Waldelefanten
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Dennis Ismer: |
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@Oliver Müller
Ab dem 16.09. haben Sie die Gelegenheit Sandrine in Köln zu besuchen. (23.08.2010)
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Henry Merker: |
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Dazu gibt es unterschiedliche Auffassungen; in der Regel werden sie als eine Art angesehen. Möglich wär auch, dass eine Art hybriden Ursprung hat und dabei die Ursprungsarten dann ausstarben. Ob der Milu tatsächlich von den heutigen Arten Leier- und Rothirsch abstammt bezweifel ich etwas; eher ist anzunehmen, dass er ein Hybride aus deren Vorfahren darstellt - zumal es heute in Asien keine Rothirsche mehr gibt, werden doch Wapitis und die anderen Formen Asiens, die einst zum Rothirsch gezählt worden sind, neuer- oder doch alterdings als eigenständige Arten angesehen... (Eine Fortführung der Diskussion wäre in einem anderen Thread sinnvoller, da sie sich allmählich vom Thema "Waldelefanten" entfernt.) (17.08.2010)
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th.oma.s: |
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ja gut. nur unterscheidet sich dieses modell m. E. schon von der hybridthese sumatratiger (als hybrid zwischen festlands und inseltigern) und milu (hybrid zwischen leyer - und rothirsch).
sind denn rot- und kaffernbüffel zwei arten? von einer hybridart würde ich erst sprechen wenn feststeht das beide
"elternarten" auch arten im engeren sinn waren. (17.08.2010)
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Henry Merker: |
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Es handelt sich hierbei um eine Spekulation, die nicht eindeutig bewiesen ist - zumindest in Bezug auf die Gattung Syncerus.
Dass die diversen Elefantenpopulationen Afrikas sich durchmischen würden, wann immer sie könnten, ist zumindest teilweise Ansicht des Wissenschaftlers Debruynes. Nun sei dahingestellt, ob man darum nun einen hybriden Ursprung ausschließen oder annehmen kann...
[Die westafrikanischen Elefanten werden jediglich von Eggert et al als eigenständige Größe anerkannt, die zum Schluss kommen, dass es in Afrika drei Elefantenarten gäbe (also Loxodonta cyclotis, L. africana und Loxodonta spec.). Debruyne bestätigt zwar, dass diese Elefanten (Haplogruppe 5) die "Schwesterelefanten" aller anderen Loxodontaelefanten (also der Haplogruppen 1-4) seien, lehnt es aber ab, diesen einen Sonderstatus zuzuerkennen. Er unterscheidet nur zwischen L. a. africana und L. a. cyclotis.] (17.08.2010)
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Michael Mettler: |
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@th.oma.s: Angenommen, Rot- und Kaffernbüffel waren einmal bereits getrennte und geografisch voneinander isolierte Arten - wäre als Folge einer Eiszeit und der damit verbundenen weitflächigen Austrocknung Afrikas nicht unmöglich: Der Rotbüffel könnte auf Waldrefugien reduziert gewesen sein, der Kaffernbüffel auf Feuchtsavannenrefugien, die sich weit von den Waldbereichen entfernt befanden (z.B. im Süden Afrikas). Als das Klima nach der Eiszeit wieder feuchter wurde, dehnten beide Arten ihr Gebiet wieder aus und vermischten sich in den vielfältigen Übergangsbereichen zwischen Regenwald und Savanne. Daraus entstand eine sehr flexible Form, die aufgrund dieser Eigenschaft schnell große Teile Afrikas rekolonialisieren konnte. Ähnlich beim Elefanten. Ist natürlich alles nur Theorie.
Aber: Eiszeitlich bedingte Refugien werden bereits für viele Tierarten diskutiert. Beim Streifengnu (im Sinne der ART) deutet z.B. nach genetischen Untersuchungen vieles darauf hin, dass es in dieser Zeit auf ein kleines Rückzugsgebiet im südlichen Afrika beschränkt, in Ostafrika in der gleichen Zeit ausgestorben war und sich mit Ausdehnung des für ihn günstigen Lebensraumes quasi explosionsartig auch nach Norden verbreitete. Heutige ostafrikanische Gnus sollen demnach mit den südafrikanischen Artgenossen sehr viel enger verwandt bzw. deren Abkömmlinge sein als mit den fossil aus Ostafrika bekannten. Gnu und Kaffernbüffel haben ähnliche Lebensraumansprüche.
Anderes Beispiel: Die geografische Trennung zwischen Nördlichem und Südlichem Breitmaulnashorn wird dadurch erklärt, dass sich in der Erdgeschichte mit dem feuchter werdenden Klima ein trennendes Waldgebiet zwischen Populationen schob. Beide werden nun neuerdings sogar in den Artstatus erhoben. Was würde wohl passieren, wenn der Mensch die beiden Formen nicht weitgehend ausgelöscht hätte und ein wieder trockener werdendes Klima dazu führen würde, dass sich ihre Lebensräume wieder durch einen Korridor verbinden...? Dass beide Formen miteinander kreuzbar sind, wissen wir ja.
Ebenso, wie Savannentiere in lichter werdende Wälder vordringen können, finden Waldtiere in Galeriewäldern gewohnten Lebensraum, der sie weit in die Savanne hinausführen kann. Begegnungsmöglichkeiten zwischen Arten, die sich noch nicht zu weit auseinanderentwickelt haben, sind und waren also gegeben. (17.08.2010)
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th.oma.s: |
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wie können den rot- und kaffernbüffel (!)
arten hybriden ursprungs sein? gleiches gilt in bezug auf wald-, steppen- und westafrikanischen Elefant? sumatratiger und milu erscheint mir einleuchtend, aber wenn beide oder die drei bekannten unterarten hybriden sein sollen wer hat sich denn dann mit wem gekreuzt? (17.08.2010)
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Henry Merker: |
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Eine kleine Korrektur ist von nöten: Der Touré kommt nicht in Äquatorialguinea, sondern (auch) in Guinea-Bissau! (17.08.2010)
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Henry Merker: |
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Dem ist zuzustimmen. Und das um so mehr als das mittlerweile Hybridisierung allmählich als Evolutionsfaktor Anerkennung zu finden scheint; es sei nur auf Sumatratiger (neuerdings Panthera sumatrae), Milu und die diversen Vertreter der Gattung Capra verwiesen. Möglicherweise stellen also Steppen- und Waldelefant (und der westafrikanische Elefant, den ich hier mal Touré nennen möchte, bedeutet dies doch Elefant,) sowie die Kaffern- und Rotbüffel Arten mit hybriden Ursprung dar... (16.08.2010)
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Michael Mettler: |
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Getrennte Arten darzustellen schließt ja nicht aus, dass sich auch im Freiland fruchtbare Hybriden oder sogar ganze Mischpopulationen bilden; siehe Grauwolf/Rotwolf/Kojote. Ehrlich gesagt finde ich es sogar ganz beruhigend, dass Mutter Natur auch funktioniert, ohne vorher Gelehrte um ihre Meinung und Zustimmung zu fragen. Wer weiß, vielleicht ist ja der biologische Erfolg des Afrikanischen Elefanten oder des Afrikanischen Büffels gerade darauf zurückzuführen, DASS sich einst getrennte, spezialisiertere Arten irgendwann vermischten und dadurch zufälligerweise "Supermodelle" entstanden, welche die natürlichen Gegebenheiten viel besser nutzen konnten als die Elternarten. (16.08.2010)
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Henry Merker: |
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@Michael Mettler:
Ich hatte zuerst gedacht, dass es sich bei Sara(h) um jenen Elefanten handelt, der im Hochformat abgebildet ist
( http://www.zoo-rostock.de/elefanten/ ),
da mir bei diesem Tier es leichter fiel, es/sie als Waldelefant anzusehen. Scheinbar ist auch die Aufnahme darunter von Sara(h)...Allerdings würde ich sie eher als Steppenelefant ansehen...auch hier könnte eine Genanalyse zur Aufklärung beitragen...
Was die Gattung Syncerus betrifft, so deuten deutliche verhaltensbiologische Unterschiede zwischen nanus und caffer darauf hin, dass es sich wohl doch um zwei unterschiedliche Arten handelt; jedenfalls meinten die Tierpfleger im Tierpark Berlin einmal, dass die Verhaltensunterschiede groß genug seien, um auf diesen Schluss zu kommen...doch soll das nicht mehr an dieser Stelle ein Thema sein, da es ja hier um Waldelefanten gehen soll. (16.08.2010)
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Michael Mettler: |
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@Alexander Fuchs: Tempo ist ein Papiertaschentuch :-) Tembo ist auch der Vater von Thabo-Umasai in Dresden, das wäre demnach ebenfalls ein Hybride. (16.08.2010)
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Henry Merker: |
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@Alexander Fuchs:
Als solcher war er auch mal in der Zootierliste gelistet; die Kategorie "Afrikanischer Elefant (kein Art- und Unterartstatus)" wurde dort allerdings wieder gelöscht. (16.08.2010)
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Michael Mettler: |
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Die "rätselhafte" Sara(h) in Rostock hat ebenfalls eine Tendenz zur Fellbildung, zumindest ist sie am Oberkopf und an der Vorderseite der Vorderbeine recht haarig. Anbei ein Foto, das sie zufällig in einer ähnlichen Körperhaltung zeigt wie Jambo II auf dem zuletzt eingestellten Bild. Die fragliche Kuh aus Ströhen wiederum stammt m.W. aus Simbabwe - vielleicht wäre auch da ein Gentest interessant...
Nun stellt der afrikanische Regenwald nicht in seiner Gesamtheit einen wirklich uralten Lebensraum dar. Während der Eiszeiten schmolz er wegen der fehlenden Niederschläge, die große Teile Afrikas in Halbwüste verwandelten, zu mehreren mehr oder weniger großen Inseln zusammen (genauso wie übrigens auch die Feuchtsavannen), in den Warmzeiten dehnten sich die Waldgebiete wieder aus, bis sie sich erneut berührten und einen geschlossenen Gürtel bildeten. Bei einem derart wanderfähigen und anpassungfähigen Tier wie dem Afrikanischen Elefanten würde es mich da wenig wundern, wenn es immer wieder Vermischungen gab und nur wenige wirklich isolierte Populationen entstanden. Ich denke da z.B. auch an den Afrikanischen Büffel mit seinen verschiedenen Ökotypen/Unterarten als Pendant, dessen Verbreitungsgebiet südlich der Sahara sich weitgehend mit dem des Elefanten deckt(e) und bei dem es auch immer wieder Diskussionen um Mischpopulationen gab. (16.08.2010)
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Alexander Fuchs: |
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Wenn Tempo ein Waldelefant ist, dann ist Abu in Halle ein Hybrid. Ich schaue mir mal beim nächsten Besuch Abu genauer an. (16.08.2010)
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Henry Merker: |
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@Michael Mettler:
Ok, wenn ich jetzt mir mal noch einmal Ihre Aufnahmen von Jambo II ansehen, so dürfte Sandrine wohl doch ein Waldelefant sein, da die Ähnlichkeit jetzt doch augenfälliger ist, wenn man sich diese unterschiedlichen Aufnahmen anschaut. Mir ist nämlich nur eine Aufnahme aus der älteren Auflage des Urania Tierreichs waage in Erinnerung.
Also, ich bin jetzt mal so frech und bleibe bei meiner ursprünglichen Meinung, dass Sandrine der/ein Waldelefant ist!
Eines noch nebenbei: Schade, dass Colonel Joe als Kastrat nicht mehr für die Erhaltungszucht des Elephas maximus definitiv nicht mehr in Frage kommt; ist ein wirklich schönes und kapitales Tier... (16.08.2010)
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Henry Merker: |
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@Dennis Ismer:
Zugegebenermaßen hatte ich mal in der Zootierliste geschrieben, dass es sich bei Sandrine um eine Waldelefantenkuh handeln soll. Ich war aufgrund der Bilder, die bei einer auf der Internetseite der European Elephant Group veröffentlichen Studie zu sehen sind, zum Schluss gekommen, dass es sich bei der betreffenden Kuh am ehesten um Sandrine handeln könnte, da meines Erachtens einige Merkmale wie vor allem etwa die Körperbehaarung dafür sprachen, da mir das Bild von Jambo II aus Berlin in Erinnerung war. Ob dies jedoch ein eindeutiges Indiz für die Zugehörigkeit zum Waldelefantenstamm darstellt, ist mir nicht wirklich bekannt und auch nicht mehr so sicher. Ich hatte zu diesem Thema ja auch mal Herrn Mettler und Herrn Jahn im Ströhen-Thread befragt, da eine solche Körperbehaarung auch auf mindestens eine der Kühe zu sehen war. Aufgrund der jetzigen Bilder, die Sie heute eingestellt haben, bin ich mir ebenfalls nicht mehr so sicher wie damals, weshalb ich gestern auch von genetischen Waldelefanten schrieb. Möglicherweise stellt Sandrine auch tatsächlich ein Wald-/Steppenelefantenhybriden dar, was sich dann mit der Einschätzung Debruynes weitestgehend zu decken scheint, der allerdings diese Einschätzung auf den merh oder weniger gesamten Bestand der Gattung Loxodonta überträgt. Freilich kann man auch aufführen, dass Coco (, der laut Studie Debruynes und der von Eggert et al ein Vertreter der Haplogruppe 5 darstellt,) auch nicht so ohne weiters einer der beiden Formen zuzuordnen wäre.
Demnach sollte man dann also zumindest die Zugehörigkeit Sandrines zu einem der Loxodontazweige mit "unklar" umschreiben, wie ich hier mittlerweile denke. Bleibt abzuwarten, wie es sich bei den Tieren aus Colchester verhält... (16.08.2010)
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Michael Mettler: |
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Ein weiteres meiner Fotos von Jambo II. Leider sehr hart im Kontrast, aber dafür kommt ihre ausgeprägte Behaarung vor dem hellen Hintergrund etwas besser heraus (siehe z.B. Unterlippe und Ellbogen). (16.08.2010)
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Michael Mettler: |
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In Körperbau und Färbung hat Sandrine demnach durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit der früheren Waldelefantin Jambo II im Berliner Zoo (siehe Foto). (16.08.2010)
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Dennis Ismer: |
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@Henry Merker
Hier einige Bilder der Elefantenkuh Sandrine im Circus Krone:
http://www.ganz-muenchen.de/phpgraphy/?dir=circus%2Fkrone%2F2010%2F02%2Fig%2Fpremiere%2Felefanten%2F&startpic=0
http://www.ganz-muenchen.de/phpgraphy/?dir=circus%2Fkrone%2F2010%2F02%2Fms%2Fpremiere%2Felefanten
(16.08.2010)
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Michael Mettler: |
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Es wäre interessant zu wissen, was Debruyne herausbekommen würde, wenn er ausschließlich Material einer Region bearbeiten würde, in der mindestens zwei Formen sympatrisch vorkommen sollen. In Mali gäbe es demnach sogar drei... (15.08.2010)
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Henry Merker: |
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Bei der von mir angesprochenen Arbeit handelt es sich um folgende:
Debruyne, Régis (2005): "A case study of apparent conflict between molecular phylogenies: the interrelationships of African elephants"
Besagter Autor sammelte Haar- und Blutproben von insgesamt 26 wildgeborenen Zooloxodonten, die alle in europäischen Zoos bzw. Zirkussen stehen oder standen. Zusätzlich wurden für die Arbeit Knochen- und Zahnproben von 22 Museumsexemplaren sowie von einem im Zakoumreservat (Tschad) gefundenen Kadavers gesammelt, denen sich dann noch Gewebeproben eines Tieres aus dem Lope Reservat in Gabun anschloss. Demnach wurden für die Untersuchung 49 Tiere "zu Rate gezogen", wenn man es so formulieren möchte. Zugegebenermaßen ist dies jedoch eine sehr geringe Ausgangszahl.
Wer sich für die genauere Methode, mit man hier in dieser Arbeit vorgegangen ist, interessiert, sei empfohlen, den Text selber durchzulesen, da dies für mich doch nicht gerade leicht verständlich und ich auch zugegebenermaßen kein Genexperte bin. Hier sollen jetzt nur die Ergebnisse interessieren...
Debruyne führt auf, dass sich insgesamt vier sogenannte Haplotypen unterscheiden lassen würden. Es handelt sich um die folgenden: 1. Steppenelefanten, 2. Westafrikanische Waldelefanten, 3. Zentralafrikanische Waldelefanten A und 4. Zentralafrikanische Waldelefanten B. An dieser Stelle verweist Debruyne interessanterweise auf eine Arbeit von Eggert et. al [Eggert et. al (2002): "The evolution and phylogeography of the African elephant inferred from mitochondrial DNA sequence and nuclear microsatellite markers"], in der 5 Haplogruppen unterschieden werden, die dort jedoch als Clades bezeichnet werden. Diese fünf Gruppen werden in der folgenden Abhandlung von Debruyne übernommen.
An dieser Stelle sollen nun die Haplogruppen vorgestellt werden:
Debruyne ordnet die fünf Haplogruppen zwei Clades zu, die er mit F (Waldelefant) und S (Steppenelefant) bezeichnet.
Haplogruppe 1 ist Bestandteil des Clades F und kommt von Kamerun im Westen bis Kenia im Osten sowie Simbabwe und Botswana im Süden vor. Die Waldelefanten des Kongo gehören ebenfalls zu dieser Haplogruppe.
Haplogruppe 2 gehört ebenfalls zum F Clade. Sie kommt entlang der Küste des Golfes von Guinea vor (von Ghana, Mali und Burkina Faso im Westen bis zum Kongo in südlicher Richtung).
Haplogruppe 3 gehört zum S Clade und kommt von Mali (über den Niger, Tschad, Sudan und Äthopien) bis nach Ostafrika und südwärts bis zum Kap vor. Dabei gehört zum Verbreitungsgebiet dieser Haplogruppe auch Katanga und Angola.
Haplogruppe 4 kommt in Kamerun, der ZAR, im Tschad, Nordkongo und den Südwestsudan vor. Diese Gruppe gehört ebenfalls zum Clade F. Allerdings wird die Gruppe im Laufe des Textes nicht weiter erwähnt – möglicherweise gehört die Garambapopulation dazu; dann wären es eigentlich Mischlinge...
Haplogruppe 5 wird ebenfalls dem F Clade zugeordnet und ist von Äquatorialguinea (eventuell auch Senegal) bis kurz vor Nigeria verbreitet. Nach Norden hin ist sie für Mali und Burkina Faso belegt.
Schon aus der Auflistung wird ersichtlich, dass sich alle Haplogruppen in ihrem Verbreitungsgebiet überschneiden.
Unter anderem kommt Debruyne deswegen zum Schluss, dass der Waldelefantenzweig paraphyletisch sei. Interessanterweise führt er auf, dass die Haplogruppe 5 als solche die Schwestergruppe aller übrigen afrikanischen Haplogruppen sei! Demnach stellen sie taxonomisch definitiv eine eigenständige Größe dar. Zudem führt er auf, dass die Haplogruppen 1 und 2 einen Cluster bilden würden, also (gewissermaßen) einer taxonomischen Einheit angehören. Schließlich führt er an, dass die tatsächlichen verwandtschaftlichen Beziehungen der einzelnen Haplogruppen als unklar bezeichnet werden müssen, was allerdings den vorhergehenden Ausführungen widerspricht.
Da lediglich 57% der als Steppenelefant identifizierten Exemplare tatsächlich dem S Clade angehören, der Rest in den F Clade falle, kommt er zum Schluss, dass es beim Afrikanischen Elefanten keine taxonomische Einheit bestehen würde. Er führt auf, dass sich Steppenelefanten mit den Waldelefanten teilweise vermischen und dass es eigenartig sei, dass es Waldelefantentypen selbst in Mali gebe, wo die Lebensräume eigentlich gegen Waldelefanten sprechen würden.
Letztlich führt er auf, dass sich sämtliche Artkonzepte nicht auf den Afrikanischen Elefanten anwenden lassen würden, weshalb man nur zum Schluss kommen könne, dass es nur eine einzige Elefantenart in Afrika geben könne – mit den Unterarten cyclotis und africana.
Für mich sind die Schlussfolgerung Debruynes etwas unverständlich, bestätigt er doch letztlich im Wesentlichen die Ergebnis, die Eggert et. al (2002) veröffentlicht hat. Da mir deren Arbeit erst seit heute vorliegt, soll an dieser Stelle nur kurz auf diese Eingegangen werden, indem ich deren Schlussfolgerung anführe. Aufgrund ihrer Forschungsergebnisse kommen sie zum Schluss, dass sich in Afrika mindestens drei taxonomische Einheiten befinden würden: 1. Westafrikanischer Elefant (entspricht Haplogruppe 5), 2. Waldelefant (entspricht den Haplogruppen 1 und 2) sowie 3. Steppenelefant (entspricht der Haplogruppe 3) [Zur Haplogruppe 4 kann ich nichts weiter angeben.] Eggert et al (2002) führen dabei auf, dass es sich bei diesen taxonomischen Einheiten sehr wahrscheinlich um eigenständige Arten handeln müsse, da diese schon seit längerem eigenständige Wege gehen würden und zudem sympatrisch vorkommen. Bei gleicher bzw. ähnlicher Ergebnislage kommen also die jeweiligen Autoren zu gänzlich unterschiedlichen Schlussfolgerungen. Dabei halte ich persönlich letztere Variante für wahrscheinlicher.
Dass es Waldelefanten in Staaten wie Mali gibt, mag etwas paradox erscheinen. Jedoch gibt es eine mögliche Erklärung. Es gibt nämlich Indizien, dass sich vor relativ kurzer Zeit noch ein mehr oder weniger zusammenhängendes Waldgebiet zwischen Zentralafrika und Kalabrien befand (damals war das Mittelmeer übrigens noch trocken). Zudem soll das Gebiet der heutigen Sahara neben Wäldern auch viele Steppen etc. aufgewiesen haben, was also das Vorkommen von Waldelefanten in dieser Region bestätigt, zumal auch nach aktuellem Stand der Dinge die Elefanten Nordafrikas, die mittlerweile allerdings ausgestorben sind, allesamt (mehrheitlich) dem Waldelefantentyp angehören sollen. Als wie gesagt die Sahara noch paradiesisch war, haben sich im übrigen nach derzeitigem Stand der Dinge auch die unterschiedlichen Elefantentypen der Gattung Loxodonta entwickelt und sind schließlich eigenständige Wege gegangen. Durch klimatische Veränderungen sollte dann aus der Sahara das werden, was sie heute ist: eine Wüste. (Gegenwertig geht übrigens der Trend teilweise in die andere Richtung: In einer Sendung über die Sahara wurde erklärt, dass sich durch die derzeitigen Klimaveränderung immer häufiger Wolken über der Sahara entleeren würden, was zur Folge hat, dass es dort in einigen Regionen wieder grün wird. Allerdings sei dies für die Regenwälder Mittel- und Südamerikas schlecht, da jene Winde, die die aus dem Saharasand "herausgefilterten" Mineralien, die als Dünger fungieren sollen, dadurch schwächer geworden seien weshalb weniger Naturdünger nach Amerika gelange...)
Bevor ich auf des Pudels Kern komme sei noch kurz erwähnt, dass Nowak in Walkers Mammals of the World anführt, dass einige Wissenschaftler, die cyclotis als eigenständige Art ansehen, diesen teilweise in zwei Unterarten aufspalten würden, was sich an dieser Stelle mit der Genetik decken würde...
Ich hoffe, dass die Ausführungen nicht all zu trocken waren :)
@Oliver Müller:
Wie oben aufgeführt wurde für die Studie von Debruyne auch auf wildgeborene Zooloxodonten zurückgegriffen. Dabei fällt auf, dass drei der Elefanten der Haplogruppe 1 angehören, demnach also als (zumindest genetische) Waldelefanten anzuehen sind. Dabei handelt es sich um folgende Tiere:
1,0 Tembo aus Colchester
0,1 aus Colchester (genaue Identität jedoch unklar)
0,1 aus dem Zirkus Krone (genaue Identität jedoch unklar)
Da ich die Tiere bislang noch nicht gesehen habe und mir zumindest bei Tembo keine Aufnahme bekannt ist, die ihn vollständig zeigt, weiß ich nicht, ob er auch morphologisch von einem Steppenelefanten abweicht. Allerdings wäre dies EINE mögliche Erklärung für das Phänomen, dass Tembo bei natürlichen Zeugungen nur einmal erfolgreich Vater geworden ist. Alle Kälber, die er mit Zola auf natürlichem Wege gezeugt hat, waren Totgeburten. Sollte dies tatsächlich mit seiner genetischen Zugehörigkeit zum Waldelefantenzweig zusammen hängen, so könnte es sich bei dem für Colchester vermerkten genetischen Waldelefantenweibchen um Rosa handeln, die die Mutter des einzigen auf natürlichem Wege gezeugten Kalbes ist, das auch heute noch lebt. Sollte dies der Fall sein, so wäre 1,0 Jambo ein genetischer Waldelefant. Alle anderen von Tembo gezeugten Kälber – die auch noch leben – sind im übrigen durch künstliche Besamung gezeugt worden.
(Diese 1,2 bzw. 2,2 Tiere sollten aber weiterhin nur als genetische Waldelefanten betrachtet werden, da unklar ist, ob sie tatsächlich welche sind oder ob sie Hybriden sind.)
Ich hoffe, dass die Ausführungen einigermaßen zufriedenstellend sind.
@Alexander Fuchs:
Ich würde eher von aktiven und inaktiven Genen sprechen, da Mutationen in der Regel für den Träger nicht von Vorteil sind. Dabei meine ich jetzt auch nicht vermeitliche Mutanten wie den Schwarzen Panther oder Jaguar, da dies letztlich normale Farbmorphen der jeweiligen Art sind. Dahingegen gibt es eine Reihe an Hinweisen, dass es bei Lebewesen aktive und inaktive Gene gibt. Welche Faktoren dazu führen, dass ein Gen aktiv oder inaktiv ist, ist noch vollkommen unklar... (15.08.2010)
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Oliver Müller: |
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Vielen Dank @ Henry Merker. DAS war die Antwort, die ich mir ehofft hatte. Und ich bin gespannt auf den zweiten Teil über Europa. :-) (14.08.2010)
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Henry Merker: |
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@Oliver Müller:
Momentan gibt es in der Tat Waldelefanten in ein paar wenigen Zoos der Welt. Diese verteilen sich auf die Elfenbeinküste, Tunesien und Japan.
Ich werde sie mal hier auflisten:
A. Elfenbeinküste:
Im Zoo von Abidjan lebt momentan 1,0 "Can", der dort selbst auch zur Welt gekommen ist. Der einst größere Waldelefantenbestand des Zoos ist meines Kenntnisstandes aufgrund der Auswirkungen des Bürgerkrieges, der Anfang des Jahrtausends in der Elfenbeinküste ausgebrochen war, bis auf den Bullen (Jahrgang 1992) zusammengebrochen.
B. Tunesien:
Der Sousse Friguia Zoo hält insgesamt 1,2 Elefanten [1,0 "Achtaum" (geb. 1998), 0,1 "Mina" (geb. 2001) und 0,1 "Kani" (geb. 1995)], die aus Togo stammen und damit definitiv zum Waldelefantenzweig der Gattung Loxodonta zu zählen sind. Nach meinem Kenntnisstand ließe sich die dortige Elefantenanlage noch vergrößern - damit wäre ein erneuter Import also durchaus möglich. Seit wann die Tiere dort leben, ist mir nicht bekannt.
C. Japan
In Japan leben derzeitig 1,3 Waldelfanten, die auf insgesamt drei Zoos verteilt sind und allesamt aus Burkina Faso stammen.
1. Yamaguchi Safariland
1,0 "Dai" und 0,1 "Mimi"
Beide Exemplare sind Jahrgang 1999 und leben seit dem 13.05.2010 in Yamaguchi.
2. Tokuyama Municipal Zoo
0,1 (Name unbekannt)
Das Tier ist ebenfalls Jahrgang 1999 und lebt seit dem 13.05.2010 in Tokuyama. Sie scheint der einzige Elefant des Zoos zu sein.
3. Hiroshima City Zoo (Asa Zoological Park)
0,1 "May"
"May" lebt seit dem 13.05.2001 zusammen mit 1,0 africana in Hiroshima und ist ebenfalls Jahrgang 1999.
Fazit:
Zumindest in Tunesien besteht eine potentielle Zuchtgruppe des Waldelefanten. In Japan ließe sich eine solche durch eine Zusammenführung dieser Tiere durchaus auch aufbauen.
Eventuell besteht die Möglichkeit "Can" a) nach Tunesien oder Japan zu transferieren oder ihn b) weitere Wildtiere zuzuführen, um so eine Zuchtgruppe in der Elfenbeinküste aufzubauen.
Ob noch weitere Waldelefantenbestände existieren, die sich außerhalb Europas befinden, ist mir nicht bekannt. Doch besteht die Möglichkeit, dass es noch Waldelefanten beispielsweise in China befindet, hat doch China in den letzten Jahren sehr gute Kontakte nach Afrika aufbauen können!
Zu den in Europa stehenden Waldelefanten werde ich mich spätestens am Wochenende äußern, da ich bis dahin die mir vorliegenden Artikel zur Waldelefantenthematik durchgelesen haben werde. (11.08.2010)
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Henry Merker: |
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@Alexander Fuchs:
Mir liegt zu dem hier angesprochenen Thema eine interessante Studie aus der Feder eine französischen Wissenschaftlers vor. Demnach lassen sich in Afrika ziemlich genau 5(!) verschiedene Genotypen unterscheiden, die sich noch dazu überschneiden, ohne dabei anscheinend Mischlingspopulationen zu bilden. Diese fünf Genotypen lassen sich wiederum in zwei große Grupppen unterteilen: Steppen- und Waldelefanten. Zu letzterer lassen sich vier der Genotypen zuordnen. Dabei kommen die Waldelefantengenotypen bis nach Simbabwe (und möglicherweisen nach Südafrika?). Ich werde mir die Arbeit noch einmal raus suchen und dann das Ganze konkretisieren... (27.07.2010)
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Michael Mettler: |
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Auf elephant.se gibt es von Gbaya/Ngbaya Fotos im Erwachsenenalter, ebenso von der Frankfurter Waldelefantin Dima als Adulte und von der Berliner Jambo II als Jungtier. Letztere wirkte im Alter eher kurzbeinig (obwohl nicht direkt fett) und war sehr stark behaart.
Ich schätze, dass nicht nur Dima (wo es sicher ist) aus der Elefanten-Zähmungsstation im Kongo stammte. Wenn ich mich recht an das Grzimek-Buch erinnere, erwähnte er, dass dort Wald- UND Steppenelefanten gehalten wurden, man aber alle Elefanten in nicht allzu weitem Umkreis von der Station gefangen hatte. (24.07.2010)
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Alexander Fuchs: |
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In der duisburger Chronik wird erwähnt, dass Dr. Thienemann ein Expedition in den Kongo machte und 1961 folgende Tiere importierte: 2 Okapis, Kongo-Pfau, einzelner Bonobo und dem besagten Waldelefanten „Gbaya“. Denkbar wäre das schon, dass Sara(h) in dem besagten Pool war. 1961/62 ist ja ein kurzer Zeitraum, da wäre es natürlich interrassant ob es weitere Importe aus Afrika gab, von Elefanten aus anderen Ländern (ich denke da an Simbabwe). "Gbaya" hatte aber dafür die typischen Stoßzzähne eines Waldelefanten und die Ohren waren rund als Jungtier (habe nur das Foto aus der Chronik als Vergleich). (24.07.2010)
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Michael Mettler: |
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@Alex: Laut Aussage eines Rostocker Elefantenpflegers weiß man über Sara(h)s Herkunft trotz aller Bemühungen nichts Genaues, sie kam über Fa. Ruhe, und wenn ich mich recht erinnere, gibt es Vermutungen, dass dieser sie aus Frankreich holte. (Ruhe lieferte übrigens auch die unbestrittene Waldelefantin Jambo II nach Berlin.) Die Quelle von elephant.se wäre da sicherlich interessant. Die Duisburger Waldelefantin Ngbaya hatte übrigens ebenfalls "Steppenelefant-Ohren". Anfang der 60er gelangten außer Jambo II und Ngbaya noch mehr Waldelefanten in Zoos, darunter ein Bulle (Coco/Philippe) nach Paris. Es wäre also immerhin denkbar, dass Sara aus dem selben Pool stammte. Es heißt auch, dass die Elefanten Westafrikas sich genetisch nicht eindeutig Wald- oder Steppenelefant zuordnen lassen. Nun saßen in Westafrika auch französische Tierhändler - daraus ließe sich eine Theorie über Saras Herkunft stricken...
Was die Fortpflanzung betrifft: Da sich sogar Afrikanischer und Asiatischer Elefant erfolgreich kreuzen können, sind Bastarde aus Steppen- und Waldelefant nicht unwahrscheinlicher, selbst wenn man der Sichtweise folgt, dass beide eigene Arten seien. (24.07.2010)
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Alexander Fuchs: |
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@Michael Laut elephant.se ist Sarah 1962 in Südafrika geboren und somit schließe ich einen Waldelefanten aus. Kann es nicht einfach sein, dass die Zehen eine Mutation sind?
In der Natur treten beide Unterarten in Überschneidungszonen auf und schließen sich nicht selten in gemischten Herden zusammen. Man kann die zwei Unterarten zwar phänotypisch auseinander halten, aber ob sie sich genotypisch so stark unterscheiden, dass sie sich nicht mehr ständig oder zumindest ausnahmsweise miteinander fortpflanzen können wage ich mal zu bezweifeln.
Vielleicht sind ja die Gene der Steppenelefanten dominant gegenüber den Genen der Waldelefanten, sodass Marina ein Resultat, einer Paarung, daraus gewesen sein könnte (in einem Überschneidungsgebiet). Oder einige Steppenelefanten haben sich einer Gruppe Waldelefanten angeschlossen (darunter Marina) und ist soweit mit Ihnen gezogen bis in den Kongo. Das sind alles Vermutungen, aber möglich wäre es.
(24.07.2010)
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Michael Mettler: |
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@Mel & Alex: Aber es gibt auch Waldelefantenmerkmale bei Sarah, z.B. die Anzahl der Zehnägel. Außerdem sehen Waldelefanten keineswegs einheitlich aus. Man muss nur mal die Fotos in Grzimeks "Kein Platz für wilde Tiere" mit denen der Berliner Waldelefantenkuh Jambo II (die ich noch live erleben durfte) vergleichen, dazwischen liegen Welten.
@Alex: Stoßzahnlosigkeit (oder die Ausbildung nur kurzer "Stumpen") ist offenbar im Süden Afrikas besonders verbreitet, und die meisten Zoo-Afrikaner, die aus der Wildbahn stammen, kommen ja aus Simbabwe. Die Ursache soll darin liegen, dass Stoßzahnträger durch die Elfenbeinjagd exzessiv ausselektiert worden waren. Die einst auf nur rund 50 Tiere zusammengeschmolzene Population der Kap-Elefanten im Addo-Busch (heute Nationalpark) hat vermutlich nur überleben können, weil fast ausschließlich stoßzahnlose Tiere und damit für die Jagd wenig interessante Individuen übrig geblieben waren.
Eine genetische Untersuchung der vor einigen Jahren verstorbenen Kuh Marina aus Erfurt wäre interessant gewesen. Denn die sah absolut nach Steppenelefant aus, stammte aber aus dem Kongo. (24.07.2010)
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Mel: |
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Was die Rostockerin Sarah betrifft kann ich Alex nur zustimmen, es gibt genügend Phänotypische Merkmale die eine Dazugehörigkeit in Richtung waldelefant aus schließen. (23.07.2010)
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Alexander Fuchs: |
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@Dennis Ismer: Ich glaube nicht das die letzt Kuh in Rostock ein Waldelefant ist. Die Ohren weisen klar auf einen Steppenelefanten hin (sind dreieckig geformt, nach unten hin spitz). Auch die Stosszähne von Ihr sind dick, aber nicht so gebogen. Manch ein Steppenelefant hat gar keine (ehemals Sabi in Halle). (23.07.2010)
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Dennis Ismer: |
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Auch Sarah in Rostock könnte eine Waldelefantin sein. (23.07.2010)
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Dennis Ismer: |
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Laut der Zootierliste ist die Elefantenkuh Sandrine im Circus Krone warscheinlich ein Waldelefant oder zumindest nahe damit verwand. (23.07.2010)
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Oliver Müller: |
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Weiß jemand, ob es irgendwo in einem Zoo afrikanische Waldelefanten (Loxodonta cyclotis) zu sehen gibt? Ich weiß, dass es sie vor einigen Jahrzehnten vereinzelt gab, u.a. in Duisburg. (23.07.2010)
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Klaus Schüling, 10. Feb 2009
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