihnen beim Klettern und bei der Verteidigung. Sich auf dem Schwanz abstützend, schlagen Tamanduas mit ihren krallenbewehrten Pfoten nach möglichen Angreifern. Am Boden kann mansie nur bei der Nahrungssuche beobachten oder wenn sieStrecken zwischen zwei Bäumen zurückzulegen. Dabei nutzen sie die Außenkanten ihrer Füße, um ihre Krallen nicht abzunutzen. Eine weitere Verteidigungsstrategie der Tamanduas hat Zoochef Niekisch in Brasilien schon selbst erlebt. „Wenn ein Tamandua sich verfolgt fühlt, flüchtet er auf einen Baum und versucht, einen von oben zu bekleckern. In meinem Fall war sein Pech, dass ich etwas ahnte und rechtzeitig zur Seite springen konnte“, lacht Niekisch.
Zu den Lieblingsspeisen, der sowohl tag- wie nachtaktiven Baumbewohner, gehören Ameisen, Termiten aber auch Früchte, die sie mit ihrer langen Zunge auflecken. Man hat auch beobachtet, wie Tamanduas, mit ihren Krallen Bienenstöcke aufbrechen und die Bienen und den Honig verzehren. (29.06.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Naturschutz als Kulturaufgabe
Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) und der Zoo Frankfurt weiten ihr Ehrenamt-Projekt „Naturschutz-Botschafter“ aus. Zukünftig sollen „Natur- und Kulturbotschafter“ den Zoo-Besuchern Natur- und Kulturvielfalt näherbringen – mit finanzieller Unterstützung der Allianz Umweltstiftung aus München und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt.
Mit der Kampagne „Naturschutz als Kulturaufgabe“ wollen der Zoo Frankfurt und die ZGF gemeinsam Themen rund um den Schutz bedrohter Tiere und ihrer Lebensräume vermitteln sowie die Zusammenhänge mit dem Leben der Menschen vor Ort und unserer eigenen Umwelt aufzeigen. „Bei nahezu sieben Milliarden Menschen und einer viele Jahrtausende alten Siedlungsgeschichte der Menschheit müssen Natur und Kultur heute unweigerlich im Kontext betrachtet werden“, sagt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch und Dr. Christof Schenck, Geschäftsführer der ZGF, ergänzt: „Naturschutz ist eine Kulturaufgabe geworden.“
Dank der finanziellen Unterstützung durch die Allianz Umweltstiftung aus München und die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt kann die Kampagne nun realisiert werden. „Frankfurt als Zentrum der multikulturell geprägten Rhein-Main-Region eignet sich hervorragend für die Umsetzung eines solchen Projekts“, sagt Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung, die das Vorhaben mit 120.000 Euro unterstützt. Personell fußt das Projekt auf den ehrenamtlichen Naturschutz-Botschaftern des Zoo Frankfurt und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, die für ihren Einsatz an Infomobilen ausgebildet wurden und jetzt auch für die Umsetzung der Kampagne eingesetzt werden. Die Gruppe soll um Natur- und Kulturbotschafter mit multikulturellem Hintergrund erweitert werden, die im Zoo neben Naturschutzthemen auch die Kultur ihres Herkunftslandes vermitteln. „Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main unterstützt das Projekt, weil es bürgerschaftliches Engagement aus der Mitte der Stadtgesellschaft fördert“, so Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main. Bereits in den vergangenen zwei Jahren hat die Stiftung das Projekt Naturschutz-Botschafter mit 40.000 Euro unterstützt. Für die Natur- und Kulturbotschafter stellt sie nun 20.000 Euro zur Verfügung.
Niekisch und Schenck sind sich einig: „Die Sicherung der biologischen Vielfalt ist neben dem Klimawandel die große internationale Herausforderung unserer Zeit“. Der Schutz der Natur funktioniert aber nur dann, wenn die Menschen vor Ort in die Maßnahmen miteinbezogen werden. Dies erfordert Kenntnis über und Verständnis für die unterschiedlichen Kulturen weltweit. Daher lautet ein Leitspruch der ZGF: „Naturschutz mit und für die Menschen vor Ort“. Das Projekt „Natur- und Kulturbotschafter“ ist eine gute Möglichkeit, für den weltweiten Naturschutz zu werben und Verständnis für andere Kulturen zu schaffen. Niekisch und Schenck unisono: „Wir freuen uns auf das Projekt, das ohne die Unterstützung der Allianz Umweltstiftung und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt nicht möglich gewesen wäre.“
Hintergrundinformation
Im April 2003 startete ein erstes Gemeinschaftsprojekt der ZGF und des Zoo Frankfurt zur Vermittlung von Naturschutzthemen im Zoo. Das Projekt „Globalen Naturschutz lokal erleben“ mit zweijähriger Laufzeit wurde gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
In der ersten Projektlaufzeit wurden verschiedene Kampagnen entwickelt, um Naturschutzthemen zu vermitteln. Mit den interaktiven Ausstellungen „Rückkehr der Nashörner“ und „Welt der Artenvielfalt“ entstanden an verschiedenen Standorten im Zoo interaktive Erlebniselemente, durch die sich Zoobesucher über die Bedrohung und den Schutz der biologischen Vielfalt informieren können. Ein erklärtes Ziel der vielfältigen Projektaktivitäten war es, einer breiten Öffentlichkeit die faszinierende Vielfalt des Lebens näher zu bringen und die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit internationaler Naturschutzarbeit zu lenken.
Aufbau der Naturschutz-Botschafter, 2005 - 2007
Im November 2005 startete, erneut unter Förderung der DBU, das Projekt Naturschutz-Botschafter. Ziele waren jetzt Aufbau, Schulung und Einsatz einer Truppe ehrenamtlicher Akteure zur Vermittlung von Naturschutzthemen im Zoo Frankfurt. Knapp 30 Ehrenamtliche wurden in der Projektlaufzeit ausgebildet und auf ihren Einsatz im Zoo vorbereitet. Die ersten Naturschutz-Botschafter starteten im Sommer 2006 ihren Einsatz im Zoo an den zebragestreiften Infomobilen. In dieser Projektphase entstanden erste Infomobile zu den Themen „Biologische Vielfalt“, „Spitzmaulnashorn“, „Sumatratiger“ und „Goldgelbes Löwenäffchen“
Ausbau der Naturschutz-Botschafter, 2007 - 2009
Ab November 2007 konnte mit der Unterstützung von der Stiftung Flughafen
Frankfurt/ Main für die Region, der Bertha Heraeus und Kathinka Platzhoff
Stiftung und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft (40.000 Euro) die ehrenamtliche Gruppe auf über 50 Mitarbeiter weiter ausgebaut werden. Desweiteren wurden neue Infomobile zu den Themen Berggorilla und Bartgeier entwickelt und der Einsatz außerhalb der Zoomauern verstärkt.
Natur- und Kulturbotschafter, 2010 - 2012
Seit April 2010 wird die Erweiterung der Ehrenamtlichen um Natur- und Kulturbotschafter durch die Allianz Umweltstiftung (120.000 Euro) und die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt (20.000 Euro) gefördert. (23.06.2010)
|
|
Jennifer Weilguni: |
|
Einerseits fände ich es ja schön, wenn sich Deutschland an dieser Klage beteiligt.. aber hat unser Land denn ein Recht dazu? Auch bei uns werden bedrohte Tiere aus Feinschmeckergründen gefangen (Aale, Kabeljau ect.) Man sollte vieleicht immer erstmal vor der eigenen Haustüre anfangen zu kehren und vor allem mit gutem Beispiel voran gehen! (22.06.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Den Walfang in Japan stoppen: Australien klagt und bittet um Unterstützung
Im Kampf gegen den von Japan wissenschaftlich begründeten Walfang hat Australien den Internationalen Gerichtshof in Den Haag eingeschaltet. Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch hat sich zusammen mit dem bekannten Schauspieler und Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke, dem Vorstandsvorsitzenden der Freunde der Bonner Konvention (Friends of CMS e.V.), in einem offenen Brief an Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, gewandt, um Möglichkeiten zur Unterstützung der australischen Klage gegen Japan auszuloten.
„Laut der australischen Klage vom 31. Mai 2010 verstößt Japan mit seinem JARPA II Programm gegen Verpflichtungen der Internationalen Konvention zur Regulierung des Walfangs (ICRW), der Konvention zum Schutz der Biologischen Vielfalt (CBD), dem Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) und weiterer internationaler Abkommen“, begründet Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch seinen Einsatz für die Wale. „Gerade im internationalen Jahr der biologischen Vielfalt sollte alles Erdenkliche getan werden, um die Vielfalt der Erde zu erhalten und zu schützen. Das Verhalten Japans ist nicht tolerierbar.“
„Der von Japan fadenscheinig als ‚wissenschaftlich’ begründete Walfang ist ein Thema, das nicht nur die australische, sondern auch die deutsche Öffentlichkeit bewegen sollte“, so Hannes Jaenicke. „Das Fleisch der gefangenen Wale landet immer wieder in Feinschmecker-Restaurants des asiatischen Landes.“
Im Jahr 1986 beschloss die Internationale Walfangkommission (IWC) das Moratorium für den kommerziellen Walfang. In der australischen Klage werden die Fangquoten Japans seit Beginn des Moratoriums genauestens aufgeführt. In der Übereinkunft gibt es aber eine Ausnahmeklausel: Genau diese erlaubt den Walfang aus wissenschaftlichen Gründen. Mit Verweis auf diese Klausel erlegten Japans Walfänger den Angaben zufolge zwischen 1987 und 2005 allein in der Antarktis 6.800 Minkwale.
„Auch die IWC hat schon gemerkt, dass hier mit der Forschungserlaubnis Schindluder betrieben wird“, so Niekisch. „Sie hat Japan in den vergangenen Jahren bereits 39 Mal dazu aufgefordert, den Walfang einzustellen, doch nichts ist geschehen.“
Innerhalb der IWC stehen sich seit Jahren Walschützer wie die Bundesrepublik und Walfang-Länder wie Japan, Island und Norwegen unerbittlich gegenüber. Seit 2008 bemüht sich eine kleine Arbeitsgruppe, zu der auch Deutschland gehört, Vorschläge zur Überbrückung der Gegensätze auszuarbeiten. „Die Deutsche Bundesregierung lehnt den kommerziellen Walfang ab. Diese Ablehnung ist eines der wenigen parteiübergreifend konsensfähigen Themen des deutschen Bundestags“, erläutert Jaenicke. „Dies sollte in gleicher Weise für den sogenannten wissenschaftlichen Walfang gelten.“
„Deutschland muss Australien den Rücken stärken und die Klage vom 31. Mai 2010 unterstützen“, begründen Niekisch und Jaenicke ihren Brief an Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, in dem sie die Ministerin um einen Gesprächstermin bitten. „Dem Ziel, den Verlust der Biodiversität bis 2010 zu stoppen, hat sich auch Deutschland verpflichtet“, fügt Niekisch an. „Demzufolge sollte dem Ziel gerade im internationalen Jahr der biologischen Vielfalt durch besondere Aufmerksamkeit und entsprechende Aktivitäten nachgekommen werden.“
(22.06.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis
Abendführung
An jedem letzten Freitag, April bis September 2010
Vorprogramm für Kinder
Ab 17.30 Uhr
Kinder, die schon immer einmal ein Nashorn füttern wollten, sollten unbedingt beim Kinderrätsel ab 17.30 Uhr vor dem Nashornhaus mitmachen.
Die Auslosung findet um 18.30 Uhr statt.
Abendführung
19.00 Uhr, Treffpunkt Hauptkasse
Um 19.00 Uhr startet jeweils eine Führung nach Zooschluss. Die Führungen sind für jeden geeignet, der ein bisschen Neugierde mitbringt.
Führungsthema am 25. Juni 2010:
Tierpfleger Hans Karer:
Der Tiger – ein faszinierendes Tier.
Powerpoint Vortrag
Die Hauptkasse in der Bernhard-Grzimek-Allee 1 ist bis 19.00 Uhr geöffnet.
Die Kasse Rhönstraße schließt um 17.30 Uhr.
Ab 17.00 Uhr gilt der Feierabendtarif:
6,--Euro für Erwachsene und 3,-- Euro für Kinder/Jugendliche (6-17 Jahre)
Eintrittspreis vor 17.00 Uhr: 8,--Euro für Erwachsene und 4,-- Euro für Kinder/Jugendliche (6-17 Jahre)
(22.06.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Kinderstube im Zoo
Ein niedliches Jungfernkranichküken stolziert seit dem 15. Mai mit seinen Eltern durch das Gehege und auch unsere Bonobo-Familie ist wieder größer geworden: Panisco, der Sohn von Zomi, war lange krank. Seit dem 4. Mai ist er wieder bei seiner Mutter.
Seit 1962 zum ersten Mal wieder Jungfernkranich-Nachwuchs im Zoo Frankfurt
Das wuschelige kleine Jungfernkranichküken hält sich immer in der Nähe seiner Eltern auf. „Beide Elternteile fangen Insekten und füttern damit ihren Nachwuchs“, erklärt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. „Dieses Vorhalten des Futters kann man auch sehr gut beobachten.“ Die kleine Familie ist ständig in Bewegung. „Langbeinige Vögel brauchen viel Bewegung und Sonne“, weiß Niekisch. Die Küken müssen das Laufen trainieren und brauchen UV-Licht, um genügend Vitamin D zu bilden. „Zu viele Proteine können ein zu schnelles Wachstum fördern. Für die Küken besteht dann die Gefahr, dass sie Knochenprobleme bekommen“, fährt Niekisch fort. „Durch die Freiland¬haltung im Zoo und die natürliche Aufzucht durch seine Eltern ist der kleine Kranich jedoch nicht gefährdet.“
Von 1946 bis 1962 wurden bereits Jungfernkraniche im Zoo Frankfurt gehalten. Das jetzige Zuchtpaar kam 2007 nach Frankfurt. Bei der ersten Brut 2008 überlebte der einzige geschlüpfte Jungvogel nur fünf Tage. „Jungfernkraniche legen bis zu drei Eier“, erläutert Niekisch. „Das jeweils erste Ei wird durch ein Gips-Ei ausgetauscht, um es vor den allgegenwärtigen Krähen zu schützen.“ Wenn dann nach etwa zwei Tagen das zweite Ei gelegt wird, wird das Gips-Ei wieder gegen das echte Ei zurückgetauscht. Die Eltern, die sich bei der Bebrütung abwechseln, sitzen dann fest auf ihren Eiern. Ihr Nest bauen sie auf dem Boden. Es besteht aus einer kleinen Mulde, in die etwas Nistmaterial eingebracht wird. Die Tierpfleger unterstützen ihre Schützlinge beim Nestbau, indem sie die Nestmulde zusätzlich mit Stroh auslegen.
Alle Kranicharten sind omnivor, d.h. sie ernähren sich von pflanzlichem Material, Insekten, Sämereien und kleineren Tieren. Jungfernkraniche sind die kleinste und eine der häufigsten Kranicharten auf der Welt. Die Vögel werden 90-100 cm groß und wiegen ungefähr 2-3,5 kg. Die Flügelspannweite beträgt 165 bis 185 cm. Männliche und weibliche Tiere sind praktisch nicht zu unterscheiden, deshalb kann auch noch keine Aussage über das Geschlecht des Jungvogels gemacht werden.
Die schweren Zeiten für Bonobo-Baby Panisco sind vorbei
Zomi, die Bonobo-Mutter (geb. 1998, im Zoo in Planckendael), und ihr kleiner Sohn Panisco haben schwere Zeiten hinter sich. Am 15.12.2009 wurde Panisco geboren. Sein Vater ist Ludwig (geb. 1984, im Zoo in Antwerpen). Erst erschien alles unproblematisch. Zomi war, trotz Adoptivkind Bili, eine liebevolle Mutter. Doch schon nach wenigen Tagen erschien das Jungtier schlapp und verlor an Gewicht und Zomi verlor zusehends das Interesse an ihrem Sohn. „Nach der Geburt wog der Kleine 1.570 g, am 22. Dezember waren es nur noch 1.333 g“, berichtet Niekisch. „Unsere Tierpfleger mussten eingreifen, um den Kleinen nicht zu verlieren“!
Am 22. Dezember musste Panisco aus der Gruppe genommen werden, außer dem Gewichtsverlust wurden Krämpfe bei ihm beobachtet. Revierleiter Carsten Knott, erfahren in der Handaufzucht von Bonobos, nahm Panisco in seine Obhut. Erst am 4. Mai konnte der kleine Bonobo-Junge, vollends genesen, zu seiner Mutter zurückkehren. „Der Erfahrung unserer Tierpfleger ist es zu verdanken, dass die Zusammenführung von Mutter und Sohn nach viermonatiger Trennung so reibungslos ablaufen konnte“, freut sich Thomas Wilms, Kurator für Säugetiere im Zoo Frankurt. Damit Zomi den Kontakt zu Panisco in der langen Trennungsphase nicht verlor, wurde Panisco von Knott und den anderen Pflegern regelmäßig ins Revier gebracht, um sie zu besuchen. Schon in dieser Phase wurde Zomi mit Belohnungen trainiert. Denn nach der langen Trennung von Panisco ist Zomis Milchfluss versiegt. Nun muss sie beide Babys zum Füttern ans Gitter bringen, Bili und Panisco.
In Frankfurt hat die Zucht von Bonobos Tradition. 1962 gelang im Zoo Frankfurt die Erstnachzucht von Bonobos, d.h. hier kam das erste in einem Zoo geborene Bonobo-Baby zur Welt. „Bis heute ist unser Zoo führend in der Bonobozucht“, erklärt Niekisch stolz. „Alle erwachsenen weiblichen Tiere, bis auf die noch jugendliche Haiba, haben Nachwuchs.“ Seit 1962 wurden insgesamt 32 Bonobos im Zoo Frankfurt geboren, seit dem Jahr 2000 kamen 11 Bonobo-Babys zur Welt. (17.06.2010)
|
|
Holger Wientjes: |
|
http://www.main-netz.de/nachrichten/region/frankenrhein-main/franken/art4005,1235076 (12.06.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis
Vortrag
Halbzeit 2010: Neues aus dem Zoo
Der Zoo Frankfurt befindet sich im Umbruch. Mehrere Neubauten werden das Gesicht der traditionsreichen Einrichtung in den nächsten Jahren verändern. Weiterwachsen wird auch das große Engagement im Natur- und Artenschutz. Kurator Thomas Wilms gibt Ihnen einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Zoo.
Referent: Thomas Wilms, Kurator Zoo Frankfurt
Wann: Mittwoch, 2. Juni 2010
Wo: Zoogesellschaftshaus, Ausstellungssaal
Bernhard-Grzimek-Allee 1 | 60316 Frankfurt
Beginn: 18:00 Uhr
Die Veranstaltung ist Teil der monatlichen Vortragsreihe "Erlenbis Zoo, Abendteuer Naturschutz von Zoo Frankfurt und ZGF.
Eintritt frei (01.06.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Manfred Niekisch wird neuer Kooptationsprofessor
der Goethe-Universität
Der Frankfurter Zoodirektor vertritt künftig den Bereich ‚Internationaler Naturschutz‘
Der Frankfurter Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch (58) erhält die Würde eines Kooptationsprofessors der Goethe-Universität. Der Senat der Hochschule stimmte der Berufung des national wie international be- und anerkannten Fachmanns für Natur- und Ressourcenschutz zu. „Die Goethe-Universität gewinnt mit Manfred Niekisch eine Persönlichkeit von überragendem Format, die Lehrverpflichtungen im Institut für Ökologie, Evolution und Diversität des Fachbereichs Biowissenschaften halten und darüber hinaus eine im Interesse der Studierenden wie der Lehrenden liegende ‚Brückenfunktion‘ zwischen dem Fachbereich und dem Frankfurter Zoo wahrnehmen wird“, erläuterte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl die Berufung. Niekisch wird an der Hochschule künftig die dort neu etablierte Disziplin ‚Internationaler Naturschutz‘ vertreten.
Niekisch ist seit 2008 Direktor des Frankfurter Zoos und seit 1998 als Professor für Internationalen Naturschutz an der Universität Greifswald tätig. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung von Naturschutzkonzepten, die eine nachhaltige Nutzung von Naturressourcen berücksichtigen und auf diese Weise zu einer breiten Verankerung in der Bevölkerung führen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Interessen ist die Biologie der Amphibien. Vor seiner Berufung nach Greifswald wirkte Niekisch unter anderem als Direktor der Artenschutzzentrale von WWF-Deutschland, Geschäftsführer der Tropenwaldstiftung ‚Oro Verde‘ und Berater der Presidencia de la República ‚Plan de Acción Ambiental para Bolivia‘. Lehraufträge führten ihn an die Fachhochschule Göttingen, die Universitäten Marburg und Hanoi (Vietnam) sowie die Universidad Internacional de Andalucía (Spanien). Zudem verfügt er über ungewöhnlich breit gefächerte Erfahrungen an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politikberatung und Praxis im Bereich Natur- und Ressourcenschutz, also in einer Disziplin – der Naturschutzbiologe – die bis heute in Deutschland kein rechtes Zuhause gefunden hat, auch wenn sie als ‚conservation biology‘ international bereits große Anerkennung genießt. So ist Niekisch auch Mitglied zahlreicher national und international bedeutsamer Kommissionen (zum Beispiel der Species Survival Commission und der World Commission on Protected Areas der IUCN, Präsident der Gesellschaft für Tropenökologie (gtö), Mitglied des Vorstandes der Tropenwaldstiftung ‚Oro Verde‘ und Vizepräsident der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt) und als einziger Biologe Mitglied im Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung.
Am Fachbereich Biowissenschaften plant Niekisch unter anderem eine Vorlesung ‚Grundlagen des Naturschutzes – Schutz und Nutzung von Wäldern‘, dazu Seminare im Zoo zum Artenschutz, der Artenvielfalt, der Tierhaltung (mit Berücksichtigung der Anpassungs- und Verbreitungsstrategien der Tiere), zur Ethnobotanik und Ethnozoologie sowie zu internationalen Konventionen im Naturschutz. In der Forschung plant Niekisch Projekte zur Umsetzung von Forschungsresultaten für den strategischen Naturschutz sowie zur Habitaterhaltung unter prognostizierten Klimawandel-Szenarien, auch in Kooperation mit dem Frankfurter LOEWE-Forschungszentrum ‚Biodiversität und Klima‘ (BiK-F). Seine Berufung fügt somit der traditionell engen Verbindung zwischen dem Zoo Frankfurt und dem Fachbereich Biowissenschaften – die sich unter anderem in gemeinsam getragenen Initiativen wie dem Kompetenznetzwerk ‚BioFrankfurt‘ äußert – eine weitere wertvolle Facette hinzu.
Vor Niekisch war 2008 der stellvertretende Direktor des Städel, Jochen Sander, zum (ersten) Kooptationsprofessor der Goethe-Universität ernannt worden. Grundlage für die ungewöhnliche Art der Kooperation ist die seit 1. Januar 2008 gültige neue Berufungssatzung der Goethe-Universität. Danach ist die „kooptative Berufung“ einer Persönlichkeit möglich, die bereits in leitender Position an einer anderen Hochschule, einer außeruniversitären Forschungseinrichtung oder einer vergleichbaren Institution tätig ist. Auf die Durchführung eines förmlichen Ausschreibungsverfahrens kann in diesem Fall verzichtet werden. Die Kooptationsprofessuren, von denen künftig weitere eingerichtet werden sollen, sind somit ein Ausdruck der erweiterten Autonomie, die der Goethe-Universität mit der Umwandlung in eine Stiftung des Öffentlichen Rechts im Jahre 2008 zuteil wurde. (28.05.2010)
|
|
BjörnN: |
|
Das überrascht mich, seit wann gibt es denn wieder ein Tamaduamännchen?? (26.05.2010)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Bei den Tamandua und den Zwergseebären gab es Nachwuchs. (25.05.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Zusammenarbeit zwischen dem Zoo in Brasilia und dem Zoo Frankfurt
vereinbart
In einem "Memorandum of Understanding" rücken der Fundação Jardim
Zoológico de Brasília und der Zoo Frankfurt enger zusammen und vereinbaren
einen Austausch von Know-how, Tieren und Fachkräften sowie einen
gemeinsamen Einsatz für den Natur- und Umweltschutz.
Raul Gonzales Acosta, Direktor des Fundação Jardim Zoológico de Brasília,
und Prof. Dr. Manfred Niekisch, Direktor des Frankfurter Zoos, sind sich
einig, dass beide Zoos von einer engen Zusammenarbeit profitieren werden.
Das Memorandum fokussiert vier Schwerpunkte:
1. Austausch von Informationen in der Umweltbildung, im tiermedizinischen Bereich und bei der Tierernährung und -beschäftigung
2. Austausch von Tieren für die Erhaltungszucht
3. Austausch von spezialisiertem Zoopersonal und
4. Werbung für ein gegenseitiges kulturelles Verständnis
"Das Memorandum ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, denn es
ist die erste Vereinbarung über eine Zusammenarbeit zwischen einem
europäischen und einem südamerikanischem Zoo", erläutert Prof. Dr. Manfred Niekisch die Initiative. "Die Kooperation geht weit über das
übliche Maß der Zusammenarbeit von Zoos hinaus, denn sie fokussiert den gemeinsamen Einsatz für den Naturschutz und bezieht die Bevölkerung - etwa
über zoopädagogische Maßnahmen zur Wissensvermittlung - ein", so Niekisch.
Zum "Internationalen Tag der Biodiversität" am 22. Mai haben sich 15
brasilianische Zoos und Umweltschutzverbände zusammengetan, um ein breites Netz an Aktivitäten über das Land zu legen und das Thema
Naturschutz in die Bevölkerung zu tragen. Mit Hilfe von Informations-veranstaltungen und einem Umzug von 15.000 Kindern mit Tiermasken wird an mehreren Orten für die Erhaltung der Biodiversität geworben. Die konzentrierte Aktion wird von der GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit), dem Deutschen Umweltministerium und der
Brasilianischen Zoologischen Gesellschaft unterstützt.
Auch in Europa und im Zoo Frankfurt ist der "Internationale Tag der
Biodiversität" Auftakt für eine Reihe von Veranstaltungen während der
"Woche der Biologischen Vielfalt" (Programm unter www.zoo-frankfurt.de).
Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Biodiversität wird Niekisch an
einer Veranstaltung im Cerrado, einer Savannenlandschaft in
Zentral-Brasilien, teilnehmen und gemeinsam mit den Experten vor Ort
Konzepte für die Naturschutzarbeit der Zukunft entwickeln. In Brasilia
wird er mit Raul Gonzales Acosta zusammentreffen, um das "Memorandum of
Understanding" zu unterzeichnen. "Um die weltweiten Probleme Klimawandel
und Verlust der Biodiversität in den Griff zu bekommen, müssen alle Zoos
an einem Strang ziehen", so Niekisch. (21.05.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Der Mai ist gekommen und mit ihm die Maikäfer
Maikäfer kennt jeder, zumindest aus Geschichten und vom Hörensagen – die Älteren noch aus eigener Anschauung. Auch dort, wo noch vor 50 Jahren Forstbeamte mit Grausen an die Flugzeit des Maikäfers dachten, weil das Laub der Wälder in den Mägen der gefräßigen Tiere verschwand, gehören Maikäfer heute zu den Seltenheiten. Viele Kinder kennen den Frühlingsboten nur noch als Schokoladentier in bemalter Alufolie. In bestimmten Gegenden Südhessens treten sie derzeit allerdings für kurze Zeit massenhaft auf. Damit auch Frankfurter und Frankfurterinnen die berühmten Käfer aus nächster Nähe betrachten können, zeigt der Zoo sie zurzeit in seinem Exotarium. Wer sie sehen will, muss sich allerdings beeilen, denn im Käferstadium leben die Maiboten nicht lange.
„Gerade im internationalen Jahr der Biodiversität möchten wir als Naturschutz-Zoo auch auf die Vielfalt der heimischen Fauna aufmerksam machen“, so Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. „Der Maikäfer ist sicher einer der bekanntesten Käfer Deutschlands. Die Schäden, die er bei massenhaftem Auftreten im Forst anrichtet, sind zwar sichtbar, aber Teil des Naturkreislaufs“, so Niekisch weiter. „Der Zoo will seinen Besuchern den Maikäfer näher bringen und Wissen über das Wappentier des Frühlings vermitteln.“
Der Maikäfer lebt nicht lange – er ist, vereinfacht gesagt, ein geflügeltes Vermehrungsstadium. Nach zwei bis drei Wochen stirbt er. Bis dahin haben die Weibchen 60 bis 80 Eier gelegt. Aus diesen Eiern schlüpfen nach zirka sechs Wochen die Engerlinge, die sich im ersten Jahr von Pflanzenresten und den Haarwurzeln der Pflanzen, dann aber die nächsten anderthalb bis zwei Jahre von den dünneren und feineren Wurzeln der Bäume ernähren, die für die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen wichtig sind. Meist im dritten Jahr verwandelt sich der Engerling in eine Puppe, aus der dann im August oder September der Maikäfer schlüpft. Allerdings bleibt er zunächst im Boden, um dort zu überwintern. Im Mai des folgenden Jahres bahnt er sich den Weg an die Oberfläche, um zum Hochzeitsflug auszuschwärmen.
Die Maikäfer, die im Zoo Frankfurt zu sehen sind, stammen aus Südhessen, wo gerade ein großes Gebiet von 350 Hektar bei Pfungstadt mit einem Breitband-Insektizid besprüht wird. Das trifft die Käfer in der empfindlichsten Phase ihres Lebenszyklus, der Zeit der Fortpflanzung. Aber natürlich sind auch alle übrigen Insekten, wie Schmetterlinge, Wildbienen, Schlupfwespen usw. betroffen.
Amphibien werden von den Folgen des Gifteinsatzes ebenfalls nicht verschont, da sie die Gifte direkt über die Haut aufnehmen. Auch die insektenfressenden Vögel und Säugetiere sind in Gefahr – entweder, weil sie keine Nahrung mehr finden, oder weil sie das Gift über die verseuchten Insekten aufnehmen.
„Der Gifteinsatz ist ein weiterer Eingriff in ein ohnehin schon angegriffenes Ökosystem. Es sollten stattdessen mehr Anstrengungen zur Gesunderhaltung des Waldes unternommen werden, denn ein gesunder Wald kann die Folgen eines Maikäfer-Jahres gut verkraften. Lasst die Maikäfer doch einfach fliegen, wie in dem alten Volkslied!“ fordert der Frankfurter Zoodirektor.
(06.05.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Einladung ins Exotarium - Der Mai ist gekommen - und damit auch das Tier des Monats: Der Maikäfer
Zeit: Donnerstag, 6. Mai 2010, 11.30 Uhr
Ort: Exotarium, Treffpunkt Haupteingang um 11.15 Uhr
Maikäfer sind in Frankfurt mittlerweile eine Rarität. Nicht zuletzt deshalb möchte der Zoo Frankfurt im Jahr der Biodiversität gerade auf die eher "unscheinbaren" Vertreter der heimischen Fauna aufmerksam machen. Wir
laden Sie ein, die interessanten Käfer im Exotarium (wieder) zu entdecken.
(04.05.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Gibbons - die singenden Menschenaffen
Gibbons sind kleine Menschenaffen. In den frühen Morgenstunden erfüllen ihre melodischen Gesänge die Regenwälder Südostasiens. Aufbau und Funktion dieser Gesänge sind vielfältig und weisen erstaunliche Parallelen zur menschlichen Musik auf. Allerdings sind einige Gibbonarten stark bedroht:
Werden unsere singenden Verwandten bald für immer verstummen?
Referent: Dr. Thomas Geissmann, Anthropologisches Institut, Universität
Zürich
Wann: Mittwoch, 5. Mai 2010
Wo: Zoogesellschaftshaus, Ausstellungssaal, Bernhard-Grzimek-Allee 1, 60316 Frankfurt
Beginn: 18:00 Uhr
Eintritt: kostenfrei
Die Veranstaltung ist Teil der monatlichen Vortragsreihe "Erlebnis Zoo,
Abenteuer Naturschutz" von Zoo Frankfurt und ZGF. (30.04.2010)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
So wie es aussieht hat es das Giraffen Junge nicht geschafft. Das Giraffenhaus ist wieder zugänglich, aber es ist kein Junges zu sehen, schade. (17.04.2010)
|
|
Michael Mettler: |
|
Die Neuen sind zwei Rüden aus München; das wird in der aktuellen Ausgabe des dortigen TIERPARKFREUND erwähnt. (11.04.2010)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Bei den Afrikanische Wildhunden, gibt es zwei Neue. Der einzelne der noch extra ist, ist der übrig gebliebene Rüde. (10.04.2010)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Auch ich bin kein Experte, aber es gibt Experten, die dazu schreiben:
Auf Wanderungen fast lautlos durch Baumkronen kletternd, auf allen
Vieren laufend, wobei der Schwanz vor jedem neuen Schritt einen Ast als zusätzlichen Halt umfasst. Bewegungsfolge erscheint träge, doch erreichen im Gezweig flüchtende Tiere höhere Geschwindigkeiten als ein auf der Erde laufender Mensch. Springen selten, höchstens 3-4m weit. Am Boden nur ausnahmsweise, können aber schwimmen. (Zootierhaltung Tiere in menschlicher Obhut - Säugetiere, 2009)
Ich traue den Kollegen in FFM einfach da mal genug Kompetenz zu, das ganze vernünftig umzusetzen. Verluste hingegen sind Dinge, die man aus meiner Sicht nie wirklich hätte vermeiden können, es sei denn, man verzichtet komplett auf Gemeinschaftshaltung. Ich denke da nur an den Flusspferdbullen aus Basel.
(09.04.2010)
|
|
Sacha: |
|
Je nachdem, wie die Anlage konzipiert ist, sprich, wo die Bäume stehen. Brüllaffen dürften sich auf Aesten wohl etwas weiter hinaus wagen als Brillenbären..:) Die Frage ist tatsächlich, wie es mit dem Sprungvermögen der Brüllaffen aussieht. Ganz genau weiss ich das auch nicht. Ich erinnere mich aber an TV-Beiträge, in denen ich die Brüllaffen von Baum zu Baum springen sah. Allerdings ohne Angabe der Entfernung und der Fallhöhe.
Das Sprichwort sagt ja: Versuch macht klug. Also schauen wir mal. Wär nur schade, wenn ich recht hätte und einer der Brüllaffen draufgeht, obwohl man es hätte vermeiden können.
(08.04.2010)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Sacha: Die Gehegebegrenzungen müssen doch aber schon für die Brillenbären deutlich aufwändiger sein als für Nasenbären, und ein für Brillenbären genügend breiter Graben dürfte auch für Brüllaffen unüberwindlich sein...? Ich bin nun wahrlich kein Primatenspezialist, aber ich kenne Brüllaffen eigentlich als gemächliche Kletterer, quasi die Orangs unter den Neuweltaffen - und dabei eher als Astläufer, die sich immer irgendwo festhalten, denn als gewandte Springer wie Kapuziner.
Das mit der Winterhärte sehe ich allerdings ähnlich, wenn auch eher mit dem Präsentationsgedanken: Robuste Affen können eben mehr Monate pro Jahr auf der gemeinsamen Freianlage gezeigt werden, und das würde die Kombi besucherattraktiver machen. (07.04.2010)
|
|
Sacha: |
|
Dann hat die Haltung aber zumindest vorher schon funktioniert resp. gleich von Beginn nicht funktioniert. Es geht ja um den Erstversuch, die Probephase. Und zu Versuchszwecken wären mir die Brüllaffen schlicht zu schade.
Natürlich kann man darüber streiten, ob es nicht noch geeignetere und ebenso leicht zu beschaffende "Versuchsprimaten" gäbe (Gehaupte Kapuziner ohne klare UA?). Aber zumindest einige Aufschlüsse/Grundvoraussetzungen würde die Erprobung sicher ergeben und man könnte einige Fehler beseitigen, bevor man es mit den Brüllaffen versucht.
Dass vielfach erst einzelne Individuen eine Gemeinschaftshaltung möglich machen oder eben nicht, da bin ich grundsätzlich mit Dir einig. Ein Patentrezept gibt es wohl nicht. (Wäre vielleicht eine interessante Arbeit/Dissertation für einen Zoologiestudenten).
Konkret noch einmal zur Kombi Brillenbär/Nasenbär. Ich halte diese u.a. für geeigneter, weil Nasenbären generell eher tiefere Temperaturen vertragen (winterhärter sind) als Brüllaffen. Demzufolge wären auch die Rückzugs-/Winterquartiere für Brüllaffen in der Kombi aufwändiger und teurer. Auch die Gehegebegrenzungen wären bei den Brüllaffen als die besseren Springer aufwändiger (Glas oder breiterer und tieferer Graben) als bei den Nasenbären. (07.04.2010)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Nun, ich kann die Frage zu a. auch nicht beantworten, denn die These kam ja von Mirko, ich habe seine Aussage allerdings eher auf die Exklusivität des Tierbestandes in Frankfurt bezogen gesehen, nicht auf die Haltungstechnik, aber dazu kann er ja noch mal was sagen.
Zu b. allerdings bin ich grundsätzlich anderer Meinung, denn ich glaube nicht daran, dass man eine Gemeinschaftshaltung zwischen Brillenbären und Brüllaffen mit Totenkopfäffchen erproben kann.
Manche Gemeinschaftshaltung, die über Jahre sehr gut funktioniert hat, bricht plötzlich zusammen, nur weil ein Individuum ausgetauscht wurde.
Da kann ich mir nicht vorstellen, dass eine komplett andere Art da wirklich etwas über das Gelingen der Haltung mit einer anderen Art aussagt.
Als Beispiel fallen mir da sofort die Kombinationen Fuchs/Bär in Heidelberg und Hamburg ein. Hier Kodiak, dort Syrer, hier Eisfuchs, dort Korsak, eine klappt, die andere nicht. Und die, die bis heute funktioniert, ist die ältere Haltung von beiden.
(07.04.2010)
|
|
Sacha: |
|
Das stimmt schon, beantwortet aber
a. nicht meine Frage, was an der ursprünglich angedachten Kombi Nasenbär/Brillenbär schlechter sein soll (haltungstechnisch gesehen) und lässt
b. immer noch die Frage der Verhältnismässigkeit offen. Lassen wir mal den ethischen Umstand "jedes Leben eines Tieres ist gleichwertig" beiseite und denken nur kaufmännisch-rationell: Dann "probt" man doch nicht mit einer relativ seltenen und eher schwer zu beschaffenen Art wie den Schwarzen Brüllaffen sondern "übt" zum Beispiel mit Boliv. Totenkopfäffchen und wechselt erst bei Erfolg auf die Brüllaffen. Natürlich bleibt auch dann noch ein Risiko, aber es ist geringer als zuvor. (07.04.2010)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Na ja, wenn sich Zoos immer nur an den Gemeinschaftshaltungen orientieren würden, die in anderen Zoos schon erfolgreich erprobt wurden, dann gäbe es heute gar keine Gemeinschaftshaltungen, denn irgendwann musste ja mit jeder Gemeinschaftshaltung einmal begonnen werden. Von daher ist es doch eigentlich wünschenswert, wenn auch immer mal wieder neue Kombinationen erprobt werden. Vielleicht funktioniert es ja ganz gut. Und immerhin kommen somit wieder Brüllaffen nach Frankfurt, wenn nun auch in eine andere Art. (06.04.2010)
|
|
Sacha: |
|
Gut, Südamerik. Nasenbären sind in der Kategorie "Ich kann sie nicht mehr sehen" sicher ganz weit oben (auch bei mir). Aber was hat das mit der Art der Gemeinschaftshaltung zu tun, genauer: Was ist an der Kombi Schwarzer Brüllaffe/Brillenbär besser als an der bereits erprobten (und zumindest in Zürich sehr erfolgreichen) Kombi Nasenbär/Brillenbär? Zumal bei einer tödlichen Auseinandersetzung der Tod eines Brüllaffen für den europäischen Zoobestand sicherlich gravierender wäre als der eines Südamerik. Nasenbären. (06.04.2010)
|
|
Michael Mettler: |
|
Hört sich interessant an. Aber warum eigentlich nicht mit den Gelbbrustkapuzinern, die doch wahrscheinlich klimatisch robuster sind und in größerer Horde gehalten werden könnten? (06.04.2010)
|
|
Mirko Schmidkunz: |
|
Die Brillenbären sollen zusammen mit Schwarzen Brüllaffen untergebracht werden. Eine sehr positive Verbesserung gegenüber der ursprünglichen Planung mit den Nasenbären. (06.04.2010)
|
|
Mirko Schmidkunz: |
|
Das Fingertierweibchen soll schwanger sein. Hoffentlich geht alles gut! (03.04.2010)
|
|
WolfDrei: |
|
Pardon, ich übersah Flußpferd, Seehund und Spitzmaulnashorn, dazu Streifenkiwi - "work in progress" also (04.03.2010)
|
|
WolfDrei: |
|
Zum Führer: Handliche Spiralbindung? Und was ist Fauna-Rot?
Zur Website "Tiere von A-Z:(wenn auch nur, wie angemerkt, "kleine Auswahl")gibt es da jetzt nur Fische, Amphibien und Reptilien? Hoffen wir, daß das nur der Start ist. (04.03.2010)
|
|
Liz Thieme: |
|
heißt das, dass die Disney-Schilder weg sind???? Fand die schön, auch wenn sie schon abgenutzt aussahen auf Grund des Wetters. (04.03.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Der Zoo Frankfurt erhält ein neues Gesicht
Zooführer, Beschilderung und neue Zoowebsite
Konsequent erscheint der Zoo Frankfurt in einem neuen, modernen Design: Der Zooführer wurde vollständig überarbeitet. Mit anschaulichem Farbregister und in handlicher Spiralbindung ist er leicht zu handhaben und sehr informativ. Tierhäuser und Tierarten sind übersichtlich präsentiert.
Auch die Wegweiser zu den Tierhäusern und Gehegen, die Hinweisschilder und die Schilder für Gefahrenhinweise und Verbote wurden von der Firma Exposition GbR, in den Zoofarben Flora-Grün und Fauna-Rot, neu gestaltet.
Die neue Zoowebsite ist seit dem 18. Februar online. Schon in diesen zwei Wochen hat die neue Seite bis zu 1500 Hits pro Tag zu verzeichnen. Ein schönes Kompliment für die ansprechende, gut gegliederte Seite in modernem Zoodesign. Gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Intera und deren langjährigem Businesspartner T-Systems hat der Zoo die neue Website entwickelt. Zusätzlich zu Informationen und Unterhaltung bietet der neue Online-Auftritt echte Mehrwerte für seine Besucher: So kann man bequem von zu Hause Eintrittskarten und Gutscheine bestellen, Termine für eigene Veranstaltungen oder Führungen vereinbaren sowie Tierpatenschaften abschließen.
(04.03.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Spendenaktion: Schöner wohnen – ein neues Haus für unsere Pinguine
Die Pinguine im Zoo Frankfurt brauchen dringend eine größere Anlage. Die Planungen für ein neues Pinguinhaus beginnen schon dieses Jahr. Doch die Kosten für einen Neubau sind hoch.
„Nachdem sich der neue Eingangsbereich des Zoos und die neue Bärenanlage in der heißen Planungsphase befinden – Baubeginn wird Ende 2010 sein – packt der Zoo das nächste Projekt an: Ein neues Pinguinhaus, denn die Frankfurter Pinguine brauchen dringend eine größere Anlage“, fasst Prof. Dr. Felix Semmelroth, Kulturdezernent der Stadt Frankfurt am Main, die Situation im Zoo Frankfurt zusammen. „Die Stadt Frankfurt unterstützt den Neubau des Pinguinhauses im Rahmen eines 30 Mio. € Investitionsprogramms für den Zoo, denn der Zoo im Herzen unserer Stadt ist eine der beliebtesten Freizeiteinrichtungen in Frankfurt und der Rhein-Main-Region.“
Noch befinden sich die sympathischen Pinguine im Eingangsbereich des Exotariums. „Der beschränkte Platz reicht nur für die Haltung einer kleinen Pinguinart und die jetzige Anlage ist zudem völlig veraltet “, erläutert Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. „Daher werden im Zoo Frankfurt zurzeit ausschließlich Eselspinguine gezeigt.“ Aber das soll sich ändern. Das neue Pinguinhaus wird für drei Pinguinarten konzipiert – Königspinguine, Eselspinguine und Felsenpinguine.
Michael Quast, Direktor der Fliegenden Volksbühne unterstützt die Spendenaktion als Schirmherr. Er kann den Wunsch nach einem neuen Haus für die Pinguine gut verstehen, denn auch die Fliegende Volksbühne sucht gerade ein neues Domizil.
Das neue Pinguin-Haus wird direkt neben dem Exotarium auf einer Grundfläche von 1.911 m2 entstehen. Den ca. 70 zukünftigen Bewohnern sollen ein tiefes Bassin von 200 m2 Grundfläche und eine Landfläche von 100 m2 zur Verfügung stehen. Die Anlage wird dem natürlichen Lebensraum der Vögel nachempfunden und eine Felsen- und Meerlandschaft darstellen. Die Zoobesucher erhalten verschiedene Einblicke in die neue Anlange: einen Unterwassereinblick, einen Einblick direkt auf Höhe der Wasseroberfläche und einen Einblick von oben. Der Besuchergang wird in Form einer Spirale angelegt und endet in der Reptilienhalle des Exotariums, sodass dann ein barrierefreier Zugang in den oberen Stock des traditionsreichen Hauses möglich wird. Das neue Pinguinhaus wird mit modernster, klimaschonender Technik ausgestattet und von außen begrünt, sodass die Architektur mit der umgebenden Natur verschmilzt.
„Pinguine repräsentieren wie kaum eine andere Tierart die Bedrohung der Lebensräume durch den Klimawandel“, erläutert Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. „Unsere Zoo-Pinguine sind Botschafter ihrer freilebenden Artgenossen. Das neue Haus bietet ein Forum, um die Tiere zu erleben und um Wissen zu vermitteln. Es soll ein Meilenstein in der Geschichte des Frankfurter Zoos werden.“
Ziel ist es, das neue Pinguinhaus 2013 einzuweihen, deshalb beginnt bereits in diesem Jahr die Planung der Technik. 2011 soll der erste Spatenstich gesetzt werden. Doch die Kosten für den Neubau sind hoch. Sie liegen bei 6 Millionen Euro. Davon muss der Zoo 2 Millionen Euro selbst aufbringen. Eine Summe, die der Zoo nur mit Unterstützung der Frankfurterinnen und Frankfurter, der Bewohner der Rhein-Main-Region und aller Freunde und Besucher des Zoos stemmen kann. (Spendenkonto: Zoo Frankfurt, Postbank Frankfurt, BLZ 500 100 60, Konto Nr. 78328-607, Stichwort: Spende Pinguine).
(04.03.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis
Vortrag
Bonobos – die liebe Verwandtschaft
Neue Ergebnisse aus der Primatenforschung
Bonobos gelten unter Fachleuten als die menschlichsten aller Menschenaffen.
Neue Erkenntnisse über diese charismatische Primatenart scheinen allen Paradigmen der Sozialökologie zu widersprechen! Der Vortrag wird mit Vorurteilen aufräumen und unsere nächsten Verwandten in einem neuen Licht zeigen.
Referent: Dr. Gottfried Hohmann,
Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
Wann: Mittwoch, 3. März 2010
Wo: Zoogesellschaftshaus, Ausstellungssaal
Bernhard-Grzimek-Allee 1 | 60316 Frankfurt
Beginn: 18:00 Uhr | Eintritt frei
Die Veranstaltung ist Teil der monatlichen Vortragsreihe „Erlebnis Zoo, Abenteuer Naturschutz“ von Zoo Frankfurt und ZGF. (01.03.2010)
|
|
Anna Lena Stephan: |
|
Oder Tiger spuckt Pfleger nicht mehr aus. (28.02.2010)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Das kann vieles bedeuten, Tierarzteinsatz bei den Katzen oder zusammenführung der Fossas, ...? (26.02.2010)
|
|
Liz Thieme: |
|
hier grad mal die neusten Infos zum Katzendschungel:
>Leider müssen wir am Freitag, 26. Februar 2010, den Katzendschungel von 9:00 bis mindestens 13:00 Uhr aus tierpflegerischen Gründen geschlossen halten.< (25.02.2010)
|
|
Anna Lena Stephan: |
|
Mit gefällt der Zoo-Plan besonders gut, da er nicht nur Bilder der Anlagen, sondern auch geschichte und Zukunft zeigt. Das wünsche ich mir für Köln auch. (21.02.2010)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Jepp die Webseite ist ganz gut geworden. Nur hoffe ich das auch weiter dran gearbeitet wird und mehr und aktuellere Informationen drauf kommen. Bis jetzt sind hauptsächlich nur die Sachen reingekommen die auch vorher auf der Webseite waren. Leider wurde auf Typo3 gesetzt, was ich persönlich für zu mächtig für diese Webseite halte und wofür die Redakteure geschult werden müssen, weil da stellt mal nicht mal so einfach was rein. Hier hätte ich mir ein einfacheres CMS gewünscht, wo auch eher mal was ohne große Einweisung und Schulung gemacht weren kann/könnte und somit die Chance größer wäre auch mehr Neuigkeiten und Inhalt zu bekommen. (18.02.2010)
|
|
Liz Thieme: |
|
die neue Homepage ist da und der neue Zooführer dürfte nun auch ganz bald (vlt ist er es auch schon) kommen.
Die HP wurde ans neue Corporate Design angepasst, so dass ich dies auch von dem Zooführer erwarte.
Schön hell und übersichtlich (auch für Leute die Sehschwierigkeiten haben gut lesbar) und einfache Bedienbarkeit zeichnet diese Seite aus. Der Schritt zur neuen Seite hat sich gelohnt! (18.02.2010)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Bei den Kattas gab es schon sehr früh jetzt Nachwuchs. (15.02.2010)
|
|
Mirko Schmidkunz: |
|
Bei den Kongopfauen sind neu Turakos. Ich nehme an, dass es neben dem Paar im Bogoriwald ein zweites Paar Fischerturakos sind. Kann dies jemand bestätigen? Aktuell gibt es Nachwuchs bei den Katzenvögeln, Sonnenrallen und Bartlett-Dolchstichtauben. (15.02.2010)
|
|
Jennifer Weilguni: |
|
Dann bleiben den Frankfurtern ja wenigstens die Fossas erhalten. Nachdem die Haltung der Nebelparder ja schon aufgegeben wurde, wäre dies sonst ein weiterer herber Verlust gewesen. (15.02.2010)
|
|
BjörnN: |
|
Lt. Zoofreundeforum kommt das neue Fossaweibchen aus Chemnitz, Chmnitz hat ein neues Fossapaar aus Duisburg erhalten... (15.02.2010)
|
|
Mirko Schmidkunz: |
|
Es stand an der Anlage, dass ein neues Weibchen hinter den Kulissen sei. Das Männchen habe ich auch nicht gesehen. (15.02.2010)
|
|
Jennifer Weilguni: |
|
Ist das Fossa-Weibchen "Binari" nicht verstorben?
(14.02.2010)
|
|
Liz Thieme: |
|
Am 5.2. waren die Fossas aus beiden Gehegen raus, Schilder weg. Paarungszeit bei den Löwen.
Am 1.11.2009 gab es Greifstachler-Nachwuchs
(13.02.2010)
|
|
Liz Thieme: |
|
ich habe mich nicht neben Iban gelegt oder gestellt außerdem ist er größer als Malea.
Und die Bronx ist der einzige Zoo, wo ich neben einem Sib Tiger lag und direkt stand. Taiga in HH meinte nämlich liegen zu wollen als ich die Chance hatte.
Menschen ab einer gewissen Größe kennen das ja nicht, wenn man einem Tiger genau gegenüber steht (gleiches Bodenniveau) und fast in die Augen guckt. Und da ist Malea halt schon sehr zierlich und wirkt wie ein Kuschelkätzchen. (16.01.2010)
|
|
Michael Amend: |
|
Zwischen dem Frankfurter Sumatratigerkater"Iban"und den Sibirischen Tigern in der Bronx gibts es also keinen Unterschied ? Was ist so Besonderes an den Sib.Tigern in New York ? Ich weiß ja, die New Yorker sind schon ein besonderer Schlag, aber das das auch auf die Tiere in den Zoos zutrifft, ist mir neu. (16.01.2010)
|
 |
Liz Thieme: |
|
so nach sage und schreibe 19 Jahren bin ich mal wieder im Frankfurter Zoo gewesen. Auf Grund des Schnees waren die meisten Tiere in ihren Häusern und dadurch teils nicht zu sehen.
Der kleine Giraffenjunge ist an den Besuchern stark interessiert, aber schwangt zwischen Schüchternheit und Neugier.
Bei den Sumatra-Tigern hätte ich mich ewig aufhalten können. Aber ist schon ein sehr großer Unterschied zwischen "Malea" und den Sibirischen Tigern in der Bronx. Bisher hatte ich zwischen diesen beiden Arten noch nicht so einen direkte Vergleichsmöglichkeit (an mir selbst).
Um noch mal auf Padgogik zu kommen. Ich finde toll, dass bei den Infos/Spielen bei den Flusspferden und Robben auch die Ideengeber dabei stehen!
Am Bogori-Wald vermiss ich einen Brillen/Fotoapparat-Puster. Mir war leider damit das Fotografieren nicht möglich.
Das Grzimekhaus und Exotarium ist für mich das Highlight des Zoos gewesen (neben den Tigern). Paar der Nachttieranlagen werden gerade neu eingerichtet und im Aquarienbereich wird noch ein neues Becken (oder mehrere) für Seepferdchen, Steinfische, Rote Feuerfische und paar andere gebaut.
Schön fand ich auch die Babystube oben im Reptilien/Amphibienbereich. Besonders die Freshies haben es mir angetan und haben mir einen Grund mehr gegeben ins Land meiner Begleitungen zu fahren. (15.01.2010)
|
|
Henry Merker: |
|
Dann mal was zum Thema Frankfurt:
Im Jahresbericht von 1964 tauchen unter anderem folgende Tierformen auf:
1. Blaustreifen-Lanzenottern
2. Maueragamen
3. Giraffenschildkröten
Es handelt sich hierbei um Tiere, die im Jahr 1964 neu in den Tierbestand aufgenommen worden sind und zu denen eine wissenschaftliche Beschreibung fehlen soll. Ich hatte schon dem Zoo Frankfurt eine Mail geschickt, um darüber etwas mehr zu erfahren, habe jedoch noch keine Antwort erhalten. Weiß von euch vielleicht jemand, um welche Tiere es sich konkret handeln könnte?
(13.01.2010)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Henry Merker, ich fühlte mich überhaupt nicht angegriffen und hatte auch nicht vor, dieses in meiner Antwort so rüber kommen zu lassen. Ich wollte lediglich festellen, dass theoretische Ansätze im realen Leben von Eltern und Kindern zwar oft gut klingen, tatsächlich aber eben oft nur Theorie bleiben. Von daher kann ich mich Liz nur anschließen, das ganze hat wirklich nichts mehr mit Frankfurt zu tun, daher sollten wir dieses Thema hier nicht weiter führen. (13.01.2010)
|
|
Liz Thieme: |
|
auch wenn das hier inzwischen nix mehr mit Frankfurt zu tun hat.
Mein zoologisches Wissen kommt ausschließlich von meinen Eltern und meiner Schwester sowie selbst angeeignet. Die Schule hat da nichts gebracht, außer mir die Atmungsorgane zu beschreiben. Habe eher meine Lehrer verbessert, zu deren Leidwesen.
Ich werde meine Kinder garantiert nicht dem Kindergarten und der Schule überlassen.
Und in Geschichte sah es mit dem Lernen so ziemlich gleich aus.
Dieses "den anderen in die Verantwortungg" schieben finde ich unmöglich, die Eltern werden damit aus einer wichtigen Position hinausgedrängt, bzw drängen da selber raus und schieben es den Einrichtungen in die Verantwortung.
So und nu mal wieder zurück zu Frankfurt :D (13.01.2010)
|
|
Henry Merker: |
|
@Oliver Jahn:
Ich habe meinen Beitrag von gestern noch einmal durchgelesen und komme dadurch zu dem Schluss, dass ich nicht behauptet habe, dass man Kinder unterfordert, wenn man ihnen viel Zeit am Spielplatz einräumt - zumal als Privatperson. Die Aufgabe, Wissen zu vermitteln kommt zwar auch den Eltern zu, ist aber aus naheliegenden Gründen vorrangig Aufgabe von Kindergärten, Schulen und ähnlichen Einrichtungen, insofern die Möglichkeit dazu besteht und sie in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen (Zumindest bei Schulen sollte dies der Fall sein.). Mein Beitrag bezog sich also auf rein didaktisch-methodische Aspekte, wie ich noch einmal HERVORHEBEN möchte!(Kinder lernen übrigens auch während des Spielens, ohne jetzt jedoch auf die Bedeutung des Spiels für die Entwicklung von Kindern eingehen zu wollen;)). Zu guter letzt kann ich auch nicht ablesen, dass ich Sie mit meinen Beitrag konkret angreifen wollte. Ich kann mir vorstellen, dass der Eindruck durch die konkrete Anrede entstanden sein kann, doch ist dies dann ein Missverständnis gewesen.
Jedenfalls hoffe ich, dass das von Ihnen vorgestern angesprochene Beispiel Schule macht. (13.01.2010)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Henry Merker, ich weiß nicht, wie das bei ihren Kindern ist. Bei meiner Tochter steht mit ihren kanpp 7 Jahren noch immer der Spielplatz im Vordergrund, auch wenn ihr gelegentlich solche Stände mit kindlich vermitteltem Wissen Freude bereiten. Ob ich sie dann unterfordere, wenn ich ihr die meiste Zeit auf dem Spielplatz einräume, das wird die Zeit und ihre Entwicklung dann zeigen. (12.01.2010)
|
|
Henry Merker: |
|
@Oliver Jahn:
So überraschend ist dies nicht. Kinder wollen stets dazu lernen und fühlen sich vom Reiz des Neuen stets angelockt, wenn dies auch in einer fordernden Art und Weise geschieht. Die Ansicht, dass man Kinder auf keinen Fall überfordern solle, die zumeist zu deren Unterforderung führt (!), ist hierbei also sehr kontraproduktiv. Zudem wird so deutlich, dass viele Menschen dazu tendieren, Kinder zu unterschätzen. (Gilt auch für den "Otto-Normal-Besucher".)
Wenn Kinder neuem gegenüber unaufgeschlossen sind und keine Bereitschaft zeigen, neues Wissen (oder Fähigkeiten) anzueignen, so testen sie entweder den "Lehrer" oder in der bisherigen Unterrichtungsweise ist etwas fatal daneben gegangen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich gebe Ihnen vollkommen Recht - solche didaktisch gut durchdachten Lernmöglichkeiten soll(t)en auf jeden Fall verstärkt in Zoos zu finden sein, um Anregungen, neues rund ums Tier zu entdecken, zu verbessern. Auch geeignete Tierbücher für Kinder, in denen Wissen altersgemäß vermittelt wird, soll meiner Meinung nach in keinem Zoo-Souveniershop fehlen. (Und da gibt es genügend Möglichkeiten - auch für den Fall, dass es zu manchen Themen keine geeigneten Bücher geben sollte. Dabei können dann nach und nach auch Fremdwörter mit einbezogen werden!) (12.01.2010)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Bei meinem letzten Besuch in Frankfurt gab es sowohl im Grzimekhaus, als auch im Raubtierhaus sehr tolle Stände, an denen dem Besucher, und hier in erster Linie den Kindern einige Probleme der bedrohten Tierwelt sehr gut und spannend nahe gebracht wurden. Ein Stand wurde von Zoomitarbeitern betreut, zum Thema Sumatra und Süd-Ost-Asien, der andere war zum Thema Regenwald in Südamerika und Steppen in Asien, dieser wurde von ZGF-Mitgliedern betreut.
Wir waren mit drei Kindern im Alter von 5 bis 8 Jahren dort. Und ich muss ehrlich sagen, Tiere ihren Spuren in Gips zuzuordnen und in kleinen Dosen Gerüche zu erkennen, hat die Kinder weitaus mehr begeistert, als ich es für möglich gehalten hätte.
Ich fand es wirklich gut aufgebaut und es hatte nichts mit schulischer Belehrung oder erhobenem Zeigefinger zu tun. Davon wünschte ich mir in manchen Zoos mehr.
Und so ganz nebenbei fallen mir auch noch gerade in FFM etliche bedrohte Tierarten ein, die dort gehalten und teilweise auch gezüchtet werden.
Und bevor Holger mich jetzt wieder rüffelt…JA, auch ich bedauere die Abgabe der Nebelparder!!!! ;-)
(11.01.2010)
|
|
Sacha: |
|
Ich gebe Herrn Niekisch hierbei ja absolut recht. Nur frage ich mich, warum er im Frankfurter Zoo bemüht ist, die Biodiversität zu verringern resp. zu wenig dafür tut sie zu erhalten (z. B. mit Neuanschaffung aus anderen Zoos resp. Exemplaren aus Auffangstationen vor Ort. Und das auch bei bedrohten Arten wie etwa dem Nebelparder.
Das alles würde ja mehr Engagement der Zoos vor Ort nicht ausschliessen. Im Gegenteil: Viele Tierwaisenhäuser sind überfüllt und wären/sind froh, wenn sie nicht mehr auswilderbare Exemplare an gut geführte Tiergärten abgeben könnten/können. (11.01.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Im Gehege und vor Ort – wie Zoos der biologischen Vielfalt helfen
Ein Statement von Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch zum Auftakt des „Inter-nationalen Jahrs der Biodiversität“.
Am heutigen Montag eröffnen Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Dr. Norbert Röttgen, in Berlin das „Internationale Jahr der Biodiversität“ in Deutschland. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat 2010 dem Thema biologische Vielfalt gewidmet, um auf den immensen Verlust von Arten aufmerksam zu machen.
Vor diesem Hintergrund betont der Frankfurter Zoodirektor und Vizepräsident der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF), Prof. Dr. Manfred Niekisch, die Chancen aber auch die Grenzen zoologischer Einrichtungen beim Einsatz für den Erhalt von Artenvielfalt und Ökosystemen. Zwar verdankten eine ganze Reihe von Arten ihr Überleben der Zucht in zoologischen Gärten, so Bartgeier, Oryxantilope, Löwenäffchen und Wisent, und konnten sogar in der Natur erfolgreich wieder angesiedelt werden. Aber die dramatische Dynamik, die das Artensterben in den letzten Jahren angenommen hat, etwa beim derzeit weltweit zu beobachtenden Rückgang und Aussterben ganzer Amphibienpopulationen, zeige auch die Grenzen der Möglichkeiten auf, Arten allein durch Zucht in Zoos vor dem Aussterben zu bewahren. „Wir brauchen weltweit ein starkes und zunehmend größeres Engagement der Zoos beim Naturschutz vor Ort“, so Niekisch.
Durch seine Nähe zu einer der größten Naturschutzorganisationen der Welt – der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt – ist der Zoo Frankfurt in einer äußerst günstigen Position, um aktiv Artenschutz vor Ort zu betreiben. Denn Nachzuchten in den Zoos allein können nicht die Wende im Naturschutz bringen, und für die Erhaltung der Lebensräume vor Ort ist die dauerhafte Präsenz von Profis vonnöten. „Hier können und müssen Behörden, Zoos und Naturschutzorganisationen gemeinsam versuchen, das Steuer herumzureißen“, weiß Niekisch, der selbst viele Jahre in Naturschutzprojekten vor allem der Tropen aktiv war.
Mit der Welt-Zoo-und-Aquarium-Naturschutzstrategie des Welt-Zooverbandes WAZA haben sich die wissenschaftlich geführten Zoos verpflichtet, ihr Potenzial in den Dienst von Erziehung und Bildung, Forschung und vor allem Artenschutz zu stellen. „Menschen kommen in den Zoo, weil sie sich für Tiere interessieren, und wir müssen gerade diese Chance nutzen, um unsere Besucher über Artensterben und Naturschutz nicht nur zu informieren, sondern sie auch selbst zum Handeln zu motivieren. Jeder kann seinen Beitrag leisten, zum Beispiel durch Spenden an Naturschutzorganisationen und Zoos, Verzicht auf Tropenholz und Palmöl, Nutzung klimafreundlicher Energie, um nur einige Beispiele zu nennen.“
Im „Internationalen Jahr der Biodiversität“ dürfe niemand mehr behaupten, er „habe nichts gewusst“ oder er könne „ja doch nichts tun“, betont der Zoodirektor und Natur-schutzprofessor Niekisch. „Das Ziel der Vereinten Nationen, das weltweite Artensterben bis zum Jahr 2010 deutlich zu verlangsamen, ist klar und deutlich verfehlt worden. Das darf uns aber nicht entmutigen, sondern es muss heißen: Jetzt erst recht!“. Nicht nur vor dem Hintergrund des Klimawandels werde das Zeitfenster für die Rettung von Tier- und Pflanzenarten immer kleiner. (11.01.2010)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Vortrag
Madagaskar – endlose Artenvielfalt oder Artenvielfalt ohne Ende?
Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Welt und wird bisweilen auch als „sechster Kontinent“ bezeichnet. Durch die sehr frühe Trennung und damit einhergehende Isolation vom Festland konnte sich auf der Insel im indischen Ozean eine sehr artenreiche endemische Tier- und Pflanzenwelt entwickeln. Viele der zahlreichen entdeckten Arten sind weltweit nur hier zu finden und machen die Insel zu einem Zentrum der Biodiversität. Hunderte von neuen Arten konnten durch die Erforschung der Insel bisher entdeckt werden. Ermöglicht wurde dies, indem intensive herpetologische Bestandsaufnahmen durchgeführt wurden.
Doch wie so viele Hotspots der Biodiversität ist auch die Flora und Fauna Madagaskars stark bedroht. Trotz intensiver Schutzgebietsmaßnahmen in den letzten Jahren konnte dem Artensterben kein Einhalt geboten werden. Zwar ist Umweltschutz in der madagassischen Verfassung als Staatsziel festgeschrieben, aber das starke Bevölkerungswachstum, die Armut und die traditionelle Landwirtschaft bedrohen die Natur des Landes. Durch die Abholzung der Wälder und Brandrodungen sind bereits rund 90% der ursprünglichen Vegetation zerstört. Anfang 2009 erschütterte dann ein politischer Machtwechsel die Insel – mit unabsehbaren Folgen für die Zukunft des Landes und seiner Artenvielfalt.
Dr. Frank Glaw ist Kurator für Herpetologie an der Zoologischen Staatssammlung in München. Sein Hauptinteressensgebiet ist die Herpetofauna von Madagaskar, mit der er sich seit über 20 Jahren intensiv beschäftigt. Als Fachmann für die Amphibien und Reptilien Madagaskars berichtet er über einen Inselstaat im Umbruch und die möglichen Folgen für die weltweite Artenvielfalt.
Dr. Frank Glaw, Zoologische Staatssammlung München
Madagaskar – endlose Artenvielfalt oder Artenvielfalt ohne Ende?
Wann: Mittwoch, 13. Januar 2010
Wo: Zoo-Gesellschaftshaus, Ausstellungssaal, Bernhard-Grzimek-Allee 1, 60316 Frankfurt
Beginn: 18:00 Uhr, Eintritt frei (07.01.2010)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Schade wieder ein Junge (06.01.2010)
|
|
Klaus Schüling: |
|
Nachwuchs bei den Giraffen am 29. Dezember
Name der Mutter: Chira
Name des Sohnes: Zulu (06.01.2010)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Habe Heute das Erstemal einen Gorilla gesehen der Handstand machte, sah lustig aus. (03.01.2010)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Seit gestern oder heute ist das Giraffehaus geschlossen, weil es den erwarteten Nachwuchs gab. (29.12.2009)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
War nicht geplant, den Haupteingang mit der Bärenanlage zu verschmelzen und eins drauß zu machen? Das Modell von den Siegern, war leider zu kurz ausgestellt. (29.12.2009)
|
|
Michael Amend: |
|
Vermutlich wird 2010 mit dem neuen Haupteingang begonnen, Eröffnung ist für 2011 vorgesehen. Erst danach wird mit der Bären-Anlage begonnen. (28.12.2009)
|
|
Mirko Schmidkunz: |
|
Welche Baumaßnahmen sind denn fürs kommende Jahr geplant. Wird die Bärenanlage angegangen? Man hört nicht viel in letzter Zeit. Die Gibbonanlage ist wunderschön, im Innengehege wilde Pflanzenwelt und auch ist der Hangelweg sehr schön zu sehen. Mich haben die Tiere bei frostigen Temperaturen sehr begeistert. (28.12.2009)
|
|
Michael Amend: |
|
Schade, hatte gehofft,da kommt ein Becken für(Baby)Walhaie hin,Ha,Ha.
Scherz beiseite. Zugänglich für Kinder ? Touchpools reichen wohl nicht mehr...
Dann ist der Octopus also in der Mittelmeer-Abteilung untergebracht ? (25.12.2009)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
@Michael: soweit ich mich noch dran erinnern kann, was auf einer der Führungen mal erzählt wurde, soll da wieder was ähnliches hin kommen, aber besser zugänglich für Kinder. Der Octopus ist nach der Niesche im ersten oder zweiten Aquarium, es ist auch eine Schautafel zu sehen. (25.12.2009)
|
|
Michael Amend: |
|
Was hat sich denn jetzt konkret in der Aquarienabteilung geändert ? Irgendwelche Informationen bezüglich, was anstelle des Mittelbaues hinkommt ? In welchem Aquarium ist denn der neue Octopus untergebracht ? In den letzten Jahren wurden diese im Mittelbau gehalten, aber das hat sich ja jetzt erledigt. (24.12.2009)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
@Mirko, jepp alles wieder zu sehen. Es gibt sogar mal wieder einen Tintenfisch zu sehen. (24.12.2009)
|
|
Mirko Schmidkunz: |
|
Sind die anderen Aquarien wieder zu sehen? Bei meinem letzten Besuch vor 4-5 Wochen war nämlich die ganze Abteilung ab den Klimalandschaften abgesperrt. Danke für deine Antwort.
(24.12.2009)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Die Orang-Utan's sind zur Zeit nicht zu sehen, denn sie haben in beiden Gehegen die Felsen-Klimaanlage sabotiert und beschädigt, das sie erstmal in den Boxen bleiben müssen, bis der Schaden behoben ist. (22.12.2009)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Die Guerezas sind ab Heute in ihr neues Gehege im Borgori-Wald zu sehen. Zwar sind die Glasscheiben noch geweist (weil die Guerezas keine direkten Glascheiben kennen) aber man kann etwas durchschauen. (22.12.2009)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Bei den Bonobos gibt es mal wieder Nachwuchs. (21.12.2009)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
@Mirko, meinst Du den Abriss des Mittelbaus (Aquarien in der großen Halle)?
Wenn ja, das Teil ist weg, aber es ist jetzt ein kleiner Bauzaun drum herum und die wollen da was neues hinbauen, aber wann es da weiter geht... (19.12.2009)
|
|
Mirko Schmidkunz: |
|
Sind die Bauarbeiten in der Aquarienabteilung schon beendet? (17.12.2009)
|
|
Liz Thieme: |
|
ok danke, spätestens ein Tag später werdet ihr erfahren ob ich bei den Tigern geschlafen habe oder zu Hause :D (11.12.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Ich meine mich von einem früheren Besuch her zu erinnern, dass der Weg vom Exotarium zum Ausgang bei Spätöffnung vorgegeben wird, indem die anderen Wege mit Ketten verhängt werden und unbeleuchtet sind...? (11.12.2009)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Auf den Ausgang Rhönstr. würde ich mich da nicht unbedingt verlassen, kann sein das nur der Ausgang "Haupteingang" noch offen ist. (11.12.2009)
|
|
Liz Thieme: |
|
:D
das heißt ich kann wenn das Exotarium abends schließt gemütlich Richtung Ausgang ohne Probleme zu kriegen, dass ich nicht raus komme.
Wie bescheuert kann man seinen Text auf der HP auch schreiben...
>Abendöffnung Exotarium von Oktober bis März jeden Freitag bis 21.00 Uhr - dafür bleibt die Hauptkasse Freitags bis 20.00 Uhr geöffnet. Der "normale" Zoo schließt Freitags wie an den anderen Wochentagen< sowas verwirrt, va wenn das Gebäude mitten im Zoo steht. (11.12.2009)
|
|
Sacha: |
|
@BjörnN: Liz fragte doch aber, wie man raus kommt. Die Drehkräuze müssen also "ausgänglich" sein...;) (11.12.2009)
|
|
BjörnN: |
|
Die Drehkreuze am Eingang und am Restaurant sind immer zugänglich.... (11.12.2009)
|
|
Liz Thieme: |
|
könnte mir mal bitte jemand das Öffnungzeitensystem von Frankfurt für einen Freitag im Januar erklären. Irgendwie steig ich da nicht durch, durch die Beschreibung. Komme ich jederzeit aus dem Zoo durch ein Drehkreuz raus? Oder wie ist das...? (11.12.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Hat die Forschung eigentlich schon herausgefunden, nach welchen Kriterien Meeresschildkröten zu Eierlegen an den Strand zurückfinden, an dem sie einst selbst geschlüpft sind? Nicht, dass die fünf Karetten jetzt auf Frankfurt geprägt sind.... (10.12.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Rückführung von fünf seltenen Meeresschildkröten wird vorbereitet
Im März 2009 hatte der Zoll am Flughafen Frankfurt fünf befruchtete Meeresschildkröteneier beschlagnahmt. Die Eier wurden dem Zoo Frankfurt übergeben, dem es gelang, die Eier auszubrüten. Der Zoo Frankfurt konnte die Tiere eindeutig als sehr seltene und streng geschützte Echte Karettschildkröten identifizieren. In einer Gemeinschaftsaktion von Bundesamt für Naturschutz (BfN), Zoo Frankfurt, Fraport und Condor sollen die fünf Schildkröten zu den Seychellen geflogen und vor Ort fachkundig ausgewildert werden. (10.12.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweise
Advent-Basteltag: Große Bastel-Aktion und Advent-Café
Sonderfütterung: Weihnachtsgeschenke für die Bären, 15.00 Uhr in den Bärenanlagen
13. Dezember 2009
10.00 – 16.00 Uhr
Faust-Vogelhallen
Auf dieser vorweihnachtlichen Veranstaltung können Kinder nicht nur Weihnachtskugeln filzen und Holztiere aussägen, sondern auch Weihnachtsgeschenke für unsere Bären basteln. Ein Advent-Café lädt Erwachsene zum Verbleiben ein.
Ein besonderes Highlight am Advent-Basteltag ist die Sonderfütterung der Bären um 15.00 Uhr. Teddy und seine Freunde freuen sich schon auf eure Geschenke und auf einen mit Lebkuchen geschmückten Weihnachtsbaum.
Zooeintritt: Erwachsene 8,- €, Kinder von 6 bis 17 Jahren: 4,- €, Kinder unter 6 Jahre haben freien Zooeintritt
Abendöffnung des Exotariums
Von Oktober 2009 bis März 2010 ist das Exotarium jeden Freitag durchgehend bis 21.00 Uhr geöffnet. Zu unserem Service gehört ein kleines Rahmenprogramm:
Datum: 11. Dezember 2009
Treffpunkt: Amazonasbecken
(Eingangsbereich des Exotariums)
Uhrzeit:
19.15 Uhr: Tropengewitter bei den Krokodilen
19.30 Uhr: Führung von Tierpfleger Thomas Hüge. Thema der Führung: Nachts im Exotarium - oder: Geckos allein zuhaus?
Wie schlafen die Reptilien nachts – oder schlafen sie überhaupt? Legen sich Frösche ins Bett? Wer deckt den großen Waran zu und brauchen Krokodile eine „Gute-Nacht-Geschichte“? Antworten auf diese Fragen kommen an diesem Abend vom stellvertretenden Revierleiter Thomas Hüge. Anschließend können sich die Besucher live vom nächtlichen Treiben in der Reptilienabteilung überzeugen.
Bitte kleine Taschenlampen mitbringen!
Der Zooeintritt kostet 6,-Euro für Erwachsene und 3,- Euro für Kinder (Feierabendtarif).
Sonntagsführung im Zoo
Auch in diesem Winterhalbjahr bietet Dipl.-Biol. Rudolf Wicker an einem Sonntag im Monat Führungen für Zoobesucher an. Die Führungen sind für jeden geeignet, der ein bisschen Neugierde mitbringt.
Thema der Führung am
Sonntag, 13. Dezember 2009:
Wenig Licht, Frost, Eis und Schnee – wie Tiere den Winter überstehen
über Winterschlaf, Winterstarre, Frostschutzmittel u. ä.
Je nach Art bekommen Säugetiere ein dickes Fell, legen Nahrungsvorräte an, fressen sich fett, halten Winterruhe oder Winterschlaf. Vögel bleiben hier oder ziehen in wärmere Gefilde.
Aber was machen die anderen? Die so genannten wechselwarmen Tiere, deren Körpertemperatur von der Umwelt abhängt. Wie überleben Amphibien und Reptilien diese Zeit? Was machen Insekten und Spinnen bei Schnee und Frost?
Führungsbeginn: 11.00 Uhr
Treffpunkt: Amazonasbecken (Eingangsbereich des Exotariums)
Führungsdauer: eine bis eineinhalb Stunden
Zoo-Eintrittspreise: Erwachsene: 8,00 €
Kinder/Jugendliche (6–17 Jahre): 4,00 €
Die Führungs-Teilnehmer entrichten nur den normalen Eintrittspreis.
(09.12.2009)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
@Oliver Jahn, jepp die Anlage ist leer und kein Schild mehr dran. Leider habe ich heute keinen Pfleger getroffen den ich mal hätte fragen können. (06.12.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Oliver Ramstaedt, ist denn die Guereza-Anlage im Niederaffenhaus jetzt leer? Am 14.11. war sie noch gut besetzt und sie macht ja einen nicht unerheblichen Teil des Hauses aus. (05.12.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@Michael Mettler
Der Einzug der Dianameerkatzen wurde bereits vor der Eröffnung des Hauses revidiert und ein Besatz mit Vögeln der Anlage vorgezogen. (05.12.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@BjörnN: Ursprünglich sollten auch noch Diana-Meerkatzen zu der Vergesellschaftung gehören - und sie wurden trotzdem abgegeben... (05.12.2009)
|
|
BjörnN: |
|
Da man extra für die ein Gehege errichtet und mit der Vergesellschaftung Flachlandgorilla-Drill-Guerezas öffentlich geworben hat, dürfte die letzte Option hinfällig sein.
Das Gehege, so schön grün es auch momentan ist, wird wohl bald einem Schlachtfeld ähneln wie das Gehege der Drills nebenan.
Obwohl mir die Geheg im Bogoriwald alles in allem sehr gut gefallen und auch durchdacht sind, finde ich das angedachte Guerezagehege für die Zahl der Tiere und ihre Vermehrungsfreudigkeit zu klein. (05.12.2009)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Die Guerezas sind nicht mehr im Kleinaffenhaus! Im Brgori-Wand sind sie auch nicht zu sehen, möglicherweise sind sie aber erstmal in den Boxen des Borgori-Wald und werden erst in den nächsten Tagen ins Innengehege gelassen. Sehr schade wäre es, wenn sie ganz weg wären. (05.12.2009)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Monique und Edita (Giraffen) sind trächtig und es sollen jetzt im Dezember und im Januar die Jungen kommen. Wollen wir mal hoffen das Edita ihr Junges diesmal annimmt und säugt, was bis jetzt ja leider nie der Fall war. (05.12.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Eine Büste für Matze – im Zoo wird die Bronzeskulptur des beliebten Gorillas enthüllt
Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth und Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch übergeben die Bronzeskulptur des Frankfurter Künstlers Wolfgang Weber der Öffentlichkeit.
Viele Zoobesucher haben nach dem Tod des beliebten Gorilla-Silberrückens Matze im Jahr 2008 den Wunsch nach einer bleibenden Erinnerung an den Zoo herangetragen. „Als eine der wichtigsten Freizeiteinrichtungen im Großraum Frankfurt und von Frankfurter Bürgern vor über 150 Jahren gegründet, ist dem Zoo traditionell ein enger Kontakt zu den Bürgern unserer Stadt wichtig“, sagt Prof. Dr. Felix Semmelroth, Kulturdezernent der Stadt Frankfurt. „Der Zoo hat deshalb den Wunsch der Zoobesucher aufgegriffen und die „Spendenaktion: Matze“ ins Leben gerufen. Die Frankfurter Bürger haben ihren Zoo wieder gerne unterstützt. Einen herzlichen Dank an alle Spenderinnen und Spender!“
„Das Wort Denkmal ist eigentlich eine unpassende Beschreibung für das Kunstwerk, das sich unter dem roten Tuch befindet“, erklärt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. Die Bronzebüste des Frankfurter Künstlers Wolfgang Weber fängt den Gesichtsausdruck und den Charakter des Silberrückens treffend ein. Der schwarze Granitsockel gibt der Büste ein edles Fundament. „Das Denkmal wurde mit Bedacht im Freien aufgestellt, denn Zoo und Künstler wollten keinen Grabstein setzen, sondern ein lebendiges Kunstwerk schaffen. Ein Kunstwerk zum Anfassen, das Wind und Wetter trotzt. Ein Kunstwerk, das sich mit der Zeit verändert, goldene Flecken durch viele Berührungen bekommt und eine Wetter-Patina“, so Niekisch. Wolfgang Weber hat sich über viele Wochen intensiv mit der Büste beschäftigt. Viele aufwändige Arbeitsschritte waren nötig, bevor der Bronzeguss angefertigt werden konnte.
Für die Realisierung der gelungenen Büste hat der Zoo um Spenden geworben. Die „Spendenaktion: Matze“ verfolgte, neben der Finanzierung des Denkmals, noch einen weiteren Zweck. Die Hälfte der Spendengelder fließt in das Gorilla-Schutzprojekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) in Afrika. Insgesamt konnten 11.127 Euro gesammelt werden.
„Gorillas zählen zu den am stärksten bedrohten Säugetieren der Erde“, erklärt Niekisch. „Vor allem die Berggorillas sind in ihrer Heimat stark durch Wilderei und kriegerische Unruhen gefährdet. Deshalb ist es uns sehr wichtig, nicht nur ein Matze-Denkmal zu verwirklichen, sondern gleichzeitig auch auf die Situation der Artgenossen von Matze im Freiland aufmerksam zu machen und den Gorilla-Schutz aktiv zu unterstützen.“ 5.563 Euro können nun in das Gorilla-Schutzprojekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt im Virunga-Nationalpark im Kongo, Afrika, fließen.
„Zum Glück hat sich die politische Situation in unserem Arbeitsgebiet im Ostkongo mittlerweile etwas beruhigt“, freut sich Dr. Christof Schenck, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. „Die ZGF konnte ihre Arbeit im Virunga-Nationalpark, der in der von Kämpfen gebeutelten Region Kivu liegt, wieder aufnehmen. Die Spendengelder werden dringend benötigt für den Aufbau eines Kommunikationsnetzes, für das Training von Parkrangern, den Kampf gegen die illegale Holzkohlegewinnung im Park und eine nachhaltige Energieversorgung der Bevölkerung“, erläutert Schenck.
Die „Spendenaktion: Matze“ war eine gelungene Kombination aus aktivem Umweltschutz und der Schaffung von Aufmerksamkeit für die Situation freilebender Tiere im Zoo“, so das Fazit von Zoodirektor Niekisch. „Matze wird durch sein Denkmal zum bleibenden Botschafter für seine bedrohten Artgenossen im Freiland.“
(03.12.2009)
|
|
Daniel Okais: |
|
Ich bin intereesiert über die vergangenheit bescheid zu wissen (03.12.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
@Sacha: Sehr einverstanden! (23.11.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Wow....ich bin beeindruckt! (23.11.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Sehen Sie, Ralf Sommerlad, da hat man Ihre Forderung in FFM doch gelesen und ist ihr sogar unverzüglich nachgekommen! Da soll noch mal einer sagen, die lesen dort nicht ganz genau im Schüling-Forum mit! ;-) (21.11.2009)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Diese Woche wurden die beiden Giraffen, Shani und Nala nach Polen abgegeben. (21.11.2009)
|
|
Sacha: |
|
Warum nicht das eine tun und das andere nicht lassen? -Also "blutsfremde" Exemplare aus Madagaskar (Zoo Antananarivo?) gegen Zaster von westlichen Zoos für In-situ-Projekte. (20.11.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Auch wenn ich Zweifel daran habe, dass in den Zoos weltweit nur 60 Fossas gepflegt werden, ist die verwandtschaftliche Beziehung der Duisburger Zuchtlinie zu fast allen anderen Zoo-Fossas sicherlich problematisch. Möglicherweise macht es angesichts der immer noch schwachen Zuchterfolge Sinn, mehr Geld in den in-situ-Schutz zu stecken denn in neue Haltungseinrichtungen. Just my 2 cents.. (20.11.2009)
|
|
Liz Thieme: |
|
Duisburgs Seite sagt dazu:
In menschlicher Obhut werden Fossas seit Anfang dieses Jahrhunderts in sehr geringer Zahl gehalten. Zuchterfolge stellen seither eine Seltenheit dar und gelten auch heute noch als eine große tiergärtnerische Herausforderung. Die ersten Zuchterfolge in Menschenobhut wurden im Parc Tsimbazaza in Antananarivo auf Madagaskar im Jahre 1967 vermerkt. Der erste Zuchterfolg außerhalb Madagaskars gelang im Jahre 1974 im Zoo Montpellier in Frankreich. Die bedeutensten Zuchterfolge sind dem Zoo Duisburg zuzuschreiben, dem seit dem Jahre 1980 als einziger Zoo der Welt regelmäßig Nachzuchten gelangen. Nahezu alle der derzeit in den Zoos der Welt gehaltenen 60 Fossas entstammen der Zucht des Zoo Duisburg.
Im Rahmen des Zuchtprogrammes der Fossa konnten neue potentielle Zuchtpaare in verschiedenen Zoos Europas zusammengestellt werden, die zum Teil für Nachwuchs sorgten und somit die Zoopopulation der Fossas haben beträchtlich ansteigen lassen. Nachwuchstiere konnten an verschiedene Zoologische Gärten auch außerhalb Europas abgegeben werden, mit neuen Haltern u.a. in den USA und in Kanada. Das ehemals lediglich auf Europa beschränkte Erhaltungszuchtprogramm der Fossa wurde von der Species Survival Commission der World Conservation Union (IUCN) in ein offizielles Internationales Zuchtbuch umgewandelt, um somit die weltweite Zoopopulation der Fossa sinnvoll verwalten zu können. Auch dieses Internationale Zuchtbuch wird vom Zoo Duisburg koordiniert.
Die Zuchtstation wurde im staatlichen Zoo Madagaskars, dem Parc Botanique et Zoologique de Tsimbazaza, in der Hauptstadt Antananarivo erbaut. Ziel ist es auch dort Fossas zu züchten, und somit ein Potential für einen genetischen Austausch mit der übrigen Zoopopulation der Fossas zu ermöglichen. Zudem bieten die dort gehaltenen Fossas ein enormes edukatives Potential in der naturfremden Millionenmetropole Antananarivo.
Weitere Zoos stehen auf der Warteliste Fossas zu übernehmen. (20.11.2009)
|
|
Holger Wientjes: |
|
Du müsste eigentlich mehrere Zuchttiere besitzen. Das schliesst natürlich nicht aus, dass es zumindest Halbgeschwister waren. Wie weit die Fossas in DU untereinander verwandt sind, kann ich auch nicht sagen. (20.11.2009)
|
|
Liz Thieme: |
|
ich habe vorgesternn die Zooserie von Frankfurt gesehen, die Folgen sind ja schon bisschen älter.
Da wurden die beiden Fossas nach zeitlicher Trennung grad wieder zusammengelassen. Die Pfleger hatten gesagt, dass die beiden Tiere aus Duisburg stammen, im gleichen Monat geboren wurden und zeitgleich nach Frankfurt kamen.
Das heißt man hat mit Wurf-Geschwistern versucht zu züchten? Oder gibt es in Dui mehrere Paare die aber trotzdem mit einander verwandt sind, wenn es nur diese Linie wirklich gibt?! (20.11.2009)
|
|
Sacha: |
|
Stammen auch die Fossas in den US-Zoos von der Duisburger Linie ab bzw. falls ja - wie hoch wäre der Verwandtschaftsgrad? (20.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Oska ist ein handaufgezogenes Faultier. (20.11.2009)
|
|
Jennifer Weilguni: |
|
Das Fossaweibchen hieß meines Wissens nach Binari. (20.11.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Gudrun Bardowicks, wohl weder noch! Da vom Erdferkel nur noch ein Männchen da ist, vom Fossa ebenfalls das Weibchen gestorben ist, Oska aber neben dem Schaugehege auch noch einen Mann bekommen soll, muss Oska was anders sein. :-) (19.11.2009)
|
|
Gudrun Bardowicks: |
|
@ Oliver Ramstedt: Wer ist Oska? Das Erdferkel oder die Fossa?
(19.11.2009)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
Zum Fingertier kann ich nix sagen, da komme ich zu selten vorbei, werde am Samstag mal nachsehen. Ja leider gibt es jetzt nur noch ein Erdferkel. Aber da ist wohl auch schon was geplant. Ach und Oska bleibt in FFM, soll ein Schaugehege bekommen und ein Mann. (19.11.2009)
|
|
BjörnN: |
|
Frankfurt hat nur noch ein Erdferkelmännchen im Bestand. So wie ich hörte, war es um die Gesundheit des Weibchens nie sonderlich gut gestellt.
Das Fossaweibchen dürfte bereits einige Monate tot sein.
Da es in Bezug auf die Fossas keine Alternative zur Duisburger Linie gibt, wird man wohl auf eine Nachzucht aus Duisburg setzten, vielleicht vertragen sich die Tiere dann, sodass man auf Nachwuchs hoffen kann. (19.11.2009)
|
|
Holger Wientjes: |
|
Keine guten Nachrichten ! Waren die Todesfälle altersbedingt ?
Als mögliche Nachnutzer der Fossaanlage kämen Nebelparder in Betracht... ! Ja, bitterböse, ich weiss ! (19.11.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Namensvetter, vielen Dank! Und was ist mit den Fingertieren? Gibt es da noch beide? Und hat FFM jetzt insgesamt nur noch ein einziges Erdferkel? (19.11.2009)
|
|
Oliver Ramstedt: |
|
@Oliver und alle anderen,
leider ist das Fossaweibchen und das Erdferkelweibchen gestorben. Bei den Bartgeiern ist auch einer der Beiden gestorben, bis jetzt habe ich leider nur Gerüchte gehört woran und warte noch auf eine Antwort was es wirklich war. (19.11.2009)
|
|
DGHT Frankfurt: |
|
Vortragsankündigung November 2009:
Liebe Reptilien- & Amphibienfreunde rund um Frankfurt,
am kommenden Freitag, den 20. November wird uns die Vortragsreise der DGHT-Stadtgruppe Frankfurt in das wunderbare Südafrika führen:
„Zwischen Kap und Kalahari - Südafrika, nicht nur der Reptilien wegen“
Die 9. Reise in das südliche Afrika war hingegen sonstiger Gewohnheiten nicht auf die Suche nachtaktiver Geckos gemünzt, sondern konzentrierte sich vielmehr auf einige tagaktive Echsenarten. Schwerpunkte bildeten hier die Beobachtungen von Plattechsen an den Augrabies-Wasserfällen, Platysaurus broadleyi, den südlichen Felsenagamen des Tafelbergs, Agama atra, sowie den Bodenagamen der Kalahari, Agama aculeata. Zudem wurden auch andere tagaktive Reptiliengruppen in Augenschein genommen, so zum Beispiel die schwarze Speikobra, Naja nigricincta woodi oder verschiedene Bitis-Arten. Da aber nicht nur Reptilien im Fokus des Interesses standen, sondern auch eine große Begeisterung für diverse Säuger besteht, kommen selbst Mangusten und andere Kleinsäuger nicht zu kurz.
Vortragsbeginn ist um 20.00 Uhr im Vortragssaal des Borgori-Waldes, Zoo Frankfurt (Eingang über die Rhönstraße).
Gäste (Nicht-Mitglieder) sind jederzeit herzlichst willkommen!
Eintritt 2,- EUR, Gäste 3,- EUR
Vorschau 2009
20. November Felix & Andrea Hulbert (Oestrich-Winkel) „Zwischen Kap und Kalahari - Südafrika, nicht nur der Reptilien wegen“
18. Dezember Benny Trapp (Wuppertal) „Die Amphibien und Reptilien des Griechischen Festlandes“
Mit freundlichen Grüßen
der DGHT-Stadtgruppenleitung Frankfurt
(Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde) (18.11.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Guter Klimaschutz muss auch Biodiversitätsschutz sein
Führende Wissenschaftler warnen vor dem Verlust der biologischen Vielfalt bei einem einseitigen Fokus auf die Verringerung des Treibhauseffektes
Dass der Klimawandel in Zukunft fast alle Bereiche unseres Lebens beeinflussen wird, ist eine Tatsache, die mittlerweile nicht nur der Fachwelt, sondern auch der breiten Bevölkerung bewusst ist. Doch nicht nur der Klimawandel stellt die Menschheit vor eine Herausforderung, die dringenden Handelns bedarf. Die zweite ebenso wichtige Herausforderung ist der weltweite Verlust der biologischen Vielfalt, vor allem in den Tropen. Mehr als die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten auf unserem Planeten lebt in tropischen Regenwäldern, die durch Abholzung gefährdet sind.
Elf führende Wissenschaftler, unter ihnen der Frankfurter Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch, fordern in einem Artikel, der heute in der renommierten Fachzeitschrift Current Biology erscheint, in das Nachfolgeabkommen des 2012 auslaufenden Kyoto Protokolls Kriterien zum Schutz der tropischen Biodiversität aufzunehmen. „Ein erster positiver Schritt im Vorfeld der UN-Klimakonferenz im Dezember ist die Überlegung, Ländern, die große tropische Waldgebiete besitzen, einen Ausgleich zu zahlen, wenn sie diese Wälder erhalten und nicht zur Abholzung freigeben“, erläutert Niekisch. Wenn der Fokus dieses Walderhaltungsplans (engl. REDD, Reduced Emission from Deforestation and Degradation) aber allein auf die Verringerung des Treibhauseffektes gelenkt wird, besteht die Gefahr, dass Wälder vor allem dort geschützt werden, wo die Landpreise am billigsten sind. „Wir fordern daher, dass bei den REDD-Zahlungen Kriterien zum Schutz der Biodiversität berücksichtigt werden, um so tropische Tiere und Pflanzen vor dem Aussterben zu bewahren“, erklärt Niekisch, der ehrenamtlich auch Vizepräsident der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und Präsident der Gesellschaft für Tropenökologie ist. Biodiversitätsschutz ist nicht automatisch ein Nebeneffekt des Schutzes von Waldgebieten. „Denn die kohlenstoffaufnahmefähigsten Wälder sind nicht auch automatisch Zentren der Biodiversität“, so Niekisch.
In ihrem Artikel schlagen die Autoren Kriterien vor, die bei der Ausgestaltung der Ausgleichszahlungen unbedingt beachtet werden müssen, um die Maßnahmen nicht so zu gestalten, dass sie zwar den Treibhauseffekt verringern, aber gleichzeitig biologische Vielfalt vernichten. So sollen nur neue und nicht schon bestehende Projekte gefördert werden, der Schutz eines Waldgebiets darf nicht zur Verlagerung der Abholzung in ein anderes Gebiet führen und es muss verhindert werden, dass Länder ihre Naturschutzgesetzte aufheben, um Ausgleichzahlungen beantragen zu können und sich so aus der Eigenverantwortung stehlen.
„Am besten können diese Ziele durch eine engere Verzahnung der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und der UN-Biodiversitätskonvention (UNCBD) gewährleistet werden“, betont Niekisch. „Klimaschutz und Biodiversitätsschutz müssen Hand in Hand gehen, um zukünftigen Generationen einen Planeten zu hinterlassen, in welchem Klima und Biodiversität den Bedürfnissen für ein menschenwürdiges Leben entsprechen.“
Current Biology, Vol 19 No 21, „Biodiversity and REDD at Copenhagen“, 17.11.2009 (17.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Tut mir ja schon fast Leid, das zu sagen, aber auch die Gibbonanlage steht in punkto "unfallsicheres Gehege" im Widerspruch zu dem, was bei der Giraffenanlage propagiert wird... (16.11.2009)
|
 |
Oliver Jahn: |
|
Das Gibbonhaus ist jetzt auch fertig und bezogen. Es macht einen guten Eindruck und es standen etliche Besucher dort, die gespannt beobachteten, wie die Gibbons auf den Seilen zwischen Insel und Haus balancierten.
Ansonsten hatte ich endlich mal wieder Glück bei der "Kiwi-Sichtung" und sogar eine Fossa war sehr aktiv.
Allerdings sah ich nur ein Fingertier, wärend die zweite Anlage nicht mehr beschildert war. Und ich sah auch nur noch ein Erdferkel. Gibt es da nähere Informationen? (16.11.2009)
|
|
Mel: |
|
gute Idee und das wasser wird sicherlich nur da rein gelassen um sicher zu stellen das dort später das Erdreich nicht nachgibt. :D Aber spaß beiseite dieser "Trend" scheint sich leider wirklich in den letzten Jahren immer größerer Belieebtheit zu erfreuen, in Friedrichsfelde wurde so vor einigen Jahren mit dem "Wasserloch" der Elypsen-Wasserböcke" verfahren. sicher im Nachhinein eine preisgünstige und schnelle "Ausdehnung" einer Anlage jedoch halte ich diesen Vorgang nur bedingt für Sinnvoll. (16.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Mel: Vielleicht sollten wir die Dinger gar nicht mehr "Gräben" nennen, sondern "Ausdehnungsstreifen" :-) (16.11.2009)
|
|
Mel: |
|
Stimmt, das ist ja in den letzten Jahren ein scheibar sehr beliebter Trend geworden. :D (16.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Holger: Immerhin kann man die Wassergräben eines Tages zur Vergrößerung der Anlagenfläche wieder zuschütten :-) (16.11.2009)
|
|
Holger Wientjes: |
|
Jau, ich wusste doch, dass das schonmal irgendwo aufgegriffen wurde... Wollte das nicht nochmal wiederholen. Aber ´ne Antwort darauf gibt´s wohl auch nicht... (16.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Holger: Siehe mein Beitrag vom 10.11. mit genau dieser Frage. Mal sehen, wie stabil die neue Zaunlösung ausfallen wird - vielleicht stehen ja in diesem Gehege eines Tages ein paar Elefanten-Jungbullen statt der Giraffen, denn man könnte auch innen nachrüsten ;-) (16.11.2009)
|
|
Holger Wientjes: |
|
Ich weiss jetzt nicht genau ob das schon ´mal hier erwänht wurde, aber warum legt man jetzt auf einmal soviel Wert auf ein "sicheres" Gehege bei den Giraffen, baut aber gleichzeitig Wassergräben bei den Menschenaffen ? (16.11.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Ich sehe das wie Herr Mettler und unterstreiche seine Meinung hinsichtlich des Zaunverlaufs. Ungeachtet dessen halte ich nach wie vor eine Verkleinerung der Gruppe, auch in Ansehung der Fläche der Innenstallungen, für geboten. (16.11.2009)
|
 |
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Glaube ich nicht. Vergiss nicht, dass sich außerhalb des temporären Zaunes ein Trocken- bzw. ehemaliger Wassergraben mit gehegeseitig schräger Böschung befand, dessen Grabensohle breit genug gewesen sein muss, damit eine hinabgestiegene Giraffe dort gehen konnte. Grabensohle, Böschung und Grabenkante zusammengerechnet ergeben nicht gerade wenig Breite, und die siehst du auf deinen Fotos nunmehr als Boden mit flachem Gefälle.
Anbei ein Foto aus einem alten Frankfurter Zooführer, das gleich in mehrfacher Hinsicht dokumentarisch ist: 1. Massaigiraffen, 2. zwei Okapis als Mitbewohner, 3. Graben noch wassergefüllt. Dort, wo sich der (aus Sicht des Tieres) linke Hinterfuß der vorderen Giraffe befindet, würde ich den Verlauf des Zaunes einschätzen. (14.11.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Michael, dann wird mir einiges klarer. Ich gehe dann davon aus, dass man die Anlage lediglich für die Umbauarbeiten noch einmal verkleinert hat. (14.11.2009)
|
 |
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Deine aktuellen Bilder vermitteln zwar tatsächlich den Eindruck, als habe der Zaun die Anlage erheblich verkleinert, aber meiner Erinnerung nach befand sich der Zaun vorher unmittelbar hinter der betonierten Grabenkante. Das nebenstehende Bild vom Jahresbeginn zeigt das leider nicht ganz detailliert. Demnach wäre durch das Aufstellen des Zaunes lediglich die Grabenkante als Fläche entfallen. OPTISCH wirkte die Anlage aber tatsächlich sehr viel kleiner gegenüber dem zaunlosen Normalzustand.
Ich nehme an, die regelmäßigen "Einschnitte" in der Grabenkante auf deinen Fotos sind für die neuen Zaunpfeiler gedacht, die scheinen mir nämlich nicht original zu sein. (14.11.2009)
|
 |
Oliver Jahn: |
|
Und hier noch mal von der anderen Seite. (14.11.2009)
|
 |
Oliver Jahn: |
|
Ich war heute in Frankfurt und habe mir die Baustelle mal vor Ort angesehen. Mir war gar nicht bewusst, wie sehr der neue Zaun die eigentliche Anlage eigentlich verkleinert hat. Nun sieht es so aus, als würde sie tatsächlich bis an die Grabenkante erweitert werden, aber entscheidend wird ja sein, wo der neue Zaun gezogen wird.
Im Stall übrigens wird das einzelne Gehege auf der rechten Seite (gegenüber der alten Okapiställe) auch gerade neu gestaltet.
Hier mal noch zwei Bilder von der Baustelle. (14.11.2009)
|
|
Andreas Knebel: |
|
Bezüglich der Überbelastung: Im Rahmen meines Artikels zum Thema Jahresberichte deutscher Zoos stelle ich fest, dass der Frankfurter Zoo sehr schnell geantwortet hat und so kooperativ war, wie man es von einem großen Zoo erwarten sollte... (13.11.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Ralf Sommerlad, da stimme ich Ihnen in allen Punkten zu. Und natürlich wird es solche "schwarzen Listen" nicht geben, denn sonst stünde ja gerade Holger auf dieser eben NICHT drauf!
Dennoch bin ich mir sicher, dass man auch in Frankfurt sehr wohl zwischen konstruktiver Kritik an der Sache und einer Permanentkritik an so ziemlich ALLEM, immer auch mal wieder verbunden mit einer Diskredition handelnder Personen sehr wohl zu unterscheiden weiß.
(12.11.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Ich fühle mich dem Frankfurter Zoo weiss Gott sehr verbunden. Kritik, die sich auf diverse sehr zweifelhafte Entscheidungen insbesondere des "Herrn aus Bern" bezog, aber vor allem als Kritik an einer weitgehend ignoranten Frankfurter Stadtregierung zu verstehen ist,halte ich für nach wie vor nachvollziehbar. Die Installation des Zaunes an der Giraffenanlage, publikumswirksam als Folge einer jener seltsamen TV-Sendungen von Herrn Schildger inszeniert, ist eine dieser Entscheidungen. Und wenn nun die nahezu bankrotte Stadt Frankfurt - nur weil man Geld aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung schnell verbrennen muss wenn man es haben will - eine möglicherweise nicht ausreichend durchdachte Entscheidung trifft, dann darf man auch das kritisieren. Ich kann nicht so ganz verstehen, wenn man trotzdem Briefe nicht beantwortet und kann mir nicht vorstellen, dass es eine "schwarze Liste der Schüling-User" gibt, deren Korrespondenz man ignorieren will. Stattdessen vermute ich eine Überlastung der Zooverwaltung, was Papierkrieg angeht: Mir ist aus leidvoller Erfhrung sehr wohl bekannt, dass Magistrat und Stadtverordnetenversammlung tagtäglich zentnerweise Papier produzieren, welches von den städtischen Ämtern ( als solches ist der Zoo zu verstehen) gelesen und bearbeitet werden will. (12.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Hannes Lüke: Zu Münster habe ich etwas gefunden, aber in den dortigen Thread gestellt. (12.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Wie sind denn eigentlich die Pfosten des jetzigen Netzzaunes an der Frankfurter Anlage befestigt? Gibt es dort womöglich sogar entsprechende Bodenhülsen, nur dass man den Zaun dauerhaft statt nur zur Eingewöhnung einsetzte?
@Hannes Lüke: Der Münsteraner Graben sieht mir so aus, als wenn er schlichtweg nachträglich zum jetzigen Zustand verfüllt wurde, also vorher ein tieferer U-Graben war. (11.11.2009)
|
|
Holger Wientjes: |
|
@Olli: Der Brief war von August/September (?)letzten Jahres und war nicht unhöflich formuliert, wie ich hoffe. Bis dahin war, bis auf die Nebelpardergeschichte, nicht viel Kritik im Forum in Umlauf. Ich find´s halt einfach nur schade, dass, wenn man sich für einen seiner Lieblingszoos interessiert und man mal Kritik äussert (wird glaube ich auf der Hompepage sogar erwünscht), nicht mal auf die zweite Anfrage hin wenigstens eine kurze Antwort kommt ! (11.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@IP66: Auch die schräg verlaufenden Frankfurter Gräben sind aus Beton, und die hannoverschen der 60er und 70er Jahre bestehen nicht etwa aus L- oder U-Fertigteilelementen wie spätere z.B. im Berliner Zoo. Der erste Graben dieses Profils in Hannover bestand aus zwei senkrechten Holzwänden und diente Testzwecken zur Ermittlung der optimalen Breite symbolischer Gehegebegrenzungen, das System wurde also durchaus nach tierhalterischen Gesichtspunkten entwickelt und nur als Nebenprodukt architektonisch eingebunden. Auch U-Gräben gab es bereits vorher (siehe z.B. Leipziger Dickhäuterhaus oder manche Bären- und Großkatzenfreianlage), allerdings als durch artspezifische Breite physisch unüberwindbare Abgrenzung. Das hannoversche System sollte dagegen erstmals gleich an einer ganzen Reihe von Tierarten aufzeigen, dass sich die Gehegebewohner als Territoriumsinhaber fühlen und selbst dann in ihrem Gehege bleiben, wenn die Abgrenzung so schmal ist, dass sie es leicht verlassen könnten. Prinzipiell wäre es zu diesem Zweck möglich gewesen, die Gräben noch schmaler zu bauen (m.W. sind sie 1,80 m breit), aber dann hätte eine hineingesprungene Antilope ab einer gewissen Größe oder ein Zebra Schwierigkeiten gehabt, sich ggfs. im Graben verletzungsfrei umzudrehen, um den Ausstieg zu erreichen. Die Entstehungsgeschichte dieses Grabenprinzips ist übrigens in der Zooliteratur dokumentiert. (11.11.2009)
|
|
Hannes Lüke: |
|
Mal Off-Topic.
hat den zufällig einer Bilder wie die Giraffenanalage im Allwetterzoo aussah? Es wurden ja Giraffen und Antilopen gemeinsamm gehalten, da wird es doch ohl eine andere Abgrenzung gegeben haben? (11.11.2009)
|
|
Thomas Schröder: |
|
da war jemand schneller als ich... sehe ich zu 100 prozent wie oliver jahn! (11.11.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Wenn ich hier lese, wie so ziemlich alles, was der Zoo Frankfurt ankündigt von einigen Mitgliedern dieses Forums sofort (zer)kritisiert wird, und wenn ich dann weiter unten in genau diesem Thread lese, wie die Qualifikation des „Herrn aus Greifswald“ immer wieder in Frage gestellt wird, und das stellenweise auch von Leuten, die selber auf diesem Gebiet über keinerlei Qualifikation verfügen, dann empfinde ich es nicht als unhöflich, wenn Frankfurt auf Holgers Briefe nicht antwortet, sondern ich empfinde es als durchaus nachvollziehbar und völlig verständlich, obwohl es leider mit Holger jemanden getroffen hat, der sich daran gar nicht beteiligt hat.
Schließlich hat man auch in Frankfurt Internet und der ein oder andere dort wird sogar im Schüling-Forum lesen. (11.11.2009)
|
|
IP66: |
|
Ich finde es schwer, daß U-Profil der Gräben allein mit tierhalterischen Gesichtspunkten zu begründen - durch die Herstellung aus Beton und die winklige Umgrenzung der Anlagen bekommt das Ganze auch jenseits der zoologischen Anforderungen einen anderen Wert.
Allerdings kann man das Profil der Gräben des frankfurter Typs bis in die Zwischenkriegszeit zurückverfolgen, und zwar zu den Elefantenfreianlagen dort oder auch in Berlin, die im Rahmen der Entwicklung zum Massenzoo entstanden. Es mag dabei auch um Raumgewinnung gegangen sind, doch zumindest Herr Heck in Berlin bemerkte auch, daß durch die neuen Anlagen die Elefantenpagode in Berlin in ganz neuer Weise zur Geltung komme. Das würde ich wegen der auf die Gitter bezogenen Architektur zwar so nicht ohne Widerspruch unterschreiben, doch zeigt die Aussage, daß mit den Freianlagen dieses Grabenprofils das Verlangen nach einem freien und weiten Blick verbunden war, das in Frankfurt dann im Kontext des Giraffenhauses in einer neuen Weise adaptiert wird. (11.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Ralf Sommerlad: Im Vergleich zu den hannoverschen sind die Frankfurter Giraffenställe wahre Hallen, und auch in Hannover drängten sich zeitweise bis zu 7 Tiere in 3 Boxen... (Nicht, dass jemand glaubt, ich fände in meinem Heimatzoo alles besser!) Zu den zeitweiligen Giraffen-Mitbewohnern in Frankfurt wären noch (aus der Anfangszeit der Anlage) Elenantilopen und Thomsongazellen hinzuzufügen sowie aus späteren Zeiten Klippspringer. Bin mir auch von Fotos her ziemlich sicher, dass zeitweise nicht nur ein Okapibulle, sondern ein Paar auf der Anlage stand. Da die anderen Freianlagen des Hauses das gleiche Grabenprinzip nutz(t)en und m.W. auch der Graben am Zebrahaus entsprechend gestaltet ist, könnte man noch einige weitere Tierarten in die Unfallstatistik einbeziehen.
@IP66: Das hannoversche Trockengrabensystem unterschied bzw. unterscheidet sich in vielen Gehegen noch heute dahingehend vom noch bestehenden Frankfurter, dass die Grabenwand gehegeseitig senkrecht steht (U-Profil). Dadurch entsteht ganz zwangsläufig ein "architektonischerer" Eindruck als beim naturähnlicheren Böschungsprinzip. Genau dieses aber wurde von den Herren Ruhe und Dittrich vermieden, damit die Tiere den Graben eben nicht als Aufenthaltsort, sondern als Grenze sahen (übrigens etwas, worauf auch Hediger großen Wert legte) - und zwar als symbolische Grenze, denn sie sind ja körperlich größtenteils in der Lage, einen solchen Graben problemlos zu überwinden. Und ja, natürlich gehörten die Pfostenlöcher zum Konzept, denn sie wurden bereits beim Bau der Anlagen mit angelegt und nicht etwa als Nachbesserungsmaßnahme. (11.11.2009)
|
|
IP66: |
|
Ich halte es schon für kritisirenswert, wenn eine Zooleitung es nicht für nötig hält, auf fundierte und mehrfache Anfragen wie von Halger Wietjes nicht zu antworten. Wenn es sich bei dem Zoo um eine mit öffentlichen Mitteln unterhaltene Einrichtung handelt, würde ich ein solches Verhalten sogar als "nicht akzeptabel" bezeichnen wollen und um so mehr geneigt sein, Pressemeldungen zwischen den Zeilen zu lesen und kritisch zu hinterfragen.
In Sachen Giraffengraben halte ich für wichtig, ob der Zaun tatsächlich bis an die Besucherwegkante vorgezogen werden soll oder ob die angekündigte Vergrößerung lediglich die Rücknahme der von Herrn Schildger angeordneten Verkleinerung betrifft.
Die von Michael Mettler für Hannover angeführten Anlagen würde ich als eine zweite Entwicklungsstufe des Freigehegetypus sehen. Die Giraffenanlage in Frankfurt wollte, ähnlich wie die Sitatunga-Anlage in Köln, zunächst einmal eine Einbettung der Huftiere in eine Zoolandschaft erreichen und ließ deshalb den Graben hinter einer Zierrasenkante verschwinden. Gerade in Frankfurt bot sich so die Möglichkeit, das Gehegegefüge zwischen Stelzvogelwiese und Hirschhaus vermittels des Giraffengeheges zu weiten und neben der skulpturenhaften Inszenierung der Tiere im Haus diese in einer anderen, parkbezogenen Form zu präsentieren.
Die meisten hannoveraner Gehege wollten insofern etwas anderes, als sie die Gräben eher als Architekturbestandteil verstanden und dadurch die ausgestellten Tiere eher rahmten. Besonders bezeichnend fand ich seinerzeit die Zone, in der die Stelzvogelwiese auf die Gemeinschaftsanlage mit den Zebras stieß, wo tatsächlich der Graben eine äußerst auffällige Grenze markierte. Ich denke, daß auch die in dieses Bild integrierten "Pfostenlöcher" für den temporär zu errichtenden Zaun zum Konzept gehörte, nicht nur als Arbeitserleichterung, sondern auch als Zeichen dafür, daß man in dieser modernen Tierhaltung an alles gedacht hatte. Einen solch' hohen Wert der Haltungstechnik stellt man in Frankfurt deutlich weniger fest, was ich einerseits auf die etwas frühere Entstehungszeit der Anlagen, andererseits auf ein traditionelleres Zooverständnis zurückführen würde. (11.11.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Oje, Herr Mettler, so einfach ( und so billig) gehts hier in Frankfurt niemals ab.Und meine Vermutung, dass da irgendwer gern das Rad neu erfinden würde, drängt sich mir immer stärker auf.In der Tat hatten wir auf der Anlage, soweit ich mich erinnere, zeitweise einen Okapi-Bullen ( Kiwu?), Gerenuks, aber immer Giraffen und es gab nicht einen einzigen ernst zu nehmenden Unfall in 50 Jahren. Sicherlich habe auch ich nichts dadagen, die Anlage zu vergrössern, noch weniger hätte ich allerdings gegen eine Verkleinerung der Giraffenherde. Besonders die Innenställe sind für eine solche Zahl in keiner Weise geeignet und deutlich zu klein. (11.11.2009)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Entlang der Grabenkanten der hannoverschen Huftieranlagen sind in regelmäßigen Abständen Einsteckhülsen in den Boden eingelassen, die im Normalzustand mit Abdeckkappen versehen sind (siehe Pfeile). Die Pfosten des Eingewöhnungszaunes können also mit wenig Aufwand jederzeit stabil verankert werden. Für schlecht springende Arten wie Giraffen, Rinder oder Großkamele vermittelt(e) der Zaun eine deutlich erkennbare, schwer zu überwindende Grenze (auch wenn er einem massiven Ansturm wahrscheinlich nicht standhalten würde) und gemahnt sie zur vorsichtigen Annäherung und Untersuchung des Hindernisses, wobei dann auch gleich der hinterliegende Graben erkundet wird. So gut wie jede Antilopenart wäre dagegen problemlos in der Lage, den Zaun je nach Körpergröße und arttypischem Bewegungsablauf zu überspringen, zu unterlaufen oder gar durch die Balkenabstände zu springen. Dennoch funktioniert er auch hier wegen seiner optischen Präsenz als psychologische Grenze, quasi als zur Vorsicht gemahnendes "Stoppschild".
Am Rande sei noch erwähnt, dass die Konstruktion aus Bodenhülse und temporärem Holzgatter auch in den früheren, nicht grabenbegrenzten Hirschgehegen Einsatz fand, um zur Brunftzeit ringsherum an der Umzäunung entlang verlaufende "Fluchtgänge" mit schmalen Durchschlüpfen für die Hirschkühe zu errichten, die nach der Brunft mit genauso wenig Aufwand wieder demontiert werden konnten. Der Zoo konnte dadurch auf das andernorts notwendige Absägen der Geweihe verzichten. Der Besucher hatte dann zwar zeitweise ein Holzgatter im Blickfeld, wurde dafür aber durch den Anblick eines Hirsches in vollem Geweihschmuck "entschädigt". (11.11.2009)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Mir geht es übrigens nicht darum, den Zoo Frankfurt und die dort handelnden Personen zu diskreditieren; meine verwunderte Reaktion wäre die gleiche, wenn mit der gleichen Begründung eine länger bestehende Anlage in z.B. Berlin, München oder Hannover als dringend umbaubedürftig bezeichnet werden würde. Und die Verwunderung rührt halt einfach daher, dass ich aus meinem Heimatzoo eine Methode zur weitestgehenden Vermeidung solcher Grabenstürze gewohnt bin, die hier seit Anfang der 60er Jahre mit Huftieren unterschiedlichster Art erfolgreich praktiziert wird. In diesem Zeitraum wurden etliche Hundert Tiere - Nachzuchten wie Neuzugänge und Tiere, die von einem Gehege in ein anderes umgesetzt wurden - an Trocken- wie auch Wassergräben gewöhnt (wenn die Zahl nicht sogar längst vierstellig ist - immerhin fällt in den Zeitraum auch noch ein Jahrzehnt der Tierhandelstätigkeit von Fa. Ruhe).
Um die Geschichte mal zu illustrieren, weil sie vielleicht nicht jedem geläufig ist: Das nebenstehende Foto zeigt die aktuelle hannoversche Giraffenanlage mit dem temporären Eingewöhnungszaun. Dieser verläuft entlang jeglicher Grabenabgrenzung, ob Wassergraben (= Sambesi-Ufer) oder Trockengraben (Begrenzung in Richtung Löwenanlage, Besucherweg und Show-Arena). Nach vollzogener Eingewöhnung (meistens wohl nur wenige Wochen nötig) wird der Zaun wieder entfernt.
(11.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Dann frage ich mich nach der Aussage des Tierarztes aber erst recht, warum man nicht längst erfolgreiche Methoden zur Vermeidung dieses Problems aus anderen Zoos übernommen hat, denn das beschriebene Verhalten ist weder auf Frankfurt noch auf Giraffen beschränkt, noch nicht mal auf Jungtiere; auch Neuzugänge aus anderen Zoos müssen örtliche Abgrenzungen erst mal kennen lernen und geraten ohne vorübergehende (!) Sicherung schnell in einen Graben. Nach vollzogener Eingewöhnung ist dann das provisorische Gatter im Regelfall überflüssig, auch wenn sich Unfälle wie bei jeder Art einer Absperrung nie hundertprozentig vermeiden lassen.
Antwerpen hat einen Wassergraben und gehegeseitig einen kniehohen E-Zaun. Ein Jungtier, das zum ersten Mal die Außenanlage betritt, hat aber auch keine Erfahrung mit E-Drähten und der Durchsichtigkeit dieser Abschreckungsmaßnahme, kann also theoretisch im Spiellauf auch an einer solchen Absperrung verunglücken. Die im gesamten Antwerpener Graben tätigen Wasserfontänen könnten allerdings eine psychologische Bremswirkung verursachen - gut sichtbares Fremdartiges wird eingehender und vorsichtiger untersucht. Nun hat sich das Thema Jungtiere allerdings in Antwerpen erledigt, da in dieser Anlage nicht mehr gezüchtet wird...
Vielleicht musste man eine "Gefahr" durch den Graben in Frankfurt auch nur bemühen, weil auf diese Weise die Gehegevergrößerung als Schadenvermeidungsmaßnahme gebucht werden kann...? (11.11.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Michael, ich lese das anders. Wenn von einer Baumaßnahme geschrieben wird, die einen temporären Zustand beseitigt, den es seit 2007 gibt, dann ist das (wenn man will) durchaus als Rückversetzung verstehbar. Und gerade du weißt doch sicher am besten, was werbewirksamer ist für einen Zoo, etwas NEUES anzukündigen, oder dem geneigten Besucher mitzuteilen, wir machen es wieder so wie früher. ;-)
Und ich stelle mir insbesondere die Gehegeabgrenzung so vor, wie derzeit in Antwerpen, und dann ist es eine Neuerung.
Was aber deine Kritik angeht, so kann ich bezgl. der Gefährlichkeit das ganze nicht einschätzen, da habe ich zu wenig Kenntnisse, vertraue aber erst mal dem Fachpersonal vor Ort. Denn in diesem Zusammenhang fällt mir ein Beitrag im Fernsehen ein, in dem der Frankfurter Zootierarzt im Interview war. Da erzählte er: Wir haben in Frankfurt regelmäßig Probleme, wenn wir unsere Jungtiere das erste mal auf die Außenanlage lassen, weil sie dann völlig überdreht loslaufen und springen und dabei nicht selten im Graben landen. In wie weit sie dabei dann auch tatsächlich Schaden genommen haben, das hat er natürlich nicht gesagt. (10.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Die Pressemitteilung schildert eine Baumaßnahme und somit eine Neuerung, denn von einer Rückversetzung in einen vorherigen Zustand - nämlich freier Sicht für den Zoobesucher, die allerdings im Originalzustand NOCH freier war - ist dort nicht die Rede. Und zumindest meine Kritik entzündet sich hauptsächlich daran, dass der Graben "rückwirkend" zu einer Gefahrenquelle erklärt wird, obwohl an ihm über 50 Jahre lang keine Giraffe (und meines Wissens auch kein anderes Huftier der Arten, die dort zwischenzeitlich als Gehegepartner gehalten wurden) zu Schaden gekommen ist. Wenn eine beabsichtigte Gehegevergrößerung nur dadurch machbar ist, dass man auf den Graben verzichtet, könnte man das doch genau so mitteilen und umsetzen, ohne ein jahrzehntelanges Gefahrenszenario heraufbeschwören zu müssen. (10.11.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Michael, davon lese ich nichts in dem Artikel. Im Gegenteil, es wird sogar darauf hingewiesen, dass der jetzige Zaun temporär seit 2007 dort steht. Und er behindert die Sicht. Und das wird jetzt geändert. Von Neuerung kann ich da nichts finden. (10.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Oliver, gegen mehr Platz für die Giraffen hat hier bestimmt niemand etwas. Aber freien Blick auf die Tiere gewissermaßen als Neuerung zu verkaufen, obwohl es diese Möglichkeit schon vor dem Bau des Zaunes an gleicher Stelle ein halbes Jahrhundert lang gab, ist ein wenig merkwürdig. Das ist so, als würde man das zugehörige Haus einige Zeit für Besucher sperren und die Wiederöffnung als Neuentwicklung feiern. (10.11.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Ich lese zum dritten mal den Satz:
"Unsere Giraffen sollen mehr Platz auf ihrer Außenanlage und unsere Zoobesucher einen freien Blick auf unsere Giraffenherde erhalten."
Und ganz ehrlich, ich kann es drehen und wenden wie ich will, an beiden Aussagen kann ich überhaupt nichts kritikwürdiges finden.
Im Gegenteil, mehr Platz für die Tiere begrüße ich. Und nach dem letzten Zaun freu ich mich auch darauf, in FFM die Giraffen wieder besser sehen zu können. (10.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Ralf Sommerlad: Projiziert man die bei den Giraffen angestrebte "absolute Sicherheit" auf den Menschenaffengraben, dann bietet dieser trotzdem ein höheres Risiko. E-Draht ist kein wirkliches Hindernis - siehe München, wo der Schimpansenmann über den Draht hinweg ins Wasser gesprungen ist. Menschenkinder können in wenige Zentimeter tiefem Wasser ertrinken, wenn sie mit dem Gesicht voran hineinfallen und vor Schreck tief inhalieren - falls Menschenaffen uns auch in dieser Hinsicht ähnlich sein sollten....
Nur ist ja das Kuriosum, dass der Frankfurter Giraffengraben über 50 Jahre und mehrere Zoodirektoren "brauchte", um endlich seine wahre Gefährlichkeit zu zeigen (Ironie). (10.11.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Auch hier stimme ich zu, Herr Mettler - auch wenn die Konzeption de Wassergrabens mit E-Zaun und Flachwasserzonen sich sehr von der damaligen Grabenkonstruktion unterscheidet.Übrigens wüsste ich jetzt nichts von grossem Tohuwabohu in Verbindung mit dem Giraffenkalb,erinnere mich aber sehr wohl an möglichst medienwirksamen Aktionismus durch Prof. S. (10.11.2009)
|
|
Holger Wientjes: |
|
Ich fürchte, man bekommt auch (´mal wieder) keine Antwort auf all die Fragen, wenn man direkt in Frankfurt nachfragt ! Ich habe das jetzt zweimal versucht, auch bezüglich der Nebelparderabgabe, und es kam nichts... ! Spricht nicht dafür, dass dort im Moment weiss was man tut oder man bekommt soviele Anfragen bezüglich irgendwelcher "Niekisch-Pläne", dass man keine Lust hat die zu beantworten. Aber auf einen dreiseitigen Brief nicht wenigstens kurz zu antworten finde ich schon etwas unverschämt ! (10.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
P.S. Das sollte übrigens keine Generalschelte zur Menschenaffenhaltung hinter Wassergräben sein. Angesichts der Gesamtzahl von Menschenaffen, die in Zoos hinter Wasser gehalten werden und wurden, dürfte die Unfallrate im Vergleich zu anderen "Begrenzungsunfällen" (Huftiere/Zäune, Vögel/Glasscheiben usw.) einen sehr geringen Prozentsatz ausmachen - nur erzeugen die Opfer hier sehr viel höheres Publikums- und damit auch Medieninteresse. Die Quote der Giraffenunfälle an Trockengräben würde ich aber für noch niedriger halten. (10.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Besonders bizarr ist in meinen Augen, dass andernorts im selben Zoo gerade erst eine Gehegebegrenzung neu errichtet wurde, die - betrachtet man die Frankfurter Zoogeschichte - statistisch gesehen erheblich mehr Risiko für die Gehegebewohner bietet als der Giraffengraben. Schließlich war es Frankfurt, wo in einem Wassergraben einst vier Menschenaffen ertranken.
Bliebe eine Frage: War der Zoo eigentlich unter öffentlichen Druck geraten, nachdem der Unfall mit dem Giraffenkalb passierte und via Reality-TV in die Wohnzimmer flimmerte? (10.11.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Ich könnte mir jedenfalls denken, dass eine ganze Menge Foristen und Zoo-Profis in Kenntnis der damaligen Gegebenheiten angesichts der Planungen allenfalls verständnislos den Kopf schütteln. Herr Schildger hat es tatsächlich noch fertiggebracht, auch nach seinem Ausscheiden eine Menge öffentlichen Geldes zu verbrennen, nicht zu fassen... (10.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Auf jeden Fall wäre es erheblich preiswerter, in einen ebenso stabilen wie mobilen Eingewöhnungszaun zu investieren als gleich Tiefbauarbeiten zu machen. Ist es übrigens beim Zuschütten eines Grabens nicht egal, aus welchem Untergrund die Anlage besteht...?
Wenn mit "offener Zaunkonstruktion" gemeint ist, dass sie für die Besucher möglichst "durchsichtig" ist, dann gilt das umgekehrt logischerweise auch für die Giraffen und würde m.E. bedeuten, dass sie im Aufregungsfall möglicherweise nicht als Hindernis wahrgenommen bzw. für leicht zu "durchstoßen" gehalten wird. Ob das nun wirklich weniger unfallträchtig ist? Bin gespannt. (10.11.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Herr Mettler hat völlig Recht!
Die vom Interimszoodirektor aus Bern veranlasste, abenteuerliche Konstruktion entfernen, die Zahl der in Frankfurt gepflegten Giraffen reduzieren, das würde schon reichen.Ich weiss nicht, "offene Zaunkonstruktion" lässt mich Schlimmes befürchten... (10.11.2009)
|
|
Sacha: |
|
Ist es nicht so, dass in München die Giraffen schon jahrzehntelang auf einer Anlage mit minimalem Trockengraben leben, ohne dass es DADURCH zu - wenn überhaupt - nennenswerten Unfällen kam? (10.11.2009)
|
|
IP66: |
|
Wenn ich es recht in Erinnerung habe, war der Graben für die Giraffen sogar begehbar - dann würde eine Vergrößerung der Anlage lediglich den Zustand der 50er Jahre wiederherstellen und die durch den Zaun bewirkte Verkleinerung rückgängig machen.
Auch mir sind jenseits der beiden von Herrn Mettler angeführten Fälle, keine durch Trockengräben verursachten Giraffenunfälle bekannt - doch vielleicht kennt ja eines der Forumsmitglieder die Studien, auf die sich Herr Niekisch in der Pressemeldung beszieht.
Ich fürchte zudem, daß eine "offene Zaunkonstruktion" nicht jene für das dicht bebaute Gelände so wichtige Offenheit erzeugt, durch den der Trockengraben bei den Giraffen und seinerzeit auch bei den Wölfen die Zoolandschaft bereicherte. (10.11.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Na, dann drücke ich doch mal fest die Daumen, dass keine junge Giraffe in die Seile geraten wird... Was ist eigentlich eine "offene Zaunkonstruktion"? Sowas wie eine gerade Kurve?
Wäre mal interessant, wie die Unfallstatistik von Giraffen an Trockengräben aussieht. Neben dem Frankfurter Fall, bei dem das Jungtier meiner Erinnerung nach nicht mal zu Schaden kam, ist mir aus etlichen Jahresberichten verschiedener deutscher Zoos aus dem Stegreif nur der (tödliche?) Unfall eines ausgewachsenen Zuchtbullen in Münster vor etlichen Jahren im Hinterkopf, wo der Graben danach zwar "entschärft" wurde, aber bis heute ohne wie auch immer gearteten Schutzzaun auskommt. Aus Hannover ist mir kein Grabensturz aus nacheinander zwei trockengrabenumgrenzten Freianlagen in Erinnerung, weder aus den von 1972 bis 1993 veröffentlichten Jahresberichten noch aus Pressemeldungen oder auch nur vom Hörensagen aus der Zeit danach, und in diesem Zeitraum hatten immerhin über 40 Giraffenkälber Erstkontakt mit der Absperrung. Allerdings verhindert hier auch ein provisorischer Balkenzaun Stürze, bis sich Jungtiere (oder auch andere Neuankömmlinge) an den Graben gewöhnt haben, nicht nur ein labiles Flatterband.
Der Frankfurter Graben war übrigens gar nicht von Eröffnung der Anlage an ein Trockengraben, sondern ursprünglich ein Wassergraben (der möglicherweise nur im Winter trockengelegt wurde). (10.11.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Mehr Platz für unsere Giraffen
Außenanlage für Giraffen wird erweitert
Seit letzter Woche wird an der Giraffen-Außenanlage kräftig gebaut. „Mit den Bauarbeiten verfolgen wir zwei Ziele“, erläutert Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch, „Unsere Giraffen sollen mehr Platz auf ihrer Außenanlage und unsere Zoobesucher einen freien Blick auf unsere Giraffenherde erhalten.“
Im Jahr 2007 musste ein temporärer Schutzzaun rund um die Giraffen-Außenanlage aufgestellt werden, der die Jungtiere vor einem Sturz in den Trockengraben bewahren sollte. „Der 1953 zusammen mit dem Bau des Giraffenhauses angelegte Trockengraben ist nach heutigen Erkenntnissen eigentlich schon immer eine Gefahrenquelle für unseren Giraffen-Nachwuchs gewesen“, erklärt Niekisch. Seit 1993 werden im Zoo Frankfurt erfolgreich Netzgiraffen gezüchtet. Ihr erster Gang auf die Außenanlage barg immer die Gefahr eines Sturzes in den Trockengraben. „Die Umbaumaßnahmen sind deshalb dringend erforderlich“, sagt Niekisch.
Bei den Bauarbeiten wird der Trockengraben zugeschüttet. Der dadurch gewonnene Platz von ca. 292 qm wird der Giraffen-Außenanlage zugeschlagen. Die Anlage wird dann insgesamt 1.617 qm umfassen. Anstelle des relativ blickundurchlässigen Schutzzaunes wird eine offene Zaunkonstruktion aus Seilen die Anlage schützen und einen freien Blick auf unsere stattliche Herde ermöglichen.
Die Dauer der Bauarbeiten ist schwer abzuschätzen, denn der Untergrund der alten Giraffen-Außenanlage besteht aus Bauschutt aus dem zweiten Weltkrieg. Die Umgestaltung wird somit zu einem kleinen Abenteuer, soll aber, wenn alles nach Plan läuft, im Dezember abgeschlossen sein.
„Der Zoo Frankfurt ist stolz auf seine Giraffenzucht. In den letzten Jahren wurde jedes Jahr mindestens ein Jungtier geboren – dank unserer harmonischen adulten Gruppe“, freut sich Niekisch. „Derzeit besteht unsere Herde aus sieben Tieren.“ Der Zoo Frankfurt beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm EEP für Netzgiraffen. Jugendliche Giraffen werden deshalb regelmäßig in andere Zoos abgegeben, um so zur Arterhaltung beizutragen. (10.11.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis:
Vortrag
Schutz der Saiga in Kasachstan –
vom Arten- zum Ökosystemschutz
Einst zogen Millionen von Saiga-Antilopen durch die europäischen und asiatischen Steppen. Heute sind die scheuen und mit ihrer rüsselförmigen Nase etwas merkwürdig anmutenden Steppenbewohner so selten geworden, dass sie in der internationalen Roten Liste in der Kategorie „vom Aussterben bedroht“ geführt werden. Ursache für den dramatischen Schwund ist vor allem die Wilderei. Nach dem Zusammenbruch der subventionierten Landwirtschaft Kasachstans diente das Fleisch der Saigas der mittellosen Landbevölkerung als Nahrungsmittel und die Hörner wurden nach China verkauft, wo sie in der Traditionellen Medizin verwendet werden. Mit dem Verschwinden der Saigas setzte aber auch eine großräumige Veränderung der Steppen ein. Inzwischen eröffnet die Landflucht der Bevölkerung ganz neue Perspektiven. Mit der Einrichtung großer Schutzgebiete und der Bekämpfung der Wilderei, können Steppengebiete renaturiert und große zentralasiatische Wildnisgebiete gerettet werden. Dazu haben sich in einer außergewöhnlichen Konstellation Naturschutzorganisationen mit der kasachischen Regierung zusammengeschlossen. Wie Schutzgebiete von Bundeslandgröße geplant werden, wie endlose Ebenen, die im Sommer brütend heiß und im Winter bitterkalt sind, überwacht werden und wie man den rätselhaften Wanderzügen der Saiga-Herden auf die Spur kommt, darüber berichten, zurück aus Kasachstan, Wolfgang Fremuth, Referatsleiter der ZGF für Europa und Dr. Christina Geiger, Tierärztin des Zoos Frankfurt.
Dr. Christina Geiger, Zoo Frankfurt und Wolfgang Fremuth, ZGF
Schutz der Saiga in Kasachstan –
vom Arten- zum Ökosystemschutz
Wann: Mittwoch, 4. November 2009
Wo: Zoo-Gesellschaftshaus, Ausstellungssaal, Bernhard-Grzimek-Allee 1, 60316 Frankfurt
Beginn: 18:00 Uhr, Eintritt frei (27.10.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis:
Kürbiswerkstatt im Zoo
Große Kürbisschnitz-Aktion
Sonderfütterung: Kürbisse für die Flusspferde, um 12.00 und 14.00 Uhr
31. Oktober 2009
10.00 – 16.00 Uhr
Affenanlagen
An Halloween stehen Kürbisse ganz hoch im Kurs. Deshalb bietet der Zoo Frankfurt am 31. Oktober eine ganz besondere Kürbiswerkstatt in den Affenanlagen an: Große und kleine Kürbisliebhaber können ihren ganz persönlichen Halloween-Kürbis schnitzen, während sich die Flusspferde im nahen Nashornhaus schon das Maul lecken. Denn die lieben Riesen werden nicht leer ausgehen, um 12.00 und um 14.00 Uhr finden Sonderfütterungen statt. Petra und Maikel werden an diesem Tag sicherlich kürbissatt.
Eure geschnitzten Kunstwerke könnt ihr natürlich mit nach Hause nehmen und euch vorher noch gruselig schminken lassen.
Zooeintritt: Erwachsene 8,- €, Kinder von 6 bis 17 Jahren: 4,- €, Kinder unter 6 Jahre haben freien Zooeintritt (27.10.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis:
Abendöffnung des Exotariums
Von Oktober 2009 bis März 2010 ist das Exotarium jeden Freitag durchgehend bis 21.00 Uhr geöffnet.
Datum: 30. Oktober 2009
Treffpunkt: Reptilienhalle (1. Stock)
Uhrzeit:
19.15 Uhr: Tropengewitter bei den Krokodilen
19.30 Uhr: Führung von Tierpfleger Frank Jantoß
Thema der Führung:
Traumberuf Tierpfleger?
Aus dem Leben eines Tierpflegers
Wie wird man Tierpfleger und was kann man in diesem Beruf erwarten. Tierpfleger Frank Jantoß erläutert Grundlagen und Feinheiten dieses Berufes und gibt auch einen Einblick in den täglichen Arbeitsablauf eines Reptilienpflegers im Exotarium.
Der Eintritt kostet 6,- Euro für Erwachsene und 3,- Euro für Kinder (Feierabendtarif). (27.10.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Geierschutz in Europa – Bartgeier im Aufwind
Bartgeier sind majestätische Vögel. Mit fast drei Metern Flügelspannweite gehören sie zu den weltweit größten flugfähigen Vögeln. Und sie warten mit kuriosen Eigenarten auf: Sie schminken sich, betreiben Knochenschmieden und brüten mitten im Winter. Als vermeintlicher Lämmerräuber vom Menschen erbarmungslos verfolgt , waren sie mehr als hundert Jahre lang aus dem gesamten Alpenraum verschwunden.
Vor mehr als 30 Jahren begann eines der größten und erfolgreichsten Wiederansiedlungsprojekte in der Geschichte des Naturschutzes. Das Ziel, eine lebensfähige Population in den Alpen wiederaufzubauen scheint heute erreicht, doch es gibt neue Herausforderungen.
Dr. Hans Frey, einer der „Väter des Projektes“ und Leiter des „Richard-Faust-Bartgeier-Zuchtzentrum“ in Haringssee (Österreich), berichtet von dieser großen Erfolgsstory.
Wann: Mittwoch, 7. Oktober 2009
Wo: Zoo-Gesellschaftshaus, Ausstellungssaal, Bernhard-Grzimek-Allee 1, 60316 Frankfurt
Beginn: 18:00 Uhr
Eintritt frei
(02.10.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Dreamrun 2009
Der längste Staffellauf der Welt Benefizlauf für behinderte und chronisch kranke Kinder startet am Frankfurter Zoo.
Freitag, 2. Oktober, 9.30 Uhr
Haupteingang Zoo Frankfurter
Großes haben sie sich vorgenommen, die "Diergaarde Blijlopers" des Rotterdamer Zoos. Sie wollen in das Guinness Buch der Rekorde, als das Team, das den längsten Staffellauf der Welt absolviert hat. Bereits zum zwölften Mal organisieren Tierpfleger des "Diergaarde Blijdorp" in Rotterdam einen solchen Benefizlauf. Erstmals formierte sich die Gruppe 1999, damals wurden Gelder zur Finanzierung der "Dreamnight at the zoo" benötigt, einer Initiative, die ebenfalls von den Mitarbeitern des Rotterdamer Zoos ausging und kranken und behinderten Kindern einmal im Jahr exklusiv die Tore zu mittlerweile mehr als 200 Zoos weltweit öffnet. Die Aktion war ein Erfolg und getreu dem Motto "Never change a winning team" hat die Gruppe seitdem 12 Läufe mit immer ehrgeizigeren Routen und immer erfreulicheren Ergebnissen absolviert. Längst läuft man nicht mehr nur für die Dreamnight. Im letzten Jahr erhielten als Ergebnis des Laufes drei unterschiedliche Initiativen zur Unterstützung chronisch kranker und behinderter Kinder insgesamt 34.000 Euro. Hauptsächlich setzt man auf die Gewinnung von Sponsoren, aber auch kleinere Einzelspenden sind willkommen. Jeder Cent fließt hierbei in die jeweils unterstützten Stiftungen. Das Dreamrun-Team nimmt alle Kosten des Staffellaufes auf sich.
In diesem Jahr hat man sich noch größere Ziele gesetzt als 2008: 50.000 Euro will man sammeln. Unterstützt werden sollen in diesem Jahr die "Freunde des Sophia Kinderkrankenhauses", die Unterricht und Entspannung der kleinen Patienten sowie Forschungen unterstützen, die Stiftung Sam, ein interaktives Programm mit Delphinen für behinderte Kinder, und die "Dreamnight at the zoo".
Los geht es am Freitag, 2. Oktober, am Haupteingang des Frankfurter Zoos. 18 Läufer, 6 Radfahrer und begleitende Wagen werden um 9.30 Uhr zum dreitägigen Lauf über Mainz, Koblenz, Bonn, Köln, Düsseldorf, Spijk, Lobith und Arnhem bis zum Endpunkt am Rotterdamer Tiergarten Blijdorp starten. Insgesamt 580 Kilometer wird man am 4. Oktober für den guten Zweck zurückgelegt haben und damit Einzug ins Guinness Buch der Rekorde halten.
Weitere Informationen zum Dreamrun und der "Dreamnight at the zoo" finden Sie unter www.dreamrun.nl und www.dreamnightatthezoo.nl. Unterstützen kann man den Dreamrun durch eine Spende auf das Konto: IBAN NL69INGB0000384741 BIC INGBNL2A Diergaarde Blijlopers, Rotterdam; Dreamrun 2009
(30.09.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
zu spät gesehen..Schade. (28.09.2009)
|
|
Klaus Schüling: |
|
Morgen, Sonntag: Zootage in Frankfurt
... und im Grzimekhaus gibt es einen Bücherstand vom Schüling Buchkurier (26.09.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Schön, dass Herr Niekisch die Leistung des Amtsvorgängers ("Schmuckstück") so sehr anerkennt. (22.09.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Ein neues Zuhause für Golum und Jerry
Das Gibbon-Haus ist eröffnet
Nach mehreren Jahren Bauzeit ist es endlich soweit: Das neue Gibbon-Haus ist eröffnet! Am Großen Weiher ist ein moderner Bau im Gewächshausstil entstanden. „Das Haus ist ein echtes Schmuckstück geworden“, freut sich Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. Die beiden Weißwangengibbons Golum und Jerry, die seit Februar 2007 in Frankfurt sind und bisher in den Affenanlagen untergebracht waren, fühlen sich in der neuen Schauanlage mit einer Grundfläche von 47 m² und einer Höhe von 6 m sichtlich wohl. Ein Abtrenngehege (11 m², 3,5 m hoch) und ein Tierpflegerbereich (10 m²) gehören zum Haus am See, das den Affen in seinem Inneren vielfältige Möglichkeiten zum Klettern und Hangeln bietet.
Bis zur Eröffnung dieser Anlage waren einige Herausforderungen zu meistern, welche die Fertigstellung des Projektes verzögerten. Die Tatsache, dass das Haus teilweise in den Weiher hinein gestellt wurde, machte zum Beispiel besondere bauliche Maßnahmen am Fundament notwendig. Bei den Aushubarbeiten stieß man auf einen bis dahin unbekannten Bunker, der nicht ohne weiteres gesprengt werden konnte.
Spektakulär ist die Verbindung des Gebäudes zu den beiden Inseln im Weiher, die den Gibbons als Außenanlage dienen. Die beiden Tiere können sich an Tauen auf die Inseln hangeln. „Wir haben keine Zweifel daran, dass Golum und Jerry diese Aufgabe im typischen Gibbon-Stil mit Bravour erledigen“, lacht Niekisch. „Und für unsere Besucher wird es ein ganz besonderer Anblick sein, wenn sich die Affen in unmittelbarer Nähe in der natürlichen Vegetation tummeln.“
Gibbons sind Schwinghangler. Mit Hilfe ihre langen Arme schwingen sie sich scheinbar mühelos durch die Bäume. Mit einem einzigen Schwung können sie bis zu 12 Meter zurücklegen. Der Frankfurter Künstler Wolfgang Weber hat die elegante Schwingbewegung der Gibbons in einem Gemälde auf der Außenwand des Gibbon-Hauses treffend eingefangen und stellt in einer weiteren Zeichnung die Proportionen der Gibbons im Verhältnis zum Menschen dar.
Für Zoobesucher ist am Gibbon-Haus ein Vordach als Regenschutz und gegen Spiegelung angebracht, so dass die Weißwangengibbons bequem durch die großen Scheiben in ihrem anregungsreich gestalteten neuen Heim beobachtet werden können. Eine große Tafel informiert über Fortbewegung, den markanten Gesang, Familienstruktur und -verhalten sowie Bedrohung und Schutzmaßnahmen.
Für die in ihrer Heimat Vietnam selten gewordenen Weißwangengibbons besteht ein Europäisches Erhaltungszucht-Programm (EEP). Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) setzt sich seit 1991 für den Schutz der vom Aussterben bedrohten Primaten ein. (21.09.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Gemeinsame Jahreskarte von Zoo Frankfurt und Opel-Zoo
Ab September 2009 kann man an den Kassen von Opel-Zoo und Zoo Frankfurt eine Jahreskarte für beide Einrichtungen kaufen. Die ‚Opel-Zoo-Zoo-Frankfurt-Jahreskarte’ kostet 80 Euro für Erwachsene und 32 Euro für Kinder und gilt für beliebig viele Zoobesuche. (07.09.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis
Vortrag
Darwins Spottdrosseln heute –
Naturschutz und Forschung auf Galápagos
Galápagos wurde erst sehr spät besiedelt und gilt heute noch als der ursprünglichste Archipel der Welt. Die Tier- und Pflanzenwelt des Inselreichs fasziniert durch ihre Einzigartigkeit und die Anpassungen ihrer Bewohner an unwirtliche Bedingungen. Charles Darwin haben sie bei seinem Besuch im Jahre 1835 zu seinen Erkenntnissen über die Artentstehung inspiriert. Besonders die verschiedenen Arten von Spottdrosseln spielten dabei eine Schlüsselrolle. Um die Unversehrtheit dieses einmaligen Laboratoriums der Evolution zu erhalten, wurde vor 50 Jahren die Charles Darwin Stiftung ins Leben gerufen und der Galápagos Nationalpark gegründet. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt unterstützt beide Institutionen seit Jahrzehnten bei ihrer wichtigen Naturschutzarbeit und hat eine Expertin eingeladen, die in die wunderbare, aber auch sensible und gefährdete Welt Galápagos entführt.
Paquita Hoeck, Universität Zürich
Darwins Spottdrosseln heute –
Naturschutz und Forschung auf Galápagos
Wann: Mittwoch, 2. September 2009
Wo: Zoo-Gesellschaftshaus, Ausstellungssaal
Bernhard-Grzimek-Allee 1 | 60316 Frankfurt
Beginn: 18:00 Uhr | Eintritt frei
(27.08.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Stopp dem Amphibiensterben
Erster Amphibien-Gipfel in London
Am 20. und 21. August 2009 trafen sich weltweit führende Amphibienexperten von 22 Organisationen, Zoos und Universitäten bei der Zoological Society of London zum ersten Amphibien-Mini-Gipfel, unter ihnen der Frankfurter Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch.
Hintergrund des hochkarätig besetzten Treffens ist die weltweit dramatische Bedrohung der Amphibien. Von den über 6.000 bekannten Arten stehen mehr als 30 Prozent am Rande der Ausrottung. „Keine andere Klasse von Tieren oder Pflanzen ist in ihrer Gesamtheit so sehr bedroht“, umreißt Amphibienspezialist Niekisch die katastrophale Situation. Die bekannten Faktoren für das Amphibiensterben sind kommerzielle Nutzung, eingeführte Arten, Umweltverschmutzung, der Klimawandel, die Änderung der Landnutzungsgewohnheiten und Infektionen durch den „Amphibienpilz“ (Batrachochytrium dendrobatidis). „Diese Faktoren zusammengenommen bedrohen die für unsere Ökosysteme so wichtigen Amphibien in unvorstellbarer Weise“, mahnt Niekisch.
Im Rahmen der Tagung in London verfassten die Experten eine Erklärung, die das Problem des Amphibiensterbens punktgenau umreißt und in zwei zentralen Forderungen mündet:
• Die Ausrottung der Amphibien durch die kommerzielle Nutzung und die veränderte Landnutzung muss gestoppt werden
• Die Ausbreitung des Amphibienpilzes muss gestoppt und ein Rückgang der Infektionen durch den Pilz erreicht werden
Der Amphibien-Gipfel setzt ein starkes Signal. Alle 22 unterzeichnenden Organisationen haben das Thema ganz hoch auf die Agenda gesetzt. Neben dem Zoo Frankfurt, der sich dem Amphibienschutz verpflichtet fühlt, haben auch die Zoologische Gesellschaft Frankfurt und die Gesellschaft für Tropenökologie gtö die Erklärung unterschrieben. „Nur durch koordiniertes und rasches Handeln ist das Amphibiensterben zu bekämpfen“, so Niekisch. Der Mini-Gipfel war der erste in einer Reihe von zweijährlichen Treffen, um die Fortschritte der Initiative zu bewerten und den weltweiten Amphibienschutz voranzutreiben. (27.08.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Mit der Unterscheidung von Heubauch und Trächtigkeit tue ich mich bei Zebras immer schwer... Vielleicht war das ja auch der Grund, warum die Stute erst mal noch in Frankfurt blieb: So konnte der Zoo noch ZWEI Zebras verkaufen.
Ein Detail auf der AK könnte noch hilfreich sein: Der künstliche Termitenhügel, denn der stand bestimmt nicht schon zu Rinderhauszeiten im Gehege. Ich vermute sogar eher, dass Grzimek den erst errichten ließ, nachdem er selbst in Ostafrika gesehen hatte, dass sich Zebras an Termitenhügeln scheuern. Ich bilde mir sogar ein, dass er das irgendwo geschildert hat, aber mir fällt nicht ein, wo. In den fraglichen Jahresberichten ist der Termitenhügel jedenfalls nirgends unter Baugeschehen aufgeführt. (03.08.2009)
|
|
Michael Amend: |
|
Okay, München hat 1958 sein 800jähriges gefeiert, die Karte selbst muß aber älter sein, denn der Aufdruck zum 100jährigen Jubliäum des Zoos fehlt. Ich tippe dann mal auf 1956 /57. 57 wurde aber kein Zebra geboren, und das Tier auf der AK ist mit Sicherheit trächtig, dann tippe ich auf 56, in dem Jahr wurden auch zwei Watussi-Rinder geboren, ich schätze,das Steppenzebra auf der Karte hat dann bald darauf geworfen. (03.08.2009)
|
|
Michael Amend: |
|
@MM. Obwohl der Posstempel wirklich recht gut lesbar ist, es deutet Nichts daraufhin, das von der Ziffer etwas fehlt,muß es wohl so sein. Wann hat München denn sein 800jähriges Jubiläum gefeiert, die Briefmarken auf der Karte sind zum Stadtjubliäum von München herausgegeben worden. Das Steppenzebra auf der Karte sieht mir übrigens relativ trächtig aus.1956 wurden laut JB noch zwei Zebras geboren.
Die Ziffer auf dem Posstempel ist definitv eine drei, ich hab sie mit der 6 verglichen, an der 3 fehlt Nichts,wirklich Nichts....Entweder hat sich der Postbeamte geirrt, oder Frankfurt hat schon vor 1956 ein Grevy gehabt.... (03.08.2009)
|
 |
Zoo Frankfurt: |
|
Okapi-Bulle Deto ist der neue Schwarm im Giraffenhaus
Er ist groß und stattlich, sein Fell glänzt intensiv dunkelbraun – Deto ist eine Augenweide und irgendwie scheint er das auch zu wissen, denn als er am späten Nachmittag des 29. Juli 2009 sein neues Zuhause im Zoo Frankfurt zum ersten Mal betrat, gab er sich betont lässig.
Das freute insbesondere Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch, denn schließlich setzt man einige Erwartungen in den sieben Jahre alten Bullen, der aus dem Zoo Dvůr Králové in Tschechien nach Frankfurt gekommen ist. „Ein Tiertransport ist nie ganz risikolos“, so Niekisch. „Jetzt ist es wichtig, dass sich Deto langsam an seine neue Umgebung gewöhnt. Schritt für Schritt wird er sich sein neues Gehege erobern und dann natürlich auch möglichst schnell die Bekanntschaft der beiden Weibchen Antonia und Lomela machen.“
Dass die drei sich sympathisch sind, hofft man nicht nur in Frankfurt. Auch die Koordinatoren des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) spekulieren auf Okapi-Nachwuchs, denn zurzeit leben in europäischen Zoos und Tiergärten nur knapp über 50 Tiere. In ihrer afrikanischen Heimat, im Kongo, sind die Okapis bedroht, erfolgreiche Zuchten daher unbedingt erforderlich. „Mit der Entscheidung, unseren bisherigen Bullen Libembe an den Zoo von Antwerpen abzugeben und Deto nach Frankfurt zu holen, folgen wir einer Empfehlung des EEPs“, so Niekisch. „Wir müssen bei der Zucht sehr genau auf die Genetik achten, damit Nachzucht nicht nur kurzfristig gelingt. Ein sorgfältiges Tiermanagement erhöht die Chancen auf eine gesunde und stabile Population in den Zoos.“
Aber vorerst hat Deto noch eine Schonfrist. Unter den wachsamen Augen von Revierleiter Gerd Fuchs kann sich der stattliche Bulle, der etwa 240 kg auf die Waage bringt, ganz in Ruhe an seinem Grünfutter laben. Am 24. August ist der 8. Geburtstag des in Rotterdam geborenen Okapi-Männchens – vielleicht hat er ja bis dahin die Herzen der beiden 6-jährigen Weibchen schon erobert. (03.08.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Ich würde trotzdem auf einen unsauberen Poststempel tippen. Denn: Nach dem Krieg standen die Zebras zuerst im Elefantenhaus (Anlage in Richtung Straußenhaus, spätere Nashornanlage). Ich gehe davon aus, dass sie 1950 in das heutige Haus(vorher Rinder- bzw. Büffelhaus genannt) umzogen, weil in diesem Jahr das erste Nashorn ankam und bestimmt im Elefantenhaus einquartiert wurde. Im gleichen Jahr wurde auch "0,1 Zebra" angekauft. Im JB von 1956 heißt es, der "größere Teil der Zuchtgruppe" sei abgegeben worden, wobei ein Stamm von 1,0 Chapmanzebra und 0,2 Grantzebras erwähnt wird. Alle drei und ein Nachzuchttier sind im Buch "Hundertjähriger Zoo" zusammen mit einem gescheckten Watussirind (ahrscheinlich das Tier hinter dem Grevy auf der AK) abgebildet. Ebenfalls 1956 kam das erste Grevyzebra, und da bei den 1958 angeschafften Tieren erwähnt wird, dass man nach vielen Mühen endlich Stuten für den Hengst bekommen habe, dürfte es sich bei letzterem um das 1956er Zebra handeln. Aus alledem lässt sich schließen, dass man 1956 wahrscheinlich mindestens eine Steppenzebrastute als Gesellschaft für den neuen Grevyhengst behalten hat, weil noch keine passenden Stuten zu bekommen waren. Von den drei erwachsenen Zebras im Buch zeigt keines das auffällige Y-förmige Streifungsdetail am Hals des AK-Steppenzebras, das abgebildete Jungtier steht für den Abgleich leider falsch herum. Möglich also, dass das AK-Exemplar ein Chapman-Grant-Bastard aus eigener Zucht war und man dieses Tier für den Grevyhengst übrig behielt, weil es jünger und damit leichter zu vergesellschaften war. Der Baum im Hintergrund hat angehende Herbstfärbung, also könnte das Foto im Herbst 1956 oder 1957 entstanden sein. (03.08.2009)
|
 |
Michael Amend: |
|
Noch etwas für Rätselfreunde. Heute habe ich diese AK aus Frankfurt erhalten, sie zeigt die Zebra-Anlage ( und den Rundbau im Hintergrund mit interessanten Anstrich ), mit einem östlichen Steppenzebra und einem Grevy-Zebra. Der Posstempel ist gut lesbar und ist datiert vom 2.06.1953. Laut JB kam aber erst 1956 das erste Grevy-Zebra nach Frankfurt, dem 1958 zwei Wildfang-Stuten folgten. So glaubte ich, na ja, die 3 aus 1953 könnte ja auch eine 8 gewesen sein, ist sie aber nicht, es ist eine drei, und mal abgesehen davon, wurden alle ab 1958 herausgegebenen Ak's mit dem Aufdruck " 100 Jahre Zoo Frankfurt " versehen...Es sind zwei Watussikälber auf dem Bild zu sehen, das heißt aber Nichts, die Kühe dort, immerhin drei, dürften alljährlich Kälber gehabt haben...Demnach muß Frankfurt schon vor 1956 ein Grevy-Zebra gehabt haben...Laut JB 1952 wurde ein Watussikalb geboren, 1953 sogar drei...Ein Grevy-Zebra wird aber erst im JB 1956 erwähnt.... (03.08.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis
Amphibien- und Reptiliendiversität in Kamerun
Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Böhme, Zoologisches Forschungsmuseum Koenig, Bonn
5. August 2009
18.00 - 20.00 Uhr
Zoo Frankfurt, Zoo-Gesellschaftshaus
Eine Veranstaltung von Zoo Frankfurt und Zoologischer Gesellschaft Frankfurt
Kamerun übt aufgrund seiner Lage in den Tropen des westlichen Afrikas und wegen der teilweise sehr schlechten Zugänglichkeit großer Landesteile eine sehr große Faszination auf Biologen aus. Dieses wissenschaftliche Interesse wird durch die Vielgestaltigkeit der Lebensräume und die dadurch bedingte hohe Biodiversität des Landes - die erst zum Teil erforscht und bekannt ist - noch gesteigert.
Professor Wolfgang Böhme, Kustos für Herpetologie am Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn, bereiste Kamerun zum ersten Mal im Jahre 1972, und beschäftigte sich während der letzten 37 Jahre kontinuierlich mit Aspekten der Biologie und Taxonomie der in Kamerun heimischen Amphibien und Reptilien.
Ansprechpartnerin:
Christine Kurrle
Mobil. 0170 2218719 (30.07.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Ich begrüsse grundsätzlich die vermehrte Aktivität des Zoos, was Festlichkeiten etc angeht, vor allem aber die deutliche verbesserte Presse-und PR-Arbeit. (30.07.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Vernissage im Zoo Frankfurt
Bitte lächeln! Kinder fotografieren Zootiere
Zusammen mit dem Frankfurter Tierfotografen Detlef Möbius und den Naturschutz-Botschaftern gingen zehn Kinder aus dem Rhein-Main-Gebiet drei Tage lang im Frankfurter Zoo auf Foto-Safari. Unter professioneller Anleitung lernten die Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren den Umgang mit digitalen Spiegelreflexkameras und alles rund um das Thema Tierfotografie. Die beeindruckenden Ergebnisse der jungen Fotografen sind vom 28. August bis 31. Oktober im Grzimek-Haus zu sehen.
Der Fotokurs, der Ende Mai bereits das dritte Jahr in Folge durchgeführt wurde, fand im Rahmen der Aktionswoche „Biologische Vielfalt erleben“ statt.
Der Tierfotograf Detlef Möbius leitete den Kurs und wurde dabei von den Naturschutz-Botschaftern unterstützt, die Firma „Nikon“ stellte professionelle Digitalkameras zu Verfügung. Neben einer ausführlichen Einleitung in das Thema Tierfotografie erhielten die Kinder Hintergrundinformationen zu den Zootieren. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Tierpfleger entstanden einzigartige Begegnungen mit den Tieren.
Die Fotoausstellung wird eröffnet am:
28. August um 18:00 Uhr
im Grzimek-Haus des Zoos Frankfurt
Bernhard-Grzimek-Allee 1
60316 Frankfurt
Die Fotografien der Kinder können noch bis zum 31. Oktober 2009 täglich während der Öffnungszeiten des Zoos bestaunt werden.
Das Projekt „Naturschutz-Botschafter“ ist ein Kooperationsprojekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und des Zoos Frankfurt und wird gefördert durch die Polytechnische Gesellschaft Frankfurt, die Bertha Heraeus und Kathinka Platzhoff Stiftung und die Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region.
Weitere Informationen finden Sie unter www.naturschutz-botschafter.de.
(30.07.2009)
|
 |
Michael Amend: |
|
Gestern habe ich ein kleines Schmankerl erworben, es ist doch erstaunlich, wieviele Schätze da immer wieder zum Vorschein kommen...Gerade Ak's aus Frankfurt, die etwas anderes zeigen als den Blick über den großen Weiher zum Gesellschaftshaus sind eine echte Rarität.
Die AK zeigt einen Tei der alten Rinder-Anlagen ( dort steht heute das Zebrahaus )und im Hintergrund im Bild rechts ist sogar ein Teil des Dachstuhles des Känguruh-Hauses ( später Rundbau ) zu sehen. Leider ist die Karte ungelaufen, zeitlich kann ich sie zwischen 1906 ( Eröffnung Känguruhhaus ) und ersten Weltkrieg einordnen. (30.07.2009)
|
|
Michael Amend: |
|
Nein, und die Flußpferde bleiben auch drin,da wird's spannender für die Kids....
Der Frankfurter Zoo war schon immer ein Rummelplatz mit Völkerschauen,Schlittschuhlaufen,Ballonaufstiegen, Zirkus und Achterbahn....Zählt das Nicht, weil es "Historisch" ist ? Und wie schauts in anderen Zoos aus, die Sommerfeste veranstalten, sind das aus Ihrer Sicht auch alles Rummelplätze ? Leider, muß ich sagen, hat Frankfurt keinen Bernie Marcus, der der Stadt Atlanta mal eben so 250 Millionen Dollar in die Hand drückt, um ein Aquarium zu bauen... (29.07.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
IP66, sicherlich nicht, denn die Kinder sollen die Flusspferde beim tauchen ja erst dann entdecken, wenn sie mit dem Schnorchel dran stoßen. (29.07.2009)
|
|
IP66: |
|
Wechselt man vor dieser Umnutzung des Zoogeländes als Rummelplatz das Wasser im Flußpferdbecken aus? (29.07.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Tierisches Sommerfest
8. und 9. August 2009
10.00 – 18.00 Uhr
Spaß und gute Laune stehen im Vordergrund des Tierischen Sommerfestes im Zoo Frankfurt. Unsere Hauptattraktionen – die Tiere – bekommen am 2. Wochenende im August ein bisschen Konkurrenz: Beim Gang durch den Zoo gibt es an allen Ecken nicht nur Tolles zu sehen, sondern auch jede Menge Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Vor allem unsere kleinen Zoobesucher kommen hier voll auf ihre Kosten.
Gleich am Eingang können die Kids mit einer Rollrutsche in ein abwechslungsreiches Vergnügen rutschen: Alle, die sich erst mal richtig austoben möchten, stürmen die Hüpfburg oder probieren sich an der Torwand. Wer es ruhiger mag, taucht mal ab: Mit erfahrenen Tauchern testet man diese Sportart ganz behütet in unserem Flusspferdbecken. Die Jugendfeuerwehr Frankfurt lernt „Nachwuchskräfte“ an und bei Sackhüpfen und Eierlauf sind Schnelligkeit und Geschick gefragt. Nur wer eine ruhige Hand hat, wird beim „Heißen Draht“ bestehen können. Das Senckenberg Institut und Gondwana – das Praehistorium entführen uns in die Zeit der Dinosaurier – unsere Menschenaffen werden staunen, wer ihnen da ein Dino-Baby ins Haus gebracht hat! Selbst „zum Tier werden“ kann man beim Kinderschminken. Ein weiteres Highlight ist das Baumeister-Event mit Lego. Und unterwegs von einem Spaß zum nächsten trifft man vielleicht auf Sid, den gar nicht so frostigen Helden aus „Ice Age“.
Zahlreiche Bastelangebote, eine Krabbelecke für die kleinsten Zoofans, ein Lesezelt, Rate- und Geschicklichkeitsspiele und jede Menge Möglichkeiten zu Spiel und Bewegung runden das Programm ab. Außerdem gibt es natürlich wieder sehr viel Interessantes rund um die Themen Tiere sowie Natur- und Artenschutz zu erfahren.
Ach ja, lecker essen kann man natürlich auch.
Zooeintritt: Erwachsene 8,- €, Kinder von 6 bis 17 Jahren: 4,- €, Kinder unter 6 Jahre haben freien Zooeintritt
Gruppen ab 20 Personen:
Erwachsene 6,- €, Kinder von 6 bis 17 Jahren: 3,- €, 1 Begleitperson frei
(29.07.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch zum Präsidenten der gtö gewählt
Gestern wurde Prof. Dr. Manfred Niekisch, Direktor des Frankfurter Zoos, einstimmig zum Präsidenten der gtö – Society for Tropical Ecology (Gesellschaft für Tropenökologie) gewählt.
Der gtö gehören ca. 500 Tropenökologen – praktisch alle renommierten Forscher auf diesem Gebiet – und viele Studenten an. Die Gesellschaft unterstützt die Erforschung der tropischen Ökologie, verbreitet die Forschungsergebnisse und setzt sich für den Schutz tropischer Pflanzen, Tiere und Lebensräume ein.
„Die Erforschung der Tropen ist angesichts der massiven Zerstörung der dortigen Ökosysteme wichtiger denn je“, so Niekisch. „Die Bevölkerungsexplosion und das wirtschaftliche Wachstum bedrohen die natürlichen Ressourcen in diesem Teil der Erde massiv und drohen, besonders wichtige tropischen Ökosysteme wie Regen- und Mangrovenwälder aber auch Korallenriffe mit der größten Biodiversität weltweit für immer zu zerstören.“
Prof. Dr. Manfred Niekisch ist seit der Gründung der Gesellschaft im Jahr 1988 gtö-Mitglied und seitdem auch im wissenschaftlichen Beirat der Organisation tätig. Zu seinen Zielen als gtö-Präsident sagt Niekisch: „Gerade als wissenschaftliche Organisation muss sich die gtö stark in die politische Diskussion einbringen, um etwas für den Schutz der Tropenwälder zu erreichen. Das Thema sollte ganz oben auf der politischen Agenda stehen, denn es ist mit den Themen Ressourcenknappheit und Klimawandel eng gekoppelt – Realitäten, die uns alle betreffen.“
Vor seiner Zeit als Zoodirektor hat Niekisch selbst aktiv in den Tropen geforscht und im praktischen Naturschutz gearbeitet. Von 1983 bis 1989 war er Direktor der WWF Artenschutzzentrale/TRAFFIC Germany und anschließend bis 1998 wissenschaftlicher Geschäftsführer der Tropenwaldstiftung OroVerde. Von 1998 bis 2008 hatte er die Professur „Internationaler Naturschutz“ an der Universität Greifswald inne – die einzige Professur dieser Art im deutschsprachigen Raum. Niekisch ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen und Mitherausgeber des Journal for Nature Conservation. Er hat in zahlreichen Ländern der Erde geforscht, mit einem Schwerpunkt in Vietnam sowie in den Ländern Lateinamerikas. 2008 wurde er in den Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) berufen
(28.07.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Die Tierwelt der Sahara
Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Joger
Direktor des Staatlichen Naturhistorischen Museums Braunschweig
1. Juli 2009
18.00 – 20.00 Uhr
Zoo Frankfurt, Zoo-Gesellschaftshaus
Eine Veranstaltung in Kooperation von Zoo Frankfurt und Zoologische Gesellschaft Frankfurt
Die Sahara ist das größte zusammenhängende Wüstengebiet der Erde und Lebensraum für eine Vielzahl unterschiedlicher Tier- und Pflanzenarten. Das Überleben in einer solch extremen Umgebung erfordert spezielle Anpassungen aller Lebewesen an die spezifischen Anforderungen die der Lebensraum Wüste stellt.
Prof. Dr. Ulrich Joger, Direktor des Staatlichen Naturhistorischen Museums Braunschweig, ist ein profunder Kenner des Lebensraumes Wüste. Er hat die Sahara im Rahmen seiner zahlreichen Expeditionen intensiv bereist und stellte die Tierwelt der Sahara in den Fokus seines wissenschaftlichen Interesses. Im Rahmen der Zoovortragsreihe gibt Herr Prof. Joger einen Überblick über die vielgestaltige Tierwelt der Sahara.
(29.06.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Krabbelstube bei den Zwergseebären
Zwei Zwergseebären-Babys stellen sich vor
Die kleinen knuddeligen Zwergseebären-Babys werden gut von ihren Mamis bewacht. „Die beiden erfahrenen Mütter haben sich schon nach wenigen Tagen zusammengetan und eine ‚Krabbelstube’ gegründet“, berichtet Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. Die Mütter Sol (geboren 2000, im Zoo Kolmarden in Schweden) und Bella (geboren 1995, im Zoo Frankfurt) brachten ihre beiden kleinen Mädchen in eine gut geschützte Ecke der Robbenklippen. Der Vorteil der Zwergseebären-Krabbelstube liegt auf der Hand: Immer nur eine Mutter ist zur Bewachung der Kleinen nötig und die Mädchen haben von Anfang an eine Spielkameradin.
„Die Jungtiere kamen beide am 16. Mai 2009 mit einem Geburtsgewicht von etwa 3000 g zur Welt.“, erklärt Niekisch weiter, „Für Mutter Sol war es die dritte, für Bella schon die vierte Geburt.“ Der Vater von beiden Mädchen ist Otti (geboren 2002, im Zoo Bremerhafen).
Sol und Bella versorgen Ihre Babys routiniert mit Milch. Die Säugezeit beträgt bei den Südafrikanischen Zwergseebären ca. ein Jahr. Spätestens beim nächsten Nachwuchs wird das Jungtier von der Mutter vertrieben.
Die ersten fünf bis sechs Wochen bleiben die quietschlebendigen und kerngesunden Babys komplett an Land. Erst danach fangen sie an, sich für ihr eigentliches Element, das Wasser, zu interessieren. Aber auch wenn sie erwachsen sind, schlafen Zwergseebären am liebsten auf dem Trockenen. Bei der Fortbewegung an Land nutzen sie Arme und Beine. Hauptantriebsorgane beim Schwimmen sind die als Flossen eingesetzten Arme, die wie Flügel bewegt werden.
Noch haben die beiden großäugigen Schönheiten keine Namen. „Für beide Jungtiere suchen wir Tierpaten“, erläutert Niekisch. Für 1000,- € im Jahr kann man eine Tierpatenschaft für die Zwergseebären abschließen. Die Tierpaten dürfen ihrem Patentier auch einen Namen geben. „Der Name muss auf jeden Fall zweisilbig sein, damit die Tiere beim Training leicht von Ihren Pflegern gerufen werden können“, erklärt Niekisch. Afrikanische Namen für die aus Südafrika stammenden Tiere wären besonders passend.
(19.06.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
GORILLAS - SANFTE RIESEN IN NOT
Teilnehmer des Symposiums zum UN-Jahr des Gorillas rufen in ihrer "Frankfurter Erklärung" zum besseren Schutz aller Gorilla-Arten auf
"Am Beispiel des Gorillas wird deutlich, wie komplex unsere Lebensräume sind. Gorillaschutz ist nicht nur Artenschutz, sondern auch Klimaschutz und vor allem ein Beitrag zur Armutsbekämpfung in Zentralafrika", so Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem Grußwort zum internationalen Gorillaschutz-Symposium im Zoo Frankfurt.
Unter dem Titel "Sanfte Riesen in Not" kamen dort vom 9.-10. Juni erstmalig rund 200 Regierungsvertreter/innen, Naturschützer/innen, und Experten/innen aus mehr als 20 Ländern zusammen, um anlässlich des UN-Jahres des Gorillas über die Gefährdung und Wege eines besseren Schutzes dieser Menschenaffen zu diskutieren. In der "Frankfurter Erklärung" riefen die Teilnehmer/innen des Symposiums dazu auf, sich aktiv gegen die Zerstörung der Regenwälder, Wilderei und unkontrollierten Rohstoffabbau einzusetzen. Hier stehen vor allem dauerhafte Maßnahmen, wie die Friedenssicherung in den Bürgerkriegsregionen an erster Stelle.
Für den Erhalt der faszinierenden Primaten ziehen Bundesumweltministerium (BMU) und Bundesentwicklungsministerium (BMZ) an einem Strang. "Im Jahr des Gorillas verstärkt die Bundesregierung ihr vielfältiges Engagement in Afrika zugunsten von Artenschutz und Armutsbekämpfung, denn die Zerstörung des Waldes und der Gorilla-Lebensräume gefährdet auch die Lebensgrundlage der Menschen vor Ort.", sagte BMU-Staatssekretärin Astrid Klug stellvertretend für beide Ministerien. So hat sich der Ökotourismus in den afrikanischen Nationalparks zu einer entscheidenden Einkommensquelle entwickelt. Ein Gorilla kann im Laufe seines Lebens indirekt 4 Mio. US $ durch sanften Tourismus "erwirtschaften". Darüber hinaus sichern die Gorilla-Wälder auch die Lebensgrundlage der Menschen vor Ort. Für die lokale Bevölkerung spenden diese Wälder Wasser, Energie, Nahrung und Heilpflanzen, weltweit leisten die Regenwälder Zentralafrikas einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz.
Robert Hepworth, Exekutivsekretär des vom UN-Umweltprogramm verwalteten Sekretariats der Bonner Konvention erklärte: "Wir müssen alle Mittel einsetzen, um die Gefahren für Gorillas zu mindern. Dazu gehört der Schutz von Wäldern zur Absorbierung von Kohlendyoxid und der Einsatz von Wildhütern durch Einkünfte aus dem Gorilla Tourismus. Ein Bündnis aus Regierungen und NGOs hat die Berggorillas in den letzten 20 Jahren erfolgreich geschützt. Wir müssen dieses Konzept auch bei den Flachlandgorillas und anderen bedrohten wandernden Tierarten anwenden."
Gorillas gehören zu unseren nächsten Verwandten, trotzdem sind alle vier Unterarten bedroht. Die Abholzung der Wälder, Wilderei, illegaler Handel, kriegerische Konflikte, Seuchen wie Ebola, und der ungeregelte Abbau von Bodenschätzen sind die größten Bedrohungsfaktoren. Sogar die Nationalparks sind von der raschen Zerstörung nicht ausgenommen. Beispielhaft dafür stehen die letzten Berggorillas im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Nur etwa 700 Tiere gibt es noch von dieser Art, und sie alle leben im Dreiländereck DR Kongo, Uganda und Ruanda. Bürgerkriege erschüttern die Region seit Jahrzehnten und hier gilt es vor allem auch die katastrophale humanitäre Situation zu entschärfen. Mehr Sicherheit in der Region und eine nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen öffnen Chancen für die Menschen und für die Tierwelt.
Unterstützt vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen hat die Bonner Konvention den rechtlichen Rahmen für Schutzmaßnahmen von Gorillas und ihrer Lebensräume geschaffen.
Besonders wichtig ist hierbei das Engagement staatlicher Stellen und privater Naturschutzorganisationen, wie das der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, die Bernhard Grzimeks Engagement auch heute noch, zusammen mit zahlreichen anderen Organisationen fortführt. Ohne die Nationalpark-Ranger, die überall in Afrika unter schwierigsten Bedingungen und oft unter Lebensgefahr ihren Dienst tun, wären die Weltnaturschätze längst verloren.
BMZ und BMU verfolgen in den Gorillaregionen einen Ausgleich suchenden Naturschutz, der besonders die Entwicklungsinteressen der lokalen Bevölkerung berücksichtigt. Gerade in Krisenzeiten sind intakte Ökosysteme für die notleidende Bevölkerung überlebenswichtig. Naturerhaltung für die Menschen ist nur mit den Menschen möglich. Aufgrund des zunehmenden Drucks auf die Regenwälder Zentralafrikas sind Ansätze notwendig, die nicht nur versuchen biologische Vielfalt zu erhalten, sondern auch die dazu notwendigen ökonomischen und politisch-institutionellen Rahmenbedingungen schaffen. Dafür setzt sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ein.
Veranstaltet wurde das Symposium im Rahmen des UN-Jahres des Gorillas und des 30. Jahrestages der Bonner Konvention zum Schutz wandernder, wild lebender Tierarten in Zusammenarbeit mit Organisationen und Institutionen unter Federführung des Bundesumweltministeriums. Die Veranstaltung fand im Zoo Frankfurt statt, dessen ehemaliger Direktor Prof. Dr. Bernhard Grzimek im April seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte und der sich bereits vor mehr als 50 Jahren für die Berggorillas im Osten des Kongos stark gemacht hatte.
(12.06.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis
Symposium im Zoo Frankfurt:
Amphibien in der Krise - Probleme und Lösungsansätze
Datum: 6. Juni bis 7. Juni 2009, 10.00 bis 18.30 Uhr
Ort: Zoo Frankfurt, Zoo-Gesellschaftshaus
Veranstalter des Fachsymposiums: Zoo Frankfurt und BUND in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz in Hessen (AGAR)
Amphibien sind weltweit stark vom Aussterben bedroht! Von den etwa 6.000 bekannten Arten stehen mehr als 30 Prozent am Rande der Ausrottung. Einen zahlenmäßig vergleichbaren Artenschwund kennen wir bislang nur vom Aussterben der Dinosaurier! Zoos und Umweltverbände nehmen bei der Vermittlung naturschutzrelevanter Themen eine Vorreiterrolle ein. Im Zoo Frankfurt präsentieren international anerkannte Amphibienforscher ihre Forschungsergebnisse und diskutieren Lösungsansätze, die zum Erhalt dieser ökologisch äußerst wichtigen Tiergruppe beitragen. Das Themenspektrum reicht von einer Darstellung des Artenreichtums Madagaskars und Vietnams, Erhaltungszuchtprogrammen in Zoologischen Gärten, Auswirkung des Klimawandels auf Amphibienlebensräume bis hin zu Langzeitprojekten in Deutschland.
Programm
Samstag, 06.06.2009:
10.00-10.15 Uhr
Begrüßung durch den Frankfurter Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch Begrüßung und Einführung Prof. em. Dr. Gerhard Kneitz, Präsident der deutschen Naturschutzakademie und Vorsitzender des Arbeitskreises Naturschutz im BUND, Begrüßung durch einen Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz Hessen
10.15-11.00 Uhr
Prof. Dr. W. Böhme, Bonn: Überblick über die Welt der Amphibien
11.00-11.30 Uhr, Kaffeepause
11.30-12.15 Uhr
Dr. Samuel Furrer, Zürich: Einleitung zur globalen Amphibienkrise
12.15-13.00Uhr, Mittagspause
13.00-13.45 Uhr
Dr. Stefan Lötters und Dennis Rödder, Trier: Der IUCN Amphibian Conservation Action Plan und seine Umsetzung
13.45-14.30 Uhr
Dr. Frank Glaw, München: Amphibiendiversität Madagaskars - Gefährdungsursachen und Schutzperspektiven
14.30-15.00 Uhr, Kaffeepause
15.00-15.45 Uhr
P.D. Dr. Thomas Ziegler, Köln: Nachzucht und Diversitätsforschung: "Ex situ" und "in situ" Amphibienprojekte des Kölner Zoos
15.45-16.30 Uhr
Rudolf Wicker, Frankfurt: Amphibiennachzuchten im Zoo Frankfurt
16.30-17.00 Uhr, Kaffeepause
17.00-17.45 Uhr
Dr. Klaus Busse, Bonn: Bericht über das Forschungs- und Zuchtprojekt "Rhinoderma darwini"
17.45-18.30 Uhr
Dennis Rödder und Dr. Stefan Lötters, Trier: Wie reagieren Amphibien auf den globalen Klimawandel? Beispiele aus der Nischenmodellierung
Ab 19.30 gemeinsames Abendessen im Mosebach auf eigene Kosten der Teilnehmer
Sonntag, 07.06.2009:
09.00-09.45 Uhr
Dr. Frank Mutschmann, Berlin: Hautkrankheiten bei Amphibien
09.45-10.30 Uhr
Dennis Rödder und Dr. Stefan Lötters, Trier: Der Amphibienpilz in Westeuropa - was wissen und erwarten wir?
10.30-11.00 Uhr, Kaffeepause
11.00-11.45 Uhr
Prof. Dr. Michael Veith, Trier: Von Generalisten und Spezialisten - die europäischen Schwanzlurche und der Klimawandel
11.45-12.30 Uhr
P.D. Dr. Mark-Oliver Rödel, Berlin: Unbekannte Tropen - Bekannte Heimat? Was wissen wir wirklich über mitteleuropäische Amphibien?
12.30-13.00 Uhr, Kaffeepause
13.00-13.45 Uhr
Prof. em. Dr. Gerhard Kneitz, Bonn/Remlingen: Das Amphibienprojekt Wachtberg - Ergebnisse eines Langzeitmonitorings
13.45 Uhr
Ende der Veranstaltung (29.05.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis
„Auf den Spuren von Charles Darwin in Südamerika“
Vortrag von Heiko Werning, Natur + Tier Verlag
3. Juni 2009
18.00 – 20.00 Uhr
Eine Veranstaltung in Kooperation von Zoo Frankfurt und Zoologische Gesellschaft Frankfurt
Die längste Zeit seiner berühmten Weltumsegelung auf der Beagle verbrachte Darwin in Südamerika. Er besuchte die Regenwälder Brasiliens, ritt durch die unendlichen patagonischen Weiten, erklomm die Hochanden, durchquerte die Atacama-Wüste und reiste schließlich zu seiner wohl berühmtesten Etappe, zu den Galapagos-Inseln. In seinen ausführlichen literarischen Tagebüchern hat er die Eindrücke, die er unterwegs sammeln konnte, festgehalten und erlaubt uns einen tiefen Einblick in seine Gedanken und Beobachtungen aus der Zeit vor der Evolutionstheorie.
Heiko Werning ist Schriftsteller, Journalist, Fachredakteur und -autor von zoologischer Literatur, aber auch Vortragskünstler und Satiriker. Er ist fast die gesamte Route Darwins auf dem südamerikanischen Kontinent nachgereist und hat dabei in den Betrachtungen des Vaters der Evolutionstheorie gelesen. Zusammen mit seinen eigenen Foto-Eindrücken und zeitgenössischen Darstellungen aus Darwins Zeiten entsteht ein ebenso faszinierender wie unterhaltsamer Einblick in die Reisen des Naturforschers im 19. Jahrhundert ebenso wie in die bis heute überwältigenden Landschaften und ihre Tierwelt. (28.05.2009)
|
|
IP66: |
|
"Geduld" scheint in Frankfurt eine wichtige Tugend zu sein - vor allem, wenn es um die Entfernung des Gitters um die Außenanlage der Giraffen und dessen Erweiterung auf die von Herrn Grzimek geschaffene Größe geht ... (26.05.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Gestatten, Saburi – der kleine Giraffenjunge im Zoo Frankfurt hat einen Namen!
Unter fast 3.000 Namensvorschlägen, die im Rahmen eines Gewinnspiels auf der Website www.postbank.de eingegangen sind, hat die Jury den schönsten für das neue Netzgiraffenbaby ausgesucht: Saburi ist eine Swahili-Wort und bedeutet Geduld.
„Der Name für den kleinen Giraffenjungen sollte afrikanisch sein, um an die Heimat der Netzgiraffen zu erinnert. Aber vor allem sollte er prägnant und deutlich aussprechbar sein, damit der Kleine auch lernen kann, den Laut auf sich zu beziehen.“, erläutert Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch die Kriterien für die Namensauswahl. Zusammen mit Vertretern der Postbank war er Mitglied der Namens-Jury für das kleine Giraffenbaby.
Auf der Internetseite der Postbank konnten sich alle interessierten Giraffen-Liebhaber und
-liebhaberinnen fünf Tage lang an einem Namenswettbewerb für den kleinen Giraffenjungen im Zoo Frankfurt beteiligen. Aus den fast 3000 eingesandten Namen musste die Jury aus Zoo- und Postbankvertretern den besten Namen aussuchen. Das war keine leichte Aufgabe, waren doch viele gut geeignete Namen dabei.
„Der Name Saburi erfüllt alle unsere Kriterien“, erklärt Zoodirektor Niekisch die Entscheidung der Jury. „Saburi ist afrikanisch, kurz und unverwechselbar und der Name hat auch noch eine besonders schöne Bedeutung: Auf Swahili bedeutet er Geduld und das passt gut zu unserem kleinen Giraffenjungen, der neugierig alles ausprobiert, was Mutter Monique ihm vormacht und sich nicht entmutigen lässt, wenn mal etwas nicht ganz so gut klappen will.“
Der Gewinner des Namenswettbewerbs kann sich auf eine Reise nach Frankfurt für vier Personen, freien Zooeintritt und einen Besuch des Giraffenbabys freuen. Außerdem erhält er eine "Postbank SparCard direkt" mit einer Ersteinlage von 1.000 Euro. Die Postbank hat zusätzlich die Tierpatenschaft für Saburi übernommen. „Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich für die Übernahme der Tierpatenschaft bei der Postbank bedanken.“, freut sich Zoodirektor Niekisch über die großzügige Spende von 5.000,- €.
Seit seiner Geburt hat sich der kleine Giraffenjunge bestens entwickelt. Zu den regulären Zooöffnungszeiten kann Saburi stundenweise in der Giraffenanlage besucht werden. Das Giraffenhaus ist nachmittags wieder für die Besucher geöffnet. Saburi hat inzwischen begonnen mit Mutter Monique das Außengehege zu erkunden.
(26.05.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis
Am Mittwoch, den 6. Mai 2009 um 18.00 Uhr richten der Zoo Frankfurt und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) einen Vortragsabend über die Wildkatze aus. Es referieren namhafte Experten des Forschungsinstituts Senckenberg und aus dem Biosphärenreservat Rhön.
Prof. Dr. Eckhard Jedicke:
Die Wildkatze in der Rhön
Dr. Carsten Nowak:
Genetische Analyse von Wildkatzenhaaren - Ihre Bedeutung für die Naturschutzpraxis
Wann: Mittwoch, 06. Mai 2009
Wo: Ausstellungsraum Zoogesellschaftshaus
Bernhard-Grzimek-Allee 1 | 60316 Frankfurt
Beginn: 18:00 Uhr | Eintritt frei
Auf leisen Pfoten kehrt sie zurück: Die Wildkatze. Die ZGF ließ die Eignung des Biosphärenreservats Rhön als Habitat bzw. als Wanderkorridor prüfen und kam zu positiven Ergebnissen. 2007 gelang der Nachweis von Wildkatzen in der Rhön mit so genannten Lockstöcken. An mit Baldrian eingeriebenen Holzstöcken blieben Wildkatzenhaare hängen und ermöglichten einen genetischen Nachweis. Über die Rückkehr der Wildkatze in die Rhön und die Forschungsmethoden in Feld und Labor berichten Prof. Dr. Eckhard Jedicke von Rhön Natur und Dr. Carsten Nowak aus dem Forschungsinstitut Senckenberg. (05.05.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Ich habe auch immer sehr bedauert, dass Frankfurt eigentlich bei EAZA-Kampagnen recht zurückhaltend gewesen ist. (23.04.2009)
|
|
IP66: |
|
... an der anderen vielleicht näherliegenden Schutzkampagne für europäische Raubtiere kann man in Frankfurt mangels entsprechender Arten ja nicht teilnehmen ... (23.04.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
"Ein Festival für den Gorilla"
Afrikanisches Kunst- und Kulturfestival im Zoo Frankfurt 26.04.-03.05.2009
In der Nacht der Museen verwandelt sich der Zoo Frankfurt in ein Stück Afrika und wird von dem faszinierenden Kontinent auch in der Folgewoche ganz und gar eingenommen. Im Rahmen des "Festivals für den Gorilla" kann man vom 26. April bis 3. Mai den Kontinent dieser beeindruckenden und stark bedrohten Tiere erleben.
Beim Gang durch den Basar trifft man auf die vielfältigen Traditionen und die Lebensfreude Afrikas in Form von Masken, Textilien, Instrumenten und anderem Kunsthandwerk. Kulinarische Spezialitäten lassen die Sonne Afrikas auf der Zunge zergehen, während der mitreißende Rhythmus der Djembé-Trommeln zum Tanzen auffordert und Akrobaten Erstaunen in die Gesichter zaubern. Wer diesen Klängen verfällt, kann sich beim Workshop in die Fußstapfen der Meister begeben. Geschichtenerzähler entführen jung und alt zu literarischen Reisen in die mystischen Landschaften Afrikas. Für Kinder bieten sich vielerlei Möglichkeiten zu Spiel und Spaß und im Grzimek-Camp können sie sogar eine Ausbildung zum Naturschutz-Ranger absolvieren. Am Sonntagmorgen laden Gospelgesänge zum Feiern eines ökumenischen Gottesdienstes voller Bewegung und Lebensfreude ein.
"Ein Festival für den Gorilla" ist eine Kooperation von Galerie Toussiana, Zoo Frankfurt und Zoologischer Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Das ausführliche Programm finden Sie unter www.festivaltoussiana.de (23.04.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Bili hat endlich eine neue Familie
Bili, das kleine Bonobo-Baby, hängt glücklich am Bauch seiner Ziehmama Zomi. Das Waisenkind hat endlich eine neue Familie. "Leider konnten wir Bili nicht so schnell wie erhofft in unsere Bonobo-Gruppe integrieren", erklärt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch die Situation. "Bili hatte, wie viele von uns in diesem langen, kalten Winter, einen Schnupfen." Mit verstopfter Nase trinkt es sich nicht gut und Bili musste deshalb noch eine Weile bei seinem Menschen-Ziehvater, dem Revierleiter Carsten Knott, bleiben. Jetzt ist Bili wieder wohlauf. Zomi bringt Bili vier Mal am Tag an das Gitter, damit die Tierpfleger ihm das Fläschchen geben können.
Viele haben die Geschichte von Bonobo Bili mit Interesse verfolgt: Er wurde am 8. Oktober 2008 im englischen Zoo Twycross geboren. Schnell war klar, dass seine Mutter Maringa keine Milch hatte. Schon nach wenigen Tagen verlor sie das Interesse an ihrem Baby vollständig. Bili musste per Hand aufgezogen werden. Da die Pfleger des Frankfurter Zoos Erfahrung mit der Wiedereingliederung von kleinen Bonobo-Kindern in eine Bonobo-Gruppe haben, wurde Bili nach Frankfurt geschickt.
"Die Eingliederung von jungen Menschenaffen in eine ihnen völlig fremde Gruppe erfordert viel Geduld und Fingerspitzengefühl", erklärt Zoodirektor Niekisch. Aber die Mühe des Teams im Borgori-Wald hat sich gelohnt. Viele Stunden haben die Pfleger mit Bili neben dem Bonobo-Gehege verbracht, nur durch ein Netz von der Gruppe getrennt. So haben sie ein sanftes Kennenlernen erreicht und den Schritt der Integration in die Gruppe gut vorbereitet.
Bili ist nun in der Frankfurter Bonobo-Gruppe im Borgori-Wald für die Besucher zu sehen. "Die junge Zomi ist als Ziehmama zwar manchmal ein bisschen rüde und nicht immer ganz konsequent", erzählt Niekisch, "aber in solchen Momenten springt Haiba ein und trägt Bili liebevoll herum." Auch die anderen Bonobo-Kinder interessieren Bili sehr, vor allem der zweijährige Nyota und die einjährige Nakala.
"Wir sind sehr froh, dass die Wiedereingliederung von Bili so gut gelungen ist", sagt Niekisch. "Ein herzliches Dankeschön an das Team unserer Menschenaffen-Pfleger." Auch für Bili ist seine neue Familie ein großes Glück, denn als Erwachsene können von Hand aufgezogene Tiere oft nur schwierig in eine Gruppe integriert werden, da sie die angelernten Verhaltensweisen ihrer Artgenossen nicht kennen. Sie sind dann oft zu einem völlig untypischen Leben als Einzeltier verdammt. Aber Bili wird nun als Bonobo zwischen seinen Artgenossen aufwachsen und in einigen Monaten mit den anderen Kindern durch das Gehege turnen.
(22.04.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis
Bernhard Grzimek zum 100. Geburtstag
Filmprogramm und Podiumsgespräch
Freitag den 24. April 2009, 20.00 Uhr
Ausstellungssaal im Zoogesellschaftshaus, Zoo Frankfurt
Das filmische Werk von Bernhard und Michael Grzimek umfasst neben den bekannten Langfilmen "Kein Platz für wilde Tiere" und "Serengeti darf nicht sterben" auch zehn kürzere Produktionen.
Zum 100. Geburtstag von Bernhard Grzimek wird erstmals nach über 40 Jahren eine Auswahl dieser Filme, darunter Zoofilme, Expeditionsfilme und Kulturfilme, in neuen digitalen Kopien präsentiert.
Programm
Podiumsgespräch
Prof. Dr. Manfred Niekisch | Direktor Zoo Frankfurt
Frau Dr. Sabine Nessel | Leiterin des Projekts "Zoo und Kino" | Universität Frankfurt
Christian Grzimek | Enkelsohn von Prof. Dr. Bernhard Grzimek
Wolfgang Weber | Künstler und Wegbegleiter von Prof. Dr. Bernhard Grzimek
Filmprogramm
Besuch bei Tieren, BRD 1954, Farbe, 12 min.
Gangala. Station der zahmen Elefanten, BRD 1954, s/w, 11 min.
Gast der Bambuti, BRD 1954, s/w, 11 min.
Auf Nilpferdpfaden, BRD 1955, s/w, 8 min.
Anschließend Empfang
In der Reihe "Zoo und Kino als Schaueinrichtungen der Moderne und die Filmarbeit von Bernhard und Michael Grzimek" veranstaltet von Zoo Frankfurt und Goethe-Universität Frankfurt in Kooperation mit dem Deutschen Filminstitut-DIF.
(21.04.2009)
|
|
Holger Wientjes: |
|
Ganz so neu ist die Art ja nicht. Sie wurde ja schon bis vor einigen Jahren gezeigt. (11.04.2009)
|
|
IP66: |
|
Immerhin wird damit eine neue Art in Frankfurt gezeigt - auch wenn diskutiert werden kann, ob der alte Kletterberg gerade für Känguruhs den idealen Lebensraum bietet, und dem Artenschwund, der durch den Menschenaffengroßbau verursacht worden ist, wird zumindest in diesem Bereich aufgefangen. (11.04.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@BjörnN: Auch das kleine Gehege am Giraffenhaus nebst Innenstall war im Februar leer, das Klippspringerpaar war gegenüber den (ebenfalls leeren) Okapiställen des Hauses untergebracht. (11.04.2009)
|
|
Holger Wientjes: |
|
Das Frankfurt wieder Tammar-Wallabies hält, finde ich prima ! Nur was lässt sich gerade bei dieser Art viel über Naturschutz erklären ??? (10.04.2009)
|
|
André Haubrich: |
|
Ich war mir jetzt sicher, im Oktober sowohl eins am Schafsberg und eins im kleinen Gehege am Giraffenhaus gesehen zu haben.
Kann mich aber auch irren, ich habe nicht so drauf geauchtet. (10.04.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@André Haubrich
Am Schafsberg lebte nur noch ein alter Klippspringerbock, den ich bereits im letzten Herbst nicht mehr gesehen habe.
@Michael Mettler
Ich meine, es müsste im Giraffenhaus noch 3 Klippspringer geben, ein Paar auf der kleinen Anlage in Richtung Bongogehege und ein Einzeltier bei den Giraffen (vielleicht das Exemplar vom Schafsberg), dessen Innenanlage aber gerade umgebaut wird. (10.04.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Im Februar habe ich noch 1,1 im Giraffenhaus gesehen, die Anlage am Schafberg war bereits leer. (09.04.2009)
|
|
André Haubrich: |
|
Was ist mit den Klippspringern passiert? (09.04.2009)
|
 |
Zoo Frankfurt: |
|
Große Sprünge, nichts im Beutel
Wieder Tammar-Kängurus im Zoo Frankfurt
Sie sind klein und sehen ein bisschen aus wie Hasen, aber wenn man genauer hinschaut, sieht man es – Tammars (Macropus eugenii) sind kleine Kängurus. Die beliebten Tiere sind seit heute wieder im Zoo Frankfurt zu sehen, direkt neben den Mishmitakins auf dem Exotariumshügel.
„Zwar zeigen wir auch Goodfellow-Baumkängurus“, erklärt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch, „aber da Baumkängurus nicht auf dem Boden leben, sondern, wie der Name schon sagt, Baumbewohner sind, werden sie von unseren Zoobesuchern oft nicht als Kängurus wahrgenommen. Wir sind deshalb glücklich, mit den Tammars wieder bodenlebende Kängurus zeigen zu können.“
Drei Tiere sind auf den Exotariumshügel eingezogen, zwei Weibchen und ein Männchen. Alle drei kommen aus dem Zoo Budapest, wo sie die letzten sechs Jahre gelebt haben. „Das Alter der Tiere ist allerdings nicht genau bekannt“, erläutert Niekisch, „denn die Tiere kamen damals als Wildfänge nach Ungarn“. Sie sind auf jeden Fall ausgewachsen und im besten Tammar-Alter, denn Tammars können bis zu 15 Jahre alt werden. „Ursprünglich stammen sie aus einer Population auf Kawau Island, Neuseeland, die auf Tiere zurückgeht, welche um 1870 ausgesetzt wurden. Heute gelten diese niedlichen Tiere dort als Landplage“, sagt Niekisch zur Herkunft der neuen Zoobewohner.
Schon für das Jahr 1941 verzeichnet die Tierkartei im Frankfurter Zoo zwei Tammars. Im Jahr 1994 gelang es nach langwierigem Papierkrieg, drei weitere Tiere vom Zoo in Adelaide zu bekommen. Damals konnte der Zoo Frankfurt nach einigen Wochen erfreut feststellen, dass sich ein „blinder Passagier“ an Bord geschlichen hatte. Im Beutel seiner Mama war er in Frankfurt eingetroffen. Im Jahr 2005 wurden die kleinen Kängurus abgegeben, da der Platz für den Borgori-Wald, den Neubau für die Menschenaffen, benötigt wurde.
Tammars sind typische Bewohner des australischen Kontinents und einiger vorgelagerter Inseln. Dort leben sie hauptsächlich im Busch und in der Halbwüste. Die Körpergröße und das Gewicht variieren je nach Geschlecht. Während die Männchen ca. 9 kg wiegen und bis zu 68 cm groß werden, erreichen die Weibchen ein Gewicht von 7 kg und eine Größe zwischen 33 und 44 cm. Die Hinterbeine aller Kängurus sind wesentlich stärker ausgebildet als ihre Vorderbeine. Der lange Schwanz dient vor allem bei großen Sprüngen der Balance und beim Grasen als Stütze. Kämpfen die Männchen um den Zugang zu den Weibchen, können sie sich auf den Schwanz aufstützen und so mit beiden Beinen gleichzeitig nach dem Gegner treten.
„Wir wollen mit dieser Anschaffung unseren Besuchern wieder eine interessante Tierart präsentieren, anhand derer sich auch viel zum Naturschutz erzählen lässt“, erklärt Zoodirektor Niekisch. (09.04.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
"Das schönste Froschbuch aller Zeiten"
Prof. Dr. Manfred Niekisch, Direktor des Zoos Frankfurt, ehrt mit seinem Kommentarband zum Reprint der "Naturgeschichte der Frösche hiesigen Landes" den Nürnberger Naturforscher August Johann Rösel von Rosenhof
Sie ist zwar schon über 250 Jahre alt, gilt aber noch immer als das schönste Froschbuch aller Zeiten: Die "Naturgeschichte der Frösche hiesigen Landes", die der Nürnberger August Johann Rösel von Rosenhof 1759 veröffentlichte. Was Rösel behauptete - und auch bewies - galt vielen damals als revolutionär. Nämlich, dass Frösche und Insekten nicht das Werk des Teufels sind, sondern sich ganz normal über Eier und Samen vermehren. Rösel war deswegen zu seinen Lebzeiten schweren religiösen Anfeindungen ausgesetzt. Auch viele andere von Rösel gemachte Beobachtungen waren damals völlig neu für die Wissenschaft und haben bis heute ihre Gültigkeit behalten. Insbesondere gelten aber seine natürlichen und farbenprächtigen Darstellungen der Frösche und Kröten nach wie vor als unübertroffen.
Der Todestag des am 30. März 1705 in Nürnberg geborenen Kupferstechers, Künstlers und Naturforschers jährt sich am 27. März 2009 zum zweihundertfünfzigsten Mal. Zu diesem Anlass verfasste der Frankfurter Zoodirektor Manfred Niekisch einen Kommentarband zum Nachdruck des historischen Froschbuches. In dem reich bebilderten Band stellt der Biologie Niekisch nicht nur das Leben des außergewöhnlichen Menschen und naturwissenschaftlichen Autodidakten Rösel ausführlich dar, sondern würdigt auch dessen wissenschaftliche Verdienste umfassend. Der Band enthält Abbildungen zahlreicher Dokumente und von Rösel angefertigte Aquarelle, die teilweise über 150 Jahre als verschollen galten und nun überhaupt zum ersten Mal in einem Band veröffentlicht werden. Niekisch recherchierte dazu unter anderem in den Archiven der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg (NHG) und der Stadtbibliothek Nürnberg sowie im Stadtarchiv und machte dabei einige sehr bemerkenswerte Funde.
Im Rahmen einer Feierstunde im Schönen Saal des Nürnberger Rathauses wird Niekischs Werk zusammen mit dem Reprint des Froschbuches am 27. März um 16.00 Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt. Dies ist gleichzeitig der Auftakt zu einem öffentlichen Symposium, das auf Anregung des in Nürnberg geborenen Frankfurter Zoochefs Niekisch am 28. März im Katharinensaal der Stadtbibliothek Nürnberg von der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg und dem Arbeitskreis Literatur und Geschichte der Herpetologie und Terrarienkunde (LGHT) der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) veranstaltet wird. Niekisch, der seine Diplom- und Doktorarbeit über einheimische Lurche geschrieben hat und bei Fragen nach seinem Lieblingstier als Zoodirektor gern die Gelbbauchunke nennt, will nach eigenen Worten mit seinem Werk "Rösel als einem der ersten und bedeutendsten Amphibienforscher ein Denkmal setzen".
Noch beeindruckender werden Rösels künstlerische und wissenschaftliche Leistungen und seine Arbeit im Gelände, laut Niekisch, wenn man weiß, dass er in den letzten sechs Jahren seines Lebens nach einem Schlaganfall nur noch den rechten Arm gebrauchen konnte und ein schwerkranker Mann war. "Diese enorme und beispielgebende Leistung konnte Rösel nur dank seines unbändigen Forscherdrangs und der Hilfe des befreundeten Arztes Georg Leonhard Huth sowie seiner Frau Elisabeth Maria und seiner Tochter Catharina Barbara erbringen" erklärt Niekisch. "Insofern will ich mit meinem Buch auch ein Denkmal für zwei großartige Frauen setzen, ohne die Rösels Werk wohl niemals diese Qualität und Bedeutung hätte erreichen können". Nach Niekischs Recherchen ruhen die sterblichen Überreste August Johann Rösels noch heute im Familiengrab auf dem Sankt-Johannis-Friedhof in Nürnberg.
Manfred Niekisch:
AUGUST JOHANN RÖSEL VON ROSENHOF - Künstler, Naturforscher und Pionier der Herpetologie. Eine Einführung zum Reprint der "Historia naturalis ranarum nostratium/
Naturgeschichte der Frösche hiesigen Landes", Nürnberg 1758. Erschienen im Verlag Fines Mundi, Saarbrücken 2009. ISBN 978-3-937246-10-9
(25.03.2009)
|
|
IP66: |
|
Eine solche Chronik hätte sich allerdings vor allem mit der von Herrn Scherpners Buch nicht erfaßten Arbeit in den letzten Jahren beschäftigen müssen - und was man von dieser Arbeit hält, haben Zooleitung und Rat ja sogar zum Gegenstand eines Neubaubeschlusses gemacht ... (25.03.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Ja, die herausgegebene Broschüre ist eher erbärmlich. Die anstehenden und im Stadtparlament abgenickten Neubaumassnahmen sind ja auch nicht ohne jede Kritik - aber die Öffentlichkeitsarbeit des Zoos hat sich dennoch deutlich verbessert. (25.03.2009)
|
|
Ralf Wagner: |
|
Eine Chronik bei soviel Jubileum eines so interessanten Zoos wäre sehr schön gewesen!!!
BG (24.03.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Am Mittwoch, den 1. April 2009 um 18.00 Uhr präsentiert Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Zoos Frankfurt. Er zeichnet die Ära Grzimek nach, berichtet von den Highlights seines ersten Amtsjahres und liefert einen Ausblick auf die anstehenden Neubaumaßnahmen.
Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch:
Grzimeks Zoo: Der Zoo Frankfurt – gestern, heute und morgen
Wann: Mittwoch, 01. April 2009
Wo: Ausstellungsraum Zoogesellschaftshaus, Bernhard-Grzimek-Allee 1, 60316 Frankfurt
Beginn: 18:00 Uhr | Eintritt frei
150 Jahre nach der Eröffnung des Zoos Frankfurt nimmt Prof. Dr. Manfred Niekisch seine Arbeit als Zoodirektor auf. Der Professor für Internationalen Naturschutz an der Universität Greifswald ist Vizepräsident der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) und will die Herausforderung annehmen, die Tradition des legendären Bernhard Grzimek weiterzuführen. Zoo und Naturschutz sollen in Zukunft ganz eng miteinander verknüpft werden.
1858 gründeten Frankfurter Bürger die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF), rund 5 Monate später öffnete der Zoo Frankfurt seine Pforten. Nach großen Zerstörungen durch die Weltkriege begann 1945 die Ära Grzimek. Der aus dem oberschlesischen Neisse stammende Veterinär Prof. Dr. Bernhard Grzimek war die ersten Jahre damit beschäftigt, den am Boden liegenden Zoo wieder aufzubauen. Dann richtete er seine Arbeit neben der Leitung des Zoos auf den internationalen Naturschutz aus.
Der Vortrag ist Auftakt einer Vortragsreihe. Jeden ersten Mittwoch im Monat um 18.00 Uhr laden der Zoo Frankfurt und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) in den Ausstellungssaal des Zoogesellschaftshauses ein. (24.03.2009)
|
|
Shensi-Takin: |
|
@MM:...wobei fuer die Bewahrung bedrohter Pflanzen meist auch eher botanische Gaerten/Institute denn Zoos eine Rolle spielen... (17.03.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Ralf Sommerlad: Vielleicht tröstet es, wenn man die Anwesenheit der Nasenbären als behavioral enrichment für die Brillenbären betrachtet. Als Bepflanzung für die Gehege bedrohter Tierarten werden schließlich auch nicht ausschließlich bedrohte Pflanzenarten verwendet... (17.03.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Das ich von der Nasenbärenhaltung nicht viel halte, dürfte klar sein. Einer guten Brillenbärenanlage stehe ich hingegen sehr positiv gegenüber.
Was die Nachttierhaltung angeht, stimme ich Herrn Mettler uneingeschränkt zu.
Die Parallelität von Arten-und Naturschutz und Zootierhaltung ist ja in Frankfurt keine Niekisch´sche Erfindung, sie wird dort seit langen Jahren gepflegt. (17.03.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@Sacha
Ich habe zumindest die Lippenbären auch schon bei Kälte gesehen. Da die Tiere sehr anfällig für Atemwegsinfektionen sind, lässt man sie im Winter nur für kurze Zeit raus. Generell sind sie in dieser Zeit wenig bewegungsaktiv, ruhen viel, was bei Weibchen auch mit dem Zeitraum der Niederkunft (Dezember-Januar) zu tun haben könnte. Ich sah im Dezember die Bärin "Nici" regungslos bei kaltem Schmuddelwetter auf der Anlage sitzen. (10.03.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Sacha: Ich wäre kein Fan einer solcher Lösung. Die Unterbringung von Nachtabteilungen in Kellern hat für mich immer den Beigeschmack krampfhafter Raumausnutzung. Erstens würde ich vielen so genannten Nachttieren auch den Zugang zu einem Außengehege gönnen (oder wenigstens durch ein zu öffnendes Dachfenster einfallendes Sonnenlicht). Das steht zwar im Widerspruch zur gängigen Tag-Nacht-Umkehr, aber ein Aktivitätsrhythmus ließe sich bei mancher Tierart wahrscheinlich auch mit einem geringeren Versatz umstellen. Ich denke da an eine Variante, nach der die Tiere vormittags noch im Hellen und erst nachmittags im Dunklen gehalten werden, was die Ausnutzung von Morgensonne zuließe.
Zweitens reagieren manche Kleinsäuger nach meinen eigenen Erfahrungen mit diversen Nagern auf Erschütterungen fast schreckhafter als auf Geräusche. Eine Unterbringung unter einem Restaurant und in "Fühlnähe" der U-Bahn finde ich da nicht gerade optimal. (10.03.2009)
|
|
Sacha: |
|
@Björn N + MM.: Danke für die Aufklärung. Ich war immer zur "warmen" Jahreszeit in Frankfurt, habe darum die Bären immer gesehen.
Was haltet Ihr von meinem Vorschlag bez. Gesellschaftshaus? (10.03.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@IP66
Man sollte sich nicht unnötig in solche Sachen hineinsteigern.
Für die Bären werden angemessene Unterkünfte in anderen Zoos gefunden werden, wo vielleicht bei dem Malaienbärenpaar noch die Aussicht auf eine Zucht besteht.
Rheine beispielsweise befügt über 2 Anlage und könnte ohne Schwierigkeiten die beiden Lippenbärenschwestern aufnehmen, womit sowohl Rheine als auch Frankfurt geholfen wären - Platz in Frankfurt für neuen Anlagen, in Rheine beide Anlagen attraktiv mit zusammengewöhnten Bären besetzt, bei denen eine Zucht nicht ausgeschlossen ist.
Die neue Bärenanlage wird für die künftigen Bewohner beste Voraussetzungen für Zucht und Haltung bieten. Sie vergessen, dass auf der Anlage nicht nur Nasenbären, sondern auch die ebenso bedrohten und in Zuchtkonstellation seltenen Brillenbären einziehen.
Dass man die Brillenbären auch ebensogut auf den alten Anlagen halten könnte, mit dieser Meinung stehen sie sicher ganz allein da.
Die alten Bärenanlagen sind überholt, sie sind winzig, bieten den Tieren keinen Naturboden, kaum Reize und Abwechslung und sind zusätzlich noch ausgesprochen wenig besucherattraktiv - also weg damit. (10.03.2009)
|
|
IP66: |
|
Der fragliche Artikel zeigt nur einen in Größe und Form mit dem heutigen Eingang vergleichbaren Eingangsbau im Stil der zweiten Moderne jenseits des Vorplatzes der Gesellschaftshausfront - ob die Bären dahinter eine größere Fläche bewohnen werden als derzeit, ist nicht erkennbar. Wenn der "neue Naturschutzzoo" allerdings auf die als selten gehalten und bedroht eingestuften Lippenbären zugunsten der weit verbreiteten und noch häufiger gehaltenen Nasenbären verzichtet, dürfte auch die jetzige Anlage für die Brillenbären ausreichen, zumal angesichts der neuen Bauten für den Besucherbetrieb ja nicht mehr Gehegefläche verbleibt, als heute schon vorhanden ist. Da stellt sich auch die Frage, auf was der im Artikel abgebildete Bär der Bildunterschrift zufolge wartet: Auf seinen Abtransport in eine neue Haltung, in der man seinen Platz nicht für Flaniermeilen und neue Eingänge, sondern für Zuchtgehege verwendet? Auf ein Asyl in einem Bärenpark, der sich um das Wohl einzelner Tierindividuen sorgt? Oder gar auf das eigene rechtzeitige Ableben? (10.03.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@Sacha
Direktor Prof. Niekisch hat in einer Pressemitteilung erklärt, dass der Zoo zukünftig auf Brillenbären und Nasenbären auf der neuen Anlage setzen wird, da weder Malaienbären noch Lippenbären als tropische, recht kälteempfindliche Arten ganzjährig zu sehen sind.
Die Idee eines einsehbaren Innengeheges bzw. Sichtscheibe in eine Box kam der Planungskommission offensichtlich nicht.
Obwohl ich die geplante Abgabe ablehne, kann ich sie in Hinblick auf die Besucherattraktivität etwas nachvollziehen.
Bei den Lippenbären ist attraktiver Nachwuchs in Frankfurt, den man sich vergeblich mit dem ungeheuer teuren Import 1998 erhofft hatte, nicht zu erwarten, da es kein passendes Männchen für die beiden Leipziger Schwestern gibt. Die Malaienbären waren bisher nicht fortpflanzungsaktiv, obwohl sie schon 10 Jahre und länger im Zoo sind.
Ohne böse Absichten unterstellen zu wollen - es ist doch viel einfacher, die alten Klötze am Bein einfach abzugeben und sich aus der EEP-Population neue potentiell zuchtfähige, junge Tiere zuzulegen.
Die Erläuterungen auf der Homepage des Frankfurter Zoos klingen sehr interessant, 900m² Bärenhaus und über 2200m² Freianlage für Groß- und Kleinbären ist für den äußerst beengten Frankfurter Zoo ausgesprochen großzügig und zukunftsweisend.
Allen Menschenaffenfreunden empfehle ich einen Besuch auf der Zoo-Homepage. Dort findet man ein Bild von Revierleiter Carsten Knott mit dem Bonobojungtier "Bili" aus Twycross, welcher für seine 5 Monate ziemlich groß ist und bei mir auf den ersten Blick die Frage aufwarf: "Hat man da aus Twycross einen Bonobo oder einen Berggorilla bekommen?". Ich kenne in Europa nur einen Bonobo mit derart dunklem Gesicht und dichtem Fell und das ist "Zorba" in Stuttgart - wirklich faszinierend.....
http://www.zoo-frankfurt.de/deutsch/aktuelles/pressemitteilungen.html (10.03.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@IP66: Das Afrikahaus in Dresden steht seit über zehn Jahren - würde das die Definition "erfolgreich abgeschlossen" erfüllen...?
@Sacha: Auch laut Online-Artikeln werden die "unsichtbaren" (soll heißen: im Winter nicht auf der Außenanlage und somit für Publikum nicht zu sehen) Lippen- und Malaienbären Anfang nächsten Jahres den Zoo verlassen müssen und ihre Nachfolger werden (in Vergesellschaftung) Brillen- und Nasenbären. (10.03.2009)
|
|
IP66: |
|
Kann das Architektenteam neben den in Planung bzw. im Bau befindlichen Projekten auch schon solche aufweisen, die erfolgreich abgeschlossen wurden? (10.03.2009)
|
|
Sacha: |
|
Eine Frage (die auch in "Eure Planung" passen würde, ich weiss):
Wäre es möglich, das Gesellschaftshaus in eine Kombi von Restaurant und Nachttierhaus umzuwandeln?
Ich stelle mir das (in totaler Unkenntnis des Inneren des Gebäudes, wie ich zugebe) folgendermassen vor:
Untergeschoss: Nachttierhaus so gross wie möglich (U-Bahn, Kanäle, Leitungen?)
Erdgeschoss: Restaurant mit Gartenterrasse (ähnlich wie heute), WCs, Kücheninfrastruktur.
Obergeschosse: Vortragssaal, Cateringräume.
Das Theater würde ich auslagern (Für Vorführungen im Innern braucht es drum herum keinen Zoo) und ebenfalls die Administration (In der Nähe Gebäudeteil mieten, Distanz ähnlich wie bei ZOOM wahrscheinlich möglich)
Was ist Eure Meinung?
@Björn N: Den Witz mit den "unsichtbaren Bärenarten" habe ich leider nicht kapiert. Kannst Du mich aufklären?
Und ist das jetzt definitiv, dass die Malaienbären und Lippenbären wegmüssen? Kommen stattdessen Brillenbären und Nasenbären? (10.03.2009)
|
 |
Michael Mettler: |
|
@BjörnN: Wenn das neue Haus nur noch eine Anlage je Art bekommen sollte, wäre der Artenbestand vielleicht zu erhalten. Im Moment sind z.B. Mausmakis oder Igeltanreks doppelt, Schlankloris sogar dreifach im Schaubereich vertreten. Da denke ich, dass man eher Zuchtpaare oder -gruppen solcher Arten hinter die Kulissen nehmen und nur "überzählige" Tiere ausstellen wird (ähnlich wie bei den Rostkatzen schon heute), als Arten komplett aus dem Schaubereich zu ziehen. Die würden dann wohl eher abgegeben werden, denke ich...
Apropos abgeben, anbei noch etwas zum Schmunzeln: Das nebenstehende Foto zeigt eine Tafel zum Zoo-Jubiläum am Beginn des Zoorundganges in Frankfurt. Und was sehen wir darauf inmitten der zur Feier herausgesuchten Tierarten? Ausgerechnet einen Takin... Mal abgesehen davon, dass ein auf Volksbildung bedachtes Institut auch korrekte Rechtschreibung verwenden sollte ("Herzlich willkommen" mit kleinem w wäre richtig), erinnert mich der obere Textblock wegen "1858-2008" ein wenig an die Inschrift auf einem Grabstein. (09.03.2009)
|
|
BjörnN: |
|
Der Neubau des Nachttierhauses wird wohl kaum alle Tiere des alten Hauses unter großzügigen Gehegebedigungen aufnehmen können.
Rückwärtige Zuchtanlagen könnten es dem Zoo erlauben, wertvolle Zuchtpaare von Arten, die vielleicht weniger besucherattraktiv sind (darauf scheint es Prof. Niekisch ja besonders anzukommen, nicht umsonst verschwinden des Winters unsichtbare Bärenarten aus dem Zoo) zu erhalten. (09.03.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@BjörnN: Das Grzimek-Haus soll doch aber erst entvölkert werden, wenn sein Nachfolgebau steht...? (09.03.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@Andre Haubrich
Die Probleme liegen unter anderem darin begründet, dass der Eingang nur wenige Kassen (2-3) hat und so bereits an einem normal frequentierten Tag lange Schlangen entstehen, ähnlich wie in Stuttgart, wo man ja auch momentan Abhilfe schafft.
Das Problem des Zugangs zum Theater im Gesellschaftshaus klang ja schon an.
Außerdem ist der Eingangsbereich recht wenig attraktiv.
Obwohl ich die Abschaffung der Lippenbären und Malaienbären als gravierende Fehlentscheidung des neuen Direktors erachte, ist die infrastrukturelle Neugestaltung des Eingangsbereiches (hoffentlich auch mit einem Zooshop, der dem Frankfurter Zoo würdig ist - das momentane Provisorium mit Plüschtieren und Pfauenfedern ist eher ein Witz) und der Neubau des Bärenrevieres mit Zuchtstation hinter den Kulissen sicher eine sinnvolle Investition in die Zukunft, auch in Hinblick auf die zukünftige Ausquartierung der Tiere des Grzimekhauses. (09.03.2009)
|
|
André Haubrich: |
|
Ich finde, der Bericht hört sich ein bisschen nach "Deutschland sucht den Superzooeingang mit Bärenanlage" an :)
So überzeugend fand ich das Bild vom neuen Zooeingang jetzt nicht, aber danach messe ich auch keinen Zoo.
Was ist denn das Problem des momentanen Eingangs?
(09.03.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@IP66: Ja, im Zoo-Gesellschaftshaus.
http://cms.frankfurt-live.com/front_content.php?idcat=5&idart=32377
Das Architektenteam hat vorher bereits das Dresdener Afrikahaus und das Leipziger Gondwanaland entworfen. (09.03.2009)
|
|
IP66: |
|
Wird das Publikum denn zumindest die prämierten Entwürfe, wie anderenorts üblich, in einer öffentlichen Ausstellungen anschauen dürfen? (09.03.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Architektur-Wettbewerb Zoo-Eingangsbereich und Bärenanlagen
Vorstellung des Gewinners und Eröffnung der Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten
Die momentane Erschließung des Zoos und des Zoo-Gesellschaftshauses genügt nicht mehr den funktionalen Anforderungen. Zurzeit ist der Zugang zum Zoo-Gesellschaftshaus nur durch den Kassenbereich des Zoos möglich. Ebenso ist eine Erneuerung der jetzigen Bärenanlagen dringend notwendig, da sie bei weitem nicht mehr den Anforderungen an eine tier- und artgerechte Haltung entsprechen.
Ziel des Architektur-Wettbewerbs war die Neuorganisation des Vorplatzes und die Entkoppelung des Zugangs zum Zoo-Gesellschaftshaus vom Haupteingang des Zoo und die Planung wegweisender moderner Bärenanlagen sowie einer vom Publikumsbereich abgetrennten Zuchtanlage für weitere Tierarten.
Der Wettbewerb wurde EU-weit ausgeschrieben. Teilnahmeberechtigt waren Architekten in bindender Arbeitsgemeinschaft mit Landschaftsarchitekten. Neben fünf gesetzten Arbeitsgemeinschaften wurden aus über 90 Bewerbungen zur Teilnahme am Wettbewerb weitere 20 Arbeitsgemeinschaften von einem Gremium ausgewählt. Die 25 Teilnehmer hatten neun Wochen Zeit zur Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe, Abgabetermin war der 30.01.2009.
Das Verfahren war anonym, die Verfasser der einzelnen Wettbewerbsbeiträge wurden erst nach der Entscheidung des Preisgerichtes enthüllt.
In einer zwölfstündigen Sitzung wurden gestern 25 Entwürfe zur Neugestaltung des Zoo-Eingangbereiches und der Bärenanlagen von einem neunköpfigen Preisgericht hinsichtlich stadtbaulicher und denkmalpflegerischer, gestalterischer, funktionaler und wirtschaftlich-ökologischer Kriterien begutachtet und diskutiert. Das Preisgericht setzte sich aus fünf Fachpreisrichtern aus Architekturbüros und dem Hochbauamt Frankfurt sowie vier Sachpreisrichtern zusammen. Als Sachpreisrichter fungierten die Bürgermeisterin Jutta Ebeling, der Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth, Stadtrat Edwin Schwarz vom Dezernat für Planung und Wirtschaft sowie Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. Unterstützt wurde das Preisgericht von sieben Beratern aus verschiedenen Parteien und Fachbereichen.
Am Ende eines langen Tages fiel die Entscheidung auf den Entwurf der Architekten Henchion und Reuter, Berlin, mit Röntz Landschaftsarchitektur, Berlin.
„Es war eine lange und intensive Sitzung“, so Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth. „In mehreren Rundgängen durch die Ausstellung wurden die Pros und Contras für jeden Entwurf herausgearbeitet und gegeneinander abgewogen. Die Bandbreite der unterschiedlichen Kriterien, die bei der Entscheidung zu beachten waren und die gebündelten Kompetenzen und Erfahrungen des Preisgerichtes und der Berater führten zu dem jetzt prämierten Entwurf, der die städtebaulichen, denkmalpflegerischen und tiergärtnerischen Anforderungen optimal in sich vereint.“
„Die Vielzahl der hervorragenden Entwürfe machte die Entscheidung nicht leicht“, sagte Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch im Anschluss an die Sitzung. „Der prämierte Entwurf setzt aus unserer Sicht eine sehr spannende Architektonik des Neubaus um, ohne dabei in Konkurrenz zum angrenzenden Zoogesellschaftshaus zu treten, dessen denkmalgeschützte Fassade nach der Umgestaltung noch hervorgehoben wird. Dies in Kombination mit tiergärtnerisch und gestalterisch optimalen Anlagen für die Vergesellschaftung von Bären und allen Möglichkeiten zum Aufbau einer erfolgreichen Zuchtstation, machte ihn zu unserem Favoriten“.
(09.03.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Sonntagsführung im Zoo
Auch in diesem Winterhalbjahr bietet Dipl.-Biol. Rudolf Wicker an einem Sonntag im Monat Führungen für Zoobesucher an. Die Führungen sind für jeden geeignet, der ein bisschen Neugierde mitbringt.
Thema der Führung am
Sonntag, 8. März 2009
Die Wüste lebt -
Oder wie Tiere (und Pflanzen) einen lebensfeindlichen Lebensraum besiedeln können
Führungsbeginn: 11.00 Uhr
Treffpunkt: Amazonasbecken (Eingangsbereich des Exotariums)
Führungsdauer: eine bis eineinhalb Stunden
Zoo-Eintrittspreise:
Erwachsene: 8,00 €
Kinder/Jugendliche (6–17 Jahre): 4,00 €
Die Führungs-Teilnehmer entrichten nur den normalen Eintrittspreis.
Ansprechpartner:
Dipl.-Biol. Rudolf Wicker
Tel. 069-212-33732 (04.03.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Bili the Bonobo
Kleine neugierige Hände, große Augen, Bili ist mittlerweile ein lebhaftes Krabbelkind und entspricht vollkommen dem Kindchenschema. Der Bonobo-Junge wurde am 8. Oktober 2008 im englischen Zoo Twycross geboren. Schnell war klar, dass seine Mutter Maringa keine Milch hatte. Schon nach wenigen Tagen verlor sie das Interesse an ihrem Baby vollständig. Bili musste per Hand aufgezogen werden. „Handaufzuchten sind bei Säugetieren und vor allem bei Menschenaffen immer äußerst problematisch“, erklärt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch die Situation: „Als Erwachsene können die Tiere oft nicht mehr in eine Gruppe integriert werden, da sie die angelernten Verhaltensweisen ihrer Artgenossen nicht kennen. Sie sind dann zu einem völlig artuntypischen Leben als Einzeltier verdammt.“
Der kleine Bili wurde deshalb in den Zoo Frankfurt geschickt. Hier soll er eine neue Heimat finden. Am 21.01.2009 kam er am Frankfurter Flughafen an. „Der Zoo Frankfurt hat in der Menschenaffenhaltung einen guten Ruf“, erläutert Prof. Dr. Niekisch, „und unsere Pfleger haben schon Erfahrung mit der Reintegration von kleinen Bonobo-Kindern in die Bonobo-Gruppe.“
Bili kam auch in Frankfurt zunächst in die Obhut der Menschenaffenpfleger. Mit Fläschchen und Windeln wird er wie ein Menschenjunges versorgt. Bei seiner Ankunft wog er 2,7 kg und hatte erst zwei Zähnchen. Mittlerweile hat er prächtig zugelegt, er wiegt schon 3,5 Kilo und kann stolz zehn Zähne zeigen. Seit seiner Ankunft war Bili unter ständiger tierärztlicher Beobachtung. Erst am vergangenen Freitag wurde seine Quarantänezeit beendet, Bili ist völlig gesund.
„Täglich trainiert Revierleiter Carsten Knott und sein Team mit der Bonobo-Gruppe“, erklärt Prof. Niekisch. Für das Training bringen die Pfleger eine Puppe ans Gehege und füttern diese mit einem Fläschchen. Vor allem die Weibchen erhalten Belohungen, wenn sie sich länger am Gitter aufhalten oder sogar ihre Brust an das Gitter drücken. „Später wird die Ziehmutter Bili ans Gitter bringen, wenn die Pfleger dort mit einem Fläschchen warten.“, gibt sich Prof. Niekisch überzeugt. Zwei Ziehmütter kommen infrage, Zomi und Kutu. Täglich verbringt Bili viele Stunden neben dem Bonobo-Gehege, nur durch ein Netz von der Gruppe getrennt. Vor allem Zomi hat schon Interesse an dem Jungtier gezeigt und auch Bili ist nicht abgeneigt. Auch die anderen Bonobo-Kinder interessieren ihn sehr, vor allem der zweijährige Nyota und die einjährige Nakala.
Als Mutter nicht zur Verfügung steht Bonobo-Dame Kamiti. Sie hat eine acht Wochen alte Tochter und alle Hände voll zu tun. Töchterchen Omanga wurde am 18. Dezember 2008 im Zoo Frankfurt geboren. Ihr Papa ist Ludwig, unserer Bonobo-Zuchtmann. Omanga ist Kamitis zweites Kind und wird von ihrer Mutter fürsorglich umsorgt und umher getragen. Später wird sie sicherlich eine gute Spielkameradin für Bili. (03.03.2009)
|
|
Holger Wientjes: |
|
Aber viel kann man ja nicht mehr reduzieren in Sachen Meerkatzen... Die Dianameerkatzen bleiben ja und die Husarenaffen haben den Zoo ja schon vor geraumer Zeit verlassen (müssen).
Ich persönlich bin auch für jede Meerkatzenhaltung dankbar, da sie für mich zu den hübschesten Primaten zählen. Ausserdem sind viele Arten bedroht und man kann an ihnen, wenn man denn mehrere Arten (nebeneinander) hält, den Besuchern ein schönes Beispiel von Diversität präsentieren. (02.03.2009)
|
|
IP66: |
|
Ich denke, das Verschwinden der Meerkatzen hängt auch mit der Beseitigung der Nachkriegsaffenhäuser zusammen - bezeichnederweise finden wir dort, wo noch die großen Gebäude stehen, meistens auch noch eine oder mehrere Meerkatzenarten. Auch in Frankfurt wird es mit dem Verschwinden des überlieferten Niederaffenhausen wohl zu einer solchen Artenreduktion kommen, soll doch, wenn ich die Ankündigungen recht verstanden habe, ein Urwaldhaus auf der dann frei gewordenen Fläche sowohl das artenreiche Grzimekhaus wie den auch nicht artemarmen Altbau ersetzen. (02.03.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@th.oma.s
Das tuen sie auch, vorrangig bodenbewohnende Antilopen. Bisher sind nur strukturierte Jagden auf Ducker beobachtet worden.
Scheint aber im Gegensatz zu den Schimpanse eher die Ausnahme und viel viel seltener vorzukommen.... (01.03.2009)
|
|
th.oma.s: |
|
ich denke, bonobos jagen aktiv ?
(01.03.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@Ralf Seidel
Zumindest Leipzig, Edinburgh und Mulhouse züchten regelmäßig jedes Jahr oder alle 2 Jahre und das schon seit Jahrzehnten, das würde ich schon kontinuierlich nennen.
Das Problem bestand bis vor Kurzem darin, dass kaum Männchen geboren wurden und keine neuen Zuchttiere aus den Ursprungsländern mehr zu bekommen sind.
Der Bestand ist bereits stark ingezüchtet bzw. untereinander verwandt. So hat Leipzig den Zuchtmann "Kwanza" aus London, dem für die Zucht in Zukunft nur ein unverwandtes Weibchen und seine Töchter bleiben, dessen Vater war auch schon ein Leipziger. Edinburgh hat einen Leipziger Mann ebenso wie Mulhouse, La Palmyr und Valencia. Antwerpen hält eine große Gruppe, die im jetzigen Gehege aber leider nicht züchtet. Inzwischen sind alle Weibchen (4) wohl zu alt zur Zucht.
Dass diese Haltung keine Erfolgsgeschichte werden konnte, liegt letztendlich auch daran, dass die Meerkatzen in unseren Zoos leider auf dem Rückzug sind. Viele deutsche Großzoos, die ehemals Tiere dieser Gruppe besaßen, haben ihre Gruppen abgeschafft. So halten z.B. Köln, Stuttgart, Münster, Dortmund und Hagenbeck leider gar keine Meerkatzen mehr.
Die einzige häufigere Art ist die Brazzameerkatze, die für den Besucher recht attraktiv und einfach zu züchten ist.
Die einzigen Zoos, die ihren Besuchern noch eine Auswahl von Meerkatzen zeigen sind Leipzig, Aschersleben und Duisburg.
Ich möchte ganz und gar nicht prophetisch sein, doch sehe ich die Entwicklung in den letzten 10 Jahren und lasse mich deshalb zu einer Prognose hinreißen.
Trotz dieser eher düsteren Aussichten für die Zucht wäre die Haltung einer Junggesellengruppe Eulenkopfmeerkatzen in Frankfurt sicher möglich und für den Zoos ausgesprochen attraktiv, da Meerkatzen immer Stimmung in die Bude bringen. (01.03.2009)
|
|
Ralf Seidel: |
|
@BjörN, noch mal zu den Eulenköpfen - Zuchten, welche ja wohl eher sporadisch als kontinuierlich erfolgen sind nun wirklich keine Erfolgsgeschichten. Die Tiere waren, sind und werden immer Raritäten bleiben. Was Ihre Prognose zum Aussterben betrifft - ich halte nicht so viel von Propheten und bei aller Problematik - die Hoffnung stirbt zuletzt... (01.03.2009)
|
|
Holger Wientjes: |
|
@M.Mettler: Muss ja nicht gleich eine Horde Makaken sein. Eine Minigang wie in MS reicht ja auch. Dort gibt es ja viel Interaktion zwischen den Arten - was ja auch gewünscht ist - aber mir ist noch nie aufgefallen, dass die Bartaffen den Orangs zu sehr das Leben schwer machen. Dann wie gesagt schon eher die kleinen Wasserquälgeister :-)
Insgesamt ist es aber sicherlich richtig, dass in Sachen Gemeinschaftshaltung noch viel möglich erscheint und man sich wahrscheinlich bei der einen oder anderen Vergesellschaftung ( noch ) nicht traut, weil die potentiellen Arten zu wertvoll sind. (01.03.2009)
|
 |
Michael Mettler: |
|
@BjörnN: Der Berg aus Steinen ist der Rest des alten Affenfelsens, auf dem zuletzt Lemuren und davor über Jahrzehnte hinweg Rhesusaffen gehalten wurden. Ich nehme an, dass der verbliebene Rest davon für die Orang-Anlage erhalten bleiben soll, denn sonst hätte man sich dessen Abtragung durch die bereits dicht davor hochgezogenen Betonwände (siehe Foto) unnötig erschwert. Deshalb und wegen der im Vergleich zur Gorilla-Anlage sehr niedrigen Betonwände würde ich eine Übernetzung vermuten.
@IP66: Das Grzimek-Konzept bestand aus der Parallelität von Zoo und Naturschutz, und ich verstehe die Veröffentlichungen aus Frankfurt so, dass eben dieses Prinzip weitergeführt werden soll. Und das ist m.E. von Baustilen unabhängig.
Übrigens: In die Außenwand des als abgeholzten Urwaldriesen verkleideten Fahrstuhlschacht des Borgori-Waldes wurden Vogelnistkästen einbetoniert. Auch eine Form von Naturschutz im Zoo! (28.02.2009)
|
|
IP66: |
|
In welcher der Anlagen im neuen Menschenaffenhaus leben denn mehr als eine Art Tiere?
Ganz nachvollziehen kann ich auch nicht, weshalb man das neue Zookonzept mit dem Wirken des Herrn Grzimek "verknüpft", wenn man dessen Gestaltungsideen beseitigt und auch den Abriß des seinem Angedenken gewidmeten Tierhauses ankündigt. (28.02.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@Michael Mettler
War selbstverständlich als Spaß gemeint.
Das Frankfurter Orang-Utan-Gehege wird mit 570m² Fläche nicht allzu groß werden, betrachtet man die über 3000m² große benachbarte Anlage für Gorillas, Drills und Guerezas.
Ich weiß nicht, wie weit noch Erdarbeiten im Gehege vonstatten gehen werden oder ab man das Gehege mit einem Netz überspannt, was wünschenswert wäre, doch momentan erhebt sich im Gehege noch ein Berg aus Steinen, während rundherum hereit die Begrenzungswände in die Höhe wachsen. (28.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@BjörnN: Neben der Orang-Außenanlage steht heute noch das Niederaffenhaus, das ohnehin abgerissen wird. Es wäre nicht schwer, dort einen Stall und ein separates Gehege für Hirscheber neben die Orang-Außenanlage zu platzieren und den Schweinen einen ebenerdigen Zugang zu dieser zu schaffen. Die Hirscheber müssen ja nicht unbedingt den Orang-Innenraum des Borgori-Waldes nutzen können. (28.02.2009)
|
|
BjörnN: |
|
Dann müssen die Hirscheber aber Flügel bekommen, um aus den erhöhten Luken auf die Außenanlage zu kommen.
An sich finde ich die Idee durchaus machbar, allerdings kaum in Frankfurt, eine geteilte Außenanlage hätte sicher ihren Reiz. (27.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Ich frage mich übrigens, warum man Orangs nicht einfach mal mit asiatischen Hirschen (z.B. Timor- oder Prinz-Alfred-Hirschen) vergesellschaftet. Es müssen ja schließlich nicht immer nur andere Primaten oder Kleinraubtiere sein, mit denen man Menschenaffen kombiniert. Da finde ich den Dortmunder Ansatz (Orangs/Tapire) als Ausgangspunkt für neue Ideen ganz interessant. Selbst an Hirscheber würde ich dabei denken - andere Schweine halte ich für zu riskant (obwohl ja auch ein Schabrackentapir im Ernstfall nicht ganz ohne wäre). Zumindest Hirscheber gäbe es schon in Frankfurt... (27.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Holger Wientjes: Wenn den Orangs die Otter mal auf die Nerven gehen sollten, können sie sich ganz einfach "nach oben" zurückziehen. Aber wo finden sie Ruhe, falls eine Horde Makaken sie mal nervt? (27.02.2009)
|
|
Holger Wientjes: |
|
@M.Mettler: In wie fern zu quirlig ? In Münster klappt`s ja auch. Da habe ich eher den Eindruck, die Zwergotter halten den Laden auf Trab ! (27.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Um "mehr Leben" in eine Orang-Anlage zu bringen, wären selbst Hut- oder Javaneraffen interessant, auch wenn sie weniger oder nicht bedroht sind. Ich fragte nur deshalb gezielt nach Languren (und wenn es "nur" eine Männergruppe Hulmans wäre), weil die langschwänzigen Makaken vielleicht ZU quirlig für die Orangs sind? (27.02.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@Michael Mettler
Aus Europa ist mir eine Vergesellschaftung von Orang-Utans mit Languren nicht bekannt, was auch nicht verwunderlich ist, wachsen hierzulande die Languren bekanntlich ja nicht auf Bäumen - höchstens die Javanischen Kappenlanguren produzieren ausreichend Nachwuchs, dass man über eine neue Gruppe in Frankfurt nachdenken könnte.
Es müssten ja auch nicht unbedingt Languren sein. Auch wenn es diese Vergesellschaftung schon in Münster gibt und Köln damit plant, fände ich Bartaffen oder geographisch passendere Schweinaffen oder Bärenmakaken interessant, die inzwischen auch als VU gelten - dieser Zug scheint aber auch leider schon abgefahren zu sein, es bleibt also eine Utopie.... (27.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@BjörnN: Ich nix Ahnung von USA :-) (27.02.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@Ralf Seidel
Welche Rückschläge meinen Sie denn??
Besser wird es mit dieser Art kaum werden. Da blutsfremde Tiere aus Ruanda oder Uganda kaum zu bekommen sind, ist die Population wohl auf kurz oder lang zum Aussterben verurteilt.
@Michael Mettler
Hält nicht der Columbus Zoo seine Orang-Utans zusammen mit Silbernen Haubenlanguren? (27.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Um auch die dritte Menschenaffenart in Frankfurt noch ins Visier zu nehmen: Wäre eine Gemeinschaftshaltung der Orangs mit Languren denkbar? Gibt es damit schon Erfahrungen aus anderen Zoos? (27.02.2009)
|
|
Ralf Seidel: |
|
Rückschläge gab es aber auch immer wieder und mit einer knappen Handvoll potentieller Züchter ist eben auf Dauer auch kein Staat zu machen - sei es wie es ist, es kann nur noch besser werden... (27.02.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@Ralf Seidel
Zuchterfolge gibt es zweifellos, sowohl Leipzig als auch Mulhouse und Edinburgh züchten regelmäßig, die übrigen Halter leider nicht mehr.
Amsterdam und Twycross halten nur noch Einzeltiere, Antwerpen eine größere Gruppe eigener Nachzuchten und der letzten Londoner Tiere ohne Zucht.
Berlin hat ein Geschwisterpaar aus Leipziger Zucht, das auch in 10 Jahren nicht einmal nachgezogen hat, wobei das Männchen, "Zeus", recht wertvoll für die Zucht ist und als Zuchtmann in Leipzig einspringen könnte, wenn "Kwanza" das Zeitliche segnet. Auch aus La Palmyr ist mir keine Nachzucht bekannt.
Hoffnungsträger auf einen 4. züchtenden Halter ist der Bioparc Valencia, der im letzten Jahr einen Mann (*2003) aus Leipzig und ein Weibchen, vermutlich aus den USA, erhalten hat. (27.02.2009)
|
|
Ralf Seidel: |
|
@BjörN, wäre fraglos sicher auch ne Option unter den gegebenen Umständen. Aber gerade diese Art war und ist eben eine echte Rarität, sowohl im Zoo, als auch in ihrem natürlichen Lebensraum. Und gerade deswegen hätte ich mir hier mal wieder positive Nachrichten in Sachen Zuchtbemühungen und -erfolgen gewünscht... (27.02.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@Ralf Seidel
Sowohl in Mulhouse als auch in Leipzig und Edinburgh stehen männliche Nachwuchstiere in den kommenden Jahren zur Abgabe.
Die Etablierung einer reinen Männergruppe (3,0) wäre ohne Weiteres möglich, große Sprünge in Sachen Zucht kann man allerdings bei dieser Art kaum mehr erwarten. (27.02.2009)
|
|
Ralf Seidel: |
|
@Michael, würde ich auch so sehen! Der Tierpark Berlin hat doch sicher noch einen gewissen Überschuss an männlichen Rotscheitelmangaben, die können auch schon mal was wegstecken... (27.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Vielleicht sollte man für einen Bonobo-Meerkatzen/Mangaben-Vergesellschaftungsversuch im ersten Anlauf eine Männergruppe einer weniger seltenen Art der Niederen Affen wählen. (27.02.2009)
|
|
Ralf Seidel: |
|
Sind beispielsweise Eulenkopfmeerkatzen tatsächlich so ohne Weiteres verfügbar ??
Bislang hält sich die europäische Population bei den wenigen Haltern ja wohl gerade so die Waage - und das seit Jahrzehnten... (27.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@BjörnN: OK, an die Möglichkeit, dass junge Menschenaffen ebenfalls durch solche Röhren passen würden, habe ich nicht gedacht. (26.02.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@Michael Mettler
Ich hätte mir in Frankfurt eine Vergesellschaftung der Bonobos mit den Dianameerkatzen gewünscht, dafür hätte man gar keine zusätzliche Innenanlage gebraucht, einfach eine Bonobobox nur für die Meerkatzen zugänglich machen müssen...
Ihre Idee der engen Verbindungsröhren klingt interessant, birgt aber den Nachteil, dass ein Bonobo- oder Gorillajunges ins falsche Gehege gelangen könnte, was immense Gefahr für Leib und Leben bedeuten würde.
Dann doch lieber getrennte Anlagen mit jeweils einem Besatz von Niederen Affen. (26.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@BjörnN: Dann könnte man ja fast die Gorilla- und die Bonobo-Anlage für die vergesellschafteten Niederen Affen in Frankfurt über enge Tunnelröhren o.Ä. miteinander vernetzen... Geografisch perfekt müsste es eh nicht sein, auch auf der Gorilla-Anlage werden Arten miteinander leben, die sich im Freiland nirgends begegnen. (26.02.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@Michael Mettler
Ich würde es auf eine Vergesellschaftung mit Eulenkopfmeerkatzen oder Goldbauchmangaben durchaus mal ankommen lassen.
Beide Arten sind verfügbar und passen auch geographisch vervorragend zu den Bonobos, außerdem stehen sie nicht auf der Speisekarte der Zwergschimpansen. (26.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@BjörnN: Da Bonobos dein spezielles Interesse zu gelten scheint - für welche Art(en) von Gehegegenosse(n) würdest du sie denn für geeignet halten? (26.02.2009)
|
|
BjörnN: |
|
@Andre Haubrich
Man hat eine Vergesellschaftung mit Bonobos einfach noch nie versucht, insgesamt dürfte es einfacher sein als eine Vergesellschaftung mit Gorillas.
Maringa II hat ihr Kind, Bili, übrigens angenommen, das ist ein Fehler im Text. Die Pfleger nahmen ihr das Jungtier nur aus einem Grund ab - sie hatte kaum Milchproduktion und der Tod des Jungtieres wäre ohne Zutun schnell eingetreten, das wollte man verhindern. (26.02.2009)
|
|
Sacha: |
|
Mal abgesehen davon, dass das "Highlight des ersten Amtsjahres" mehrheitlich Vorgänger Christian Schmidt zu verdanken ist..... (26.02.2009)
|
|
André Haubrich: |
|
Bei den Bonobos wird es wohl wirklich schwirig, geeignete Gesellschaftspartner zu finden.
Für die Orangs gäb es ja kleinere Affen, Binturongs, Muntjaks..., mit denen man´s versuchen könnte. (26.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Der Ein-Jahres-Bilanz-Artikel liest sich so, als gebe es im Borgori-Wald keine Ein-Arten-Haltung mehr. Bei Orangs und Bonobos stimmt das ja nun nicht, es sei denn, man wertet die allgegenwärtigen Hausmäuse als Vergesellschaftung... (26.02.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Bili the Bonobo
Der vier Monate alte Bonobo-Junge Bili wurde von seiner Mutter Maringa im Zoo Twycross nicht angenommen. Er kam nach Frankfurt, um hier eine neue Heimat zu finden. Hauptziel ist, Bili in unsere Bonobo-Gruppe zu integrieren. Bilis Quarantänezeit ist am vergangenen Wochenende abgelaufen und er darf am Montag den ersten Kontakt zu seiner neuen Familie aufnehmen. (26.02.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Ein Jahr im Zoo Frankfurt
Prof. Dr. Manfred Niekisch zieht Bilanz
Vor genau einem Jahr, am 1. März 2008 hat Prof. Dr. Manfred Niekisch seine Arbeit als Zoodirektor im Zoo Frankfurt aufgenommen. „Nach 25 Jahren internationaler Naturschutzarbeit vor allem in den tropischen Wäldern, in der Praxis vor Ort und an der Universität kann ich nun mitwirken, diesen traditionsreichen Zoo zu einem international anerkannten Zentrum des Natur- und Artenschutzes weiter zu entwickeln.“, sagt Prof. Dr. Niekisch. „Der Beruf des Zoodirektors war tatsächlich ein Kindheitstraum von mir. Nach diesem ersten Jahr möchte ich vor allem meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken. Sie haben viel geleistet und sind eine Mannschaft, auf welche die Stadt stolz sein kann.“
Der Zoo Frankfurt hatte sich in seiner 2007 erarbeiteten Vision ein neues Motto gegeben: „Tiere erleben – Natur bewahren“ und damit den Naturschutz ganz hoch auf die Agenda gesetzt. Nach den Worten von Prof. Dr. Niekisch, damals Professor für Internationalen Naturschutz an der Universität Greifswald, reizte ihn besonders die Herausforderung, die Tradition des legendären Bernhard Grzimek aufzunehmen und Zoo und Naturschutz ganz eng miteinander zu verknüpfen.
Erste Maßnahmen zielten aber vor allem darauf ab, den Zoo noch besucherfreundlicher zu gestalten und dringend notwendige Baumaßnahmen für die Tiere umzusetzen: Ein behindertengerechter Zugang zum Obergeschoss des Katzendschungels wurde gebaut, die neue Voliere für die Bartgeier eröffnet und das Winterquartier für die Greifvögel fertig gestellt.
Durch die von Niekisch eingeleitete Neuorganisation der tierärztlichen Versorgung erhielt der Zoo Frankfurt schon in seinem ersten Amtsjahr die Anerkennung zum Ausbildungsbetrieb für Zoo-Fachtierärzte – dem einzigen in Hessen.
„Das Highlight in meinem ersten Amtsjahr war sicher die Eröffnung des neuen Menschenaffenhauses Borgori-Wald. Dieses Haus weist die Richtung in die Zukunft, denn hier wurde schon begonnen, was sich im gesamten Zoo fortsetzen soll“, stellt Prof. Dr. Niekisch fest. „Die Tiere werden nicht mehr als einzelne Arten in Gehegen gehalten, sondern mit anderen Arten vergesellschaftet.“ Diese Gemeinschaftstierhaltung stellt die Natur sehr viel besser nach als die Einzelarthaltung. Außerdem wird das Haus mit einer hochmodernen, umweltfreundlichen Erdwärmeheizung betrieben. „Die Neuausrichtung des Zoos beinhaltet selbstverständlich auch ein Konzept für die Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs im gesamten Zoo“, betont Niekisch.
Mehrere Neubauten sind in der Planung. „Zunächst werden wir die Situation am Alfred-Brehm-Platz rund um dass Zoo-Gesellschaftshaus entzerren“, stellt der Zoodirektor seine Zukunftspläne vor. „Wir sind mitten in der Planung für einen neuen, attraktiven Kassen- und Servicebereich links vom Zoo-Gesellschaftshaus sowie für den Neubau der Bärenanlage.“ Das Zoo-Gesellschaftshaus mit dem Fritz-Rémond-Theater wird durch den verlagerten Eingangsbereich frei zugänglich und der Weg für ein neues Betreiberkonzept im Zoo-Gesellschaftshaus ist frei. „Der Neubau der Bärenanlage ist seit langem überfällig. Die 1958 errichtete Anlage entspricht nicht mehr den aktuellen tiergärtnerischen Anforderungen und ist dringend erneuerungsbedürftig“, erklärt Prof. Dr. Niekisch die Situation. Für den Eingangsbereich sowie das Bärengehege laufen die Planungen bereits auf Hochtouren. Die Sitzung des Preisgerichts für die eingereichten Architekturentwürfe wird am 5. März 2009 stattfinden.
Dringend sanierungsbedürftig ist auch das in den siebziger Jahren gebaute Tag- und Nachttierhaus. Um eine Abgabe aller im Grzimek-Haus lebenden Tiere zu vermeiden, entschied Niekisch, zunächst einen Neubau an anderer Stelle zu errichten. Erst nach dem Umzug der Tiere wird das heutige Grzimek-Haus abgerissen. Außerdem hat sich Niekisch den Bau einer neuen Anlage für subantarktische Pinguine und die Modernisierung des Exotariums vorgenommen. Mit dringend erforderlichen Reparaturarbeiten im Exotarium wurde bereits begonnen. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung haben gerade ein von Niekisch vorgeschlagenes 30-Millionen-Programm zur Modernisierung des Zoos beschlossen. „Dies ist ein ganz wichtiger Beschluss und ein deutliches Signal, dass es die Stadt ernst meint mit der Sanierung des Zoos“ freut sich Niekisch.
Auch an die kleinen Zoobesucher wurde gedacht. Der Spielplatz gegenüber dem Borgori-Wald wird völlig neu gestaltet. Ab dem Frühsommer können sich die Kinder auf modernen, aus Holz gefertigten Spielgeräten austoben und spielerisch die Bewegungen der Tiere nachahmen.
2008 war auch das 150jährige Jubiläum des Zoos. Viele Veranstaltungen, Führungen und Vorträge haben die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger an der Geschichte des Zoos teilhaben lassen. „Und der Zoo hat neue Freunde gewonnen“, stellt Niekisch fest. Viele Partnerfirmen und Organisationen haben mit dazu beigetragen, einen Großstadtdschungel in Frankfurt zu verwirklichen. Eine Plakat-Aktion, Schaufenster-Installationen, Zebrastreifen mit Zoo-Logo und ein tierischer U-Bahnwagen haben die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger neugierig auf ihren Zoo gemacht.
Das Jahr 2009 im Zoo Frankfurt steht im Zeichen des Gorillas. Der Zoo Frankfurt und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF), deren Vizepräsident Niekisch schon seit Jahren ist, wollen das „Jahr des Gorillas“ gemeinsam nutzen, um verstärkt auf die dramatische Situation der Gorillas im Freiland aufmerksam zu machen und Geld für die bedrohten Verwandten der Zoo-Gorillas zu sammeln. Viele Veranstaltungen und Aktionen zum Thema sind geplant. Die „Spendenaktion: Matze“ ist letzte Woche angelaufen. „Gorillas zählen zu den am stärksten bedrohten Säugetieren der Erde.“, erklärt Prof. Dr. Niekisch. „Vor allem die Berggorillas sind in ihrer Heimat stark durch Lebensraumverlust, Wilderei und kriegerische Unruhen gefährdet. Deshalb ist uns sehr wichtig, ein Denkmal für Matze zu verwirklichen und gleichzeitig den Gorilla-Schutz aktiv zu unterstützen.“ Mit den Aktionen zum Gorilla-Schutz untermauert der Zoo Frankfurt seine neue Ausrichtung als Natur- und Umweltschutz-Zoo. „Wir müssen uns insgesamt noch viel mehr im Schutz der Lebensräume draußen engagieren“, erklärt Prof. Dr. Niekisch. „Unsere Zootiere sind Botschafter für ihre Artgenossen im Freiland. Durch Aufklärung und Sensibilisierung im Zoo möchten wir den Naturschutzgedanken fest in den Köpfen unserer Besucher verankern.“ „Unser Zoo im Herzen der Stadt ist ein Platz für Menschen und Tiere, in dem sich Tier und Mensch wohlfühlen sollen.“ (26.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Neben den schon erwähnten Anlagen im Grzimek-Haus, an der Bärenanlage und am Schafberg gibt es übrigens noch weitere Leerstände im Zoo, so im/am Giraffenhaus das Okapigehege und das kleine Nachbargehege der Giraffen sowie die Kea-Voliere neben der Brutstation. (25.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Wenn ich den Gedanken aus meinem letzten Beitrag weiterverfolge, dann wäre es tatsächlich kein Problem, das Niederaffenhaus kurzfristig zu "entvölkern" und als Nächstes dem Erdboden gleichzumachen. Im Grzimek-Haus lebt in einer der größten Taganlagen "nur" der Tamandua, von den Weißkopfsakis habe ich nur noch ein Weibchen gesehen, die Anlage der Borstenhörnchen und Siedelweber steht gerade leer und wird renoviert (? Besatz noch im Bestand?), auch in der Nachtabteilung gibt es einen Leerstand (neben den Wickelbären). Der obere Bereich der Sumpfmeerschweinchenanlage im Tagbereich ist ungenutzt, seit der Tamandua in die vorherige Fossa-Anlage umgezogen ist. Mit ein wenig Zusammenrücken und Vergesellschaften bekäme man die Kattas und Varis (kennen sich eh als Wohngemeinschaft), die Klammeraffen und Kapuziner wohl unter - vielleicht auch die Erdmännchen aus der Außenanlage am Affenhaus, und die paar Kleintiere aus den Vitrinen dürften erst recht kein Problem bilden. Blieben nur die Paviane, wobei ich nicht weiß, ob diese überhaupt zukünftig im Bestand bleiben sollen. Ansonsten baut ja Osnabrück demnächst eine Anlage für Mantelpaviane und braucht Besatz... (24.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Wird interessant sein, wie man im Niederaffenhaus die immer leerer werdenden Käfige "überbrücken" wird. Denn eigentlich müssten ja demnächst außer den Gibbons auch noch die Dianameerkatzen und Guerezas (in den Borgori-Wald) umziehen. Bleiben also - von den Kleinvitrinen mal abgesehen - noch die Mantelpaviane und Klammeraffen auf den beiden Freianlagen sowie Gelbbrustkapuziner, Kattas und Rote Varis für die Käfige. Die hätten dann bis zum Abriss des Hauses REICHLICH Platz. Oder werden die Lemuren und Neuweltaffen etwa vorübergehend ins Grzimek-Haus umziehen...? Machbar wäre das, schließlich wurden da auch schon Brüllaffen und Varis gehalten. (24.02.2009)
|
|
Holger Wientjes: |
|
Ist ja auch nur mein Eindruck durch das Foto. Fahre dieses Jahr auf jeden Fall wieder hin um mir einen Eindruck zu verschaffen. Nicht zuletzt auch wegen "Borgori". Kenn ich nämlich auch noch nicht persönlich. Und mit etwas Glück ist vielleicht auch das Gibbonhaus "in Betrieb"... ;-) (24.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Nachdem ich die neue Voliere vorher nur vom Hörensagen bzw. aus Pressemitteilungen "kannte" und skeptisch war, bin ich nun nach eigenem Sehen sehr angetan. Der Originalbau könnte (abgesehen von eventuellen Renovierungen nach Kriegsschäden) noch aus dem 19. Jh. gestammt haben, müsste mal in die Chronik schauen. (24.02.2009)
|
|
Holger Wientjes: |
|
Danke für die Fotos ! Scheint ja wirklich mehr Platz für die Tiere zu bieten und passend strukturiert zu sein ! :-) Von wann sind eigentlich die Volieren ? (24.02.2009)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Ergänzend zum letzten Bild der rechte Bereich der Voliere, in dem die Geier nun auch eine Größeneinschätzung der Anlage erlauben. Ich gehe davon aus, dass sich die jetzt noch recht leuchtende Kunstfelslandschaft durch Patina farblich verändern wird. (24.02.2009)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Leider habe ich keine Frontalaufnahme der ganzen Voliere, da zwei andere Fotografen sehr ausdauernd im Weg standen :-) Auf dem nebenstehenden Foto sieht man die Anbindung an den alten Zentralteil etwas besser. Der rückwärtige Bereich mit dem Glasdach ist m.E. beim Umbau der vorherigen Fläche zugeschlagen worden. Unmittelbar rechts vom Bildrand bildet eine Felswand eine Art Raumteiler von ca. 1/3 bis 2/5 der Volierentiefe, vermutlich zur Bildung einer geschützten Nische zum Brüten; an diesem Felsen läuft ein Rinnsal mit eisenhaltigem Wasser als Bademöglichkeit herab. (24.02.2009)
|
|
Holger Wientjes: |
|
Die Bartgeiervoliere gefällt mir irgendwie gar nicht. Habe sie aber noch nicht in natura gesehen. Auf dem Foto wirkt sie recht "klobig" auf mich und passt natürlich nicht zun den übrigen Volieren. Wenn wirklich etwa mehr Flugraum zur Verfügung steht ist das natürlich ein Vorteil ! (24.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Bei Fortführung der Umgestaltung könnte man die Galerie komplett auf (relativ) winterharte Vogelarten umstellen, für die es Wiederansiedlungsprojekte gibt. Waldrappen als Variante für die Zentralvoliere erwähnte ich bereits, für das Pendant der Bartgeieranlage bieten sich Mönchsgeier an. Die beiden kleinen äußeren Anlagen vielleicht für Eulen wie Stein- und Habichtskauz? (23.02.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Also ich bin bestimmt ein "Bewahrer" von Tradition und freue mich über jede historische Anlage, die restauriert und für Tiere weitergenutzt wird. Aber bei der Bartgeiervoliere muss ich ganz offen sagen, die gefällt mir vom Bild her wirklich sehr gut. Gerade in dem Kontrast zwischen neu und alt finde ich dieses Nebeneinander sehr wirkungsvoll und gelungen. (23.02.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Die Brückenhöhe hätte ein Tiger vielleicht nicht geschafft, für diese Höhe wäre glatter Untergrund wohl ein zu schlechter Absprung. Aber am rechten Grabenrand gibt es eine Betonkante zur Außenbepflanzung hin, die erheblich niedriger und nur mit Elektrodraht gesichert ist. (23.02.2009)
|
|
André Haubrich: |
|
Mit den Sumatratiegern ist interessant, in Dortmund waren nur viele einzelne Eisbrocken und auf der Außenanlage war kein Tier.
Aber in Frankfurt ist der Graben doch auch breiter und die Brücke höher als in Dortmund. (23.02.2009)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Mir ist gerade aufgefallen, dass ich zwar die hohen Betonmauern der Gorilla-Außenanlage erwähnte, diese aber auf dem Foto gar nicht zu sehen sind, weil außerhalb des rechten Bildrandes stehend. Deshalb hier die Gegenperspektive. Die Wände (mit Sichtscheiben) sind ca. 4 m hoch, dahinter befinden sich dann Besucherweg und Nashornanlage/-haus.
Als Kuriosum fiel mir im Zoo noch auf, dass die Sumatratiger trotz zugefrorenen Wassergrabens ins Freigehege durften. Zwar kann ich schlecht die Tragfähigkeit des Eises schätzen, aber an einer Stelle lag ein recht respektabler Betonbrocken auf dem Eis, den wohl ein Besucher von der Weiherbrücke aus heruntergeworfen hatte... (23.02.2009)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Und hier noch ein Beispiel für die "Fernwirkung" des Hauses im Gelände. (23.02.2009)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Zum Borgori-Wald ist meine Meinung am zwiespältigsten. Tierhalterisch ist es ein Quantensprung und aus dieser Sicht äußerst begrüßenswert, aber der Zoo ist dadurch optisch noch enger geworden - für einen derart kleinen Zoo sind der Baukörper und die hohen Betonmauern der Gorilla-Außenanlage schon sehr gewaltig, was in einem großflächigen Zoo wohl weniger ins Auge fallen würde. Natürlich erlauben die derzeit kahlen Bäume ganz andere Durchblicke als im Sommer. Eigentlich kann ich mir nur vorstellen, dass der Zoo sich langfristig von den diversen Stallgebäuden auf den inneren Flächen - z.B. vom Stall der Afrikasteppe - trennen will, damit dort ein optischer Ausgleich durch Weiträumigkeit entstehen kann. Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich behaupten, dass der oft kritisierte Große Weiher als ausgleichendes gestalterisches Element wichtiger ist denn je, um noch etwas Parkatmosphäre zu bieten und nicht nur eine "Tierstadt". Die geplante Pinguinhalle auf dem Schafberg wird den engen Eindruck noch verschärfen...
Warum baut man eigentlich nicht den Schafberg zu einer Brillenbäranlage um, wenn es doch den Takinen dort angeblich zu warm ist, und setzt eine Pinguinhalle an den neuen Eingang? Bei Wegfall des Weges entlang des Schafbergzaunes und unter Hinzunahme des übrigen Hanges wäre dort eine sehr großflächige Bärenanlage machbar.
Offensichtlich hat der Frankfurter Zoo ein Mäuseproblem, ich habe jedenfalls noch nirgends auf eine Zoorunde so viele von den Nagern zu sehen bekommen. Selbst zwischen den Füßen der Gorillas wuselte eine herum.
Ist der Boden in den Menschenaffen-Innenanlagen eigentlich aus festgetretenem Lehm? Wie hält man sowas eigentlich sauber, wenn darauf täglich hordenweise Affen urinieren? Das lässt sich ja schließlich nicht so einfach austauschen wie Rindenmulch auf einem Betonboden. (23.02.2009)
|
|
André Haubrich: |
|
Ich teile die Meinung zur Gibbonanlage, aber immerhin sind die Inseln (noch?) stark bewachsen.
Beibt zu hoffen, das kein Tier ertrinkt...
Das Gibbonhaus hätte besser nach Hellabrunn gepasst :) (23.02.2009)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Nachtrag zur Gibbonanlage: Wie bei so vielen Gibboninseln ist natürlich auch hier wieder diskussionswürdig, dass die Affen nicht nur komplett von Wasser umgeben sein werden, sondern dieses anscheinend auch "ungesichert" überqueren müssen, um auf ihre Insel zu gelangen. Zwischen Haus und Insel steht im Weiher ein toter Baum mit mehreren Astgabeln, der wahrscheinlich als "Säule" für eine Ast- oder Seilverbindung dienen soll.
Nun zur Bartgeiervoliere: Die finde ich sehr gelungen, auch wenn sie zu den alten Teilen der Greifvogelgalerie einen sehr harten Kontrast bildet (deshalb bewusst das nebenstehende Bild und keine Detailaufnahme). Ich könnte mir vorstellen, dass mindestens das Pendant der Anlage auf der anderen Seite des Zentralkäfigs eine ähnliche Umgestaltung erfahren wird. Letztlich ließe sich auch der Zentralkäfig selbst in die Kunstfelsgestaltung einbinden - womöglich sogar für Waldrappen statt Geier?
Entgegen anderslautenden Meinungen haben die Bartgeier durch den Umbau nicht weniger, sondern mehr Bewegungsspielraum als in den alten Volieren, denn dort engt der Mauerbogen den Luftraum ein, und ich habe auch das Gefühl, dass man die Rückwand weiter nach hinten versetzt und die Voliere dadurch erweitert hat. (23.02.2009)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Ich war am Wochenende in Frankfurt und habe dabei natürlich auch ausgiebig die neuen Bauwerke betrachtet, anbei und nachfolgend je ein Foto.
Beim noch immer nicht fertigen Gibbonhaus trifft der Anblick von der Weiherseite her nicht gerade meinen persönlichen Geschmack; das sieht aus, als habe man einen gläsernen Fahrstuhlschacht ans Ufer gestellt und wirkt auf mich störend in der Landschaftsgestaltung. Die Rückseite des Hauses wird sich nach Fertigstellung (noch gibt es eine große, unverbrämte Betonwand, aber davor bereits Kunstfels-Wegeinfassungen) vermutlich etwas besser in die Umgebung integrieren. Abgesehen vom Optischen steht den Affen im Haus einiger Platz zur Verfügung (auch in der Höhe). Ich bin gespannt, wie lange sich die Gehölzvegetation auf der Gibboninsel halten wird; in Hannover zeigten sich die Schopfgibbons sowohl auf der alten wie auch auf der jetzigen Anlage recht zerstörerisch. (23.02.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Spendenaktion: Matze
Ihre Spende hilft, ein Denkmal für Matze zu verwirklichen und unterstützt Matzes stark bedrohte Artgenossen im Freiland
Der legendäre Matze, langjähriger Silberrücken unserer Gorillagruppe und Liebling der Zoobesucher, soll ein Denkmal erhalten. Damit folgt der Zoo Frankfurt dem Wunsch vieler Frankfurter Zoobesucher. Matze wurde im Unterschied zu den heute im Zoo lebenden Gorillas noch im Freiland geboren. Er war der Anführer unserer Zoo-Gorilla-Gruppe und soll nun als Mittelpunkt einer Spendenaktion helfen, den dringend notwendigen Schutz der freilebenden Gorillas zu unterstützen. Mit Ihrer Spende helfen Sie die letzten Berggorillas vor Wilderei zu schützen und ihren Lebensraum zu bewahren. Jede Spende ist herzlich willkommen.
Schirmherr der Spendenaktion ist Prof. Dr. Felix Semmelroth, Kulturdezernent der Stadt Frankfurt am Main: „Matze war eine ausgeprägte Persönlichkeit und über Jahrzehnte für mich fester Bestandteil eines jeden Zoobesuchs. Schön, dass er seine letzten Lebenstage im neuen Menschenaffenhaus Borgori-Wald erleben durfte. Die Freude der Tiere über das neue Zuhause war bei der Eröffnungsfeier am 12. Juni letzten Jahres unübersehbar und hat sich auch auf die Besucher übertragen, die jetzt Matze sehr vermissen."
Das Matze-Denkmal soll auf einem Steinsockel in den Außenanlagen des Borgori-Waldes aufgestellt werden. „Wir haben viele authentische und künstlerisch anspruchsvoll gestaltete Entwürfe erhalten, so dass uns die Auswahl wirklich sehr schwer gefallen ist“, sagt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. „Die zoointerne Auswahlkommission hat sich letztendlich für den Entwurf des Künstlers Wolfgang Weber entschieden. Ich möchte mich aber ausdrücklich an dieser Stelle auch bei allen anderen Künstlern für ihre Vorschläge bedanken.“
Der international bekannte Tiermaler und Künstler Wolfgang Weber aus Frankfurt hat einen Entwurf für eine Bronze-Büste von Matze angefertigt, der den charakteristischen Gesichtsausdruck von Matze treffend darstellt. Der Künstler ist schon von Kindheit an eng mit dem Zoo Frankfurt verbunden. Er hat nicht nur Gorillas im Freiland beobachtet und gemalt, sondern auch viele Stunden vor dem Gehege der Frankfurter Gorillas verbracht und etliche Skizzen von Matze angefertigt. Mit seiner Büste im Zoo Frankfurt bleibt die Erinnerung an Matze lebendig.
„Gorillas zählen zu den am stärksten bedrohten Säugetieren der Erde.“, erklärt Prof. Dr. Niekisch. „Vor allem die Berggorillas sind in ihrer Heimat stark durch Wilderei und kriegerische Unruhen gefährdet. Deshalb ist es uns sehr wichtig, nicht nur ein Matze-Denkmal zu verwirklichen, sondern gleichzeitig auch auf die Situation der Artgenossen von Matze im Freiland aufmerksam zu machen und den Gorilla-Schutz aktiv zu unterstützen.“ Die Hälfte aller eingenommenen Spendengelder fließt in das Gorilla-Schutzprojekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) im Virunga-Nationalpark in Afrika.
„Bis vor zwei Wochen war vollkommen unklar, wie der Zustand der Berggorillas im Virunga-Nationalpark in der von Kämpfen gebeutelten Region Kivu im Ostkongo sein würde“, erläutert Dr. Christof Schenck, Geschäftsführer der ZGF, die Situation der Gorillas vor Ort. „Ende November gestatteten die Rebellen den Parkrangern erstmals wieder den Gorilla-Sektor zu besuchen. Eine achtwöchige Bestandsaufnahme brachte die erfreuliche Meldung, dass der Gorillabestand der bekannten und an Menschen gewöhnten Gruppen von 72 auf 81 Tiere gestiegen ist.“, freut sich Dr. Schenck.
Diese Erfolgsmeldung ist eine wunderbare Belohnung für die Naturschutzarbeit der ZGF vor Ort und zeigt, dass es sich lohnt, den Naturschutz ganz oben auf der Agenda zu halten. „Durch gemeinsame und wirksame Aktionen müssen wir es schaffen, den Lebensraum der letzten Berggorillas langfristig zu bewahren“, ruft Prof. Dr. Niekisch zur Unterstützung der Spendenaktion auf.
Spendenkonto:
Zoo Frankfurt
Frankfurter Sparkasse
BLZ: 500 502 01
Kontonummer: 208
Verwendungszweck: 1033-48910003-Matze (18.02.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Zoochef legt los!
„Nun können wir richtig loslegen“, kommentierte Zoodirektor Manfred Niekisch den gestrigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung über ein 30 Millionen Euro umfassendes Investitionsprogramm für den Zoo. „Der Beschluss kam nicht ganz überraschend, nachdem Magistrat und Kulturausschuss schon zugestimmt hatten, war aber dennoch die letzte notwendige Entscheidung und ist deswegen umso erfreulicher“, freute sich der Zoochef. Als erstes Projekt sind die Verlagerung des Eingangsbereiches und der Neubau der Bärenanlage bereits in Planung. „Wir werden“, so Niekisch, „die Architektenentwürfe dazu schon im März der Öffentlichkeit vorstellen können“. Die Pinguinanlage und der Neubau des Grzimekhauses stehen als nächste auf der Liste der Maßnahmen. Nach den Worten von Niekisch haben die Planungen hierzu ebenfalls schon begonnen. „Der Abriss des alten Grzimekhauses bedeutet keinen Bruch mit der Tradition meines weltberühmten Vor-Vor-Vorgängers“, sagte Naturschutzprofessor Niekisch. „Ganz im Gegenteil hat man damals das Nachttierhaus nach den modernsten tiergärtnerischen Erkenntnissen und mit der besten damals verfügbaren Technologie gebaut. Das neue Haus soll ebenfalls diesen Ansprüchen genügen, und das jetzige Haus ist einfach nicht zu sanieren.“ „Wo“, so fragt Niekisch „sollten wir denn zum Beispiel in der Zwischenzeit mit den Tieren hin? Die kann man nicht einfach irgendwo für zwei Jahre parken“. Aber auch sonst hält es der Zoochef mit der Tradition Grzimeks: „Wir brauchen dringend weiter Spenden und Sponsoren, denn“, so Niekisch, „die 30 Millionen sind zwar das größte von der Stadt beschlossene Investitionsprogramm seit Kriegsende, werden aber nicht reichen“. Der dringend notwendige Neubau einer Quarantänestation und der Umbau des Zoo-Gesellschaftshauses seien in dieser Summe noch gar nicht enthalten. Ein neues Gastronomiekonzept soll 2010 fertig sein und mit der Renovierung des Zoo-Gesellschaftshauses umgesetzt werden. „Auf jeden Fall werden wir so planen und bauen, dass unsere Besucher auch während der Bauphasen weiter Freude und Erholung in ihrem Zoo im Herzen der Stadt finden“, versichert Zoochef Niekisch, „denn wir wollen, dass unsere Besucher Tiere in artgerechter Umgebung sehen und nicht nur Baustellen.“ (30.01.2009)
|
|
Johannes Pfleiderer: |
|
@Michael Mettler
Vielen Dank für die Informationen. Mit dem Sammeljahresbericht 1974-1991, der leider momentan einige Hundert Kilometer entfernt von mir liegt, müsste sich Klarheit schaffen lassen in Sachen Mhorrgazelle in Frankfurt in den 60ern. Aber wahrscheinlich handelt es sich um eine Verwechslung oder einen versehentlichen Fehleintrag. (19.01.2009)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Klammeraffenbaby Elly stellt sich vor
Das Klammeraffenbaby Elly wurde nach der Geburt von ihrer Mutter ignoriert und musste per Hand aufgezogen werden. Elly ist dennoch selbstbewusst und willensstark.
Elly wurde am 10.10.2008 in Frankfurt geboren. Ihre Eltern sind Zac (geboren am 12.01.2001 im Twycross Zoo) und Shakira (geboren am 10.11.2002 in der Wilhelma, Stuttgart). „Mutter Shakira hat Baby Elly zwar in ihrer Nähe toleriert, wusste aber anscheinend nicht, wie sie mit einem Kind umgehen soll“, erklärt Zoo-Direktor Prof. Dr. Manfred Niekisch. „Für die junge Mutter war es die erste erfolgreiche Geburt. Zuvor hatte sie eine Fehlgeburt. Auch Vater Zac, selbst eine Handaufzucht, konnte nichts mit Elly anfangen. Nach zehn Tagen und etlichen Versuchen Mutter und Baby doch noch zusammen zu führen, mussten wir leider beschließen, Elly per Hand aufzuziehen.“
Der Zoodirektor und sein Team waren sich einig, dass Elly nicht nur eine Ersatzmutter haben sollte, sondern dass sich mehrere Personen die anstrengende Aufgabe der Handaufzucht teilen. „Das Ziel dieser Maßnahme ist, die Gefahr von Fehlprägungen für das kleine Tier auf ein Minimum zu reduzierten und ein Maximum an artgemäßem Verhalten zu ermöglichen.“, erklärt Manfred Niekisch. „Außerdem sollte der Arbeitsalltag im Revier nicht zu sehr beeinträchtigt werden.“
Dennoch bleibt eine Handaufzucht eine Herausforderung und der Arbeitsaufwand ist enorm. Vor allem Zoo-Tierärztin Nicole Schauerte und die Tierpflegerin Anna Zufall haben diese Aufgabe gemeinsam bewältigt und sich im wöchentlichem Wechsel die Arbeit geteilt. Während der Arbeitszeiten im Zoo hielt sich Elly in ihrem Gehege hinter den Kulissen auf. Nach Dienstschluss wurde sie von ihrer jeweiligen Ersatzmutter mitgenommen und im privaten Umfeld versorgt. Damit Elly in den Zwischenzeiten nicht alleine war, hatte sie ein zusammengerolltes Schaffell als Schmusedecke.
„Elly hat sich inzwischen hervorragend entwickelt und nach einem anfänglichen Gewicht von 465g bringt sie jetzt ein Gewicht von etwa 1 kg auf die Waage“, freut sich Prof. Dr. Niekisch. „Sie ist eine kleine selbstbewusste und willensstarke Persönlichkeit, die sehr mobil und neugierig ihre Umgebung erkundet.“ Ab Montag den 19.01. zieht Elly stundenweise in ihr neues Gehege in den Affenanlagen ein. Sie ist dann nur noch durch ein Gitter von ihren leiblichen Eltern getrennt und kann Kontakt zu ihnen halten. (19.01.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Johannes Pfleiderer: Ich kann mich nicht erinnern (und das als Antilopenliebhaber), in den Frankfurter Jahresberichten "bis 1967" jemals von auch nur einer Mhorrgazelle gelesen zu haben. Dass man die Unterart über längere Zeit für ausgerottet hielt, wäre ein zweiter Aspekt dafür, dass dieser Eintrag nicht stimmen dürfte. Laut Jahresberichten hatten sowohl Frankfurt als auch TP Berlin 1981 ihre erste Mhorr-Nachzucht - da müsste also jemand noch Monat und Tag herausfinden, um den Pokal verleihen zu können...
Klippspringer: Laut Dittrich, "Safari in Europa" (1966) hatten die Klippspringer in Neapel am 27.5.1963 zum ersten Mal in einem Tiergarten Nachwuchs - also Welterstzucht. Bis zum Erscheinen des Buches gab es insgesamt 14 (!) Jungtiere in Neapel. Ungenannt ist die Unterartzugehörigkeit, und wer weiß, ob nicht von dort Tiere nach Frankfurt gelangten.
Weißkopfsaki: Die europäische Erstzucht für Köln kann ich nun bestätigen, sie fand 1971 statt (Quelle: Jahresbericht, damals auch Titelbild der Kölner Zeitschrift). Fraglich ist, ob sich die Angabe auf die Art Blasskopfsaki insgesamt bezieht oder auf die Nominatform; schon "Grzimeks Tierleben" erwähnt mehrere US-Nachzuchten der Unterart Goldkopfsaki. Somit könnte die Kölner Nachzucht auf Unterartniveau womöglich sogar Welterstzucht sein...?
Am Rande sei erwähnt, dass manche Frankfurter Primatenspezialitäten nach der Quellenlage seinerzeit noch gar nicht in einem Affenhaus, sondern mindestens zeitweise im alten Kleinsäugerhaus gehalten und vielleicht auch schon gezüchtet wurden (z.B. Roter Uakari und Zottelschweifaffe). (19.01.2009)
|
|
IP66: |
|
Leider handelt es sich nur um nebelhafte Erinnerungen, die sich vielleicht durch kölner Jahresberichte fixieren lassen: In den 60er Jahren erwiesen sich die Weißkopfsakis zunächst als hinfälliger als mancher ihrer verwandten, ehe es dann in den 70er Jahren zu Zuchterfolgen kam. Sakis konnte man zu dieser Zeit aber auch in Duisburg oder Frankfurt sehen, wobei sie sich in ersterem Zoo aber nicht recht etablieren konnten. (19.01.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Bingo: "Das Buch vom Zoo" (1978) führt die Europa-Erstzucht des Weißkopfsakis für Köln auf, übrigens auch die des Kaiserschnurrbarttamarins - leider beide ohne Jahresangabe. Köln hielt schon ab den 60er Jahren Weißkopfsakis. 1977 wurde die Art auch in GB gezüchtet (Howletts, Paignton).
Bei der Mhorrgazelle wäre die Frage, wie "Erstzucht" definiert wird (nur öffentliche Schauhaltungen oder Haltungen allgemein): In Europa war Almeria/Spanien zwangsläufig vor Frankfurt und allen anderen deutschen Haltern erfolgreich, denn deren Ausgangstiere waren Nachzuchten von dort... (19.01.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
Ich meine, dass eine Erstzucht des Weißkopfsakis - welche auch immer - Köln "gehören" müsste. Mal sehen, ob ich die Information wiederfinde. (18.01.2009)
|
|
Johannes Pfleiderer: |
|
Bisher habe ich es nirgends explizit erwähnt gefunden, aber bei folgenden Arten und Unterarten müsste Frankfurt zumindest die deutsche Erstzucht geglückt sein:
-Roter Brüllaffe: Auf jeden Fall deutsche Erstzucht, Köln war erst viel später erfolgreich - gab es im Ausland zuvor einen Erfolg oder war es auch die europäische Erstzucht?
-Weißkopfsaki: Die Art breitete sich ja erst im letzten Jahrzehnt stärker aus, Frankfurt war einer der ersten Halter (ab 1974). Krefeld erhielt seine Tiere 1975 - bleibt die Frage, wem zuerst die Zucht gelang und auch hier, ob die Art zuvor im Ausland gezüchtet wurde.
-Mhorr-Gazelle: 1980 erhielt Frankfurt seine Tiere, 1981 folgten der Tierpark Berlin und München. Laut Zootierliste war die Unterart auch schon bis 1967 im Bestand. Gelang schon damals die Zucht, oder erst nach Erhalt der neuen Gruppe und wenn ja, vor Berlin und München?
-Klippspringer: Die deutsche Erstzucht steht außer Frage, doch käme für die europäische noch Neapel in Frage.
Wer kann hierzu mit Informationen weiterhelfen? (18.01.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Vieles davon kannte ich schon, aber einige Bilder waren mir neu. Also für Historiker eine interessante Sammlung:
http://www.fr-online.de/_em_cms/_
multifunktion/?em_client=fr&em_art=galery&em_loc=3290&em_cnt=1286588&em_src=436810 (16.01.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
@MM: Danke für die Info/Bestätigung hinsichtlich Kronberg. Ich habe nach wie vor das Gefühl, dass die anhaltenden Probleme mit den Flusspferden hausgemacht sind und aus Haltungsfehlern resultieren, vielleicht auch mit begründet durch die Fütterungsmöglichkeiten durch Besucher.. (16.01.2009)
|
|
BjörnN: |
|
Weder die Niederaffenkäfige in Berlin noch in Frankfurt sind wirkliche Offenbarungen, doch sind diejenigen in Berlin innen räumlich großzügiger und ausbaufähiger als die Frankfurter, entbeeren aber viel oft an Klettermöglichkeiten, was vor allem bei den Languren auffälig ist.
Die Frankfurter Anlagen sind den Berlinern ausschließlich in Größe und Ausstattung der Außenanlagen überlegen, mal von der neuen Langurenaußenanlagein Berlin abgesehen.
Das Berliner Niederaffenhaus könnte durch eine Artenreduktion und drastische Umgestaltung der Anlagen deutlich aufgewertet werden. Diese Möglichkeit sehe ich in Frankfurt nicht, sodass Abriss und Neubau dem Zoo und vor allem den Tieren sicher besser bekommt.... (15.01.2009)
|
|
IP66: |
|
Ich habe in der letzten Woche die berliner Nashornställe im begehbaren Haus und auch die magdeburger Unterbringung noch einmal gesehen und würde vor allem die berliner Unterbringung im Zoo für deutlich weniger geräumig halten als die in Frankfurt. Gerade ein Vergleich der neuen Niederaffenkäfige im Menschenaffenhaus mit jenen in dem Grzimek-Bau läßt aber erkennen, daß es eben nicht um Tiergerechtigkeit geht, sondern um Dekoration und bei Herrn Niekisch auch daraum, daß die Anlage möglichst anders aussieht als vorher. Bei den Bartgeiern ist ja auch ähnliches passiert - die Anlage würde verkleindert, die Zahl der Sitz- und Brutmöglichkeiten verringert, aber neu dekoriert, und es kam eine neue und deutlich größere Art hinein, bei der es kaum Bruterfolge in derart wenig tiefen Käfigen gibt. (15.01.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Ralf Sommerlad: Ihre Erinnerung trügt nicht. Insgesamt gab es bisher drei Bullen und zwei Kühe in Kronberg, und die erste Konstellation (Georg I / Auguste) musste tatsächlich nach starken Beißereien 1963 getrennt werden; in diesem Zusammenhang entstand das zweite Außengehege. (14.01.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
@MM: Ich teile Ihre Meinung.Wenn, wie bei den Nebelpardern, der Erhaltungszucht-Gedanke zu Gunsten der Publikumsattraktivität weichen muss und Flusspferde noch immer auch in mangelhafter Haltung publikumswirksam sind, ändert sich möglicher Weise nichts.
Was die Verträglichkeit der Kronberger Flusspferde angeht: Ich meine mich zu erinnern, dass schon das vorherige Paar
dauerhaft getrennt lebte. Kann das jemand bestätigen? Wenn das nämlich stimmt, hat es wohl nichts mit dem individuellen Verhalten zu tun - zumindest liegt dann der Verdacht nahe.
(14.01.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Wenn wir davon ausgehen, dass das Frankfurter Nashornhaus noch immer die wichtigsten Grundmaße aus seiner Bauzeit aufweist, dann lassen sich die dortigen Stallmaße für die Nashörner relativ leicht aus der historischen Zeit (siehe Frankfurter Historien-Thread) auf die heutige übertragen: Die beiden Ställe an der rechten Längsseite dürften demnach jeweils ca. 7 x 4,25 m messen (knapp 30 qm), der ehemalige Elefantenstall 8,7 x 5,2 m (knapp über 45 qm). Ob das nun größer oder kleiner ist als Ställe in Berlin Magdeburg oder sonstwo, kann ich allerdings mangels Vergleichsmaßen nicht beurteilen. (13.01.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Ich wäre mir da gar nicht so sicher, dass die Hippos auslaufen werden... Der Zoo hat doch mal darauf hingewiesen, dass die Mindestrichtlinien für Flusspferde erfüllt werden. Sollte das bei anderen Tierarten des Zoos NICHT der Fall sein, liegt es auf der Hand, dass diese entweder abgegeben werden oder für sie neu gebaut wird - auf welche das zutreffen könnte, kann ich aber nicht erraten, dazu fehlen mir die entsprechenden Kenntnisse der Abmessungen und Vorgaben. Falls gleichzeitig noch irgendwo Restaurierungs- oder gar Sanierungsbedarf besteht (so wie für das Grzimekhaus angegeben), rücken natürlich auch solche Fälle in der Prioritätenliste nach oben. Vielleicht WÄRE längst etwas zu Gunsten der Flusspferde passiert, wenn sich derartige Fälle nicht "vordrängeln" würden. Vielleicht gibt es deswegen die Einstellung: Die Hippos sind versorgt und seit Jahrzehnten an ihre Unterbringung gewöhnt, Abnehmer gäbe es vermutlich eh nicht, die Richtlinien sind erfüllt - also können sie warten. Wer weiß, ob nicht eines Tages die Flusspferde als Publikumslieblinge eine spektakuläre neue Anlage haben werden und man stattdessen Nashörner nur noch in Kronberg sehen kann, denn dort wird ja auch mit Rhinos geplant - auch wenn ich wetten würde, dass man eher auf Breitmäuler schielt... (12.01.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Andre Haubrich, das ist sicher aber ein eher subjektiver Eindruck. Ich habe mich wirklich intensiev mit dem Haus beschäftigt und dabei wirklich viele Stunden bei den Flusspferden innen und außen verbracht. Es gab dort Kritik der Besucher, aber es gab auch viel Begeisterung, vor allem von Kindern und Eltern, weil sie die Tiere sehr gut sehen konnten. Die Anlage ist sicher nicht das "Gelbe vom Ei", keine Frage, das hat Ralf Sommerlad ja auch bereits bemerkt und findet auch meine Zustimmung. Aber Mitleidsbekundungen findet man bei einigen Besuchern an fast jedem Gehege und ich empfand sie bei meinen Besuchern in Frankfurt nicht häufiger, als andern Orts.
Die Kronberger Anlage ist ebenfalls recht Klein vom Becken her und dazu auch noch getrennt, da Bulle und Kuh nicht harmonieren. Allerdings werden in Kronberg die Hippos noch durch Besucher gefüttert, was viele Besucher noch immer sehr begeistert, so dass sich auch hier das Mitleid in Grenzen hält. (12.01.2009)
|
|
André Haubrich: |
|
Aber wenn man von vielen Besuchern schon die Mitgleidsbekundungen beim kurzen Betrachten der Flusspferde höhrt sollte man sich in Frankfurt schon gedanken machen...
Ist die Haltung in Kronberg denn viel besser? Die halten auch noch Elefanten und hätten damit schon die Dickhäuterart.
Es bleibt wohl abzuwarten, was Frankfurt als Besatz für die neuen Savannenanlagen plant.
(12.01.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Ralf Sommerlad, vollste Zustimmung!!! Keine Frage!!! Und eben genau deshalb hat es mich ja so sehr verwundert, dass die Änderung der Flusspferdhaltung mit der der Nashörner so in einem Atemzug genannt wurde.
Bei den Flusspferden hingegen habe ich einen ganz anderen Verdacht. Für Pinguine baut man neu, für Menschenaffen auch, vielleicht sogar für einige Nachttiere, bei den Flusspferden ist meine Vermutung, dass man deshalb für sie nicht umbaut, weil man sich ganz von ihnen trennen will. Schließlich gibts ja auch Flusspferde in Kronberg! (12.01.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
@Oliver Jahn: Das ist sicher richtig, was die Nashörner angeht. Dass die Frankfurter Flusspferdhaltung nicht die allerschlechteste ist mag ja auch sein.Nichts desto weniger halte ich die Verbesserung der Haltungsbedingungen der Flusspferde für ungleich wichtiger als den Neubau einer Pinguinanlage...just my 2 cents (12.01.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Michael, genau das ist ja auch meine Vermutung. Der Begriff der "gefühlten Werte" gefällt mir da sehr gut. Die Abmessungen der Ställe und der Außenanlagen würde mich mal sehr interessieren. Ich erinnere mich da an die Vergleiche von Mel zwischen den Nashornställen in Berlin und Magdeburg, die zu dem überraschenden Ergebnis führten, dass die Magdeburger "gefühlt" erheblich kleiner waren, tatsächlich aber größer! Genau so vermute ich es in Frankfurt nämlich auch. Und Trostpunkte für die Hippos habe ich hier ja schon mehrfach vergeben, was allerdings nicht auf sehr viel "Gegenliebe" gestoßen ist! ;-)
Verglichen allerdings mit anderen Haltungen rangiert hier sicherlich Frankfurt auch nicht auf dem letzten Platz.
(11.01.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Vielleicht spielt da der "gefühlte Wert" eine Rolle. Lägen exakt die gleichen Außenanlagen vor einem modischen Kunstfelsen mit innenliegendem Stallbereich statt vor einem gefliesten Haus und wären statt mit Formschnitthecken mit naturähnlichen Mischpflanzungen umrundet, würden sie wahrscheinlich freundlicher bewertet, obwohl die Tiere nichts davon haben. Selbst bei den Hippos würde das trotz Minimal-Anlage vermutlich noch Trostpunkte geben. (11.01.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Es ist in mehreren Beiträgen die unzureichende Haltung der Flusspferde und Nashörner erwähnt. Ich habe mir gerade noch mal meine eigenen Fotos nach Umbau der Anlage angesehen und möchte doch noch mal die Frage stellen, ob die Nashornhaltung in FFM wirklich so schlecht und unzureichend ist. Nach Erweiterung des Bullenbereiches finde ich die Außenanlagen für die Tiere, diedie meiste Zeit des Jahres getrennt von einander gehalten werden eigentlich recht gut. Der Kuhbereich war das eigentlich schon immer. Beide Anlagen haben Naturboden, beide haben Scheuerstellen und in ihren reinen Abmessungen sind sie nicht kleiner als andere Spitzmaulnashornhaltungen z.B. in Krefeld oder auch in Hannover. Die Stallungen entsprechen mit ihren Fliesen vielleicht nicht mehr dem Geschmack unserer heutigen Zeit, aber für 2 Tiere sind sie meines Erachtens größer als die Ställe in Berlin und Magdeburg und Krefeld, die in Hannover kenne ich nicht.
Über die Flusspferde muss man sicher nicht reden, der Zoo gibt hier an, dass die Anlage den Richtlinien entspricht, mehr dürfte auch nicht von der Aanlage erwartet werden. bei den Nashörnern sehe ich es hingegen doch etwas anders, mich würde da mal Eure Meinung interessieren. (11.01.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Shensi-Takin, nun sind wir ja hier Gott sei Dank nicht in der Politik und für jemanden meines Alters ist schon alles bis Mitte Zwanzig "Jugendlich", sonst wäre ich ja gefühlt noch älter! ;-) (10.01.2009)
|
|
Shensi-Takin: |
|
@Oliver Jahn: "Jugendlich"?-schoen waer's...Fuer manch einen heutigen Zeitgenossen (insbesondere Politiker) ist alles, was mehr als auch nur eine Stunde zurueckliegt, schon bereits "Historie" ;) (10.01.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Also in meiner Kindheit und Jugend waren die Zoos noch fast durchweg in ihrer Tierdarstellung systematisch geordnet, das führte oft eben auch zu einer Spezialisierung auf bestimmte Ordnungen.
Und @Shensi-Takin, das waren die 70er und 80er Jahre...ich rechne das jetzt mal Ihrem noch recht jugendlichen Alter zu, dieses schon als "historisch" zu bezeichnen! ;-) (09.01.2009)
|
|
Shensi-Takin: |
|
@Rattus: Von Zoos im allgemeinen zurueck zu Frankfurt? Ja, watt denn nun? ;)
"historische(r) Hintergrund" ist das Stichwort; es gab Zeiten, da legten auch Zoos hinsichtlich Praesentation mehr Wert auf zoologische Systematik. Architektonische und haltungstechnische Ueberbleibsel, die man heutzutage notgedrungen ins aktuelle Konzept zu integrieren sucht, findet man heute noch allerortens in den Zoos weltweit-sei es Berlin, Bronx ("Mouse House") oder Beijing. Und auch in moderneren Tierhaeusern finden sich, v.a. bei Primaten, "Stammtafeln" in Form diveser Kladogramme oder direkte Hervorhebungen von Verwandtschaftsbeziehungen (seien es Klippschliefer und Elefant, Krallenaffen und Gorilla oder diverse Felidae-wie auch in Frankfurts Katzendschungel).
Wilhelma und Chiroptera-Systematik? Eher nicht. (09.01.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Rattus, da kann ich nur zustimmen. Das Gegenteil ist ja eher der Fall, und das eben längst nicht nur in Frankfurt. Wo gibt es sie denn noch, die Raubtierhäuser? Die Dickhäuterhäuser? Die Kleinsäugerhäuser? Bei den meisten neuen Anlagen geht es entweder nur um eine Tierart ("Dickhäuter" weg und Elefanten allein wieder rein!) oder um das einzig seligmachende Geoprinzip. Wenn auch jetzt durchbrochen, so ist ja in Frankfurt das Raubtierhaus kein Raubtierhaus, sondern ein asiatischer Katzendschungel. (08.01.2009)
|
|
Rattus: |
|
Ich beziehe mich jetzt mal ausschließlich auf Frankfurt, da sich immer irgendwo ein Zoo findet, der irgendwas systematisch vergleicht (unser ausgangspunkt "Flattertiere" --> Wilhelma?).
@shensitakin und michaelmettler: na gut ausgenommen Giraffenhaus. Ich wage zu behaupten, dass es sich bei Bonoboland und Katzendschungel eher um praktische Motive handelt, die zu einer Haltung in einem gemeinsamen Komplex geführt haben. Siehe "Dickhäuter" im Elefantenhaus: Tiere, die nicht näher miteinander verwandt sind, aber deren gemeinsame Haltung in einem Haus sich als praktisch erweist.
Ich denke nicht, dass der Beweggrund für die Haltung von drei Menschenaffenarten eine vergleichende "Bautypensammlung" ist. (ist ja sowieso alles ein Typ). Ich denke das hat historischen Hintergrund.
Natürlich gibt es zwangsläufig immer einzelne Gehege, bei denen auf taxonomische Verwandtschaften hingewiesen wird (Okapi - Giraffe), aber ich bleibe dabei: Systematik ist in der Priorität nicht gerade auf einem der ersten Plätze. (08.01.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Rattus: Selbst das neueste Frankfurter Tierhaus präsentiert mit drei Menschenaffenarten eine "Bautypensammlung", und die sind sich untereinander sogar noch ähnlicher als eine Zwergmaus und ein Capybara und in Relation zur Biodiversität eigentlich überrepräsentiert... (08.01.2009)
|
|
Shensi-Takin: |
|
"Ich glaube nicht, dass Zoos gesteigerten Wert darauf legen, den Besucher auf "unterschiedliche Bautypen" innerhalb von Familien oder zoologisch-taxonomische Verwandtschaftlichkeiten aufmerksam zumachen." Haengt vom Zoo bzw. Tieren ab: s. z.B. Schautafeln in verschiedenen Affen-, Giraffen-, Raubtier- oder "Dickhaeuter"haeusern...
Was die Hammerkoepfe angeht: tja, ich haette nichts gegen Samoa-oder Harlekinflughunde, Australische Gespenstfledermaeuse, Weissfluegelvampire, Hasenmaeuler, Scheinvampire, Weisse Fledermaeuse, Grosse Speissblattnasen usw. usw.-aber das wird erst einmal nichts...
Rodriguez-Flughunde hecken in vielen Zoos wie die Karnickel; dementsprechend gibt's in einigen Einrichtungen bereits reine Junggesellengruppen; dementsprechend duerfte es auch in dt. Zoos nicht nur bei Hamburg und Koeln bleiben... (08.01.2009)
|
|
Rattus: |
|
Ich glaube nicht, dass Zoos gesteigerten Wert darauf legen, den Besucher auf "unterschiedliche Bautypen" innerhalb von Familien oder zoologisch-taxonomische Verwandtschaftlichkeiten aufmerksam zumachen. Sonst wären doch einige Tierhäuser (oder auch Parkteile) anders gestaltet. So wie früher... Ein Beuteltierhaus oder Nagetier-Raum wäre da bestimmt zweckdienlich
@shensi-takin
Ich einer Verbreitung des Rodriguez-Flughundes über Deutschland habe ich nichts entgegenzubringen! Auch wenn ich mir die überhaupt nicht bedrohten Hammerköpfe in meiner Nähe wünschen würde. (08.01.2009)
|
|
Shensi-Takin: |
|
@ Rattus: NOCH nicht; in den Zoos anderer Laender wird der Rodriguez-Flughund allmaehlich DER Zoo-Chiroptera-Vertreter schlechthin-zumal man ihm anders als beim Aegyptischen Flughund noch das "wertvolle" Artenschutz-Etikett draufkleben kann... Mit Ihrem 2.Satz bin ich verstaendlicherweise voellig einverstanden. ;) (07.01.2009)
|
|
Shensi-Takin: |
|
@MM: Ob die Zoo-Planstelle "Fledermaus" wirklich ausreichend mit einer Megachiroptera-Art besetzt ist, wage ich zu bezweifeln-obwohl ich meist froh bin, wenn ueberhaupt eine Chiroptera-Art gehalten wird. Und ob ONB (find's ja nett, dass mein Kuerzel so haeufig Verwendung findet...:) wirklich so schwer einen Kalong von einer Brillenblattnase unterscheiden bzw. andersrum den Unterschied zwischen den einzelnen Nager"bautypen" zu wuerdigen und verstehen weiss, darueber koennte man sich (sinnloserweise) streiten. In der Frankfurter Massengruppierung machen indes auch kleine Carollia mehr her als die mitunter zu beobachtenden kleinrahmige Flughundpraesentationen mancher Zoos. Von der Fledermaushoehle in z.B. Muenchen gar nicht erst zu reden... (07.01.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Shensi-Takin: Eben WEIL es bei Nagern diverse auch für den Laien auf den ersten Blick "unterschiedliche Bautypen" gibt, sind sie in Zoos noch immer verbreiteter, auch wenn der Besucher ihren zoologischen Zusammenhang in der Regel nicht kennen oder auch nur vermuten dürfte - mit der Unterscheidung von Fledertieren dürfte sich ONB erheblich schwerer tun. Wenn die Planstelle "Fledermaus" (im umgangssprachlichen Sinn) besetzt ist, dürfte dem ONB dafür eine Art reichen, und da bietet ein Flughund nun mal bessere Betrachtungsmöglichkeiten als eine Blattnase. Abgesehen natürlich von der über dem Eingang des Grzimek-Hauses :-) (07.01.2009)
|
|
Shensi-Takin: |
|
@MM: Im Vergleich zu den Chiroptera sind die Nagetiere aber in Zoos immer noch reichhaltig vertreten; das Spektrum reicht dabei bekanntermassen von so unterschiedlichen Arten wie Eurasische Zwergmaus und Hausmeerschweinchen, Nacktmull und Praeriehund bis hin zur "Megafauna" Capybara, Stachelschwein und Biber. Zur Wuehlmaus muesste man dementsprechend nicht zwangslaeufig greifen... Bei den Chiroptera und insbesondere den Microchiroptera schraenken Ernaehrung, Verhalten, Erhaeltlichkeit und andere Faktoren die Artenauswahl erheblich ein; da muss man nicht unbedingt bei einem der wenigen erfolgreichen Haltungen einer geeigneten Microchiroptera-Art den Rotstift ansetzen-sosehr Carollia perspicilata auch in manchen Laboratorien verbreitet ist. Da aber der Abriss in (hoffentlich) weite Ferne rueckt, sollten wir uns lieber am Ist-Zustand der ueppigen Carollia-Kolonie erfreuen.:) (07.01.2009)
|
|
Rattus: |
|
Ich würde den Rodriguez-Flughund (in Deutschland) nicht gerade als allgegenwärtig bezeichnen. Dan schon eher den Nilflughund.
Auch wenn ich persönlich ein Freund von Flughunden bin, finde ich dennoch, dass man bei den Brillenblattnasen bleiben sollte. Fledermäuse gibt es nicht überall zu sehen (genauso wie Schwimmratten!). (07.01.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Shensi-Takin: Den Einwand kann ich aus zoologisch-didaktischer Sicht voll und ganz nachvollziehen. Allerdings müsste man dann z.B. statt Schwimmratten auch Wühlmäuse zeigen, denn es gibt nun mal auch weitaus mehr kleine (und kaum unterscheidbare) Nager als große... In dieser Hinsicht vermittelt ja eigentlich jeder Zoo ein einseitiges Bild der Artenvielfalt, da der Schwerpunkt auf der "heutigen Megafauna" liegt. (07.01.2009)
|
|
Shensi-Takin: |
|
@MM: Bzgl. Frankfurter Brillenblattnasen: es gibt schon jetzt, in Hinblick auf deren Artenfuelle und oekologische Bedeutung, aus verschiedenen Gruenden herzlich wenige Microchiroptera in Zoos. Ich finde es zudem aus didaktischer Sicht sinnvoll, den Besuchern klarzumachen, dass die meisten Flattertiere eher kleine Geschoepfe sind. Die Menge an Brillenblattnasen in Frankfurt scheint in ihrer Fuelle im Uebrigen einen ansprechend-attraktiven Effekt auf ONB zu haben-anders als Erdferkel, die nicht selten als "nackter Ameisenbaer/Schwein" abgewertet werden. So jedenfalls meine eigenen "Beobachtungen". ;)
Megachiroptera, z.B. der inzwischen in Zoos fast schon allgegenwaertige Rodriguez-Flughund, waeren als Ergaenzung durchaus auch fuer ONB interessant-etwa in einer Praesentation wie in Chester. (07.01.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Oliver: An einen Abschied der Erdferkel mag ich nicht so recht glauben, da sie als große und auch im Dunkeln relativ leicht erspähbare Tiere besucherattraktiver sind als manches Kleintier (und bei einem Neubau vielleicht sogar ein Außengehege bekommen könnten - vielleicht mit Affen-Oberbesatz?). Aber ich frage mich z.B. durchaus, was eigentlich der Normabesucher außer einem leichten Gruseleffekt von Aberhunderten durcheinander wimmelnder Brillenblattnasen hat, bei denen er im Dunkeln nicht mal erkennen kann, wo vorn und hinten ist. Wahrscheinlich füllt da eine kleine Gruppe Flughunde die Rolle "Fledertier" erheblich wirksamer aus. Das darf natürlich gern auch eine seltene oder bedrohte Flughundart sein und im Gegensatz zu den Blattnasen Unterbesatz bekommen :-) (06.01.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Michael, keine Frage, nur warten wir dann erst mal ab, ob es nicht die besucherwirksamen Arten sind, die gehen. Wenn die Erdferkel weg sind, merkt das sicher auch ONB schneller. (06.01.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Das ist der Standpunkt von uns Zoofans, vergiss das nicht. Der ONB wird aber wahrscheinlich nicht nachzählen, dem kommt es eher auf die "gefühlte Vielfalt" an. Und dafür reicht ihm dann wahrscheinlich auch EINE Krallenäffchenart statt mehrerer usw. Du hast das Nocturama in Antwerpen gesehen: Statt der heutigen 7 (?) besucherattraktiven Großanlagen enthielt es früher eine Vielzahl kleiner Vitrinen. Ob der ONB aber z.B. die Vielzahl für ihn "rattenartiger" Tiere vom Kowari über den Degu bis zum Spitzhörnchen wirklich zu schätzen wusste und ihn der Unterschied zwischen einem Blauducker und einem Goldaguti bei sehr ähnlicher Körperform wirklich begeisterte...? (06.01.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Also ich hoffe hier sehr darauf, dass die fehlenden Finanzen den Abriß noch etwas verzögern. Denn ich tippe ja auch darauf, dass bei einem Neubau eines Nachttierhauses sicher wieder nur einige der Arten umziehen, andere aber sicher den Zoo komplett verlasse. Sehr viel mehr Tierabgaben werden aber Frankfurt garantiert nicht gut tun. (06.01.2009)
|
|
André Haubrich: |
|
Da gebe ich Sacha recht, für mich müsste das Grzimek-Haus auch nicht abgerissen werden.
Ich finde schon den Plan sehr bedauerlich. Da hätte Frankfurt mMn dringendere Baustellen. (06.01.2009)
|
|
Sacha: |
|
Was beweist, dass die allgemeine Finanzkrise auch ihr Gutes hat....:) (06.01.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
@Shensi-Takin: Ich glaub, nicht so bald.So was muss ja schliesslich auch finanziert werden..und da wird die Stadt sowieso in Kürze ins Schleudern kommen.. (06.01.2009)
|
|
Shensi-Takin: |
|
@André Haubrich: Bill Gates? Wenn, dann schon Warren Buffett. ;) Und bei den heutigen DeLorean-Sammlerpreisen geht das idT ganz schoen ins Geld. Was den "Tiergarten-Rabatt" angeht-der bestuende aus einem Gratis-Dodo fuer alle Teilnehmer...;)
So, genug der Frankfurt-fernen Bloedelei, ehe man mich (berechtigterweise) massregelt. Eine etwas themengebundenere Frage, sofern diese nicht bereits beantwortet wurde:
Ab wann genau ist eigentlich mit dem Grzimekhaus-Abriss zu rechnen? (06.01.2009)
|
|
André Haubrich: |
|
@Shensi-Takin: Dann behaubte ich mal, dass sie nach einigen Expeditionen im Vermögen Bill Gates überhohlen und man für ie Reisen in der Zeitmaschiene meehr ausgibt als für eine Mondexpedition ;-)
Ich steh in Physik auf 2, vllt könnte ich bei ihnen bei ihren Entwicklungen helfen oder wenigstens Tiergarten-Forum-Rabatte bekommen? (06.01.2009)
|
|
Shensi-Takin: |
|
@MM: Na, derlei Bemerkungen duerften bei Ruhe sicherlich fuer Dauer-Frust gesorgt haben...:)
@Oliver Jahn, Ralf Sommerlad: Ist notiert! Ein DeLorean allein wird da wohl nicht reichen. Aber bei den ersten Fahrten wird die Zeitmaschine erst einmal mit Zwergelefanten, Microraptoren und Warrahs vollgestopft; mit denen mache ich dann ein Vermoegen im heutigen internationalen Zoofachhandel, haehaehae... ;) (06.01.2009)
|
|
André Haubrich: |
|
Dafür waren damals vielleicht wenigstens die Parkgebüren niedriger =) (06.01.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Das mit dem Parkplatz glaub ich eher nicht - schauen sie sich mal die Besucherzahlen der späten 60er / frühen 70er an...Aber ich komm mit, wenn im DeLorean noch Platz ist. (06.01.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Alles, was im DeLorean mitgereist ist, blieb ja auf dem Stand der Abfahrt, also pack einfach deine Kamera ein - und dann ab in den Frankfurter Zoo der Grzimek-Ära. Zu der Zeit dürftest du wahrscheinlich um den Zoo herum sogar einen Parkplatz bekommen haben :-)
@Shensi-Takin: Wie volkstümlich der Name Hagenbeck mit Tierhandel gleichgesetzt wurde, belegt eine Anekdote aus der Zeit, als sein Branchenkollege Ruhe den Zoo Hannover leitete. Dieser bekam nämlich auf Rundgängen durch den Garten immer mal zu hören "Schöne Tiere sind das. Haben Sie die von Hagenbeck?"... (05.01.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Shensi, diesen Kompensator, aber selber ausgestattet mit moderner und heutiger Fototechnik, welche trotz "Verschickung" aktuell bleibt, würde ich zu gern benutzen! Sagen Sie bitte Bescheid, wenn Sie ihn gefunden haben!! :-) (05.01.2009)
|
|
Shensi-Takin: |
|
@MM: Dass der Spruch an Heck auch in Berlin haengen blieb, koennte allerdings auch mit dem lokalen Berliner Bekanntheitsgrad korrelieren...Und ja, Carl Hagenbeck wurde idT (straeflicherweise) vergessen; der duerfte dank des Tierhandels, Zirkusbetriebs und nicht zuletzt wegen der Voelkerschauen auch international einer breiteren Oeffentlichkeit bekannt gewesen sein. S.a. die Anekdote ueber den dt. Marineoffizier, der in der argentinischen Pampa von ehemaligen indianischen Voelkerschau-Teilnehmern mit "Hagenbeck" gleichgesetzt und gerettet wurde.
@Oliver Jahn: Da hilft wohl nur noch der Bau eines Fluxkompensators...;) (05.01.2009)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Es wird auch weiterhin so bleiben, dass der Name des Frankfurter Zoos untrennbar mit dem Namen und dem Wirken Grzimeks verbunden bleibt, wie auch dem von Kurt Priemel und Max Schmidt. Das ist ganz ok so, und wenn ich heute aus dem Dresdner Zoo etwas höre, denke auch ich automatisch an Wolfgang Ullrich, den ich als junger Mensch einmal persönlich in Frankfurt getroffen und einem Vortrag über Indien gelauscht habe. Das Engagement dieses Natur-und Artenschützers hat mich auch sehr beeindruckt. Mit dem späten Heinrich Dathe hatte ich gelegentlichen Briefkontakt, besonders Kuba-Krokodile betreffend.
Es gibt eine ganze Menge zu tun im Frankfurter Zoo, das ist wahr, und es wurde unter der Ägide Schmidt neben dem neuen Menschenaffenhaus eine Menge bereits getan. Dabei hat Schmidt sich als begnadeter "Schnorrer" erwiesen, der viele Mittel durch eigene Spendenarbeit aufgebracht hat, der Roth-Magistrat hätte ihm diese niemals bewilligt. Ich sehe Schmidt noch immer als verdienstvollen Direktor, auch wenn er im Gegensatz zu den vorgenannten niemals ein "grosser Kommunikator" gewesen ist.
(05.01.2009)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Shensi-Takin: Der Spruch "Beim Heck heckt alles" wurde bereits vor Hecks Berliner Amtszeit geprägt, da war er noch junger Direktor in Köln und mit ziemlicher Sicherheit außerhalb der Stadtgrenzen (und seiner Heimatstadt) nur in Zookreisen geläufig.
Mir fiel gerade noch wie Schuppen von den Augen, dass wir in der Aufzählung einen deutschen Zoodirektor vergessen haben, der in punkto Popularität wohl noch am ehesten an Grzimek heran reicht und ganz zwangsläufig mit seinem Zoo assoziiert wird: Carl Hagenbeck! (02.01.2009)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Michael, es stimmt schon, dass man den Zoo Frankfurt und seinen damaligen Direktor sicher immer etwas besser wegkommen lies, als andere. Aber das ist eben bis in unsere Generation hinein durch diese einmalige Bekanntheit so entstanden. Denn Dathe und Ulrich waren im Westen sicher bei weitem nicht so bekannt, wie Grzimek im Osten. Von daher ist er für mich sicherlich noch immer diese "Lichtgestalt", bei der man aber eben auch lernen muss, zu akzeptieren, dass es sie einmal gab, aber dass sie heute sicherlich nie mehr eine solche Popularität erlangen würde, und schon gar nicht mit den damaligen Mitteln.
@Shensi-Takin, sicherlich war Heck sehr bekannt, aber auch wirklich zu seiner Zeit (ohne Fernsehen) weit über Berlin hinaus? Ich muss da wieder an den Artikel denken, den Michael und ich aus dem ZG kopiert haben und in Teilen hier eingestellt haben. Darin schreibt Herr Pinkert drei Jahre nach Eröffnung, er möchte doch höflichst mal darauf hinweisen, dass er in Leipzig auch einen Zoo eröffnet hat...! Das hatte bis dahin wohl noch keiner richtig mittbekommen...und das in drei Jahren :-) (02.01.2009)
|
|
IP66: |
|
Interessant finde ich, daß die Dittrich-Bauten zum Zeitpunkt des Abrisses zwar in Kreisen von Fachleuten als vorbildlich und maßstabsetzend, aber weder bei Öffentlichkeit noch bei Denkmalschützern wirklich bekannt waren. Das ist bei den frankfurter Gebäuden anders - der Abriß eines Zwischenkriegszeitgebäude wie des Menschenaffenhauses in Frankfurt hätte in mancher Stadt und dank manchen Konservators ein erhebliches Skandalpotential entfaltet. Daß dies in Frankfurt nicht geschah, scheint mir auch damit zusammenzuhängen, daß der Zoo in der Öffentlichkeit kaummehr wahrgenommen wird. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so diskursfern, sehe ich auch den Fall der übrigen Nachkriegsbauten dort, die samt und sonders die entsprechenden Kriterien des Denkmalschutzes erfüllen.
Neben der geringen Resonanz des Instituts in der Öffentlichkeit mag auch eine Rolle spielen, daß es ausgehend von Herrn Tudges Buch eine Zoo-Ideologie gibt, deren Vertreter angeben, um den 80er Jahren eine neue Form von Wildtierhaltung entwickelt zu haben, die mit den zoologischen Gärten davor nichts zu tun haben, ja sie sogar ersetzen. Herrn Niekischs bisherige Verlautbarungen scheinen mir sehr stark von dieser mittlerweile ein Dritteljahrhundert alten und sicherlich von der Wirklichkeit weit entfernten Ideologie geprägt. (31.12.2008)
|
|
Shensi-Takin: |
|
@MM: Gewalt war zumindest durch "Moby Dick" und seine Fangexpeditionen dank der Medien kein gaenzlich Unbekannter in der breiteren westdt. Oeffentlichkeit. Und im seit jeher zoovernarrten Berlin war Ludwig Heck durchaus eine stadtbekannte Groesse; "Beim Heck heckt alles".
Weitere amerikanische Bsp.e: Omaha und Lee Simmons und Topeka und Gary Clarke.
(31.12.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Du triffst den Nagel auf den Kopf - "sie will mehr über diesen MENSCHEN wissen". Aber wird sie gleichzeitig auch mehr über den Frankfurter Zoo wissen wollen? Und würde sie sich in diesem zu jenem Zeitpunkt in der Zukunft wohlfühlen, wenn man ihn so belassen hätte, wie er zu Grzimeks Zeiten aussah...?
Unsere Generation hier in Deutschland hat doch Grzimek als Zoodirektor kennengelernt, der "nebenher" mit großem Einsatz für den Naturschutz kämpfte. Folgende Generationen werden diese beiden Tätigkeiten wohl eher umgekehrt gewichten - im Ausland soll es außerhalb von Zookreisen ja schon zu Grzimeks Lebzeiten so gewesen sein. (Schlimmstenfalls werden manche Menschen sogar einen Widerspruch in den beiden Tätigkeiten sehen, wenn sie den damaligen "Zeitgeist" außer vor lassen.) In einer der in letzter Zeit gelaufenen Dokus über Grzimeks Leben und Wirken äußerte meiner Erinnerung nach ein afrikanischer Naturschützer, dass es dort vor Ort so gut wie unbekannt gewesen sei, dass Grzimek auch einen Zoo leite.
Nur zum besseren Verständnis: Ich will hier weder an den tiergärtnerischen Leistungen des Zoos noch am Lebenswerk Grzimeks kratzen - auch für mich wird der Mann immer eine Lichtgestalt bleiben, und auch ich erinnere mich gern daran zurück, wie bewegt ich bei meinem ersten Frankfurt-Besuch war (auch wenn Grzimek längst nicht mehr Direktor war) und mit leuchtenden Augen vor manchen Tieren stand (selbst vor Erdmännchen, die kannte ich schließlich aus Hannover nicht...). Aber mir kommt die alte Zeit in den heutigen Bewertungen ein wenig ZU gut weg. Man kann von den verschiedenen Nachfolgern Grzimeks halten was man will, aber sie hatten und haben allesamt allein durch dessen große Fußstapfen eine schwierige und undankbare Aufgabe.
@Shensi-Takin: Die Verhältnisse im Ausland kann ich nicht beurteilen, aber ich denke, dass Gewalt und Heck im Gegensatz zu Grzimek "nur" in zoointeressierten Kreisen als Galionsfiguren betrachtet wurden, eher weniger in der Öffentlichkeit. Bei Dathe stimme ich eher zu, und vom Hörensagen her muss wohl auch Ullrich aus Dresden in dieser Liga gespielt haben. Ein weiterer noch heute populärer deutscher Zoodirektor wäre Brehm - fragt sich nur, wer außer ein paar Zoofans heute noch von dessen beruflicher Tätigkeit weiß (und ob das zu seinen Lebzeiten wirklich allgemein so viel bekannter war). Wahrscheinlich wird es eines Tages mit Grzimek genauso sein. (31.12.2008)
|
|
Shensi-Takin: |
|
"kein Zoo ist so derart über seinen Direktor präsent gewesen, wie Frankfurt über Grzimek." Das gilt vielleicht fuer Deutschland (Dathe, Gewalt, der alte Heck...?), nicht aber in internationaler Hinsicht; s. Jersey and Gerald Durrell, Howletts/Port Lymphe und John Aspinall, Cincinnati und Ed Maruska, Columbus und Jack Hanna oder als aktuellstes Bsp. der Australia Zoo und Steve Irwin. Gerade das Bsp. Jersey und Australia Zoo weisen Parallelen zu der Situation in Frankfurt auf; mit Wegfall der Sympathiefigur "Direktor" ist es nicht ganz leicht, an alte Erfolge anzuknuepfen. (31.12.2008)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Michael, auch hier wieder meine vollständige Zustimmung, auch in Leipzig fand unter Schneider ein beachtenswerter Wiederaufbau statt und was Dathe in Berlin zusammenstellte, war ebenfalls nicht ohne. Dennoch hoffe ich insgeheim, dass meine Tochter irgendwann mal an meinen Bücherschrank gehen wird, und Grzimeks "Serengeti darf nicht sterben" lesen wird, und wer weiß, vielleicht fasziniert es sie genau so wie mich als Kind und sie will mehr über diesen Menschen wissen!? (30.12.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
Wurde eigentlich irgendwo schon mal erwähnt, was auf der Fläche des Grzimek-Hauses entstehen soll, falls dieses tatsächlich abgerissen wird und die Kleinsäuger in ein neues Haus umziehen? (30.12.2008)
|
|
BjörnN: |
|
Die Frankfurter Zoo-Toiletten sind nicht schlecht, ebensowenig das Verpflegungsangebot im Sommer.
Im Winter bleibt dem Besucher kaum mehr übrig, als sich sein Essen selbst mitzubringen oder zu hungern, was ich schmerzlich erfahren musste. (30.12.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
Genau das meine ich. Wenn man den Zoo dieser Ära mal ganz für sich betrachtet, also ohne seinen Direktor und dessen Medienpräsenz, dann gibt es da Vieles, was auch in anderen Zoos zu finden war - und damit meine ich jetzt z.B. nicht einzelne Tierarten, sondern eher das Komplettsortiment: Anhäufungen von mehr oder weniger lange gepflegten Raritäten gab es schließlich gleichzeitig auch in Berlin, Köln oder sogar Hannover (Nicht wenige der Frankfurter Spezialitäten saßen ja vorher in Hannover...). Zerstörte und wieder aufgebaute Zoos gab es ebenfalls mehrere, wobei wie in Frankfurt teilweise Vorkriegssubstanz weiterverwendet, teilweise ganz neu gebaut wurde. Auch seltene Zuchterfolge waren nicht auf Frankfurt beschränkt, und es gab auch andere Zoos mit Selfmade-Zoomännern als Direktoren (z.B. Stuttgart). Somit lebt der Zoo Frankfurt also ganz besonders von einem Mythos (dem wir Zoofans letztlich ebenfalls verfallen sind, da schließe ich mich keineswegs aus). Nur dürfen wir auch nicht die Augen davor verschließen, dass die Grzimek-Ära inzwischen über 30 Jahre her ist und danach geborene Kinder inzwischen schon selbst Kinder haben, also zwei Generationen ONB nachgewachsen sind, die mit dem Namen Grzimek nicht mehr viel verbinden. Denen - und erst recht ihren weiteren Nachfahren - werden folglich auch seine im Zoo hinterlassenen Spuren nicht viel bedeuten, sondern sie werden den Zoo nach den Maßstäben IHRER erlebten Zeit bewerten. Und dann ist es auch nachvollziehbar, wenn sich der Zoo den Ansprüchen seiner zahlenden Kunden zumindest teilweise beugt. (30.12.2008)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Nun, der fehlende Direktorenposten in Frankfurt! :-)
Aber ernsthaft, ich gebe dir da absolut recht, kein Zoo ist so derart über seinen Direktor präsent gewesen, wie Frankfurt über Grzimek. Und ich glaube auch, dass Grzimek der einzige Zoodirektor sein dürfte, den ONB nenne könnte, als Vertreter seiner Zunft.
Und sicher war der Zoo Frankfurt auch unter ihm nicht perfekt, aber er stand ja auch generell in Deutschland für den Wiederaufbau! Sicher hat man auch deshalb so manches milder betrachtet, wenn nicht gar glorifiziert. (30.12.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Wer hindert dich denn daran, dir einen Khaki-Anzug anzuziehen? :-D (30.12.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
P.S. Hinsichtlich des hannoverschen Totalumbaues habe ich übrigens noch nie eine Klage gehört, dass damit die Ära Dittrich ausgelöscht wurde; Bedauern bezog sich eigentlich immer nur auf den Zoo als Ganzes. Daran sieht man z.B., wie sehr die Diskussion um Frankfurt personen-, nämlich direktorenbezogen ist. Schließlich steht die Ära Grzimek u.a. auch für Badezimmerarchitektur, circusmäßige Tiervorführungen oder winzige Huftiergehege, was Zoofans heute auch nicht mehr sehen wollen. Auch nach heutigen Maßstäben war Frankfurt damals zwar ein perfekt vermarkteter Zoo, aber ob es auch wirklich ein perfekter Zoo war...? (30.12.2008)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@Michael, ich würde mir einen Khaki-Anzug anziehen, Geparde anschaffen, und zwar handzahme, gelegentlich öffentlich Gorillas knuddeln und mir eine Fernsehsendung besorgen...und dann hoffen... :-) (30.12.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Na, aber der Weiher ist nun wirklich nicht Sankt Bernhard zu verdanken, sondern existiert schon ein wenig länger... Deine und meine Gedanken passen allerdings bestens zusammen. Versetz dich doch mal in die Situation, ständig um die Ohren zu bekommen "ach, damals bei Grzimek war das aber alles besser". Welche Reaktion würde das bei dir auslösen...? (30.12.2008)
|
|
André Haubrich: |
|
Ich habe in Frankfurt noch nie etwas zu essen gekaft und nicht die Toilette besucht, aber wenn das wirklich miserable Zustände sind, ist das bestimmt etwas, was auch bei vielen in negativer Erinnerung bleibt.
Was nützt es Normalbesuchern, wenn sie den Schlanklori gesehen haben, aber auf einer vollge....... Toilette sietzen müssen.
Die Zusammenlegung von Anlagen im Grzimek-Haus dürfte sich schwierig gestalten. (30.12.2008)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Mir kommt es eher ein wenig so vor, als würde man in FFM alles nur Erdenkliche unternehmen, um keine Erinnerungen an die Ära Grzimek mehr zuzulassen. In Berlin steht heute schon die Klös-Büste im Zoo, in Frankfurt reißt man die Grzimek-Bauten nach und nach, und nun auch noch das nach ihm benannte Haus ab.
Es wurde ja hier schon mal angedeutet...jetzt fehlt nur noch das Zuschütten des Weihers. (30.12.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
Vielleicht vergleicht man (auch wir!) Äpfel mit Birnen, wenn immer wieder die "goldene" Grzimek-Ära herangezogen wird. Unter den damaligen Zoobewohnern hat doch spätestens ab den 60ern im Grunde ein einziger die Besuchermassen angelockt, und das war der Direktor selbst, immerhin ein (von der Damenwelt angehimmelter) TV-Star. Anderswo auf der Welt besichtigen Scharen von Touristen in Abwesenheit der Besitzer die Paläste von Monarchen oder die Villen von Filmstars, in Frankfurt besuchte man eben Grzimeks Zoo - immer in der stillen Hoffnung, den Fernsehprofessor vielleicht doch mal live beim Gepardenstreicheln oder Gorillaknuddeln zu sehen (möglichst im Khaki-Anzug). Und der prominente Naturschützer konnte es sich sogar erlauben, dem Publikum Rhesusaffen in Fehlfarbe gleich dutzendweise vorzusetzen und Krokodile zu stapeln, was heutige Hardcore-Zoo- und Artenschutzfans zur Raserei bringen würde. Wenn jetzt jemand sagt "jaaa, das waren ja ganz andere Zeiten", dann dürfte man deren Besucherzuspruch folgerichtig auch nicht zum Maßstab nehmen.... (30.12.2008)
|
|
IP66: |
|
Sicherlich steht Frankfurt schon seit einem halben Jahrhundert unter erheblichem Druck, neben Geschäftsreisenden auch Kulturtouristen anzuziehen. Dieses Argument diente beim Wiederaufbau der alten Oper in ähnlicher Form wie bei der Errichtung des Bogoriwaldes, es hat die Neubauten am Schaumainkai ähnlich beflügelt wie den Neubau der Römerbergzeile. Insofern dürfte Herr Niekisch wie seine Vorgänger den Druck verspüren, auf dem kleinen Gelände und mit möglichst wenig Geld jene Besucherzahlen zu erreichen, wie sie weiland unter Herrn Grzimek gefeiert wurden. Wenn man sich die Projekte allerdings genauer ansieht, kann man erkennen, daß nur jene funktionieren, die die Kräfte einer Stadt, die nicht zu den größten Metropolen Deutschlands zählt, nicht überfordern, und sowohl das städtische wie das Reisepublikum ansprechen. Wenn dann noch ein innovatives, mithin noch gesehenes Projekt realisiert wird, stehen die Chancen nicht schlecht, auch die überdurchschnittlich zahlungskräftige Sponsorenschicht der Stadt zu aktivieren oder sich gar auf das altfrankfurter Mäzenatentum zu stützen.
Deshalb halte ich es für wichtig, abzuwarten, wie Herr Niekisch seine Neubauprojekte wirklich angeht. Der Menschenaffenhausneubau ist ebensowenig sein Verdienst wie die Beseitigung eines der wichtigsten Baudenkmäler in einem deutschen Zoo, so daß man bislang nur die Neudekoration der Bartgeiervoliere und die Neuumzäunung der Giraffenanlage als reale Tat heranziehen kann. Ich glaube nicht, daß Menschen wegen des neuen Einganges oder geräumigerer Bedürfnisanstalten in den Zoo kommen, insofern wird Herr Niekisch wohl an der Tierhaltung gemessen werden, an der Sanierung von Altanlagen ebenso wie an der Beseitigung von Haltungsproblemen oder der Gestaltung von Neubauten, wobei ich die letzte Bemühung bewußt ans Ende der Aufzählung gesetzt haben, weil dergleichen erst mit jahrelanger Verzögerung wirksam wird. (30.12.2008)
|
|
Shensi-Takin: |
|
@MM: Ich persoenlich habe nichts gegen gaengige Praesentationskonzepte per se; besser ein fuer die darin gehaltenen Tiere gut geeignetes 08/15 Szenario als eine schlecht gefuehrte Raritaetensammlung. Nur hatte ich nach Niekischen Grossankuendigen etwas mehr (oder auch nicht...;) erwartet. Des weiteren sollte man gerade in Frankfurt aufgrund der raeumlich eher eingeschraenkten Situation nicht unbedingt dazu uebergehen, jedliche zzt. populaere Tierhaltung (wie eben begehbare Katta-Anlagen) ins "neue Gesamtkonzept" integrieren zu wollen. Wenn man sich gut auf die Haltung und z.T. sogar Zucht selten gehaltener Arten versteht, sollte man diese "Tradition" eher foerdern (selbst wenn man kein "Raritaetensammler" oder Zoofan ist), und nicht im Einheitsbrei untergehen lassen. Gerade in Hinblick auf Arten wie Schlankloris, Freshies Kiwis oder Schwimmratten waere dies aus vielerei Hinsicht (auch in Hinblick auf den viel zitierten Artenschutz) bedauerlich.
Koennte man nichtsdestotrotz dennoch die der Haltungsverbesserung dringender harrenden Tiere wie Flusspferd und Spitzmaulnashorn in die ehrgeizige Neuplanung integrieren, anstatt sie gefliessen zu ignorieren?
Was die Besucherfreundlichkeit angeht: deswegen lese ich ab und an gern Zoo-Reviews auf ciao.de u.ae.; im Falle Frankfurt scheinen Gastronomie und Besucherservice nach Meinung einer nicht unerheblichen Anzahl von Besuchern verbesserungswuerdig zu sein. (30.12.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Anna Lena Stephan: Der vorherige Masterplan sah tatsächlich vor, das jetzt Borgori-Wald genannte Haus in ähnlicher Machart entlang der Zoogrenze in Richtung Nebeneingang durch einen Trakt für Niedere Affen mit vorliegenden Außenanlagen zu ergänzen und damit deren heutiges Haus zu ersetzen. (30.12.2008)
|
|
Anna Lena Stephan: |
|
Ich war am 1. Weihnachtstag spontan in Frankfurt und fand Toilettenanlagen und Gastronomie für Winterverhältnisse (wenig Besucher) OK. Die Bärenanlage ist wirklich umbaubedürftig, typische Beton-Fels-Panoramen und sehr klein. Die Takine sind wahrscheinlich kein Besuchermagnet, da sie auch ungünstig präsentiert werden und man sie leicht übersehen kann. Das Grzimek-Haus war für mich als Laien nicht weniger artgerecht als z. B. das in Berlin. Halt relativ kleine Anlagen, aber nicht zu klein. Statt eines Abrisses könnte man sicherlich aber erstmal die Arten reduzieren und einige Anlagen zusammen legen.
Das Niederaffenhaus ist dagegen ziemlich übel, da sehr klein und die typische Kombi aus Gittern und Kacheln. Warum man hier nicht einfach das großartige neue Menschenaffenhaus (ich war schwer beeindruckt)noch etwas größer gebaut hat und auch die Niederaffen dort untergebracht hat, ist mir ein Rätsel. Man hätte sogar einen Vergesellschaftungsversuch starten können, der zum Beispiel in Köln ja auch gelungen ist. Vielleicht sogar mit den Orangs, da kenne ich mich nicht so aus.
Die Dickhäuter (Flusspferd und Nashorn) sind ebenfalls wirklich sanierungsbedürftig.
Und ein neuer Spielplatz wird gerade gebaut. (30.12.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
In punkto Schafberg stimme ich Ralf Sommerlad zu, dessen Abtragung wäre auch für mich nicht nachvollziehbar. Wenn schon die Takine wegen angeblicher oder tatsächlicher Überhitzung abgegeben werden, könnte der Zoo die Anlage folgerichtig wieder mit (diesmal unterartreinen) Mähnenschafen besetzen und damit einen wahrscheinlich sogar größeren Beitrag zum Arterhalt leisten als mit den Takinen. Und mit ein paar relativ kostengünstig umsetzbaren Zusatzsicherungen (siehe Rheine) und einem begrünten Ausweichabteil wäre vielleicht sogar eine besucherattraktive Vergesellschaftung mit Dscheladas machbar. Geografisch nichts für Puristen, aber das gilt für andere Vergesellschaftungen in Frankfurt genauso.
Was das Originelle betrifft: Brillenbär-Nasenbär-Anlage und Pinguin-Kühlhaus sind zwar für uns Zoofans nichts Neues, aber im unmittelbaren Frankfurter Umkreis - dem Einzugsgebiet der meisten dortigen Besucher - noch nirgends vertreten und somit regionale Aleinstellungsmerkmale, die durchaus mehr Publikum anlocken könnten. Von daher sehe ich das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Eine Afrikasavanne ist heute Pflichtprogramm eines Großzoos, da mag es den Zoofan trösten, dass sie in Frankfurt wahrscheinlich mit ganz anderen Formen besetzt würde als im benachbarten Kronberg... Warten wir ab, ob der Zoo nicht auch noch eine begehbare Katta-Vari-Anlage plant :-)
In Sachen Besucherfreundlichkeit: Ganz allgemein auf Zoos bezogen und über den Tellerrand unseres zoologischen Interesses geschaut sind schlechte Gastronomie, als gammelig empfundene Toilettenanlagen, langweilige Spielplätze und Warteschlangen Faktoren, die viele ONB von einem Zoobesuch abhalten. Die Frankfurter Verhältnisse kenne ich in dieser Richtung nicht bzw. habe sie bisher nie beachtet, aber falls die im Argen liegen sollten, ist ihre Behebung m.E. genauso wichtig wie die manch überholter Tierhaltung. Das schönste Arten(schutz)konzept nützt schließlich nichts, wenn es nicht genug Leute sehen wollen - und das eben nicht nur im anderthalbstündigen Schnelldurchlauf, weil sie zum Essen und für den Gang zum WC lieber wieder nach Hause fahren...
Ich verfolge die Situation in London nicht sonderlich, aber war die nicht in etwa vergleichbar mit den Frankfurter Verhältnissen - bis hin zur Umetikettierung zum Conservation Centre? (30.12.2008)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
...und die 30 Mio sind ja noch lange nicht im Haushalt wirklich eingestellt. Der zu erwartende Gewerbesteuerrückgang in Frankfurt ( z.B. Wegzug der Börse) wird sich da noch bemerkbar machen. Kulturdezernent Semmelbrösel sollte sich selbst nicht zu früh feiern... (30.12.2008)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Na ja...ein guter "giftshop" mit breitem Angebot, etwa an Literatur, wäre ja mal was.Aber ich habe Zweifel, dass es dies ist, was vorschwebt. Geld für hübsche Kassenhäuschen anstatt optimierter Flusspferdhaltung macht wenig Sinn. Die Gastronomie ist wirklich zu verbessern-nur war die niemals Sache des Zoodirektors sondern des Liegenschaftsamtes.Afrikasavanne? Da müssten erst mal die Rappenantilopen weg, die alles spiessen wollen. Ich kann nur empfehlen, zu diesem Thema erst mal ein paar kenntnisreiche andere Zoos zu besuchen und zu befragen. (30.12.2008)
|
|
BjörnN: |
|
Insgesamt erscheint mir der Etat für die Umbauten im Frankfurter Zoo mit 30 Mio. Euro sehr knapp bemessen, wenn man bedenkt, was mit diesem Geld alles realisiert werden soll:
- neuer Eingangsbereich
- neue Tropenbärenanlage für Malaien- und Brillenbären
- Abriss des Grzimek-Hauses
- Abriss des Niederaffenhauses
- Neubau eines Niederaffenhauses und eines Nachttierhauses (ich vermute mal, dass beides kombiniert wird)
- Neubau einer Afrikasavanne
Zusätzlich will man sich verstärkt im Naturschutz engagieren und auch das kostet, wie man am Engagement anderer deutscher Zoos sehen kann, ne Menge Zaster.... (30.12.2008)
|
|
IP66: |
|
Gerade darin scheint mir die Schwierigkeit zu liegen: Irgendwann dürften Zoogegner und -kritiker erkennen, daß sich hinter dem Etikett "neuer Naturschutzzoo" lediglich einige Serviceerleichterungen für die Besucher verbergen und dies entsprechend nutzen. (30.12.2008)
|
|
BjörnN: |
|
@André Haubrich
Ich gehe davon aus, dass zumindest die Rappenantilopen, Netzgiraffen und Strauße diesen Zukunftstraum bewohnen werden, eventuell zusammen mit den Grevyzebras. Eine angrenzende Flusspferanlage wäre sicher nicht nur für die Tiere als auch für den Besucher eine enorme Bereicherung.
Die Mhorr-Gazellen sollen ja eine sonnigere Anlage erhalten, vielleicht eine von der Savanne getrennten, doch vom Besucher als Einheit verstandenen Wüstenanlage. (30.12.2008)
|
|
Shensi-Takin: |
|
Interessant die bisherigen Leserkommentare zu dem genannten Artikel; offenbar wuenscht sich ONB eher eine Optimierung der Besucherfreundlichkeit...
Brillen-und Nasenbaeren, Pinguinbecken und "Afrikasavanne"-wirklich viel Orginelles ist da nicht dabei. Herrn Sommerlad kann man da in allen Punkten nur zustimmen.
"Serviceportal" = einfaches Schwarzes Brett? ;) (30.12.2008)
|
|
André Haubrich: |
|
Welche Tiere sind denn für die Afrikasavanne ngedacht.
Genug afrikanische Großtiere hätte Frankfurt ja bereits.
Wünschenswert wäre, wie Ralf Sommerlad schon gesagt hat, auch die Flusspferdhaltung zu verbessern.
Vllt könnte man die auch in die Gemeinschaftshaltung einbinden. (30.12.2008)
|
|
BjörnN: |
|
@IP66
Seit wann züchten denn die Eselspinguine in Frankfurt regelmäßig?? (30.12.2008)
|
|
IP66: |
|
Ich tue mich schwer, die Botschaft vom "neuen Naturschutzzoo" mit Neubauten für nicht bedrohte Arten wie Eselspinguine (die in ihrem alten Quartier anders als in manch anderer Haltung regelmäßig brüten) oder der Abgabe bedrohter Formen wie der Nebelparder oder der Takine zu verbinden. Oder geht es Herrn Niekisch nur darum, durch neue Kunstfelsdekorationen wie in der überlieferten Bartgeiervoliere dem Besucher das Gefühl zu vermitteln, bei den fraglichen Tierhaltungen handle es sich um real existierenden Naturschutz? (30.12.2008)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Pelikanweiher, nicht Pinguinweiher....sorry (30.12.2008)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
1. Das Grzimek-Haus ist noch immer eines der weltweit besten und anerkannten Tierhäuser des Zoos, während die Flusspferdhaltung katastrophal ist, den Haltungsrichtlinien zuwider läuft und beendet werden müsste. Das Grzimel-Haus muss sicherlich saniert werden, wie auch das Exotarium - aber ein Abriss und Neubau??
2. Pinguine anstelle der Takine, das heisst: Rückbau des Schafsbergs, eine finanzielle Grossleistung! Die Pinguine könnten stattdessen, deutlich kostengünstiger und mit ausreichend Platz, anstelle des Pinguinweihers untergebracht werden. Dann nämlich würde die auf der Südseite gelegene Takinanlage keine separate Kühlung für die Pinguine benötigen. Und wenn schon die Takine weg sollen ( ebenfalls fraglich warum, immerhin handelt es sich um eine bedrohte Art, deren Zucht wertvoll ist), könnte die sonnenexponierte Südseite stattdessen der Errichtung von Freilandterrarien dienen, die durch die Präsentation bedrohter einheimischer Reptilien dem Gedanken des Naturschutz-Zoos eher entspräche, als die Pinguinhaltung. (30.12.2008)
|
|
André Haubrich: |
|
http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/
Doc~E503898CF844C4BEA814D15CDB5EDC958~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Das sind die vorläufigen Ideen für den Umbau des Frankfurter Zoos.
Begrüßen tue ich die Idee der großen Afrikasavanne, das Grzimek-Haus abzureißen halte ich für fragwürdig.
Kann jemand sagen, was damit nicht in Ordnung ist?
Auch die Haie im Pinguinbecken haben doch da nicht mehr Platz. (28.12.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
Ebenfalls nur aus grauer Erinnerung heraus: Hatte nicht Zürich auch schon vor 1987 Rohrdommel-Nachzucht...? (18.12.2008)
|
|
Anti-Erdmännchen: |
|
Keine Ahnung, wie ich da grad drauf komme :), aber kann mir ein Frankfurt-Kenner erklären, wie es sich mit dem Sachverhalt Welterstzucht der Rohrdommel verhält? Soweit ich mich entsinne, hatte der Zoo Frankfurt behauptet, daß ihm diese 1987 gelungen gewesen wäre. Stand das nicht sogar auf der Ehrentafel am Vogelhaus drauf? Laut Zootierliste fand die Welterstzucht 1969 in Budapest statt. (18.12.2008)
|
|
IP66: |
|
Was diese Verwechslung nur Dummheit oder eine Freud'sche Fehlleistung ... (15.12.2008)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
Nicht Herr Schildger, der Kelch ging vorüber.. (15.12.2008)
|
|
IP66: |
|
Ich denke, daß es Herrn Schildger eher um die Beseitigung der Ideen seiner unmittelbaren Vorgänger geht, nicht so sehr um die Neubauten der Nachkriegszeit. (15.12.2008)
|
|
Ralf Sommerlad: |
|
In der Tat: Die Prioritätenliste gibt zu denken! Mir ist noch immer nicht ganz klar, was denn die Neuordnung des Zoos zum Artenschutzzentrum zu bedeuten hat, wenn etwa hoch bedrohte Arten gerade weichen mussten oder noch weichen müssen, um dafür zumindest strittige Neuanlagen zu planen, wie etwa die Pinguinanlage anstelle des Schafsbergs. Von einer Umgestaltung etwa der katastrophalen Flusspferdanlage ist gar keine Rede...oder hab ich in USA was verpasst? (15.12.2008)
|
|
IP66: |
|
Man beachte die Reihenfolge der Baumaßnahmen im Titel des Kolloquiums: Erst kommt der Eingangsbereich, dann die (in der Fläche durch diesen stark eingeschränkten) Bärenanlagen. Und wenn das neue Entrée, wenn auch tierfrei, den "Beginn einer qualitativen Umstrukturierung des Zoos bedeutet, so muß wohl auch bald das noch nicht fertiggestellte Menschenaffenhaus wieder weichen, weil es nicht zu Profilierung der es Zoos zum "Natur- und Artenschutzzentrum" beiträgt.
Ich frage mich, wie Herr Niekisch dieses Zielprodukt definiert: Was dem Natur- und Artenschutz dienst und was ein Zentrum ist, wird er uns hoffentlich nach abgeschlossenem Wettbewerb zu erläutern wissen. (12.12.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
Wenn der Neubau von Eingang und Bärenanlage "den Beginn einer qualitativen Umstrukturierung markiert", dann hieße das doch folgerichtig, dass man den noch nicht mal fertiggestellten Borgori-Wald bereits als Altstruktur betrachtet und irgendwie auch abqualifiziert...? "Qualitativ" ist übrigens ohne wertenden Zusatz ein herrlich nichtssagendes Wort - bekanntlich gibt es gute und schlechte Qualitäten :-)
(12.12.2008)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Kolloquium zum Eingangbereich
Nachdem der Magistrat am 28. November mit seinen Beschluss eines umfassenden Investitionsprogramms für den Zoologischen Garten Frankfurt über 30 Millionen Euro den Weg für einen modernen Naturschutzzoo frei gemacht hat, wurde gestern als erste Maßnahme, ein Kolloquium zum geplanten Neubau des Eingangbereiches und der Bärenanlage durchgeführt.
"Ich freue mich, dass mit der Umsetzung des Magistratsbeschlusses für das Zoo-Investitionsprogramm so schnell begonnen wurde. Der Architektenwettbewerb für einen attraktiven Eingangsbereich und eine Bärenanlage nach modernsten tiergärtnerischen Anforderungen markiert den Beginn einer qualitativen Umstrukturierung des Zoos. Mit der Realisierung dieser Neubaumaßnahmen ist der Startschuss zur Profilierung der traditionellen Frankfurter Freizeiteinrichtung als Natur- und Artenschutzzentrum gefallen.", freut sich Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth.
Am Kolloquium haben neben über 60 Vertretern der 25 eingeladenen Architekturbüros auch Vertreter des Preisgerichts, Vertreter der Sachpreisrichter, Vertreter der Bauherren und Vertreter der Politik teilgenommen. Zu Beginn des Kolloquiums erläuterte Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch zunächst das Gesamtkonzept für die geplanten Neubaumaßnahmen im Zoologischen Garten Frankfurt und ging speziell auf den Eingangsbereich und die Bärenanlagen ein. "Die Ausschreibung des Architektenwettbewerbs stieß auf großes Interesse bei über 90 Architekturbüros in ganz Europa.", erklärt Prof. Dr. Niekisch. "In einer Vorauswahl haben wir uns für die 25 eingeladenen Büros entschieden und sind sehr gespannt auf die entstehenden Entwürfe." Unter den ausgewählten Architekturbüros befinden sich Büros mit großer Erfahrung ebenso wie junge Architekten. "Wir wollen natürlich auch Architekten mit frischen Ideen eine Chance geben", sagt Prof. Dr. Niekisch.
Die Architekten hatten die Gelegenheit, die alten Bärenanlagen zu besichtigen und sich ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten zu machen. Außerdem wurden in dem fast zweistündigen Gespräch viele Fragen zu ästhetischen Aspekten und technische Fragen zur Tierhaltung besprochen.
Das Preisgericht, bestehend aus hochrangigen Fachleuten und Vertretern der Stadt Frankfurt am Main, tagt am 5. März 2009. Es bewertet die eingegangenen Entwürfe und nominiert die Gewinner des Architektenwettbewerbs. Die Reihenfolge der Gewinner wird in einer Pressekonferenz vorgestellt und alle eingereichten Modelle werden für die Öffentlichkeit sichtbar ausgestellt.
(12.12.2008)
|
|
Rüdiger: |
|
wie geht es dem Paar Spitzlippennashörner eigentlich aktuell in Frankfurt ?
Hat sich der Bulle volständig von seiner Krankheit erholt und bleibt ein Funken Hoffnung für eine letzte Geburt bei diesem erfolgreichen und einzigen Paar in Europa?
Nun gibt es keine Photos mehr, sorry für die ausgeliehenden Photos von anderen Phtografen an dieser Stelle! (16.11.2008)
|
|
Walter Koch: |
|
Wer kann mir ein gutes Foto von Matze
zur Verfügung stellen für eine Malvor-
lage. (Keine Sorge ich bin nicht der
Pinselakrobat)
Das Gesicht ist dabei das entscheidende. (16.11.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
Nach einer gemeinsamen Bibliotheksrecherche liegt Oliver Jahn und mir nunmehr umfangreiches Material zu den Gebäuden des Frankfurter Zoos im 19. Jahrhundert vor (und damit auch zum Maurischen Haus), wobei wir aber erst noch die Kopien ein wenig sichten müssen (zum Sofortlesen reichte die Zeit nicht). Jetzt bietet es sich erst recht an, aus diesem Thema einen eigenen Thread zu machen - in Kürze mehr :-) (15.11.2008)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Alpaka-Baby Obama
Der Zoologische Garten Frankfurt gratuliert Barack Obama zu seinem Wahlsieg als 44. Präsident der USA. Ihm zu Ehren wurde das am Wahltag, dem 4. November 2008, geborene männliche Alpaka-Baby Obama genannt.
Baby Obama ist noch etwas tapsig auf den Beinen, erkundet aber schon munter das Gelände. Es ist in der Obhut seiner Mutter Anne gut aufgehoben. Obama ist das zweite Jungtier von Anne, die ihr Junges routiniert versorgt.
"Alpaka und Lama sind elementare Bestandteile der Kultur der Hochland-Indianer Südamerikas, der Inkas und ihrer Nachfahren. An diesen beiden Zuchtformen der südamerikanischen Wildkamele zeigt sich besonders gut, dass auch Haustiere durchaus zu einem Zoo gehören", betont Zoodirektor Manfred Niekisch. "Alpaka und Lama stammen vom wildlebenden Guanako ab und werden in der südamerikanischen Andenregion wegen ihrer Wolle und ihres Felles als Haustiere gezüchtet".
Im Zoologischen Garten Frankfurt lebt eine Alpaka-Herde aus acht Tieren. (07.11.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Muss ja nicht geklaut sein - vielleicht war das ja schlichtweg die holländische Ausgabe des deutschen Buches, die dem Autor des Artis-Buches vorlag. (25.10.2008)
|
|
Oliver Jahn: |
|
@MM, da haben die Holländer wohl geklaut! Ich habe das Buch auch, und es ist vom deutschen IllustratorPaul Wagner, und es erschien im J.F. Schreiber-Verlag im Jahr 1899 unter dem Titel "Im Zoologischen Garten" Ein Bilderbuch zum Aufstellen. Und wenn man den Angaben des Verfassers glauben darf, dann waren die Zoos von Berlin, Frankfurt und Dresden sein Vorbild. (25.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
Na bitte, also auch noch Ballonaufstiege. Über die "modernen Völkerschauen" haben wir uns ja hie und da auch schon das Maul zerrissen, dann fehlt eigentlich nur noch eine neuzeitliche Nachfolgerin für das "haarige Mädchen" Krao, das u.a. in Frankfurt zur Schau gestellt worden war. Zurück in die Zukunft! (25.10.2008)
|
|
Klaus Schüling: |
|
Exkurs zum Stichwort "Ballonaufstiege":
Okay, das ist ein großer Zoo mit viel Platz, aber Ballonaufstiege wie im Wild Animal Park in Escondido werden auch heutzutage noch gemacht.
Wir hatten vor ein paar Jahren das Vergnügen, die ersten Probeläufe mitzuerleben - und die Tiere auf den großen Gemeinschaftsanlagen waren durchaus beeindruckt - machten aber keinen panischen Eindruck.
Werden diese Ballonaufstiege dort noch praktiziert? (25.10.2008)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Ein völlig unerwartetes Fundstück: Ich stöberte noch in "Het Boek van Artis", einem Buch mit historischen Abbildungen aus Amsterdam, als mir das nebenstehende Bild ins Auge fiel. Es stammt aus einem Panoramabuch "Grote Dierentuin Boek" (Das große Tiergartenbuch), eines jener Bücher, bei denen sich beim Aufklappen eine Landschaft entfaltet - in diesem Fall eben ein (alter) Zoo. Und was sehen wir da im Hintergrund? Kein Gebäude aus Amsterdam, sondern ganz eindeutig das Maurische Haus aus dem Frankfurter Zoo! Das Buchpanorama, das auf einem Foto im Ganzen zu sehen ist, enthält auch noch ein Raubtierhaus, einen Affenkäfig, einen Bärenzwinger und eine Grotte, die ein Aquarium darstellen könnte (schwer zu erkennen); wer weiß, ob das nicht auch alles nach Vorbildern aus dem historischen Frankfurter Zoo gestaltet wurde. (24.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
... in dessen "Borgori-Wald" es aber dennoch Räumlichkeiten geben soll, die man als "Event locations" anmieten kann. Oder werden die jetzt für ein Artenschutzmuseum o.Ä. verwendet? (24.10.2008)
|
|
IP66: |
|
Wenn ich den Herrn aus Greifswald recht verstanden habe, soll ja in Frankfurt ein ganz neuer und moralisch überaus hochwertiger Zoo entstehen ... (24.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
Irgendwie verstehe ich bei dem angekündigten Vortrag nicht so recht, inwiefern die voranstehende Auflistung im Gegensatz zum modernen Zoo stehen soll. OK, Elefantenreiten ist weitgehend out und Ballonaufstiege wären schon allein wegen schreckhafter Tiere ein Riesenproblem, aber die Dressurvorführungen nennen sich heute schlichtweg Tiershows bzw. kommentierte Fütterungen, Konzerte gibt es immer noch, Modenschauen und Hochzeitsfeiern sind dazugekommen, und welche Rolle die Restaurants spielen, erlebe ich in Hannover bei fast jedem Besuch... (24.10.2008)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Veranstaltungshinweis
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Zoo und Kino als Schaueinrichtungen der Moderne und die Filmarbeit von Bernhard & Michael Grzimek
Dienstag, 28. Oktober
Kino im Deutschen Filmmuseum
18.00 - 19.00 Uhr
DER ZOO UND SEINE BESUCHER - GESTERN UND HEUTE Vortrag von Dr. Gerhard Heindl
Elefantenreiten, Dressurvorführungen, Ballonaufstiege, Konzerte, Restaurants - Tiergärten entwickelten sich im späten 19. Jahrhundert zu "Event Locations" ersten Ranges und zogen hunderttausende Menschen in ihren Bann. Mehr als 100 Jahre später hat sich der moderne Zoo den vier Grundprinzipien Erholung, Bildung, Forschung und Arten- und Naturschutz verschrieben.
anschließend
19.00 - 20.30 Uhr
CAT PEOPLE
(Katzenmenschen), USA 1942, R: Jacques Tourneur, s/w, 73 min.
Einer der herausragenden Horrorfilme der 1940er Jahre über die tragische Geschichte von Irina, der Katzenfrau. Ihr Verehrer lernt sie im Zoo kennen, beim Portraitieren eines Panters. Aber Irina scheint von Raubkatzen besessen zu sein und lauscht ihren Schreien in der Nacht.
(24.10.2008)
|
|
IP66: |
|
Ich denke, daß die Ställe, ähnlich wie in der berliner Elefantenpagode, die ja noch ein wenig jünger war, vom Besucherraum aus versorgt wurden. Bei den deutlich längeren Arbeitszeiten des Pflegepersonals und den kleineren Besucherzahlen eines Aktionärszoos würde ich darin auch kein Problem sehen wollen.
Den Ofen würde ich da vermuten, so wir bzw. die Zeichner des Gebäudes nicht hingeschaut haben, wobei man auch an eine in einem eventuell vorhandenen Keller befindliche Warmluftheizung denken könnte. Bleibt also der die Einganagsseite des Hauptraumes, einer der Ställe oder das untere Geschoß des nicht mit dem Treppenhaus belegten Turmes ... (14.10.2008)
|
|
Zoo Frankfurt: |
|
Der neue Gorilla-Mann VIATU stellt sich vor
Der in Basel geborene Gorilla-Mann VIATU zieht in sein neues Zuhause im Zoologischen Garten Frankfurt ein.
Am 17. Oktober wird VIATU das erste Mal die Innenanlage im Borgori-Wald betreten. (14.10.2008)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Aus den Bildern lässt sich nichts rausholen, nicht bei der Qualität. Bei geringer Vergrößerung pixeln die Bilder schon extrem. Und auch die "Oroginal" in der Chronik sind nur einfach Massendrucke ohne fotografische Qualität.
Die Beiträge zum Maurischen Haus in einen eigenen Thread zu bringen kann nur zukünftig passieren, das es schon zuviele Beiträge dazu gibt. Und wenn sie sich dann auch noch mit dem Haus und den Straussen beschäftigen geht es gleich gar nicht. (13.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
@IP66: Nein, sicher bin ich mir da nicht, die bauliche Maßnahme wird auch nicht näher erläutert.
Angesichts der zeitgenössischen Innenansicht von Lingenfelder frage ich mich übrigens, von wo aus eigentlich die Huftierställe pflegerisch betreut wurden. Es gibt keinen Pflegergang vor den Ställen, nicht einmal ein Absperrgeländer für die Besucher. Bliebe nur ein Gang zwischen Stall und Außenanlage, nur wo war dessen Zugang? Oder hat Lingenfelder womöglich Details weggelassen, um das Bild eindrucksvoller wirken zu lassen? Und wo stand der notwendige Ofen? (13.10.2008)
|
|
IP66: |
|
Zu den Straussen: Ich vermute, daß Herr Niekisch die Vögel als nicht in einem Zuchtbuch organisierte Art wenig schätzt und seine Artenreduktion auch hier durchsetzen möchte, vielleicht aber noch Probleme mit Tierpaten oder Stiftern hat - oder es handelt sich um eine saumselige Zooführerredaktion, kein auf Frankfurt beschränktes Phänomen ...
zum Elefantenhaus: So, wie das Gebäude an der bockenheimer Landstraße organisiert war, dürfte es ein vorhallenartiges Element enthalten haben - allerdings heißt das nicht, daß es im Innenraum auch Türen gab, die besagte Halle vom Hauptraum abtrennten. Es mag sein, daß angesichts der Vergrößerung des ja nicht eben monumentalen Gebäudes Herr Schmidt sich dazu entschlossen hat, eine strengere Abgrenzung der alten Einganagshalle, eines besseren Windfanges, durchzuführen, um die Räume im Obergeschoß und eintretende Besucher von den im Haus herrschenden Gerüchen abzuschirmen und die Heizung in den Tierställen zu stabilisieren. Sind Sie sich eigentlich sicher, daß bei der Zusammenlegungen der Stallungen auch die Bögen zur Haupthalle verändert wurden. Man kann sich ja vorstellen, daß das Nashorn hinter zwei solcher Öffnungen stand. (13.10.2008)
|
|
Sacha: |
|
@Michael Amend: Danke. Merkwürdig nur, dass die Strausse im neuen Zooführer mit keiner Silbe erwähnt werden und dass es dort zudem heisst, der Zoo Frankfurt würde mit Helmkasuar, Kiwi und Darwin-Nandu DREI Laufvogelarten zeigen... (13.10.2008)
|
|
Michael Amend: |
|
@Sacha. Ich habe im Sommer einen Straußenhahn auf der Afrika-Anlage gesehen,ich glaube, aus Berlin hat der Zoo in diesem Jahr neue Hennen dazubekommen. (13.10.2008)
|
|
Michael Amend: |
|
Der ZF 1877 nennt als Einhufer im Elefantenhaus Afrik. Wildesel,Island-Pony und Burchell-Zebra. (13.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
@IP66: Möglicherweise gab es ja im Originalzustand des Gebäudes (alter Zoo) noch gar keine Vorhalle. Scherpner beschreibt für den Wiederaufbau des Hauses auf der Pfingstweide diverse Neuerungen, und in diesem Zusammenhang erwähnt er verdächtigerweise auch die Vorhalle, auch wenn er sie nicht speziell als neu bezeichnet. Ob nun am Ende der Halle am alten Standort ein Ofen stand oder nicht: Der Elefant befand sich jedenfalls dort nicht, wie das Gemälde von Susenbeth - falls es nicht künstlerischer Freiheit entspringt - belegt. Dessen Stall muss sich gleich links hinter dem Eingang befunden haben. Immerhin hatte er dadurch wenigstens in seinem Außengehege eine gewisse Fernwirkung, wies dieses doch zur Parkmitte hin, und es war ihm ein größerer Platz vorgelagert.
Die Integration eines zusätzlichen Elefantenstandes UND die Einfügung zweier zusätzlicher Stallboxen für andere Tiere in die Originalmaße des Hauses hätte bedeutet, dass man die vorherigen beiderseits je drei Ställe für Huftiere drastisch hätte verkleinern müssen. Max Schmidt erwähnt in seinem Überwinterungsartikel, dass schon die Huftierställe im alten Zoo eigentlich zu klein waren, um den winters komplett eingesperrten Tieren ein gesundes Maß an Bewegung zu bieten; er hätte wohl kaum geduldet oder gar veranlasst, dass ihnen dieser Raum auf dem neuen Gelände und noch immer unter seiner Leitung noch weiter beschnitten worden wäre. Das Haus MUSS vergrößert worden sein.
Eine Zusammenlegung von seitlichen Ställen hat es schon vor Grzimek gegeben; Scherpner erwähnt diese in Zusammenhang mit dem Eintreffen des Panzernashorns und des ersten Flusspferdes. Was auf dem Foto des Grzimek-Artikels links zu sehen ist, könnte also bereits ab 1896 so ausgesehen haben - nur eben nicht mit Elefanten, sondern mit dem Flusspferd. (13.10.2008)
|
|
Rattus: |
|
Könnten wir das maurische haus in einen eigenen thread verlagern?
(13.10.2008)
|
|
IP66: |
|
Meine Deutung des Innenraumbildes gestaltete sich so ideell, daß ich den Einwand Herrn Mettlers ausnehmend glücklich finde: So lange wir die genauen Aufmaße des Bauwerks in seinen Zuständen nicht kennen, wissen wir nicht, ob der Elefantenstall, wie wahrscheinlich, angebaut, oder ob er in die übertragenen Formen des Bauwerks integriert wurde. Dennoch halte ich es für die Wirkung eines Gebäudes für wichtig, ob man, wenn man aus der Vorhalle in den Hauptsaal tritt, auf einen Elefantenstall oder eine wie auch immer dekorierte Wand blickt - vielleicht auch auf einen Ofen?
Die Bemerkung von Herrn Grzimek spiegelt die Kritik an Gründerzeitbau: Während man in solchen Gebäuden das Tier wie ein Gemälde rahmte und in einen architektonischen Kontext einband - der linke Stall auf dem von Herrn Mettler eingestellten Bild zeigt das recht sinnfällig - wünschte man sich in den 50er Jahren eher die eine Aufstellungen des Elefanten gleich einer Skulptur in einem lichtdurchflutetem Raum auf einem Sockel. In der so wichtigen Blickachse des überlieferten Gebäudes hat Grzimek das ja auch realisiert, während er sich bei den Seitenställen mit einer Zusammenlegung von jeweis zwei Maueröffnungen begnügen mußte.
(13.10.2008)
|
 |
Michael Mettler: |
|
@IP66: Wurde denn wirklich ein Rückraum in einen Elefantenausstellungsstall verwandelt? Oder wurde das Gebäude womöglich beim Umzug durch einen Anbau für eben jenen Elefantenstall verlängert, so dass im alten Baukörper Platz für die beiden zusätzlichen Huftierställe entstand? Im Gegensatz zu den beiden zeichnerischen Ansichten des Hauses aus der Vogelperspektive zeigt das Foto von 1878 gar keine Abstufung vom "Haupthaus" zum Elefantenstall, sondern das Dach befindet sich auf gleicher Höhe. Auf der Zeichnung vom Inneren des Hauses, die wahrscheinlich erst nach dem Foto entstand, befindet sich das Frontgitter des Elefantenstandes in einem Mauerbogen, an dessen Stelle vorher (am alten Standort) die Rückwand des Gebäudes gestanden haben könnte.
Übrigens: Wo könnte sich eigentlich der Ofen des Hauses befunden haben, der angesichts des Gebäudevolumens nicht gerade klein gewesen sein dürfte und einen Schornstein benötigte? Vor dem Umzug wäre ja genau an jener Rückwand dafür Platz gewesen, und der kleine Anbau am Haus, der aus der damaligen Vogelperspektivzeichnung zu ersehen ist, könnte schlichtweg der Kohlenbunker für diesen Ofen gewesen sein.
Grzimek beschreibt den Zustand des Hauses nach dem 2. Weltkrieg so, dass der Urin der Tiere in offenen, nur mit Gitter abgedeckten Rinnen im Hausinneren ablief und in diesen Rinnen auch die Heizungsrohre verliefen. Gab es solche Konstruktionen schon in den 1870er Jahren, oder kann das nur einer nachfolgenden Modernisierung geschuldet sein? Im selben Artikel findet sich auch das nebenstehende Foto aus dem Inneren des Hauses, das höchstwahrscheinlich den Zustand nach der provisorischen Wiederinstandsetzung nach dem Krieg zeigt. Rechts im Bild die Schmalseite des Hauses; über den dortigen Elefantenstand schreibt Grzimek: "Dieser Stand war früher nur durch eine Wandöffnung mit dem Zuschauerraum verbunden." Leider lässt die Formulierung offen, ob er mit "früher" den letzten, provisorischen Zustand vor dem Umbau meinte oder den Originalzustand des Hauses vor der Kriegszerstörung. Die Spitzbögen an der linken Seite scheinen aber noch den Urzustand darzustellen, ein Provisorium hätte man doch wohl wesentlich schlichter aufgestellt? (13.10.2008)
|
|
Sacha: |
|
Sorry, wenn ich Eure historische Diskussion kurz unterbreche.
Stimmt es, dass in Frankfurt keine Strausse mehr auf der Savannenanlage gehalten werden. Und falls ja, warum?
Danke. (13.10.2008)
|
|
IP66: |
|
Zunächst eine grundsätzliche Überlegung. Wir haben es im 19. Jahrhundert mit einer Wanderung exotisierender Bauten aus dem fürstlichen und adligen Bereich hin in die bürgerliche Sphäre zu tun. Genau kann man das in der Arbeit von Herrn Koppelkamm nachlesen, für die Forumsteilnehmer wird es genügen, wenn man darauf hinweist, daß sich der König von Württemberg mit seiner Wilhelma zunächst einmal einen exotischen Palast für sich und seinen Hofstaat gönnte. Insofern bedeutet das frankfurter Haus einen Versuch des Bürgertums, sich durch das Zsammenlegen von Mitteln einen wenn auch bescheideneren maurischen Salon zu errichten, der auch Tiere enthielt. Zeitlich parallel entstand in Antwerpen ein entsprechender Kisok ganz ohne Tiere, als maurische Staffage und Salon.
Zum Zeitpunkt der Übertragung auf die Pfingstweide war einiges geschehen, vor allem der Neubau des kölner Antilopenhauses, die entsprechenden Gebäude in Antwerpen und die neuen Ideen des Herrn Bodinus in Berlin zeigten, daß man solche exotisierenden Bauten als Tierhäuser gut nutzen konnte, daß aber die entsprechenden Salons doch ohne Tiere besser funktionierten. Gerade das Problem, die so prachtvolle Halle des berliner Antilopenhauses nie wirklich nutzen zu können, dürfte Überlegungen befördert haben, das maurische Gebäude im alten Zoo so umzugestalten, daß es als Tierhaus dieses neuen exotisierenden Typs dienen konnte, aber nicht mehr als Gesellschaftshaus dienen mußte. Hinzu kam, daß man das Baumaterial bei Abriß und Neubau neu sortieren mußte, das Gebäude in einen neuen Kontext geriet, sich neue Haltungsaufgaben und - erfahrungen stellten und schließlich hinreichend Räume im großen Gesellschaftshaus zur Verfügung standen. Außerdem vollzog sich gerade in den zwei Jahrzehnten zwischen 1860 und 1880 eine nicht nur politische, sondern auch architektonische Umwälzung, die sich sowohl in der Qualität der Bauweise wie auch in hochhistorischen, gewissermaßen "gründerzeitlichen" Gestaltungsmaximen manifestiert.
Insofern lag es nahe, eine systematische Aufwertung der Dekoration, eine neue Formulierung des Innenraumes und einige Veränderungen an der Außengestaltung des Gebäudes vorzunehmen.
Mir scheint da die Idee, einen zwar abgestuften, aber architektonisch nicht hervorgehobenen Rückraum in einen Elefantenausstellungsstall zu verwandeln, besonders bezeichnend. Besser hätte wohl niemand verdeutlichen können, daß das alte Gebäude sich in einen Funktionsbau zur Tierausstellung verwandelt hatte und jenes Mischwesen aus maurischem Salon und Tierställen nicht mehr existierte.
Allerdings scheint man an den Türmen festgehalten zu haben, wobei mich interessiert, welche Beweggründe die Nutzung als Aquarium bedingt haben und wie lange man daran festhielt. (13.10.2008)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Dieses Bild, ebenfalls aus der Scherpner-Chronik und datiert auf 1878, dokumentiert ebenfalls die rückwärtige Fensterlosigkeit der Türme - vier Jahre nach Eröffnung des "neuen" Zoos. Zumindest auf dieser Seite und zu diesem Zeitpunkt gab es aber ein Oberlicht über dem Stalltor im Turm. Deutlich sind Ausläufe zu erkennen (oder zumindest ein großer), die so weitläufig sind, dass man sie auf dem Vogelschau-Plan von 1874 hätte sehen müssen. Möglicherweise wichen also auch darin zeichnerische Darstellung und Realität voneinander ab - warum auch hätte man eine ganze, extra beim Umzug verlängerte Stallreihe nicht nutzen sollen? Zwar ist im Auslauf ein Huftier zu sehen, aber eine artliche Zuordnung schwierig (auch das vielleicht ein Fall für Bildbearbeiter); vom Habitus her könnte es ein Einhufer sein. Immerhin könnten noch immer Burchellzebras im Haus gelebt haben, die der Zoo ja sogar erfolgreich züchtete bzw. wenigstens bis zu seinem Umzug gezüchtet hatte (7 Fohlen in den ersten 15 Jahren seines Bestehens, wobei ja in den ersten Jahren nur ein Einzeltier gehalten wurde und die Zucht somit wahrscheinlich erst im Maurischen Haus begann). (13.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
Was mir an diesem Bild auffällt: Das Oberlicht im Zierbogen des Turmes ist zugemauert, und zwar sogar farblich passend zum Turm (das Streifenmuster setzt sich fort); wieder ein Unterschied zu einer zeichnerischen Darstellung, nämlich zu der von Lindheimer. WAR der Bogen überhaupt jemals verglast oder war Lindheimers Zeichnung nur der Entwurf für das am neuen Standort wieder aufzubauende Haus...? Selbst wenn die Zeichnung in dem genannten Buch von 1886 enthalten sein sollte, muss das ja nicht heißen, dass sie erst in jenem Jahr entstanden ist.
Und es gibt noch einen Unterschied zu zeichnerischen Darstellungen des Hauses: Auf beiden "Vogelschau"-Bildern, am alten wie auch am neuen Standort, haben die Türme des Maurischen Hauses auch auf der Rückseite (also in Richtung Stalltrakt) im ersten Stock Fenster. Davon ist auf dem Foto nichts zu sehen (auch nichts nachträglich Zugemauertes). Wurden auch damit nur Planspiele zeichnerisch dargestellt und gar nicht die Wirklichkeit wiedergegeben?
Der Zaun des Nashornauslaufes stößt zwischen einem noch originalen Stalltor und einem zum Nashornschieber umgearbeiteten an die Hauswand, und man kann bei genauem Hinsehen erkennen, dass es noch ein Gehege in Richtung Turm gab. Hinter dem Baum am linken Bildrand und der doppelten Zaunreihe meine ich die vordere Hälfte eines Tapirs zu erkennen, und da der Kopf heller wirkt als der Körper, spräche das für Flachlandtapir. Kann jemand per Bildaufbereitung den Verdacht überprüfen? Dafür fehlen mir leider die entsprechenden PC-Kenntnisse. (13.10.2008)
|
 |
Michael Amend: |
|
Der ZF nennt die Elen für die Antilopen-Parks,also waren sie zu diesem Zeitpunkt aus dem Maurischen Haus ausgezogen.
Hier eine Anischtd es Nashorn-Gehegs, das zwischen 1896 und 1909 das panzeranshorn beherbergte. Leider fehlen mir zwischen 1877 und 1896 sämtliche Führer, ich weiß also nicht, wie diese Seite des Jauses in diesem Zeitraum besetzt war, vermutlich mit Einhufern, die in das ehemalige Antilopen,bzw.Känguruhaus umzogen( ein alter Antilopenstall aus dem Probezoo, der vielfach genutzt wurde ) (13.10.2008)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Das Innere des Hauses, zu sehen in der Scherpner-Chronik. Anhand des Künstlers (Lingenfelder) konnte ich herausfinden, dass dieses Bild zu einer Serie von Ansichten aus dem Zoo gehören dürfte, die antiquarisch in Umlauf und auf 1885 datiert ist. Das Motiv zeigt also den Zustand des Hauses im neuen Zoo, was aus der Chronik leider nicht ganz eindeutig hervorgeht. Im Text auf der selben Seite (S. 41) wird gesagt: "Für die Tierhaltung entstanden 9 Einzelställe und gegenüber dem Eingang der 8,7 x 5,2 m große Elefantenstand (...)". Da zu diesem Elefantenstand einige bauliche Details folgen, muss er sich wohl deutlich von der Unterbringung des Tieres am alten Standort des Hauses unterschieden haben. Und es stellt sich die Frage, ob in der Erstversion des Hauses überhaupt ein Innenstall - wofür auch immer - an der hinteren Schmalseite der Halle vorhanden war oder nur eine nackte Wand, vor der man im Winter eventuell wärmebedürftige Kleintiere "stapelte" (im Straußenhaus wurden z.B. Papageien überwintert, im Raubtierhaus Kleinraubtiere).
Bemerkenswert auch die Zahl von 9 Einzelställen, in die der Elefantenstand nicht eingerechnet ist; symmetrisch kann die Aufteilung also nicht gewesen sein. Vielleicht enthielt der rechte Frontturm von Anfang an gar keinen Stall, sondern schon immer das Treppenhaus für die obere Etage (da es eine solche von Beginn an gab, muss ja irgendwo eine Treppe gewesen sein).
Da das Haus beim Umsetzen in den neuen Zoo um je einen Innenstall auf jeder Seite verlängert wurde, gab es also vorher je drei auf jeder Seite plus mindestens einen Turmstall links. In seinem Artikel zur Überwinterung von Zootieren von 1865 nennt Max Schmidt als Besatz des Hauses einen Elefanten, drei Burchellzebras und Dromedare (ohne Zahlangabe). Die drei Zebras hätten also je einen Stall gehabt (vermutlich auf der rechten Seite des Hauses), der Elefant den Turmstall (der vielleicht ursprünglich für eine Giraffe vorgesehen war - deswegen das besonders hohe Tor -, aber nur kurz von einer bewohnt wurde) und die Dromedare die Ställe der linken Seite (von denen vielleicht einer ursprünglich für den Elefanten vorgesehen war, der aber nach Verlust der Giraffe in dem Turmstall einzog). Die Elenantilopen, die Michael Amend aus einem alten Zooführer für das Maurische Haus herausfinden konnte, dürften also 1865 bereits im Antilopenhaus gestanden haben. (12.10.2008)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Ausschnitt aus einem Plan des neuen Zoos, von Lindheimer aus der Vogelperspektive gezeichnet und abgedruckt in beiden Frankfurt-Chroniken. Das Elefantengehege entspricht dem auf dem von Michael Amend eingestellten Foto, die Rückseite des Hauses wurde also am neuen Standort erstmals für die Tierhaltung genutzt, damit zwangsläufig für das Publikum einsehbar und deshalb auch aufwändig "aufgehübscht" (Ziertürmchen usw.). Interessant, dass für die heutige Flusspferdseite des Hauses keine Außengehege dargestellt sind - oder sie waren so klein, dass sie perspektivisch hinter dem Baukörper verschwinden. (12.10.2008)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Das schon erwähnte Gemälde von Susenbeth, angeblich eines der ersten Bilder überhaupt, das Menschen beim Besuch eines Zoos zeigte. Rechts im Bild ist einer der Fronttürme erkennbar, das Elefantengehege lag also links vom Eingang. Susenbeth starb laut Internetrecherche 1873, das Bild muss also im alten Zoo entstanden sein, und das Gebäude rechts hinter dem Elefanten gehörte demnach zu dem rückwärtigen Häuserkomplex. Interessant ist hier, dass wie in der Darstellung von Lill das "Waffelmuster-Dekor" (sorry, ich kenne den architektonischen Fachbegriff dafür nicht) um die Fenster im ersten Stock des Turmes fehlt und das Stalltor wirklich wie ein solches wirkt. Die "Frontansicht des Maurischen Hauses" von Graeff zeigt dagegen trotz günstigeren Blickwinkels einen Tordurchgang, der eher wie eine Schießscharte wirkt, und das besagte Waffelmuster. Sollte es sich bei der Zeichnung von Graeff womöglich nur um einen Entwurf für das Haus gehandelt haben...? (12.10.2008)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Das Maurische Haus aus der Vogelperspektive (und noch dazu von hinten) im ersten Zoo an der Bockenheimer Landstraße, Ausschnitt aus einer Darstellung von 1864 (abgedruckt als Titel-Innenseite in der Scherpner-Chronik). Hier ist zu sehen, dass es rückwärtig in einen Gebäudekomplex eingebunden war und seine Rückseite abseits der Besucherwege lag, was eine fehlende Schmuckfront erklärt.
Bei diesem Bild stelle ich mir die Frage, ob es wirklich den Status von 1864 zeigt (wo es schon einen Elefanten im Zoo gab) oder einen früheren und das Bild 1864 lediglich fertig gestellt wurde. Immerhin hat der Künstler die ganze Stadt Frankfurt aus der Vogelperspektive dargestellt, was eine Heidenarbeit gewesen sein muss. Ein so markantes Riesentier wie einen Elefanten (oder die vorangegangene Giraffe) hätte er doch vielleicht im Gehege eingezeichnet; in manchen Zoogehegen des Plans sind jedenfalls mehr oder weniger identifizierbare Tierfiguren zu sehen. (12.10.2008)
|
 |
Michael Amend: |
|
Den Zooplan von 1877 habe ich hier in diesem Thread am 21.1207 eingestellt.
Nebenstehend das Foto der Elefanten-Anlage, das deutlich an der hinteren Frontseite lag, zumindetsnes für die Asiatenkuh, Frankfurt bekam ja noch Afrikaner dazu, hatte aber beide Arten immer schön getrennt untergebracht. Die Afrikaner hatten den Auslauf neben dem Flußpferdbecken, bei Scherpner gibt es ein Foto, auf dem beide Anlagen zu sehen sind. (12.10.2008)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Ebenfalls in der Scherpner-Chronik enthalten, aber wiederum wegen größere Vorlage aus dem "Zoologischen Garten" gescannt (Artikel von Grzimek über den Nachkriegs-Wiederaufbau des Hauses): Undatierte Zeichnung von Otto Lindheimer. Gehört zu einer ganzen Reihe von Darstellungen des selben Künstlers mit Gebäuden des Frankfurter Zoos auf der Pfingstweide, zeigt also den Zustand nach dem Umzug. Eine Jahreszahl habe ich nicht finden können, doch gibt es ein Buch "Frankfurt am Main und seine Bauten" von 1886, dem diese Bilderserie möglicherweise entstammt; zumindest enthält es Werke von Otto Lindheimer und stellt offensichtlich Bauwerke aller Art dar.
Nach dem Umzug stellt sich das Haus gewaltig verändert dar: Die Türme wurden aufgestockt und im Parterre mit weiteren Glasfronten (oder sogar Türen?) versehen, die Rückseite bekam eine Schmuckfassade usw. Falls die Türme am alten Standort tatsächlich die Ställe für Elefant und Giraffe enthielten, so wurden sie hier nun eindeutig nicht mehr für Stallungen genutzt - mussten sie auch nicht zwingend, da man das Haus ja beim Neuaufbau gleichzeitig verlängert hatte.
Der rechts im Bild zu sehende Elefant lässt die Frage entstehen, wie weit man die zeichnerischen Darstellungen überhaupt als echte Belege deuten darf; nach dem Plan des Zoos aus der Vogelperspektive von 1874 (übrigens ebenfalls gezeichnet von Lindheimer und in der Scherpner-Chronik zu sehen) befand sich der Elefantenauslauf an der Hausrückseite, und das Tier dürfte somit auf der nebenstehenden Abbildung gar nicht zu sehen sein. Womöglich diente es nur dazu, den Hauptzweck des "Elephantenhauses" zu illustrieren. Übrigens stellte Lindheimer auf dem 1874er Plan auch Gebäude dar, die noch lange nicht fertig waren (z.B. das Gesellschaftshaus) oder nie gebaut wurden (Direktorenwohnhaus) - ähnlich könnte Lill natürlich seinerzeit auch verfahren sein und das Maurische Haus vorab "einkomponiert" haben.
Auch mit den Jahreszahlen in den Chroniken muss man wohl vorsichtig sein: "Hundertjähriger Zoo" bildet die Aquarienanlage im ersten Stock des Maurischen Hauses ab, versieht sie aber mit der Datierung 1858, während sie im Text des Buches auf 1861 datiert wird! (12.10.2008)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Das undatierte Bild aus der Scherpner-Chronik, dem in der diesjährigen Festschrift die Jahreszahl 1866 gegeben wurde; als Künstler zeichnet ein E. Graeff. Wie zu sehen, unterscheidet sich das Gebäude von der Außendekoration her von der Darstellung bei Lill, was bedeuten könnte (aber nicht muss), dass Lill es "vorab" nach den Bauplänen malte und Graeff nach tatsächlichem Vorbild. (12.10.2008)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Um das ständige Hin- und Herblättern zwischen Quellen zu vermeiden, habe ich das zur Verfügung stehende Bildmaterial des Hauses aus dem 19. Jh. nun gescannt und versucht, die Datierungen der Abbildungen zu rekonstruieren; manche sind ja antiquarisch verfügbar. Sonderlich weit bin ich nicht gekommen, aber jedes Bisschen hilft...
Die möglicherweise älteste Darstellung wäre demnach die auf dem Gemälde von Lill, von dem zwei Varianten existieren. Das Haus ist dort nur weit im Hintergrund sichtbar. Als Scan-Vorlage habe ich nicht die Scherpner-Chronik genommen (in der beide Varianten abgebildet und mit 1859 datiert sind), sondern das Buch "Hundertjähriger Zoo". Hier ist Lills Bild wesentlich größer wiedergegeben und liefert deshalb ein besseres Scan-Ergebnis (wenn auch leider nur in Schwarzweiß). (12.10.2008)
|
|
IP66: |
|
Ich finde den Text im Zooführer recht aufschlußreich: Das Gebäude wurde wohl von Anfang an zur Ausstellung von Tieren errichtet, diese waren aber nur "in Aussicht genommen", so daß es für ein oder zwei Jahre eben als zusätzlicher Schutzraum zur Verfügung stand. Zudem gab es im vorderen Bereich Ausstellungsräume, u. a. für das Aquarium und solcher für die Verwaltung. Mit dem Umzug auf die Pfingstweide (ist das jetzt richtig?) stand das große Gesellschaftshaus zur Verfügung, damit gab es keine Notwendigkeit mehr, einen größeren Raum vorzuhalten, außerdem gab es mittlerweile einen Bestand an publikumswirksamen Huftieren, so daß das Gebäude um Ställe vergrößert werden konnte. Der Vorteil bestand darin, daß man die Spezialräume in den Türmen weiterhin nutzen und auch die Vorhalle abtrennen konnte, also über Räume verfügte, die einigermaßen gelüftet waren und dem Aktionärspublikum auch bei weniger gutem Wetter Aufenthaltsmöglichkeiten boten. Der zweite, im Aktionärszoo ebenfalls wichtige Effekt bestand darin, die Tiere über das Jahr hinweig sichtbar halten zu können - so ergab sich eine dauerhafte Nutzungsmöglichkeit, die um so wichtiger war, als daß entsprechende Publikum im Sommer, unserer heutigen Haustsaison, auf Landhäusern weilte, während es im Frühling, Herbst und Winter Promenademöglichkeiten in der Stadrt brauchte. Gerade darin bestand auch der Zweck des großen, noch nachvollziehbaren Gewächshaus im Palmengarten. (12.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
@MA: Das Haus hatte drei zweiflügelige Eingangstüren und eine im Vergleich zu anderen Bauten des Zoos recht monumentale Fassade, die nicht als Kulisse für Tiere diente (denn ihr war kein Gehege vorgelagert). Die Eingangstüren waren zudem nur über ein paar Treppenstufen erreichbar (unnötig unpraktisch für reine Versorgungszugänge), die Haupthalle war deutlich höher als die seitlichen Ställe. (Hätte man die Halle z.B. als Innenauslauf für die eingewinterten Tiere verwendet, wäre dies bei damaligem Zoostandard eine Sensation gewesen, die unweigerlich großes Augenmerk im Schrifttum gefunden hätte.) Bei einem anfänglich reinen Zweckbau hätte man sich diesen teuren Aufwand sicher gespart, zumal der Zoo als "Testunternehmen" auf gemietetem Grund und Boden stand und seine Zukunft noch keinswegs sicher war. Außerdem wäre ein niedrigeres Gebäude deutlich einfacher zu heizen gewesen, während es in der verwirklichten Form ein heizungstechnisches Problem darstellte (siehe Schmidts Artikel zur Überwinterung). Für einen Besucherraum war dagegen eine luftige Höhe wegen der Gerüche im Haus ein Muss, auch wenn damalige Besucher in dieser Hinsicht sicherlich härter im Nehmen waren als heutige, schließlich waren Reit- und Zugtiere noch überall gegenwärtig und die Menschen "Stallduft" mehr gewohnt als wir heute.
Man stelle sich ein Stallgebäude vor, das den ganzen Winter lang nicht sonderlich gelüftet werden konnte (weil es sonst zu stark ausgekühlt wäre und die Tiere der Gefahr von Zugluft ausgesetzt gewesen wären) und dessen vierbeinige Bewohner 24 Stunden am Tag drinnen verbrachten. Der Urin der Tiere lief laut Grzimek in offenen, nur mit Gitter abgedeckten Rinnen ab; unter der hölzernen Plattform, die auf der Innendarstellung des Hauses mitten im Besucherraum zu sehen ist, könnte sich also schlichtweg eine Sickergrube befunden haben - und auf deren Deckel konnte man schlecht irgendetwas einlagern. Eine dauerhaft uringeschwängerte Luft wäre wohl auch ein ungeeigneter Ort zur Einlagerung von Kohle (oder auch von Futtermitteln, was bei einem Zweckbau eine andere mögliche Verwendung von Fläche gewesen wäre).
Übrigens: Grzimek gibt in seinem Artikel im "ZG" über das Elefantenhaus an, dass das Haus 1860 errichtet worden sei. "Errichtet" kann man nun natürlich wahlweise als Baubeginn oder als Fertigstellung definieren (was ja nicht beides im selben Jahr liegen musste), ganz eindeutig ist diese Formulierung nicht. (12.10.2008)
|
|
Michael Amend: |
|
@MM. Ein Kohlebunker vielleicht ? Nein, keine Ahnung, sicher wird da ein Raum gewesen sein, der aber eventuell eben nicht von Anfang an für die Besucher begehbar war. (12.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
@MA: Was wäre denn deiner Meinung nach vorher an der fraglichen Stelle im Gebäude gewesen, wenn der Besucherraum im Maurischen Haus "nachträglich eingerichtet" wurde? Das Haus wurde ja schließlich genau zu dem Zweck gebaut, DAMIT Besucher auch im Winter die kostbaren Pfleglinge zu Gesicht bekommen konnten und diese nicht - wie die unten erwähnte Gazellen - in kleinen, mühsam mit Mist abgedichteten Hütten bis zum nächsten Frühjahr "unsichtbar" blieben. (11.10.2008)
|
 |
Michael Amend: |
|
Er hätte nur den ersten Frankfurter zooführer zur Hand nehmen müssen. Nur gibt dieser keinen Aufschluß darüber, in welchem Jahr das Haus nun wirklich errichtet wurde...
Anbei noch ein kleines Schmankerl, es ist die einzige Aufnahme, die ich habe, die beide Bären-Baumkänguruhs zeigt, in der Außenanlage am...Rundbau. Es ist eine AK von Beginn der 50iger Jahre, heute ganz frisch reinbekomemn. Ja Mei, is denn schon Weihnachten ? Freu ! Und weil ich mich so über diese seltene Neuerwerbung freue, möchte ich euch daran teilhaben lassen. (11.10.2008)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Also ist das Bild von Lill wohl doch recht original. Denn m.E. hat Scherpner gar nicht weiter recherchiert, denn er hatte den Text von Schmidt, und der lässt eben auf 1861 schließen. Warum also weiter suchen? Es gibt des öfteren solche Fehler in Chroniken, welche sich dann sehr lange halten. (11.10.2008)
|
|
Michael Amend: |
|
Ich deute den Text so, das das Haus zwar schon steht, aber der Besucherraum nachträglich eingerichtet wird. Der war anfangs vielleicht gar nicht vorgesehen,wurde dann aber gebaut, wegen der "in Aussicht gestellten" Großtiere, die ja im Winter auf jeden Fall für das Publikum zu sehen sein mußten. (11.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
Nach dieser Formulierung wäre das Haus also 1860 noch im Bau gewesen - nämlich zumindest innen. Mit meinem Zebra-Tipp scheine ich ja richtig zu liegen...
Abfotografieren wäre vielleicht besser, die bisherigen Scans lassen ja nicht viel erkennen.
Übrigens: In der Festschrift zum 150-jährigen Bestehen trägt der Holzschnitt des Hauses in der Bildunterschrift die Jahreszahl 1866! Falls diese ohne Schreibfehler auf die Originalquelle zurückzuführen ist (in der Scherpner-Chronik ist das Bild ja undatiert), MUSS der Künstler die Ausläufe auf dem Bild weggelassen haben. (11.10.2008)
|
|
Michael Amend: |
|
Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht....Warum hab eich eigentlcih bisher nciht den ersten Zooführer von FFM aus dem jahr 1860 zur Hand genommen ? Na klar, weil es ja hieß, das Maurische Haus sei 1861 errrichtet orden,Ha,ha,Ha.
Also, das Haus stand definitiv 1860 schon. Ich gebe hiermit den Originaltext aus dem Führer wieder :
34. MAURISCHES HAUS
Ein hübscher, solider neubau,von hrn. Baumeister Renk ausgeführt und zur Aufnahme größerer in Aussicht stehender Thiere, sowie zur Überwinterung der Antilopen bestimmt. Zugleich wird in diesem Hause in der Mitte ein großer Zuschauerraum hergestellt ( ! ),der neben dem Gartensaal und den Restaurauntionsgebäuden bei schnell eintretender ungünstiger Witterung als Zufluchtsort nützlich werden kann. Oben sind einige Zimmer für den verwaltungsrat.
Steht man vor dem Eingang des Haues, sind im Plan linke eine kleien Wiese und rechts eine große Wiese eingezeichnet, keine Außengehege,da ja nur im Winter die Antilopen hier untergebracht waren. Die große Wiese ist aber unterteilt, die rechte Hälfte davon ist das zebra-Gehege mit dazugehörigem, kleinem Holzstall !
Ich kann versuchen, nur diesen Teil des Planes zu scanen oder zu fotografieren und hier einzustellen, soll ich das tun ?
(11.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
In der Chronik findet sich eine Innenansicht des Elefantenhauses im Text zum neuen Zoostandort (S. 41). Der Besucherraum ist darauf frei von jeglicher Einrichtung oder auch Bepflanzung. Laut nebenstehendem Text war das Haus im Zuge des Umsetzens vom alten Zoo in den neuen etwas vergrößert, nämlich um je einen Stall in den Längsseiten verlängert worden, und es wird auch explizit eine geräumige Vorhalle erwähnt, von der aus auch das Treppenhaus zu den Ausstellungsräumen im ersten Stock ausging. Von dieser Vorhalle ist vorher (am alten Standort) gar keine Rede gewesen. Allerdings mussten seinerzeit zum Winter hin Vortüren als Kälteschutz am Haus angebracht werden, was man so deuten könnte, dass erst nach dem Umzug aus einem noch provisorischen Haus ein endgültiges wurde.
In Zusammenhang mit möglichen Festlichkeiten im Maurischen Haus sei erwähnt, dass laut zeitgenössischer Beschreibung der Geruch von Elefanten für den Menschen unangenehm sei - eigentlich doch kein sehr passendes Ambiente für eine Festlichkeit... (11.10.2008)
|
|
IP66: |
|
Leider kenne ich das fragliche Aquarell nicht, sondern nur den Holzschnitt. Er würde uns ja keine Probleme bereiten, wenn er mit der Eröffnung des Hauses hergestellt worden wäre - das Zebragehege liegt auf der anderen Seite des Hauses, andere Außengehege, die in Herrn Amends Führer von 1862 auftauchen, wurden erst zu diesem Zeitpunkt angebaut oder geplant. Daß der Holzschnitt selber aber als präsumptive Ansicht vor der Errichtung des Gebäudes angefertigt wurde, halte ich wegen der Gestaltung von Hintergrund und Umfeld für unwahrscheinlich.
Das Aquarell ist insofern interessant, weil es sich nicht um Reproduktionsgraphik handelt, sondern um ein mit Wasserfarben vor dem Objekt im Freien angefertigtes Bild. Da man bei dieser Technik wenig retuschieren kann, dürfte das Bild dem originalen Zustand des Gebäudes näherkommen als die Vorzeichnung zu einem Holzschnitt, der stärker auf Außen- und Massenwirkung bedacht war, da er in einer Zeitung oder Broschüre für den Zoo werben sollte.
Weiterhelfen würden uns auch die beschreibenden Texte aus den frühen Zooführern. Zum einen scheint es mir für die Beurteilung des Falles wichtig, ob der Innenraum des Gebäudes den Aktionären und Besuchern Annehmlichkeiten jenseits der Tierausstellung bot und ob er wie so viele maurischen Säle auch für Festlichkeiten genutzt wurde. (11.10.2008)
|
|
Michael Amend: |
|
Würde passen,da das Haus nach Scherpner 1861 eröffnet wurde. Ich denke schon, das diese Angabe stimmt, denn Scherpner wird für seine Recherechen nicht nur das Zooarchiv, sondern auch diverse Archive in der Satdt Frankfurt zu Rate gezogen haben.
Weder in der 50 Jahre, noch in der 100 Jahre Chronik wird auf das murische Haus nähere eingegangen,seltsam,da es ja der erste große, besucherzugängliche Festbau im Zoo war. (11.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
Sorry, ich will hier nicht zum Alleinunterhalter mutieren, aber mir ist noch etwas eingefallen, was eindeutig gegen eine frühere Nutzbarkeit des Maurischen Hauses spricht, nämlich die Haltung des erwähnten ersten Zebras: "Das eine seit nunmehr sieben Jahren im Garten befindliche Exemplar musste früher, ehe das Winterhaus erbaut war, mehrere Winter in einem aus leichtem Fachwerk errichteten Stalle zubringen (...)" Dieser Satz stammt von niemandem, der über hundert Jahre später versucht, Sachverhalte zu rekonstruieren, sondern aus dem Jahre 1865 und aus einem Artikel im "Zoologischen Garten", geschrieben von Zoodirektor Max Schmidt - einem unleugbaren Augenzeugen. "Mehrere Winter" wären logischerweise mindestens zwei, der Zoo wurde im August 1858 eröffnet; also hat das besagte Zebra (das zum Eröffnungsbestand des Zoos zählte) mindestens die Winter 1858/59 und 1859/60 NICHT im Maurischen Haus verbracht. Der Künstler Lill kann also 1859 allenfalls ein äußerlich fertiges, aber innen noch nicht nutzbares Haus auf seinem Aquarell dargestellt haben. (11.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
Mir fällt gerade auf, dass es sich bei den Lill-Bildern auf S. 16 der Chronik und auf deren Titelseite gar nicht um das selbe Motiv handelt, sondern um zwei Varianten. Z.B. stehen in den beiden Gehege vorn links auf beiden Bildern unterschiedliche Tiere. Und noch etwas fiel mir auf: Die Darstellung des ersten Frankfurter Zoos aus der Vogelperspektive von 1864, welche die Titelinnenseite bildet, zeigt das Maurische Haus von hinten-oben. Hier ist zu sehen, dass es in ein ganzes Gebäudeensemble eingebunden war und ein Auslauf an seiner rechten Seite (also in dieser Darstellung links vom Haus) gar nicht mit der Eingangsfront abschloss, sondern mit der Rückseite des Frontturms. Das würde durchaus zu meiner Idee passen, dass man auf dem Holzschnitt den Auslauf schlichtweg nicht sieht, weil der Strauch davor steht... (10.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Interessanter Hinweis. Unter Zuhilfenahme einer Lupe erkennt man rechts neben dem Haus auf dem Aquarell auch noch ein pferdeartiges Tier, was ein Zebra sein und auf zumindest ein Außengehege hinweisen könnte. Nur steht dort an der gleichen Hausseite auch ein kleineres Gebäude mit Spitzgiebel, das weder auf dem Zooplan von 1863 noch auf dem Holzschnitt des Maurisches Hauses zu sehen ist. Die Lösung könnte sein, dass vor dem Bau des Maurischen Hauses ein Einzelstall für das Burchellzebra in diesem Geländebereich stand (jener leichte Fachwerkstall, den Schmidt in seinem Überwinterungsartikel erwähnte). Das Maurische Haus wurde dann quasi an den Zebraauslauf heran gebaut. Möglicherweise war es bei Erstellung des Aquarells innen noch nicht fertig, weshalb noch der alte Zebrastall daneben zu sehen ist, der später einem zweiten Auslauf wich - während der alte Zebraauslauf schlichtweg zum vorderen Außengehege des Hauses umgewidmet wurde. Zugegeben, alles blanke Theorie, aber festzustellen bleibt, dass man genau DIESE Hausseite auf dem Holzschnitt gar nicht sieht, sich dort also bei dessen Anfertigung hinter dem rechts zu sehenden Gehölz sehr wohl ein Auslauf verborgen haben könnte und nur die zu sehende Längsseite noch keine hatte. Auf dem Plan des "neuen" Zoos (also nach dem Umzug), der auf S. 39 der Scherpner-Chronik zu sehen ist, hat das Haus interessanterweise ebenfalls keine sichtbaren Außengehege an der (vom Eingang aus gesehen) linken Seite...
Dennoch bliebe durchaus die Möglichkeit, dass Lill einen noch gar nicht völlig verwirklichten Zustand des Zoos malte. Der auf den gleichen Seiten der Chronik wiedergegebene Rundgang durch den Zoo aus der Leipziger illustrierten Zeitung ist ja hinsichtlich des Tierbestandes ebenfalls teilweise fiktiv, worauf Scherpner nach Ende des Textes hinweist. (10.10.2008)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Also die Darstellung des Hauses auf dem Holzschnitt zeigt das Haus ohne Aussengehege. Auf dem Plan von 1862 wird das Haus bereits mit Außengehegen gezeigt. Warum aber soll dieses Haus nicht doch erst mal, so wie auf dem Holzschnitt, ohne Außengehege gestanden haben? Wir gehen immer davon aus, dass das Haus, so wie bei Scherpner beschrieben, 1861 gebaut wurde, und da es 1862 bereits im Zooführer mit Außenanlagen abgebilet ist, müsste es also auch mit diesen gebaut worden sein. Allerdings ist die Scherpner-Quelle die einzige, die auf das Jahr 1861 verweist. Über Renk ist wirklich nichts zu finden, was mit dem Maurischen Haus im Zusammenhang steht. In allen anderen Publikationen bezieht man sich entweder auf die gleiche Quelle wie Scherpner, oder aber es wird gar nichts zur Entstehung des Hauses gesagt. Was mich aber besonders stutzig gemacht hat, dass ist das Aquarell von F.C.A. Lill. Dieses Aquarell zeigt deutlich das Maurische Haus im Hintergrund und dieses Aquarell datiert von 1859.
Ist die Datierung falsch?
Malte Lill nicht nach dem Original, sondern nach zukünftigen Plänen?
Hatte Lill schon Pläne von Renk?
Oder stand das Haus evtl. doch schon 1859? (10.10.2008)
|
|
Michael Amend: |
|
Ich habe alle Informationen, die im Führer von 1862 zum Maurischen Haus zu finden sind,hier bereits wiedergegeben. Es gibt in der Tat auch einen Holzschnitt des Hauses, es handelt sich dabei um die gleiche Abbildung wie in der Scherpner-Chronik, und zwar ohne die Außenanlagen. Die Jubiläumsbroschüre ist in jeder Hinsicht eine herbe Enttäuschung. (10.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
Die Scherpner-Chronik enthält leider keinen gezielten Bildnachweis. Während unter vielen alten Darstellungen der Name des Künstlers und eine Jahreszahl angegeben ist, lautet die Bildlegende hier nur "Frontansicht des Maurischen Hauses". (10.10.2008)
|
|
IP66: |
|
Gemäß den Herrn Amend vorliegenden Zooplänen sollten wir davon ausgehen, daß das Haus ab 1862 auch auf der fraglichen Seite Außengehege hatte. Wäre es möglich, daß der Holzschnitt einen früheren Zustand zeigt und vielleicht auch schon vor 1862 publiziert wurde.
Leider gibt es in der Jubiläumsbroschüre keinen Bildnachweis, was ich wenig seriös finde. Gibt es einen solchen in der Scherpner-Chronik? Enthält eigentlich der Zooführer von 1862 Gebäudebiler? Und was schreibt man dort zum maurischen Haus?
Wir stehen vor dem Problem, daß letztlich beide Argumentationen eindeutig sind und daß in einer sehr schnell hingewischten Broschüre ein Datum steht, daß nicht zu den Quellen paßt. (10.10.2008)
|
 |
Michael Mettler: |
|
Hier ein Ausschnitt aus dem Zooplan von 1863, der in der Scherpner-Chronik abgedruckt ist. 31 = Maurisches Haus, seine Eingangsseite weist nach oben. Über die beiden linken Gehege und die beiden oberen rechten gibt es keinen Zweifel, aber rechts befindet sich darunter noch etwas ganz Schmales, wie ich schon erwähnte. Und das ist in der selben Art gefärbt und mit "Grasstricheln" versehen wie alle Gehege des Zooplans, von der Vogelwiese bis zum Huftierauslauf. Grünanlagen sind dagegen durchweg wirklich grün und durch gehölze symbolisiert, wie das Stück direkt darunter zeigt.
Das viertelkreisförmige Gehege rechts oben muss dem auf der Nebenseite der Chronik abgedruckten Gemälde nach zu urteilen der Elefantenauslauf gewesen sein. (09.10.2008)
|
|
Michael Amend: |
|
5 Anlagen blieben es übrigens bis 1938, da wurden drei Anlagen für die Elefanten-Freianlage zusammengefasst. Seit dem Bestehen auf der Pfingstweide hatte das Haus an der Frontseite eine Außenanlage, was an der Bockenheimer Landstraße aus Platzgründen ja nicht möglich war. (09.10.2008)
|
|
Michael Amend: |
|
An Beiden nicht, du baruchst eine Brille,Ha,Ha. Scherz beiseite. Auf meinem Pc sind die Scans tadelos in ordnung, selbst die winzigen zahlen erkennt man rattenscharf, aber anscheinend gibt es ein Problem beim Einstellen, vielleciht wegen dem Schwarzweiß Kontrast, keine Ahnung. Jednefalls sind ab 1862 bis 1872 immer vier Gehege am Maurischen Haus eingezeichnet, wohl erst am neuen Standort auf der Pfingstweide hat das Haus ein fünftes Außengehege bekommen. Aber die alten Pläne sind doch auch bei SCHERPNER zu finden. (09.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
Liegt das an meinem Rechner oder am Scan, dass man darauf kaum etwas erkennen kann? (09.10.2008)
|
 |
Michael Amend: |
|
Hier der Scan von 1866, der die gleiche Anzahl von Außengehen zeigt wie 1862. (09.10.2008)
|
|
Michael Amend: |
|
Sorry, der Scan ist ja nicht so toll, viel erkennt man ja nicht darauf... (09.10.2008)
|
 |
Michael Amend: |
|
@IP66. Das habe ich doch bereits getan....
Ich habe zum Beweis einmal den Zooplan aus dem Führer von 1862 eingestellt, das ist der Erste, den ich mit "Maurischen Haus"habe. Es ist zwar richtig, das einige Darstellungen das Haus ohne Außengehege zeigen,dafür befinden sich aber an beiden Seiten je drei Außentüren, in den Fronttürmen je eine.
Übrigens befanden sich dort im ersten Stockwerk auch das Arbeitszimmer des wissenschaftlichen Sekrtäres samt Bibliothek und das Sitzungszimmer des Vewaltungsrates. In diesem waren auch die Aquarien aufgestellt, die täglich von 15-17 Uhr besichtet werden konnten. (09.10.2008)
|
|
IP66: |
|
Vielleicht läuft es auf eine Zwischenlösung hinaus, dergestalt, daß man, wie im Modell, nachträglich und nur für die so insubordinanten Zenbras ein korrespondierendes Außengehege errichtete.
In der Jubiläumsbroschüre von diesem Jahr ist auf S. 19 ein Holzschnitt abgebidlet, der von den Herausgebern auf 1866 datiert ist und der Beschreibung nach mit der von Michael Mettler erwähnten Abbildung identisch sein kann (allerdings kein Stich, sondern eben ein Holzschnitt). Das Zustandekommen des Datums wäre zu prüfen, doch würde ich sehr dazu neigen, diese Graphik für bare Münze zu nehmen und sie als Beleg dafür heranziehen wollen, daß es in der Tat keine Außengehege gegeben hat, zumindest nicht an der Front und der von dort aus gesehen linken Seite des Gebäudes. Es wäre mehr als ungewöhnlich, wenn ein Zeichner sich Mühe mit den Bäumen und sogar dem Gebäude am Hintergrund macht, aber neue Gehege mit entsprechenden Tieren nicht vorführt. Der vom selben Zeichner signierte Holzschnitt auf der gegenüberliegenden Seite zeigt, wie man sich den die Sache vorzustellen hat: Hier sehen wir das Publikum, das Gitter, den Emu dahinter, das Straußenhaus, allerlei Bäume und am Ende der Perspektive eines der Kamelzelte. Hingegen sehen wir beim maurischen Haus dort, wo sich die für den Zoo zu erwartenden Tiere zu befinden hätten, eine leere Fläche. Auf dem von den Herausgebern auf 1874 datiersten Stahlstich auf S. 22 steht dann auch der zitierte Elefant vor dem Gebäude.
Man könnte auch die Benennung des Gebäudes als "maurisches Haus" für die fehlenden Außengehege in Anspruch nehmen. Eine solche Bezeichnung liegt ja nahe, wenn dort nicht ständig Tiere untergebracht waren, sondern das Gebäude vom Besucher eher als Staffage empfunden wurde. Mit dem Beschluß, Außengehege zu errichten, wurde das dann hinfällig. Vorstellbar wäre zudem, daß man die ziemlich ephemären Malereien und Holzdekorationen am Außenbau des Gebäudes nicht schubbernden Kamelen und knabbernden Zebras aussetzen wollte. Schließlich fehld dem maurischen Haus zu diesem Zeitpunkt auch ein für hochgründerzeitliche Gebäude zu erwartendes Charakteristikum: Es zeigt keine Steigerung der Deokration der Außenwände oberhalb des Gitterhorizonts, wie dies etwa beim frankfurter Straußenhaus zu beobachten war.
Vielleicht wäre es hilfreich, wenn Herr Amend oder andere Zooführer oder Chronikbesitzer einmal chonologisch zusammenstellen, wann welches Außengehege vorhanden war. Wenn die Datierung des Holzschnittes nicht stimmt, kann der von Herrn Graef gezeichnete Zustand ja nur wenige Jahre angedauert haben. (09.10.2008)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Nun, welcher Künstler "besticht" schon gern mit einem kahlen Baum? ;-) (08.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
@Oliver: Dein letzter Satz liefert eine interessante Lösung der Frage, allerdings wären dann statt der fehlenden Gehege die in vollem Laubschmuck stehenden Bäume auf dem Stich künstlerische Freiheit... (08.10.2008)
|
|
Oliver Jahn: |
|
Ich kann IP66 Zweifel ein wenig verstehen, wenn ich das Bild im Scherpner Seite 27 mit dem Text dazu auf gleicher Seite in Zusammenhang bringe. Es wird ja von den Tieren gesprochen, welche im Sommer die Wiesen und Parks belebten, und welche dann im Winter unsichtbar waren, weil sie in enge Ställe gebracht werden mussten. Das liest sich wirklich ein wenig so, als hätte man erst einmal lediglich die alten Ställe durch ein großer Warmhaus ersetzt, lediglich für den Winter, da ja im Sommer diese Tiere wieder ihre angestammten Plätze auf den Wiesen und Parks einnehmen konnten. Und dann noch das Bild dazu, da kann man so etwas schon heraus lesen, auch wenn ich selber eher an Freigehege glaube. Vielleicht wurde das Haus zum Winter fertig, und erst zum nächsten Frühjahr wurden die Aussengehege bei Wetterbesserung gebaut, daher das Bild. (08.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
@MA: Nein, ich zweifele ja gar nicht an den Außenanlagen, aber IP66 tut es. Wenn ich mir vor Augen halte, wie einfach eine damalige Außenanlage gestrickt war (Naturboden mit Eisenzaun), dann kann ich mir auch nicht recht vorstellen, dass ausgerechnet dafür das Geld gefehlt haben könnte. (08.10.2008)
|
|
Michael Amend: |
|
@MM. Der ZF von 1862 nennt es schon"Maurisches Haus". Laut diesem gab es im Innern einen Springbrunnen in Marmor...
Im letzten Führer des alten Zoos, den ich habe, 1872, heißt es immer noch so, im ersten Führer des neuen Zoos in meiner Sammlung, 1877, wird es als Elephantenhaus bezeichnet. Vermutlich wurde es nach seinem Umzug an die Pfingstweide umbenannt. (08.10.2008)
|
|
Michael Mettler: |
|
@MA: Vielleicht nannte man es zu dieser Zeit gar nicht so. Scherpner schreibt in der Chronik: "Dieses Gebäude, man nannte es später das Maurische Haus..." In einem Artikel "Der neue Zoologische Garten zu Frankfurt am Main", erschienen 1875 (also nach dem Umzug des Zoos), nennt Max Schmidt das Gebäude schlicht "Elephantenhaus". (08.10.2008)
|
|
Michael Amend: |
|
@MM. Zweifelst du denn daran, das die Außenanlagen, obwohl schon im Führer von 1862 im Plan eingezeichnet,und im besagten Modell des Zoo zu sehen sind, zu diesem Zeitpunkt schon verwirklicht waren ? Woraus schließt du das ? In der Chronik von 1908 findet sich ein Stich mit einer Gesamtansicht des alten Zoos, und darauf zu sehen ist die auch im Modell sichtbare Zebra-Außenanlage, daraus schließe ich, das 1861 bei der Haus- | |